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Corona-News von Mittwoch: Debatte um Impfpflicht für alle

| Lesedauer: 37 Minuten
So weise ich meinen Impfstatus nach

So weise ich meinen Impfstatus nach

Die Coronaschutzimpfung ist eines der wichtigsten Mittel zur Eindämmung der Pandemie. Der Impfnachweis gilt an vielen Orten als Voraussetzung für den Einlass. Mit diesen Möglichkeiten kann man seinen Impfstatus nachweisen:

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In Deutschland wird die Einführung einer Corona-Impfpflicht diskutiert. Die UN kritisieren das als "Luxus"-Debatte. Mehr Infos im Blog.

  • Gesundheitsminister Karl Lauterbach verzichtet auf einen eigenen Impfpflicht-Vorschlag
  • Die Vereinten Nationen bezeichnen die Impfpflicht-Debatte als "Luxus"
  • Der britische Premier Boris Johnson gibt den Besuch einer Party während des Corona-Lockdowns zu
  • Omikron verursacht in den USA nur halb so viele Krankenhauseinweisungen wie Delta
  • Spanien und Großbritannien wollen die Corona-Pandemie schon bald zu einer Endemie erklären
  • Dieser Corona-Newsblog schließt. Alle neuen Corona-Nachrichten lesen Sie hier.

Berlin. Die Corona-Pandemie in Deutschland spitzt sich weiter zu. Täglich meldet das Robert Koch-Institut (RKI) dramatisch steigende Zahlen. Am Mittwochmorgen überstieg die Zahl der Neuinfektionen erstmals die Schwelle von 80.000. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben 80.430 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 58.912 erfasste Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 407,5 an.

Damit scheint eine erneute Verschärfung der Regeln wahrscheinlich. Auch die Beschlüsse des jüngsten Corona-Gipfels dürften nicht ausreichen, um die ansteckendere Omikron-Variante aufzuhalten, befürchten Experten. Gleichzeitig wird diskutiert, wann die vierte Corona-Impfung notwendig sein wird. Auch andere Länder, darunter Frankreich, verzeichnen derzeit Redkordwerte.

Mehr dazu: Corona in Deutschland – Die aktuellen Zahlen des RKI im Überblick

Corona-News von Mittwoch, 12. Januar 2022: Ende des Newsblogs

23.00 Uhr: Dieser Corona-Newsblog ist geschlossen. Alle Nachrichten vom 13. Januar lesen Sie in unserem aktuellen Newsblog.

Dänemark beginnt mit vierter Corona-Impfung

22.22 Uhr: Dänemark beginnt mit der Verabreichung einer vierten Impfdosis gegen das Coronavirus. Die wiederholte Auffrischung werde den "am meisten gefährdeten Bürgern" angeboten, insbesondere denjenigen, bei denen schwere Krankheiten diagnostiziert wurden, sagte Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Mittwoch. Die Gesundheitsbehörden würden die Patienten in den nächsten Tagen kontaktieren.

Die Regierung verkündete zudem eine Verkürzung der Gültigkeitsdauer des Gesundheitspasses: Der Pass läuft für doppelt Geimpfte demnach fünf Monate nach der zweiten Impfung ab. Zuvor waren es sieben Monate. Nach einer dritten Dosis, die bisher 54,6 Prozent der Bevölkerung erhalten haben, ist der Ausweis unbegrenzt gültig.

Dutzende Ruander "fliehen" vor Corona-Impfung in benachbarten Kongo

21.53 Uhr: In den vergangenen Tagen haben dutzende Menschen aus Ruanda die Grenze zur benachbarten Demokratischen Republik Kongo überschritten. "Die Ruander sagen, dass sie wegen des Coronavirus-Impfstoffs fliehen", sagte Idee Bakalu, ein Vertreter der kongolesischen Zivilgesellschaft, am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Er sprach unter Verweis auf Behördenangaben von 101 aus Ruanda angekommenen Menschen seit Dienstag.

"Wir haben schon mindestens 100 (Ankünfte) verzeichnet", sagte der Verwaltungsbeamte der Insel Idjwi, Karongo Kalaja. Die Insel liegt im Kivu-See, der die Grenze zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo markiert. Kalaja zufolge setzen die Ruander in kleinen Gruppen auf Kanus auf die kongolesische Insel über.

Die ruandische Regierungssprecherin Yolande Makolo erklärte, dass alle Einwohner Ruandas zur Impfung gegen das Coronavirus aufgerufen seien. "Eine Handvoll Ruander ist in die Nachbarländer übergelaufen und hat behauptet, gegen die Impfung zu sein, meist aus religiösen Gründen", fügte sie hinzu. Die ruandischen Behörden würden mit den kongolesischen zusammenarbeiten, um die Rückführung zu organisieren.

Lauterbach verzichtet auf eigenen Vorschlag für Impfpflicht

21.15 Uhr: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verzichtet auf einen eigenen Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht. Dem Nachrichtenportal "The Pioneer" sagte der SPD-Politiker am Mittwoch: "Ich habe mich entschieden, keinen eigenen Antrag zu präsentieren, sondern da neutral zu sein." Dem Parlament einen eigenen Entwurf zu präsentieren, wäre auf jeden Fall "keine so kluge Idee". Als Gesundheitsminister müsse er "eine gewisse Neutralität" haben.

