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Kanaren: Schweres Erdbeben auf La Palma - Behörden warnen

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Luftaufnahmen zeigen Lava-Delta vor La Palma

Luftaufnahmen zeigen Lava-Delta vor La Palma

Wissenschaftler des Marine-Instituts von Andalusien haben Luftaufnahmen von dem Delta veröffentlicht, dass sich vor der Kanareninsel La Palma durch den Lavastrom des Cumbre Vieja gebildet hat.

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Berlin/La Palma  Der Krater des Vulkans auf La Palma ist kollabiert. Nun hat ein starkes Erdbeben La Palma erschüttert. Behörden raten zur Vorsicht.

  • Seit fast zwei Wochen spuckt der Cumbre Vieja auf La Palma Lava und Asche
  • Die Insel kommt weiter nicht zur Ruhe, ein starkes Erdbeben erschütterte am Donnerstag die Gegend
  • Die Behörden richten eine deutliche Warnung an die Bevölkerung

Ein relativ starkes Erdbeben und ein neuer Lavastrom haben auf der Vulkaninsel La Palma für neue Unruhe gesorgt. Mit einer Stärke von 4,3 sei der am Donnerstag registrierte Erdstoß der heftigste seit dem Vulkanausbruch vor zweieinhalb Wochen auf der Kanareninsel gewesen, teilte das spanische Seismologische Institut mit.

Das Beben sei zwar von vielen der 85.000 Einwohner La Palmas gespürt worden, es habe aber in rund 35 Kilometer Tiefe stattgefunden und stelle deshalb keine große Gefahr auch bezüglich der Vulkanaktivität dar, meinten von Medien zitierte Experten. Schäden wurden vorerst nicht gemeldet.

Kanaren: Vulkanausbruch - Lavastrom auf La Palma verstärkt sich

Unterdessen entstand nach Mitteilung der Regionalbehörden ein Nebenstrom der Lava. Bisher verschonte Flächen seien dadurch in Mitleidenschaft gezogen worden, seien aber nicht sehr groß. Plantagenarbeiter und Wissenschaftler hätten allerdings in aller Eile in Sicherheit gebracht werden müssen, hieß es. Lesen Sie hier: Flughafen auf La Palma nach Vulkanausbruch gesperrt.

Inzwischen ist der Kegel des Vulkans auf der Kanareninsel teilweise eingestürzt. Seither hat sich der Lavastrom Richtung Meer verstärkt. Mittlerweile ist der Lavastrom 1250 Meter breit – 300 Meter breiter als am Sonntag, als der Krater teilweise zusammenfiel. Das mehr als 1000 Grad heiße Gestein fließe aber auf demselben Weg bergab wie bisher, berichtete der staatliche spanische TV-Sender RTVE am Montag. Weitere Evakuierungen seien deshalb zunächst nicht nötig geworden - circa 6000 Menschen mussten bisher ihre Häuser verlassen.

Involcan, das Kanarische Vulkanologische Institut, sprach derweil von "vulkanischen Bomben". Das seien Fußball-große Lavabrocken, die hunderte von Metern über die Insel und ins Meer geschleudert werden.

Vulkanausbruch: "Cumbre Vieja" seit über zwei Wochen aktiv

Seit rund zwei Wochen spuckt der Vulkan "Cumbre Vieja" Lava, Gestein und Asche. Erst am Samstag hat sich ein neuer Schlot aufgetan – die Vulkanaktivität sei deutlich "aggressiver" geworden, so die Behörden. Gleichzeitig kam es in der Nacht zu Montag zu einem weiteren Erdbeben auf der Kanareninsel. Insgesamt achtmal verzeichneten die Behörden seismische Aktivitäten von Stärken bis zu 3,5 auf der Richter-Skala.

Mittlerweile erreicht viel geschmolzenes Gestein das Meer, wo es beim Kontakt mit dem Wasser erstarrt. So ist eine bislang etwa 30 Hektar große Halbinsel entstanden – und die wächst immer weiter. Denn wann der Vulkan zur Ruhe kommt, können Experten noch nicht voraussagen, möglicherweise wird das noch Wochen dauern. Für Schiffe kann diese neue Landmasse an einigen Stellen Gefahr bedeuten, da die Wassertiefe schwer abzuschätzen ist.

Vulkanausbruch auf Kanaren: Behörden mit Aufruf

Die Behörden riefen Menschen in der Nähe des Vulkans auf, wegen des Ascheregens möglichst zuhause zu bleiben und im Freien eine FFP2-Maske und eine Schutzbrille zu tragen. Bei der Asche handelt es sich um kleine Splitter erkalteten Magmas, die der Vulkan in die Luft geschleudert hat und die auf der Haut wie feine Nadelstiche zu spüren sind, wie die Zeitung „La Vanguardia“ berichtete.

Die Lava hat seit dem Beginn des Ausbruchs mehr als 1000 Gebäude zerstört und große Schäden in der Landwirtschaft und an der Infrastruktur angerichtet. Mehr als 400 Hektar Land sind unter der Lava begraben worden. Verletzt wurde bislang niemand. (bef)

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