Paket-Geschäft

Deutsche Post: Amazon wird immer stärkere Konkurrenz

| Lesedauer: 3 Minuten
So funktioniert die DHL Packstation

So funktioniert die DHL Packstation

Wer online bestellen möchte, kann sich Pakete auch in eine Packstation liefern lassen. Wie das mit DHL funktioniert, erklärt das Video.

Beschreibung anzeigen

Berlin.  Die Deutsche Post profitierte in der Corona-Krise vom Paket-Boom, jetzt gehen die Zahlen runter. Schuld ist auch Online-Riese Amazon.

Die Corona-Pandemie löste einen wahren Boom im Paketgeschäft aus, denn wegen Corona-Einschränkungen bestellten die Leute viel mehr im Internet als zuvor. Doch dieses Hoch scheint nun vorbei zu sein. Wie die Deutsche Post DHL am Dienstag mitteilte, ist das Transportvolumen von Paketen in Deutschland im ersten Quartal 2022 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund ein Fünftel (19 Prozent) gesunken. Neben dem Rückgang der pandemiebedingten Online-Bestellungen macht der Post aber auch der Onlineriese Amazon zu schaffen.

Dazu erklärte der Deutsche Post Konzernchef Frank Appel am Dienstag, der Rückgang sei auch darauf zurückzuführen, dass der ehemalige Großkunde Amazon mehr Pakete selbst transportiere. Weitere Details nannte er nicht.

Lesen Sie hier: Konkurrenz für DHL: Neuer Paketdienst kommt nach Deutschland

Amazon versendet viele Pakete selbst

In Deutschland versendet Amazon inzwischen viele Produkte, die über die Website angeboten werden, selbst. Diese sind mit "Versand durch Amazon" gekennzeichnet, kommen dann zum Beispiel in einem Lieferwagen mit Amazon-Logo nach Hause oder werden in einer Amazon-Paketstation zur Abholung hinterlegt.

Laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstitutes "YouGov" aus dem Jahr 2021 sind die deutschen Kundinnen und Kunden mit dem Paketdienst von Amazon sehr zufrieden. Sie stellen damit eine wachsende Konkurrenz zu anderen Lieferdiensten dar. Schon 2021 warnte das Meinungsforschungsinstitut vor dem zunehmenden Einfluss von Amazon auf den Versandmarkt.

Lesen Sie auch: Neue Regel bei DHL-Paketen – Darauf sollten Kunden achten

Deutsche Post sieht Rückgang auch durch Ukraine-Krieg

Doch für die gesunkenen Auslieferungszahlen verantwortlich ist nach Appels Darstellung auch das veränderte Konsumverhalten der Menschen durch den Ukraine-Krieg. "Da gehen die Leute nicht mehr online einkaufen, sondern verfolgen, was dort passiert." Die Sorge um habe die Verbraucherausgaben seit Beginn des Krieges gebremst, so der Manager.

Einen Hoffnungsschimmer gab es aber auch in der Konzernsparte Post & Parcel Germany. Das im digitalen Zeitalter längst schrumpfende Briefgeschäft zeigte sich erstaunlich robust und legte sogar zu – das Volumen stieg um sieben Prozent. Das lag daran, dass die Firmenkunden wieder mehr Werbung verschickten als im ersten Quartal 2021, als viele Geschäfte geschlossen waren oder die Konsumentinnen und Konsumenten die Innenstädte aus Angst vor Corona generell mieden.

Ukraine-Krise – Die wichtigsten News zum Krieg

Deutsche Post: Rückgang um sieben Prozent

Rechnet man das Brief- und Paketgeschäft zusammen, sank der Umsatz in der Division Post & Paket Deutschland um sieben Prozent auf 4,2 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis der Sparte brach sogar um ein Drittel ein, was Appel unter anderem mit Kosten durch Corona-Personalausfälle und Corona-Tests erklärte. (dpa/fmg)