In der Sache stehe er aber "Schulter an Schulter" mit Bundeskanzler Olaf Scholz (ebenfalls SPD), versicherte Lauterbach. "Wir sind klare Befürworter der Impfpflicht." Besonderen Zeitdruck sieht der Minister nicht. Für die Omikron-Variante spiele die Impfpflicht sowieso keine entscheidende Rolle mehr. Sie müsse perspektivisch funktionieren, "damit im Herbst die Welle abgewendet werden kann".

UN nennen Impfpflicht-Debatte "Luxus"

20.22 Uhr: Angesichts der Debatte um eine Impfpflicht in Ländern wie Deutschland werben die Vereinten Nationen für eine bessere globale Verteilung der Impfstoffe. Die privilegierten Länder mit genügend Nachschub müssten dafür sorgen, dass Impfstoff auch in andere Staaten gebracht werde, sagte UN-Sprecher Stephane Dujarric am Mittwoch in New York. "Wir können die Debatte zur Impfpflicht führen. Aber dies ist in der Tat ein Luxus. Konzentrieren wir uns also einfach darauf, Impfstoffe an Orte zu bringen, die sie brauchen."

Während in den Industrienationen teilweise ein Überangebot an Impfstoffen herrscht, können in vielen ärmeren Ländern noch immer nicht alle Menschen immunisiert werden. Die Bundesregierung plant eine Impfpflicht für alle über 18. Dem Robert Koch-Institut (RKI) zufolge sind in Deutschland mittlerweile mindestens 60 Millionen Menschen (72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung) vollständig geimpft. Eine Auffrischungsimpfung erhielten 36,8 Millionen.

Dänemark lockert Corona-Beschränkungen

20.10 Uhr: Trotz vieler neuer Infektionen werden in Dänemark mehrere Corona-Beschränkungen gelockert. Zoos, Vergnügungsparks, Museen, Kunsthallen und andere Einrichtungen dürfen von Sonntag an wieder öffnen, ebenso wie Kinos und Theater mit einer Obergrenze bis zu 500 Besuchern. Dies kündigte die Regierung am Mittwochabend in Kopenhagen an. Vielerorts muss man aber per Corona-Pass vorzeigen, dass man geimpft oder genesen ist beziehungsweise negativ getestet wurde.

In dem Sechs-Millionen-Einwohner-Land wurden zuletzt mehrfach mehr als 20.000 Neuinfektionen pro Tag gezählt. Nach offiziellen Angaben macht die besonders ansteckende Omikron-Variante mittlerweile 96 Prozent aller neuen Infektionen aus. Gesundheitsminister Magnus Heunicke verwies jedoch darauf, dass die zwischenzeitlich steil gestiegene Kurve wieder abflache. Die Lage auf den Intensivstationen werde besonders genau beobachtet. Man habe die Lage dort im Griff.

WHO: Impfpflicht muss zeitlich begrenzt sein

19.24 Uhr: Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt eine Impfpflicht nur als letztes Mittel, falls Menschen nicht anderweitig vom Nutzen einer Impfung überzeugt werden können. "Wir rufen immer dazu auf, dass eine Impfpflicht klar, eindeutig und zeitlich begrenzt ist", sagte WHO-Nothilfekoordinator Mike Ryan am Mittwoch in Genf. Solch ein Schritt müsse begleitet sein von angemessener Risikokommunikation.

Vor einer Impfpflicht müssten alle Maßnahmen ausgeschöpft werden, um sicherzustellen, dass Bürgerinnen und Bürger angemessen informiert sind. Zudem müsse sichergestellt sein, dass "die Resultate einer Impfpflicht für die öffentliche Gesundheit und die Gesellschaft schwerer wiegen als die Beeinträchtigung individueller Rechte oder individueller Freiheiten".

Griechenland verlängert Corona-Maßnahmen über Mitte Januar hinaus

18.50 Uhr: In Griechenland werden die seit dem Jahreswechsel geltenden strengeren Corona-Auflagen verlängert. Nach Angaben der Regierung von Mittwochabend sollen sie über den bisherigen Termin am 16. Januar hinaus noch mindestens eine weitere Woche in Kraft bleiben. Die Zahl der Neuinfektionen vor allem mit der Omikron-Variante bleibt weiterhin hoch. Anfang der Woche wurden nach der Rückkehr aus den Weihnachtsferien allein mehr als 25.000 Schüler und Lehrer positiv getestet. Von Dienstag auf Mittwoch wurden insgesamt 24 246 Neuinfektionen binnen 24 Stunden festgestellt.

Tavernen, Bars und Kneipen müssen nun weiterhin um Mitternacht schließen. Gäste dürfen nicht stehen, sondern nur am Tisch bedient werden, Musik ist verboten. Bei Fußballspielen dürfen die Stadien nur zu 10 Prozent besetzt werden. Besucher von Pflegeheimen und Krankenhäusern müssen einen aktuellen PCR-Test vorweisen. In Supermärkten und öffentlichen Verkehrsmitteln gilt die Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske. Für alle anderen Geschäfte gilt ohnehin die 2-G-Regel - nur geimpfte und genesene Menschen haben Zutritt.

Novartis will US-Notfallzulassung für Ensovibep beantragen

18.21 Uhr: Bereits im kommenden Monat will das Schweizer Pharmaunternehmen Novartis die Notfallzulassung für den Wirkstoff Ensovibep in den USA beantragen. Das Medikament soll Coronaviren hemmen. Novartis-Chef Vas Narasimhan hofft, dass es durch die Notfallzulassung bereits einen Beitrag für die Bekämpfung der laufenden Corona-Wellen leisten kann, wie er in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg sagte.

