Pandemie

Delta-Variante: So gefährlich und ansteckend ist die Mutante

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Sechs Fakten zur Delta-Mutation

Sechs Fakten zur Delta-Mutation

In Großbritannien steigen die Infektionszahlen wieder an und vor allem die indische Variante (Delta-Mutation) verbreitet sich rasant. Was es mit der Mutation auf sich hat, sehen Sie im Video.

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Berlin.  Großbritannien wird wegen der Delta-Variante wohl weiter im Lockdown bleiben. Lesen Sie hier alles Wichtige zur Corona-Mutation.

  • Die Delta-Variante des Coronavirus bereitet sich in Großbritannien stark aus
  • Die zunächst in Indien entdeckte Virus-Mutation kommt auch in Deutschland vor
  • Neue Daten aus Großbritannien zeigen, dass Delta wesentlich ansteckender als die Alpha-Variante ist
  • Was Sie über die Delta-Variante wissen müssen

Weltweit tauchen immer wieder neue Mutationen des Coronavirus auf. Dass sich ein Virus verändert, ist dabei ein normaler Vorgang, darauf weist auch das Robert Koch-Institut (RKI) hin. Viele Mutationen haben auf das Ansteckungsrisiko oder den Verlauf der Krankheit keinen Einfluss. Andere wiederum werden von der Weltgesundheitsorganisation als „besorgniserregend“ eingestuft. So auch die Delta-Variante.

Indische Mutante oder Delta-Variante – wo ist der Unterschied?

Die offizielle Bezeichnung der Delta-Mutante lautet B.1.617.2 – sie ist ein Unterstrang der Variante B.1.617, die zuerst in Indien entdeckt wurde. Die B.1.617 hat insgesamt drei Stränge und wird deswegen auch als Dreifach-Mutante bezeichnet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft jedoch nur den Delta-Strang als „besorgniserregend“ ein. Lesen auch: So dramatisch wütet Corona in Indien.

Ist die Delta-Variante ansteckender als andere Mutationen?

Das RKI schreibt dazu, dass bei dieser Variante „eine erhöhte Übertragbarkeit“ angenommen wird. Neuen Analysen zufolge ist Delta wesentlich ansteckender als die derzeit in Deutschland vorherrschende Alpha-Variante. In Großbritannien machen Ansteckungen mit der Delta-Variante derzeit neun von zehn Corona-Infektionen aus. Ob die Delta-Variante allerdings zu einer höheren Todesrate führt, ist Experten zufolge noch unklar.

Das Risiko, die Menschen im eigenen Haushalt anzustecken, sei bei Delta schätzungsweise 60 Prozent höher als bei Alpha, teilte die englische Gesundheitsbehörde Public Health England am Freitag mit. Außerdem soll sich Delta stärker als andere Varianten der Schutzwirkung der Impfstoffe entziehen können - das gelte vor allem nach nur einer Impfdosis. Vollständig Geimpfte seien jedoch sehr gut vor der Delta-Variante geschützt.

Die Delta-Variante ließ die lange Zeit sehr niedrige Sieben-Tage-Inzidenz auf zuletzt knapp 52 ansteigen und könnte die geplanten weiteren Corona-Lockerungen gefährden. Wie britische Medien berichten, hält Premierminister Boris Johnson eine Verschiebung des Lockdown-Endes inzwischen für notwendig. Das Land sollte eigentlich am 21. Juni alle Einschränkungen beenden. Nun könnte dies erst am 19. Juli der Fall sein.

Die Bundesregierung hat Großbritannien wegen der Mutante wieder als Virusvariantengebiet mit extrem strengen Einreise- und Quarantäneregeln eingestuft.

Verursacht die Delta-Variante einen schwereren Krankheitsverlauf?

Die britische Gesundheitsbehörde Public Health England warnt, dass die Delta-Mutante auch das Risiko der Hospitalisierung erhöht. „Obwohl nur wenige Patienten im Krankenhaus enden, sind es proportional doppelt so viele Delta- wie Alpha-Fälle“, sagte der Immunologe Adam Finn von der Universität Bristol bei einer Pressekonferenz.

Wirken die Impfungen gegen die Delta-Mutante?

Eine Studie, die im Fachblatt „The Lancet“ als Kurzbericht veröffentlicht wurde, kommt außerdem zu dem Ergebnis, dass einmal Geimpfte keinen besonders guten Schutz gegen eine Infektion mit der Delta-Variante haben.

Wissenschaftler des Francis Crick Institute und dem University College London Hospital hatten für die Studie 250 Menschen untersucht, die eine beziehungsweise zwei Impfungen gegen das Coronavirus erhalten hatten und deren Schutz vor der Delta-Mutante analysiert. Nach dem Ergebnis der Untersuchung gibt es für Menschen, die nur einmal geimpft sind, durchaus eine Gefahr, sich mit der Delta-Variante zu infizieren. Für vollständig Geimpfte sieht die Gefahr, sich mit der Delta-Variante zu infizieren, hingegen anders aus.

Wie stark verbreitet ist die Delta-Variante in Deutschland?

Während die Delta-Variante in Großbritannien schon als vorherrschend gilt, wurden in Deutschland bisher nur wenige Fälle registriert. Nach Angaben des RKI liegt der Anteil der Delta-Mutante in Deutschland aktuell bei 2,5 Prozent. Es dominiert mit rund 94 Prozent die Alpha-Variante.

Die weiteren als besorgniserregend eingestuften Varianten Beta (B.1.351) und Gamma (P.1.) wurden in noch geringerer Zahl gefunden: 0,4 Prozent der sequenzierten Virengenome lassen sich Beta zuordnen, während Gamma lediglich 0,1 Prozent ausmachen.

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Warum werden die verschiedenen Mutanten nicht mehr nach den Ländern benannt?

Die besorgniserregenden Varianten werden nun nach Buchstaben des griechischen Alphabets benannt. Die neutralen Namen sollen verhindern, dass die Corona-Mutanten nach den Ländern der Entdeckung benannt werden. „Das ist stigmatisierend und diskriminierend“, hatte die Weltgesundheitsorganisation erklärt.

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