Corona: Häftlinge in Texas stapeln Leichen in Kühllastern

El Paso.  In El Paso im US-Bundesstaat Texas ist die Corona-Lage besonders dramatisch. Nun müssen Häftlinge aushelfen und Leichen wegtragen.

Trotz Sperrstunden und Versammlungsverbote: Corona-Zahlen in den USA steigen

Die zweite Welle der Pandemie hat auch die USA voll erfasst. In dem Land mit den absolut gesehen höchsten Infektionszahlen der Welt werden bei steigender Tendenz täglich mehr als 100.000 neue Fälle erfasst. Viele Menschen sind wütend.

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Die Corona-Infektionslage in den USA verschärft sich weiter. Am Freitag hat es mit rund 185.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden einen neuen Rekord gegeben. Auch die Zahl der Toten steigt weiter rasant. Besonders schlimm trifft es den US-Bundesstaat Texas . Hier starben inzwischen 20.000 an Covid-19 erkrankte Menschen.

Dramatisch ist die Situation vor allem in der texanischen Stadt El Paso. „Wir sind überlastet“, sagte Bezirksrichter Ricardo Samaniego dem US-Sender „CNN“ , „Ärzte und Pfleger sind total erschöpft.“ Der Corona-Hotspot El Paso meldet täglich Hunderte neue Fälle, zuletzt mehrmals mehr als Tausend.

Die Intensivstationen in El Pasos Krankenhäuser sind voll. Wie die „Deutsche Welle“ berichtet, werden Flure geräumt und mit Intensivbetten ausgestattet und Zelte auf Klinik-Parkplätzen eingerichtet. Nach Aussage des Sprechers des Universitätsklinikums gebe es 241 Corona-Patienten in dem Haus. Vor eineinhalb Monaten seien es noch 30 gewesen.

El Paso: Mitarbeiter überlastet – zu viele Corona-Tote

Mit der Zahl der Erkrankten steigt auch die der Toten. Aber auch die Bestattungshäuser sind überlastet, Leichenschauhäuser überfüllt. Die Behörden in El Paso greifen daher nun zu ungewöhnlichen Mitteln: Häftlinge helfen beim Transport von Leichen.

Auf Bildern ist zu sehen, wie Gefängnisinsassen (alles sogenannte „Low Level Straftäter“) – in gestreiften Gefängnisuniformen und Schutzkleidung – Leichen in Kühllastwagen verladen und aufeinanderstapeln. „CNN“ berichtet, die Häftlinge hätten sich freiwillig gemeldet, würden von zwei Beamten beaufsichtigt und erhielten zwei Dollar pro Stunde.

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Ein Gericht verhinderte unterdessen striktere Corona-Maßnahmen rund um El Paso, weil sie den Anordnungen des Gouverneurs Greg Abbott widersprächen. Er hatte, nachdem die Zahlen im Sommer zurückgegangen waren, die Corona-Regeln gelockert. Im El Paso County hatte Richter Ricardo Samaniego angesichts schnell steigender Infektionszahlen die Verlängerung eines Lockdowns verfügt. Behörden des Bundesstaates und mehrere örtliche Restaurantbesitzer klagten dagegen.

Das Berufungsgericht urteilte zu ihren Gunsten: Es sei Sache des Gouverneurs, solche Entscheidungen zu treffen. Der texanische Justizminister Ken Paxton begrüßte das Urteil und nannte Richter Samaniego einen „Tyrannen“. (jb)

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