Die ersten Ergebnisse der Phase II-Studie seien vielversprechend und würden noch in dieser Woche veröffentlicht. Eine größer angelegte Studie soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen werden.

Bundesjustizminister für rasches Ende der Corona-Maßnahmen

17.43 Uhr: Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) will sich dafür einsetzen, dass die im Zuge der Corona-Pandemie eingeführten Einschränkungen so schnell wie möglich wieder aufgehoben werden. "Es darf keine neue Normalität ohne Freiheit geben", sagte der Justizminister im Bundestag. "Wenn es Beschränkungen gibt, die heute nötig, aber morgen unbegründet sind, dann müssen sie in Zukunft fallen." Dieses Versprechen "möchte ich hier abgeben", fügte Buschmann hinzu.

Rechtsextreme setzen wegen Omikron auf "Tag X"

16.57 Uhr: Rechtsextremisten beschwören nach Angaben des Präsidenten des Thüringer Verfassungsschutzes, Stephan Kramer, für den Fall von massiven Krankheitsausfällen und Quarantänezahlen bei Polizei und Sicherheitsbehörden durch die Omikron-Variante "einen Tag X" herauf. Kramer sagte der Wochenzeitung "Die Zeit", er glaube zwar nicht, dass die Szene derzeit dazu in der Lage wäre, "tatsächlich die ganze Bundesrepublik ins Chaos zu stürzen". Die Gefahr bewaffneter Gewaltausbrüche aber schmälere das sicher nicht.

Als "Tag X" gilt in der rechtsextremen Szene der Zeitpunkt, an dem ein von langer Hand geplanter Umsturz in die Tat umgesetzt wird. Der Thüringer Verfassungsschutzchef sagte, er sehe "nicht, dass wir bei der Radikalisierung der Protestbewegung über den Berg sind". Er sei durchaus alarmiert. "Gewaltsame Übergriffe und sogar Anschläge können wir derzeit nicht ausschließen", sagte Kramer.

Coronaleugner in Bulgarien durchbrechen Polizeikette vor Parlament

16.27 Uhr: Bei einem Protest von Corona-Leugnern vor Bulgariens Parlament ist es zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen. Demonstranten durchbrachen am Mittwoch ein großes Polizeiaufgebot, gelangten zum Haupteingang der Volksversammlung, blieben aber draußen. Vier Polizisten wurden verletzt und in eine Klinik gebracht, wie das Innenministerium mitteilte.

Demonstrierende haben sogar versucht, das Parlament zu stürmen. Polizisten hinderten die Protestierenden daran, das Gebäude zu betreten. Es kam zu Festnahmen. Bei den Zusammenstößen wurden mehrere Menschen, darunter Polizisten, verletzt. Die Menge wurde schließlich zurückgedrängt und das Parlamentsgebäude von der Polizei abgeriegelt.

Ministerpräsident Kiril Petkow rief die Demonstranten auf, mit Vertretern in einer Arbeitsgruppe mit Regierungsmitgliedern ein "neues Modell zur Bewältigung der nächsten Corona-Welle" auszuarbeiten. "Aus diesem Protest muss man mit konkreten Maßnahmen herauskommen", sagte Petkow dem privaten TV-Sender bTV.

Großbritannien und Spanien wollen Corona wie Grippe behandeln

15.44 Uhr: Weil Omikron wahrscheinlich milder verläuft und die Impfungen schützen, gibt es möglicherweise Hoffnung: Die Regierungen zweier europäischer Länder wollen das Coronavirus schon bald wie eine Grippe behandeln, die Pandemie soll zur Endemie werden.

In Großbritannien riefen in den vergangenen Tagen gleich mehrere Experten ein Ende der Pandemie aus, trotz täglich etwa 170.000 Neuinfektionen. Der ehemalige Leiter der britischen Impfstoff-Taskforce, Clive Dix, forderte etwa die Rückkehr zu einer "neuen Normalität". Covid solle wie eine Grippe behandelt werden, da die Omikron-Variante eine ähnliche Todesrate aufweise. Zudem sprach sich Dix dafür aus, die Massentestung der Bevölkerung zu beenden und stattdessen eine "gezielte Strategie" für besonders gefährdete Personen zu verfolgen, berichtete die "Daily Mail".

Auch Spanien erwägt einen Kurswechsel, berichtete die Zeitung "El País". Corona-Infektionen sollten weniger strikt nachverfolgt werden. Ähnlich wie bei der Grippe würde nicht mehr jeder einzelne Fall dokumentiert und es würden auch nicht alle Personen mit Symptomen getestet.

Ministerpräsident Pedro Sánchez bestätigte die Überlegungen: Da die Todesfallraten bei Corona-Erkrankungen gesunken seien, könne es an der Zeit sein, mit der Pandemie nun auf anderen Wegen umzugehen, sagt er dem Sender SER. Darüber solle auch auf europäischer Ebene gesprochen werden. "Wir steuern auf eine endemische Krankheit zu statt wie bisher auf eine Pandemie. Wir müssen auf diese Situation mit neuen Instrumenten reagieren", so Sánchez.

