Hochwasser

Unwetter in China: Zwölf Tote - Hunderte in U-Bahn gefangen

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Rettungsaktion aus überflutetem U-Bahn-Tunnel in China

Rettungsaktion aus überflutetem U-Bahn-Tunnel in China

Nach heftigen Regenfällen sind im zentralchinesischen Zhengzhou zwölf Menschen in einer überfluteten U-Bahn ums Leben gekommen. Die Feuerwehr hilft Passagieren aus dem überfluteten Tunnel rauszukommen.

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Zhengzhou.  Schwere Unwetter haben in der chinesischen Stadt Zhengzhou für Hochwasser gesorgt. Zwölf Menschen starben in einer gefluteten U-Bahn.

Die Videos in den sozialen Medien sind erschreckend. Eine Frau trägt ihr Baby an reißenden Wassermassen vorbei durch einen Tunnel. Menschen stehen in einer gefluteten U-Bahn bis zu den Schultern im Wasser, halten sich an den Handschlaufen fest. Ganze Straßenzüge sind überschwemmt. Autos versinken im Wasser.

Schwere Unwetter mit Starkregen haben in der zentralchinesischen Metropole Zhengzhou für massive Hochwasser gesorgt. Bei den schwersten Regenfällen seit 60 Jahren starben zwölf Menschen, fünf weitere wurden verletzt. Nach Behördenangaben fiel innerhalb von drei Tagen so viel Regen über der Stadt wie normalerweise in einem ganzen Jahr.

Zhengzhou: Wasser flutet U-Bahn-Tunnel, Hunderte Menschen stecken fest

Besonders hart traf es die U-Bahn in Zhengzhou. Wie chinesische Staatsmedien und Augenzeugen in sozialen Medien berichteten, schlossen die Fluten dort Hunderte Menschen in Zügen und Tunneln ein. Laut örtlichen Medienberichten mussten Rettungskräfte das Dach einer Bahn aufschneiden, um die Insassen zu retten. Zwölf Menschen kamen in einer gefluteten U-Bahn ums Leben.

Nach Angaben der Provinzverwaltung mussten bis Mittwochmorgen fast 200.000 Bewohner von Zhengzhou evakuiert werden. Darunter befanden sich auch rund 600 schwer kranke Patienten aus einem Krankenhaus der Zhengzhou Universität, wo der Strom ausgefallen war. 36.000 Stadtbewohner seien direkt von den Überschwemmungen betroffen, so die Behörden.

China: Wasser- und Stromversorgung in Zhengzhou unterbrochen

Nach Angaben des Staatsfernsehens brach zudem am Mittwochmorgen der Damm des Guojiaju-Wasserreservoirs. Weitere Informationen gab es zunächst noch nicht. „Solche Regenfälle gibt es normalerweise nur einmal in 100 Jahren. Die Lage ist düster“, berichtete der Krisenstab von Zhengzhou laut „China Daily“.

In der Neun-Millionen-Metropole war die Wasser- und Stromversorgung vielerorts unterbrochen. Der Verkehr stand still, Busse steckten fest, das U-Bahnnetz wurde geschlossen. Am Bahnhof steckten Tausende Reisende fest. 270 Flüge wurden am Flughafen von Zhengzhou gestrichen.

Chinesischer Staatspräsident Xi Jinping spricht von einer „extrem ernsten“ Lage

Die örtlichen Behörden riefen für die Provinz Henan – deren Hauptstadt Zhengzhou ist – die höchste Alarmstufe aus. Staatspräsident Xi Jinping sprach von „extrem ernsten“ Lage. Verantwortlich für die starken Regenfälle in Henan ist der Taifun „In-Fa“, der auch in den Provinzen Zhejiang und Fujian Unwetter verursachte.

In Henan hatte es bereits seit der vergangenen Woche Starkregen gegeben. Wie die Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, überschritten die Wasserstände von Zuflüssen des Gelben Flusses und des Haihe-Flusses Alarmstufen. Die örtliche Landwirtschaft erlitt Schäden in Millionenhöhe.

Immer wieder Überschwemmungen in China in den Sommermonaten

Schwere Unwetter zogen auch über Südchina. In der Provinz Guangdong fegte der Taifun „Cempaka“ mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 110 Stundenkilometern bei der Stadt Yangjiang über das Land. Auch in der Inneren Mongolei im Norden Chinas gab es schwere Überschwemmungen. Der Wetterdienst warnte am Mittwoch erneut vor heftigen Regenfällen in vielen Provinzen.

In den Sommermonaten kommt es in China immer wieder zu Überschwemmungen, vor allem im Süden des Landes. Regelmäßig gibt es dabei Todesopfer und hohe wirtschaftliche Schäden. Experten befürchten, dass extreme Unwetter aufgrund des Klimawandels künftig immer häufiger auftreten würden. (kat/dpa/AFP)

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