Neuester Verschwörungsmythos: "Würmer" in Masken und Tests?

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Corona-Selbsttest anwenden: So geht’s!

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Neben regelmäßigen Antigen-Schnelltests für Schulen und andere öffentliche Einrichtungen sind jetzt auch Selbsttests für Zuhause zugelassen. So werden sie richtig angewandt.

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Berlin  In sozialen Netwerken kursieren Videos, die zeigen sollen, dass es in Corona-Tests und Masken Parasiten gäbe. Das ist die Erklärung.

  • Auf Facebook und in anderen sozialen Netzwerken kursiert der Verschwörungsmythos, dass Schutzmasken und Corona-Tests mit schwarzen Würmern kontaminiert sind
  • Die Parasiten, sogenannte Morgellonen, sollen sich unter der Haut einnisten
  • Das ist die Erklärung der abstrusen Geschichte

In dem Facebook-Video ist zu sehen, wie eine Frau eine FFP2-Maske aus der Verpackung nimmt. Dann ganz nah an den Stoff heranzoomt. Plötzlich wird ein feiner, schwarzer Faden sichtbar. Schwere Atemgeräusche sind zu hören.

Nun sieht es aus, als würde sich der Faden bewegen. "In den Masken sind kleine schwarze Würmer", sagt jemand. Dann bricht die Aufnahme ab. Viele Videos wie dieses kursieren gerade in den sozialen Netzwerken.

Masken und Antigen-Schnelltests gelten als wichtige Waffen im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus. Doch jetzt sorgt ein neuer Mythos in den sozialen Netzwerken für Wirbel: Sind die Tests und auch Masken etwa verunreinigt oder gar verseucht? Unter Verschwörungserzählern erlebt gerade ein ungewöhnlicher Begriff seinen Höhenflug: Sogenannte Morgellonen.

Es wird behauptet, dass über Corona-Teststäbchen und Atemmasken parasitäre Morgellons in den Körper eindringen könnten. Das ist falsch.

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Parasiten in Corona-Tests und Masken: Das steckt dahinter

Es soll jucken und kribbeln, berichten die Betroffenen, die über Morgellonen klagen. Dabei soll es sich angeblich um kleine Lebewesen handeln, die sich unter der Haut einnisten. Mediziner tun das Phänomen oft als Wahnvorstellung ab - als eine Variante des sogenannten Dermatozoenwahns, bei dem sich die Patienten einbilden, ihre Haut sei von Parasiten befallen. Begünstigt wird der Irrglaube beispielsweise durch Kokain- und Amphetaminmissbrauch, aber auch durch Hirnverletzungen und Erkrankungen des zentralen Nervensystems.

Wer über Morgellonen klagt, liefert oft selbst das vermeintliche Beweismaterial - und verbreitet es dann. Durch Drücken und Kratzen kommen auf der Haut der Betroffenen Gebilde hervor, die unter dem Mikroskop wie kleine Lebewesen aussehen. Manchmal bewegen sie sich sogar - scheinbar aus eigener Kraft.

Dieser Trugschluss ist leicht zu erklären, sagt Kriminalbiologe Mark Benecke. In seinem Labor hat er schon unzählige Proben untersucht von Menschen, die Morgellonen unter ihrer Haut gefunden haben wollen.

Unter seinem Mikroskop sieht er in der Regel lediglich eine Mischung aus Textilfasern, kleinen Pflanzenteilen, Dreck, Staub und Hautschuppen - die durch Drücken und Kratzen zusammengerollt wurden. Dass ein ungeschultes Auge hier ein Lebewesen erkennt, findet Benecke nachvollziehbar: "Die verdrillte Faser kann auch schon mal ähnlich aussehen wie beispielsweise winzige Muskeln", sagt er der Deutschen Presse-Agentur.

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Wurmartige Gebilde sind höchstwahrscheinlich Textilfasern

Auch dass sich die wurmartigen Gebilde manchmal scheinbar von alleine bewegen, kann Benecke erklären. Das passiert in der Regel dann, wenn man nah rangeht an das untersuchte Objekt: "Wenn man auf die Fasern draufhaucht, nehmen sie die Feuchtigkeit und Wärme aus der Atemluft auf und bewegen sich dann. Auch elektrostatische Anziehungskräfte können für diesen Effekt sorgen." Letzteres kann nachempfinden, wer einen Luftballon an seinen Haaren reibt.

Aktuell legt eine ganze Reihe von Menschen FFP2-Masken oder Corona-Teststäbchen unters heimische Mikroskop - um herauszufinden, ob sie "befallen" sind. Sie haben offenbar selbst in sozialen Medien Videos und Bilder gesehen von Nutzern, die Morgellonen entdeckt haben wollen.

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Und: Wer suchet, der findet: In den Clips sind teils scheinbar krabbelnde, wurmartige Gebilde sogar unter der Verpackungsfolie von FFP2-Masken zu erkennen.

Höchstwahrscheinlich handelt es sich auch dabei um Textilfasern, die bei der Produktion bereits in die Packung gelangt sind, sagt Benecke. Masken wie Teststäbchen werden nämlich nicht in steriler Umgebung hergestellt. Und selbst bei der Sterilisation werden zwar etliche Keime abgetötet, aber keine ungewollten Textilfasern beseitigt.

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Wer unsicher ist, kann Probe untersuchen lassen

Was auf den Videos und Bildern über Masken und Teststäbchen zappelt, sind also ziemlich sicher keine Parasiten. Auch keine "Nano-Roboter", die uns heimlich implantiert werden sollen, wie in noch abstruseren Verschwörungsmythen vermutet wird.

Wer dennoch glaubt, auf seiner Maske oder auf seinem Teststäbchen etwas Ungewöhnliches gefunden zu haben, kann eine Probe im Labor untersuchen lassen. Einfach das vermeintliche Lebewesen mit einem durchsichtigen Klebeband auf einer Klarsichtfolie sichern, die Fundstelle einkreisen und per Post verschicken.

Bis zur Bestätigung aus dem Labor sollte man seine These vielleicht noch zurückhalten - zumindest, wenn man keine Falschinformationen sowie Angst und Schrecken verbreiten möchte. (bef/dpa)

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