Bundestag bleibt bei 2G-Plus-Regel im Plenarsaal

15.08 Uhr: Im Bundestag bleibt es trotz Kritik der AfD bei den verschärften Corona-Schutzmaßnahmen. Bei der Sitzung des Parlaments am Mittwoch beschlossen die Abgeordneten mit großer Mehrheit die neue Verordnung, mit der fortan eine 2G-Plus-Regel im Plenarsaal gilt. Für die Neuregelung stimmten bei der Abstimmung alle Fraktionen außer der AfD, die mit Nein votierte. Die AfD protestierte im Anschluss mit einer kurzen Plakataktion gegen die Entscheidung.

Die Abgeordneten dürfen den Plenarsaal nunmehr nur noch betreten, wenn sie doppelt geimpft - beziehungsweise genesen - sind und zusätzlich ein aktuelles negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen können. Ausgenommen davon sind Geboosterte. Parlamentarier, die diese 2G-Plus-Vorgaben nicht erfüllen, können die Plenarsitzungen wie bislang nur von der Besuchertribüne verfolgen. Dafür müssen sie künftig allerdings ein negatives Schnelltest-Ergebnis vorlegen. Selbsttests werden dabei nicht akzeptiert.

Scholz hofft auf "zügige Beratung" über Impfpflicht

14.51 Uhr: Bei seinem ersten Auftritt in der Fragestunde des Bundestags hat Bundeskanzler Olaf Scholz die rasche Einführung einer allgemeinen Impfpflicht gegen das Coronavirus gefordert. Die Entscheidung zur Impfung sei "keine Entscheidung, die man nur für sich alleine trifft, und deshalb ist die Impfpflicht auch richtig", sagte Scholz.

Die Impfung trage dazu bei, weitere Ansteckungen mit dem gefährlichen Virus zu begrenzen - und somit "80 Millionen Mitbürgerinnen und Mitbürger" zu schützen. Lesen Sie hier mehr über den turbulenten Auftakt bei Scholz’ Befragung im Bundestag.

Impfpflicht-Gesetz in Österreich

14.31 Uhr: In Österreich soll in der kommenden Woche das Gesetz für die Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht finalisiert werden. Nach dem Ende der Begutachtungsfrist wird sich nach Angaben von Gesundheitsminister Wolfgang Mückstein am Montag der Gesundheitsausschuss des Parlaments damit befassen und den finalen Gesetzestext vorlegen. Danach könnte das Gesetz in einer Nationalratssitzung beschlossen werden.

Trotz zunehmend kritischer Stimmen hält der Minister am Zeitplan für die Einführung fest. "Wir brauchen eine Perspektive für den Sommer und den Herbst", sagte Mückstein. "Die Impfpflicht wird wie geplant Anfang Februar starten."

Schweiz halbiert Quarantäne-Zeitraum auf fünf Tage

14.19 Uhr: Die Schweiz verkürzt den Zeitraum für die Selbstisolation von Corona-Infizierten sowie die Quarantäne von nahen Kontaktpersonen von zehn auf fünf Tage. Zudem gibt es Ausnahmen von der Quarantäne-Pflicht. Grund sei die Omikron-Variante, bei der sich der zeitliche Abstand zwischen Infektion und Weitergabe des Virus verkürzt habe, so die Regierung.

Sie verwies darauf, dass Wirtschaft und Gesellschaft in den letzten Wochen wegen der starken Zunahme von Personen in Isolation und Quarantäne unter Druck geraten seien. Die vor Weihnachten beschlossenen Einschränkungen wie etwa die 2G-Regel für Restaurants und Homeoffice-Pflicht sollen bis Ende März verlängert werden.

PCR-Tests sind knapp – Was heißt das für Quarantäne?

14.06 Uhr: PCR-Tests liefern genauere Ergebnisse als Corona-Schnelltests. Und sie erkennen die Omikron-Variante zuverlässiger. Jetzt werden sie knapp. Was heißt das für die Quarantäne?

Johnson gibt Besuch von Party während Lockdowns zu

13.26 Uhr: Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Besuch einer Gartenparty am Regierungssitz in der Downing Street während des Corona-Lockdowns zugegeben. Er entschuldigte sich am Mittwoch vor den Abgeordneten in London "von Herzen" und gab an, damals von einem Arbeitstreffen gemäß der geltenden Pandemie-Regeln ausgegangen zu sein. Die Labour-Opposition forderte umgehend seinen Rücktritt.

Kabinett bringt Rahmen für neue Quarantäneregeln auf den Weg

13.17 Uhr: Das Bundeskabinett hat den Rechtsrahmen für die vorgesehenen neuen Corona-Quarantäneregeln auf den Weg gebracht. Damit solle künftig gelten: "Wer geboostert ist, muss selbst als Kontaktperson bei einer Infektion nicht mehr in Quarantäne", sagte Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) am Mittwoch. Dies gelte auch für die Omikron-Variante. Damit machten Booster-Impfungen gleich doppelt Sinn: "Es macht den Alltag leichter. Und es schützt vor Infektion oder schwerer Erkrankung."

Bund und Länder hatten die Neuregelungen in der vergangenen Woche grundsätzlich vereinbart. Eine entsprechende Verordnung, die das Kabinett jetzt beschlossen hat, soll festlegen, welche generellen Ausnahmen es von einer Quarantäne als Kontaktperson von Infizierten und von einer Isolation als selbst Infizierter geben kann, wenn man geimpft oder genesen ist. Die Verordnung soll an diesem Donnerstag in den Bundestag kommen, am Freitag soll sich der Bundesrat abschließend damit befassen. In Kraft treten soll sie voraussichtlich am Samstag. Letztlich umgesetzt werden die Regeln dann von den Ländern.

