Pandemie

Warum Großbritannien eine „Omikron-Flutwelle“ fürchtet

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Omikron: Das steckt hinter der Virus-Benennung

Omikron- Das steckt hinter der Virus-Benennung

Der neuen Virus-Variante B.1.1.529 wurde nun der griechische Buchstabe Omikron zugewiesen. Darum hat die Corona-Variante diesen Namen bekommen.

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London.  Corona-Variante fordert erstes Todesopfer auf der Insel. Premier Johnson setzt auf Boostern. Die Experten warnen: Das reicht nicht.

Am Sonntagabend hat sich Boris Johnson mit alarmierenden Worten an die Nation gewandt: „Eine Omi­kron-Flutwelle kommt auf uns zu“, sagte der Premierminister in einer Fernsehansprache. Kurz zuvor war die Corona-Alarmstufe von 3 auf 4 angehoben worden, was bedeutet, dass sich die Pandemie rasant ausbreitet und der Gesundheitsdienst Gefahr läuft, überlastet zu werden.

Obendrein wurde am Montag ein erster Omikron-Todesfall gemeldet. „Wir stehen vor einem Notstand“, sagte Johnson. Die Corona-Fallzahlen sind in den vergangenen Tagen deutlich angestiegen. Am Freitag wurden mehr als 58.000 Neuinfektionen gemeldet, das ist die höchste Zahl seit Januar. Bislang sind in Großbritannien rund 3000 Omikron-Fälle registriert worden.

In London gehen etwa 40 Prozent aller Corona-Fälle auf Omikron zurück

Gesundheitsminister Sajid Javid sagte am Montagmorgen, dass bereits geschätzte 40 Prozent aller Corona-Fälle in London auf das Konto von Omikron gehen. Laut Gesundheitsexperten verdoppelt sich die Zahl der Omi­kron-Fälle alle zwei bis drei Tage. Lesen Sie auch: Corona-Variante: Wie gefährlich ist Omikron für Kinder?

Derzeit liegen zehn Omikron-Patienten in britischen Krankenhäusern; am Montag bestätigte die Regierung, dass eine Person gestorben ist. Ob die Krankheitsverläufe bei Omikron in der Regel milder sind als bei Delta, ist derzeit noch unklar.

Bereits jetzt sind die Krankenhäuser nah an der Belastungsgrenze. „Das macht uns Sorgen, denn wir stehen noch vor dem traditionellen Winter-Höhepunkt“, sagt Chris Hopson, Vorsitzender des Verbands der Gesundheitsanbieter.

Regierung verzichtet auf schärfere Maßnahmen

Entscheidend sei nun die dritte Booster-Impfung, sagte Boris Johnson. Entsprechend forciert nun die Regierung die Impfkampagne. Bis Ende des Jahres sollen sich alle Erwachsenen zum dritten Mal impfen lassen können. Das ist überaus ambitioniert, denn das wären rund 20 Millionen Menschen, also rund eine Million Dosen pro Tag.

Abgesehen von Maskenpflicht in Innenräumen und der Anweisung, im Homeoffice zu arbeiten, verzichtet die Regierung auf schärfere Maßnahmen. Auch interessant: Biontech & Moderna: Omikron-Ausbruch trotz Booster-Impfung

Wissenschaftler indes warnen, dass der Fokus auf die Impfkampa­gne zu kurz greifen könnte. Experten von der London School of Hygiene and Tropical Medicine haben kalkuliert, dass Omikron auch in einem optimistischen Szenario im neuen Jahr zu 2000 täglichen Hospitalisierungen führen könnte – und im schlimmsten Szenario würden bis im Frühjahr Zehntausende Todesopfer zu beklagen sein.