Rund 714.000 Corona-Impfungen am Dienstag

13.02 Uhr: In Deutschland sind am Dienstag rund 714.000 Impfdosen gegen Corona verabreicht worden. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin vom Mittwoch (Stand: 9.31 Uhr) hervor.

Damit sind nun mindestens 60 Millionen Menschen hierzulande zweifach geimpft oder haben die Einmalimpfung von Johnson & Johnson erhalten. Das entspricht etwa 72,2 Prozent der Gesamtbevölkerung. Eine zusätzliche Auffrischungsimpfung erhielten inzwischen mindestens rund 36,8 Millionen Menschen (44,2 Prozent). Nicht geimpft sind noch 21 Millionen (25,2 Prozent der Bevölkerung).

Steinmeier mahnt besondere Sorgfalt in Debatte um Impfpflicht an

12.37 Uhr: Im Ringen um eine allgemeine Impfpflicht hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eine sorgfältige Debatte angemahnt. "Eine solch außerordentliche Maßnahme stellt unseren Staat auch in eine außerordentliche Pflicht vor seinen Bürgerinnen und Bürgern. Kurz gesagt: Impfpflicht bedeutet Debattenpflicht", sagte Steinmeier am Mittwoch in Berlin in einer Diskussionsrunde über das Für und Wider einer Impfpflicht.

An die Begründung einer solchen außerordentlichen Maßnahme müsse man besonders hohe Ansprüche stellen. Dies gelte umso mehr, da Bund und Länder eine Impfpflicht lange Zeit explizit ausgeschlossen hätten. "Umso deutlicher müssen doch jetzt die Argumente für die Notwendigkeit einer Impfpflicht im öffentlichen Raum diskutiert werden." Steinmeier betonte: "Eine allgemeine Impfpflicht ist für Bundestag und Bundesregierung gewiss kein gesetzgeberischer Alltag, und genauso darf auch der Prozess der Debatte, der Abwägung und Begründung nicht alltäglich sein."

Nur halb so viele Krankenhauseinweisungen durch Omikron

12.06 Kalifornische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler und Forschende von der US-Gesundheitsbehörde CDC haben eine neue, noch ungeprüfte Studie veröffentlicht, die nahelegt: Im Vergleich zur Delta-Variante führt Omikron zu weniger schweren Erkrankungen und damit zu einer deutlich geringeren Zahl an Krankenhauseinweisungen. Die Ergebnisse der Untersuchung decken sich mit früheren Studien aus Südafrika, Großbritannien oder Dänemark.

Ausgewertet wurden die Daten aus elektronischen Gesundheitsakten von knapp 70.000 Menschen, die zwischen dem 30. November und dem 1. Januar positiv auf das Coronavirus getestet wurden. In rund drei Viertel der Proben wurde die Omikron-Variante nachgewiesen, die übrigen Infektionen wurden durch die Delta-Variante verursacht.

Im Vergleich zu Delta waren Omikron-Infektionen nur halb so häufig mit einem Krankenhausaufenthalt verbunden: Hospitalisiert wurden der Untersuchung zufolge 235 von 52.297 Omikron-Fällen und 222 von 16.982 Menschen, die sich mit der Delta-Variante infiziert hatten. Das ergibt eine Hospitalisierungsrate von 0,5 Prozent für Omikron und 1,3 Prozent für Delta.

Rund 500 Ex-Lehrer wollen in englischen Schulen helfen

11.59 Uhr: In England haben sich rund 500 frühere Lehrerinnen und Lehrer aus dem Ruhestand gemeldet, um angesichts der Personalausfälle durch die Omikron-Welle in Schulen auszuhelfen. Das geht aus vorläufigen Zahlen hervor, die das britische Bildungsministerium herausgegeben hat. Bildungsminister Nadhim Zahawi hatte Lehrkräfte im Ruhestand dazu aufgerufen, sich als temporäre Aushilfen zu melden, da die aktuelle Corona-Welle für massive Ausfälle in vielen kritischen Branchen sorgt. Zu Schulbeginn nach den Weihnachtsferien war dem Bildungsministerium zufolge rund eine von zwölf Lehrkräften in England krankgeschrieben, das entspricht rund 44.000 Beschäftigten.

Der Schulleiterverband Association of School and College Leaders begrüßte die Bereitschaft der Ex-Lehrerinnen und -Lehrer. Der Generalsekretär des Verbands, Geoff Barton, nannte die Unterstützung aber auch "einen Tropfen auf den heißen Stein", weil sie das Problem nicht lösen werde. Die Regierung müsse mehr Ressourcen und Mühe in die Sicherheit von Schulen stecken - etwa durch eine bessere Belüftung von Klassenräumen und mehr Testkapazitäten. Die in England weitgehend ungebremste Omikron-Welle hat für Rekordwerte bei den Neuinfektionen gesorgt.

Steinmeier wirbt für Debatte über Impfpflicht

11.16 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat für eine respektvolle Debatte über die Impfpflicht geworben. Der Ausnahmezustand der Pandemie erhöhe zwar den Druck auf staatliches Handeln, aber er ersetze nicht die Notwendigkeit, Argumente zu wägen und Interessen auszugleichen, sagte Steinmeier in Berlin.

"Im Gegenteil: Gerade weil wir über eine solch einschneidende Maßnahme sprechen, müssen wir an ihre Begründung besonders hohe Ansprüche stellen", so der Bundespräsident. "Und erst recht deshalb, weil eine Impfpflicht über lange Zeit von Verantwortlichen in Bund und Ländern explizit ausgeschlossen wurde." Steinmeier äußerte sich bei einer Diskussionsrunde mit Bürgerinnen und Bürgern über die Impfpflicht.

Steinmeier betonte, er werde sich in der Runde nicht positionieren. Das gebiete schon der Respekt vor dem politischen Prozess, der in den kommenden Wochen zur parlamentarischen Entscheidung über ein Gesetz führen solle, so der Bundespräsident. Er betonte, eine allgemeine Impfpflicht sei für Bundestag und Bundesregierung "gewiss kein gesetzgeberischer Alltag, und genauso darf auch der Prozess der Debatte, der Abwägung und Begründung nicht alltäglich sein".

Eine "solch außerordentliche Maßnahme stellt unseren Staat auch in eine außerordentliche Pflicht vor seinen Bürgerinnen und Bürgern". Deshalb bedeute Impfpflicht eine Debattenpflicht. Wenn einige Menschen derzeit von einer "Corona-Diktatur" sprächen, sei das "bösartiger Unfug", meinte er weiter.

Stiko-Chef hält Impfungen trotz neuer Medikamente für "dringend notwendig"

10.28 Uhr: Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält auch nach Zulassung von neuen Covid-Medikamenten Impfungen weiter für nötig. "Medikamente zur Behandlung und Impfung zur Prophylaxe sind voneinander unabhängig dringend notwendig und wichtig", betonte er im Interview mit der "Schwäbischen Zeitung". Die Bundesregierung hat beim US-Pharmakonzern Pfizer eine Million Packungen des Covid-Medikaments Paxlovid bestellt. Mertens ist zuversichtlich, dass weitere Corona-Medikamente folgen werden.

Dem Stiko-Chef zufolge müssten Ärzte bei dem neuen Medikament aber unbedingt darauf achten, dass ein Patient keine anderen Arzneimittel einnimmt, bei denen durch den Wirkstoff Ritonavir unerwünschte Nebenwirkungen auftreten könnten.

Die EU-Arzneimittelbehörde Ema prüft die Marktzulassung des Medikaments gegen Covid-19 des Herstellers Pfizer. Der US-Pharmakonzern habe den entsprechenden Zulassungsantrag gestellt, teilte die Ema am Montag in Amsterdam mit. Das Medikament Paxlovid soll bei Patienten ab zwölf Jahren eine schwere Erkrankung nach einer Coronainfektion verhindern.

Neue Maßnahmen in Schweden in Kraft

10.25 Uhr: In Schweden gelten seit heute verschärfte Corona-Maßnahmen. Kneipen und Restaurants mit Ausschankgenehmigung müssen von nun an spätestens um 23.00 Uhr schließen. Gruppen dürfen dort jetzt maximal acht Personen groß sein, sie dürfen zudem nur am Tisch bedient werden.

Erwachsene sind ausdrücklich dazu aufgerufen, ihre nahen Kontakte in Innenräumen zu begrenzen – das bedeutet, dass man größere Zusammenkünfte und Feiern vermeiden soll. Unter anderem für öffentliche Veranstaltungen in Innenräumen gibt es nun Teilnehmerobergrenzen. All das gilt bis auf Weiteres und soll alle 14 Tage auf den Prüfstand kommen.

Mann bedroht Mitarbeiter von Amt wegen 3G mit Pistole

7.56 Uhr: In Weimar hat ein Mann einen Mitarbeiter des Thüringer Landesverwaltungsamtes mit einer Pistole bedroht – Grund soll Unmut über die 3G-Regel in der Corona-Pandemie gewesen sein. Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, wurde bei dem Vorfall am Dienstagnachmittag am Eingang des Gebäudes niemand verletzt. Demnach arbeitet der Mann selbst im Landesverwaltungsamt, wollte etwas abholen und beschwerte sich über die 3G-Regelung, wonach nur Geimpfte, Genesene und negativ Getestete Zutritt haben.

achdem der 60-Jährige wegen eines fehlenden 3G-Nachweises vorerst nicht reingelassen wurde, drohte er laut Polizei dem anderen Mann mit der Pistole und damit, mit einem Sturmgewehr wiederzukommen. Daraufhin ließ ihn der Mitarbeiter rein – und rief die Polizei.

Noch am selben Tag fand die Polizei weitere Waffen in der Wohnung des 60-Jährigen und stellte diese sicher. Der Mann hat eine Erlaubnis zum Besitz dieser Waffen. Nachdem er vorläufig festgenommen worden war, wurde er auf Weisung der Staatsanwaltschaft wieder auf freien Fuß gesetzt. Es wurde Anzeige wegen Bedrohung erstattet.

Omikron wird laut dem US-Experten Fauci fast jeden treffen

7.09 Uhr: Die extrem ansteckende Omikron-Variante des Coronavirus wird nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci früher oder später fast alle Menschen treffen. "Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast Jeden finden", sagte der Immunologe und Präsidentenberater. Auch Geimpfte würden infiziert werden, aber die meisten von ihnen würde es nicht so schwer erwischen, sie müssten also nicht in Krankenhaus oder würden nicht sterben, sagte Fauci.

Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, sagte Fauci. In den USA sind nur 208 Millionen Menschen, also knapp 63 Prozent der Bevölkerung, vollständig geimpft. Nur 76 Millionen Menschen haben bislang eine Auffrischungsimpfung bekommen.

Experte warnt vor Antigentests zum Freitesten

6.44 Uhr: In der Debatte um die Zuverlässigkeit von Antigentests warnt ein Experte vor falscher Sicherheit durch negative Testergebnisse. "Ein Freitesten nur mit Antigentest, das geht nicht", sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski, der Nachrichtenagentur dpa. Er bezog sich auf Pläne der Bundesregierung, ein vorzeitiges Freitesten aus der Quarantäne nicht nur mit PCR-Tests, sondern auch mit "hochwertigen" Antigentests zu ermöglichen.

Weil besonders bei geringerer Viruslast Antigentests, zu denen Selbst- und Schnelltests gehören, oft nicht anschlügen, sei das aber ein problematisches Signal, so Bobrowski. Die Viruslast falle speziell bei Omikron insbesondere bei Geimpften tendenziell recht rasch ab.

Der Unterschied bei der Zuverlässigkeit aller Antigentests sei speziell bei asymptomatischen Corona-Infektionen im Vergleich zum PCR-Test also "ganz erheblich", gab Bobrowski zu bedenken. Während die PCR-Tests nahezu immer korrekte Ergebnisse beim Nachweis von Corona-Infektionen auch mit geringer Viruslast lieferten, falle bei asymptomatischen Verläufen mit geringer Viruslast nur bei etwa der Hälfte der Infizierten der Antigentest korrekt positiv aus, so Bobrowski.

Montgomery kritisiert Langsamkeit der Politik bei Impfpflicht

6.08 Uhr: Weltärztebund-Vorsitzender Frank Ulrich Montgomery zeigt kein Verständnis dafür, dass die Impfpflicht auf sich warten lässt. In "RTL Direkt" sagte Montgomery: Die "Politik ist derzeit sehr langsam", bei der Umsetzung der MPK-Beschlüsse zur Quarantäne und auch bei der Impfpflicht: "Wenn ich höre, dass der Bundestag nicht zusammentreten kann, weil Karnevalswoche ist und dann keine Sitzung stattfindet, dann ist das ein Schlag ins Gesicht aller Ärzte und Krankenschwestern, die immer Bereitschaftsdienst machen, zu jeder Tag- und Nachtzeit. Das kann kein Argument sein, die sollen jetzt Mal zu Potte kommen!"

Erstmals über 80.000 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages

5.36 Uhr: Die Zahl der binnen eines Tages ans Robert Koch-Institut übermittelten Corona-Neuinfektionen hat erstmals die Schwelle von 80.000 Fällen überschritten. Die Gesundheitsämter meldeten nach RKI-Angaben von Mittwochmorgen 80.430 Fälle in 24 Stunden.

Vor genau einer Woche waren es 58.912 erfasste Neuinfektionen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte. Die Sieben-Tage Inzidenz gab das RKI mit 407,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 387,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 258,6 (Vormonat: 390,9).

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 384 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 346 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7 661 811 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100 000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Dienstag mit 3,34 an (Montag mit 3,37). Die Zahl der Genesenen gab das RKI am Mittwochmorgen mit 6 836 600 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 114 735.

DGB zur Belastung im Homeoffice

5.30 Uhr: Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die Bundesregierung, weil diese in ihrem Koalitionsvertrag nicht auf die Belastung der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen im Homeoffice eingehe. "Fast zwei Jahre Pandemie und improvisiertes Arbeiten im Homeoffice hinterlassen Spuren bei den Beschäftigten", sagte DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel unserer Redaktion.

Einer neuen Umfrage der Techniker Krankenkasse zufolge fühle sich jeder vierte von zehn Beschäftigten wegen der schlechten Büro-Ausstattung im Homeoffice belastet. Dieses Ergebnis sei wenig überraschend: "Die ergonomisch unzureichende Situation an Küchentischen, in Kinderzimmern und auf der Couch hat Folgen" so Piel. Bei gleichzeitiger Arbeitsverdichtung, Dauererreichbarkeit und Mehrfachbelastung sind Arbeit, Betreuungsaufgaben in der Familie und Isolation in den eigenen vier Wänden sei das eine erhebliche körperliche und psychische Belastung für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer.

"Umso enttäuschender, dass der Ampel-Koalitionsvertrag keine echten Lösungen bietet. Weder wird Homeoffice in den Geltungsbereich der Arbeitsstättenverordnung aufgenommen, noch führt die neue Bundesregierung eine Anti-Stress-Verordnung ein, um zunehmende psychische Belastungen im Job zu bekämpfen", sagte Piel unserer Redaktion. Beides sei längst überfällig.

Patientenschützer fordern Angebote für vierte Impfung

3.17 Uhr: Patientenschützer fordern eine Ausweitung des Impfangebots auf eine vierte Dosis: "Jeder sollte die Möglichkeit erhalten, bis zum Sommer ein viertes Impfangebot mit den aktuell verfügbaren Wirkstoffen in Anspruch nehmen zu dürfen", sagte Eugen Brysch, Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, unserer Redaktion. Dies könne gerade für besonders gefährdete Gruppen hilfreich sein. Zudem müsse die Einführung eines an die Virusvarianten angepassten Corona-Impfstoffes vorbereitet werden: "Hierfür muss der Bundestag spätestens im Juni die Verteilung priorisiert haben." Hochbetagte, Pflegebedürftige und Schwerstkranke dürften hier nicht die Verlierer sein.

Christian Karagiannidis, Intensivmediziner und Mitglied des Corona-Expertenrats der Bundesregierung, riet dagegen davon ab, jetzt schon eine vierte Impfung anzubieten: "Wir sollten uns mit der vierten Impfung noch etwas Zeit lassen", sagte er unserer Redaktion. Dreifach Geimpfte hätten einen guten Schutz vor Infektion gegen Omikron, vor einem schweren Verlauf ohnehin. "Bei den allermeisten besteht deswegen im Moment keine Notwendigkeit für einen erneuten Booster." In Einzelfällen aber könne es sinnvoll sein, Patienten eine vierte Dosis zu geben, so der Mediziner. Etwa dann, wenn jemand nach einer Transplantation oder durch eine Immunerkrankung auch nach drei Impfungen noch eine zu geringe Immunantwort habe. "Mit einer systematischen vierten Impfung sollten wir warten, bis ein angepasster Impfstoff da ist."

Umfrage Techniker Krankenkasse: Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich im Homeoffice belastet

2.32 Uhr: Vier von zehn Beschäftigten fühlen sich im Homeoffice wegen eines schlecht ausgestatteten Arbeitsplatzes belastet, jeder Fünfte davon sogar "häufig". Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse, die unserer Redaktion vorab vorliegt. Gerade ein improvisierter nicht ergonomischer Arbeitsplatz in der Küche oder auf dem Sofa könne zu Problemen führen. "Das kann langfristig auch Auswirkungen auf den Rücken und die Sitzhaltung haben. Auf Dauer ist das keine Lösung", sagte David Surges aus dem Gesundheitsmanagement der Techniker Krankenkasse zu den Umfrageergebnissen.

Zu einer korrekten Arbeitsplatzausstattung gehöre laut dem Gesundheitsexperten ein ausreichend großer Schreibtisch und ein höhenverstellbarer Stuhl. "Aber auch regelmäßige Bewegungseinheiten sind wichtig. Zum Beispiel sollte die Sitzhaltung regelmäßig variiert werden. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz rät, zwei bis viermal die Stunde", so Surges.

Corona-Hilfen: Mittelstand fordert Sondersitzung des Bundestags

1.59 Uhr: Der Mittelstand fordert von der Politik eine Sondersitzung des Bundestags, um über das weitere Verfahren von Beschränkungen und Hilfen für die Wirtschaft zu entscheiden. "Nach zwei Jahren Corona-Pandemie agiert die Politik in weiten Teilen unverändert konfus und konzeptionslos", sagte der Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), Markus Jerger, unserer Redaktion. Unternehmen bräuchten Planungssicherheit.

"Deshalb muss endlich über die Parteigrenzen hinweg Klarheit über das weitere Verfahren hergestellt werden. Das schließt eine kurzfristig anberaumte Sondersitzung des Bundestags ausdrücklich mit ein", sagte Jerger. Es sei nicht die Zeit für parteipolitisch motivierte Schaukämpfe. "Der Mittelstand erwartet, dass die zum Teil chaotischen organisatorischen Zustände schnellstens beendet werden. Corona-Hilfen müssen unbürokratisch gezahlt und nicht unbedacht wieder infrage gestellt werden", sagte Jerger.

Außenhandelsverband warnt vor massiven Störungen der Lieferketten durch Omikron

1.01 Uhr: Der Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA) warnt angesichts der steigenden Infektionszahlen durch die Omikron-Welle vor massiven Störungen der Lieferketten. "Es droht kein Zusammenbruch, aber eine massive Störung der Lieferketten - zumindest temporär", sagte BGA-Präsident Dirk Jandura unserer Redaktion. Werde Omikron einen eher milderen Verlauf nach sich ziehen, sei ein lang anhaltender Zusammenbruch der Lieferketten zwar eher unwahrscheinlich.

Dennoch warnte der BGA-Präsident: "Da Omikron sich aber deutlich schneller weltweit verbreitet, kann es im schlimmsten Fall schon zu weitreichenden Unterbrechungen im globalen Liefernetzwerk kommen." Viele Großhändler hätten ihre Lieferketten mittlerweile flexibilisiert, um auf Störungen besser vorbereitet zu sein. "Aber: Gegen eine weltweit zuschlagende Pandemie kann man sich nach wie vor nicht völlig absichern", sagte Jandura. Würde etwa ein Viertel der Beschäftigten in der Logistik erkranken oder sich in Quarantäne befinden, könne das niemand auffangen. Auch die Politik könne die Wirtschaft vor gestörten Lieferketten nicht schützen. "Das muss der Markt schon alleine regeln, auch wenn das weh tut", sagte Jandura. Es brauche aber weiterhin unbürokratische Hilfe sowie Entlastung durch niedrigere Strom- und Energiepreise.

Hier startet ein neuer Corona-Blog. Alle Corona-News von Dienstag, 11. Januar 2022, finden Sie hier.

(fmg/dpa/afp/epd)

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