Corona-Newsblog

Neue Quarantäne-Regeln für Reisende aus Risikogebieten

Berlin.  Reisende aus Risikogebieten müssen sich ab Mitte Oktober auf neue Quarantäne-Regeln einstellen. Alle Nachrichten im Corona-Newsblog.

EU warnt vor Wiederholung von Corona-Situation wie im Frühjahr

Die EU-Kommission hat die Mitgliedstaaten eindringlich zu entschiedenem Handeln gegen die Ausbreitung der Corona-Pandemie aufgerufen.

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  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen plädiert
  • Ab dem 15. Oktober sollen in den Bundesländern neue Quarantäne-Regeln für Einreisende eingeführt werden
  • Berliner Forscher melden die Entdeckung „hochwirksamer“ Antikörper gegen Corona
  • Mit Heiko Maas und Peter Altmaier befinden sich zwei Bundesminister in Corona-Quarantäne
  • Deutschlands Amtsärzte schätzen die Wirksamkeit der Corona-Warn-App bei der nationalen Pandemie-Bekämpfung als äußerst gering ein
  • Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern zu Risikogebieten erklärt – darunter auch Kopenhagen, Lissabon und Dublin
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge mehr als 279.700 registrierte Corona-Infektionen und mehr als 9430 Todesfälle
  • Weltweit wurden rund 31,9 Millionen Corona-Infektionen registriert, mehr als 977.400 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19

Nachdem sich Bundesaußenminister Heiko Maas vorsorglich in Quarantäne begeben hatte, weil sich einer seiner Personenschützer mit dem Coronavirus infiziert hat, ist nun auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier in häuslicher Isolation. „Heute Nachmittag erfuhr ich, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet wurde“, teilte der CDU-Politiker auf Twitter mit.

Die Bundesregierung hat diverse weitere Regionen wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter fallen auch die dänische Hauptstadt Kopenhagen, die Region Dublin in Irland, die Provinz Utrecht in den Niederlanden und die Region Lissabon in Portugal.

In mehreren Bundesländern sind derweil Verschärfungen der Corona-Regeln im Gespräch. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in der Diskussion gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen.

Corona-News-Ticker: 2143 neue Corona-Infektionen in Deutschland

Laut Robert Koch-Institut (RKI) haben die Gesundheitsämter in Deutschland innerhalb eines Tages 2143 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das RKI am Donnerstag bekannt. Am Samstag waren 2297 Neuinfektionen gemeldet worden – der höchste Wert seit Ende April. Alle aktuellen RKI-Fallzahlen für Deutschland lesen Sie hier : Aktuelle RKI-Fallzahlen und Corona-Reproduktionszahl

Donnerstag, 24. September: Spahn spricht sich gegen bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen aus

21.31 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich gegen eine bundesweite Maskenpflicht auf öffentlichen Plätzen ausgesprochen. „Aus meiner Sicht macht es Sinn, dass das tatsächlich lokal, regional, nach dem Infektionsgeschehen auch passiert“, sagte der CDU-Politiker am Donnerstagabend in den ARD-„Tagesthemen“. Es komme immer darauf an, was die Quelle für erhöhte Infektionszahlen sei.

„Wir haben ja gewusst, dass mit den Lockerungen, die es gegeben hat über die letzten Wochen und Monate, es auch wieder zu steigenden Infektionszahlen kommen kann“, so Spahn. „Wichtig ist, wir sehen ja jetzt vor allem, wo sie passieren. Sie passieren nicht im Einzelhandel, nicht vor allem in Kitas und Schulen, sondern eben vor allem beim Feiern.“ Deswegen sei es richtig, dass die Städte und Regionen, wo die Infektionszahlen besonders stark gestiegen seien, lokal Maßnahmen ergriffen hätten.

Apotheken in Sachsen dürfen Antikörpertest verkaufen

20.42 Uhr: Mit 6634 neuen registrierten Fällen von Corona-Infektionen hat Großbritannien den höchsten Stand innerhalb eines Tages seit Beginn der Pandemie erreicht. Das teilte die zuständige Regierungsbehörde am Donnerstag mit. Allerdings wurde im Frühjahr noch deutlich weniger getestet – das heißt, mehr Fälle blieben unentdeckt.

40 weitere Menschen starben an oder mit einer Coronavirus-Infektion. Mit mehr als 40.000 Toten ist das Vereinigte Königreich in absoluten Zahlen das am schwersten von der Pandemie getroffene Land in Europa. Angesichts der stark steigenden Zahlen gelten auch wieder schärfere Schutzmaßnahmen: Pubs und Restaurants müssen in England um 22 Uhr schließen. Zudem wurde die Maskenpflicht auf Taxis und weitere Geschäfte ausgeweitet.

Apotheken in Sachsen dürfen Antikörpertest verkaufen

18.10 Uhr: Die Apotheken in Sachsen dürfen ab sofort einen Corona-Antikörpertest verkaufen. Das teilte das Gesundheitsministerium Sachsen nach Erteilung der Erlaubnis mit. Die Apotheken könnten niederschwellig beraten und aufklären, sagte Gesundheitsministerium Petra Köpping (SPD). Dabei müsse allerdings klar sein, dass „von einer Immunität bei positivem Testergebnis bezüglich des Vorhandenseins von Antikörpern nicht ausgegangen werden darf“.

Der Test trägt den Namen „AProof“ und wurde von der Universität Leipzig in Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Adversis entwickelt. Anfang September hatte der sächsische Apothekerverband vor der Herausgabe des Tests an Laien gewarnt.

Quarantäne bei Einreisen wird ab dem 15. Oktober neu geregelt

16.53 Uhr: Die Bundesländer sollen für den 15. Oktober neue Quarantäne-Regeln beschließen. Zu diesem Stichtag soll auch die Einführung einer digitalen Anmeldung für nach Deutschland einreisende Menschen stattfinden. Die Online-Anmeldung soll nur für Einreisende aus Corona-Risikogebieten verpflichtend sein.

Die neue Teststrategie für Einreisende „wird auf der Basis einer neuen Rechtsgrundlage eingeführt“, sagte der Sprecher des Bundesinnenministeriums, Steve Alter, der Deutschen Presse-Agentur. Daher würden Innen- und Gesundheitsministerium an einer neuen Musterquarantäneverordnung arbeiten. Diese müsse dann von den einzelnen Bundesländern in eigener Verantwortung in Kraft gesetzt werden. „Die digitale Einreiseanmeldung wird aus diesem Grund ebenfalls erst zu diesem Zeitpunkt - am 15. Oktober - eingeführt“.

Die Hälfte aller Deutschen fürchtet die Corona-Veränderungen

16.21 Uhr: Rund die Hälfte aller Deutschen scheut die möglichen Veränderungen, die durch die Corona-Krise hervorgerufen werden. Das geht aus einer Ipsos-Umfrage im Auftrag des Weltwirtschaftsforums in 28 Ländern hervor. Demnach wünschen sich 49 Prozent aller Befragten in Deutschland, dass alles wieder so wird wie vor der Pandemie. Sie stimmten dem Wunsch nach einer stärkeren Veränderung des eigenen Lebens demnach „überhaupt nicht“ oder „eher nicht“ zu. Die gleichen Umfrageergebnisse wurden in den Niederlanden erzielt.

Andere Länder sind laut der Studie stärker an einer Veränderung interessiert. Besonders in Mexiko (89 Prozent), Kolumbien (88 Prozent) und Peru (86 Prozent) stimmten viele der Befragten der Aussage „Ich wünsche mir, dass sich mein Leben stark verändert, und ich möchte nicht, dass alles wieder so wird wie vor der Corona-Krise“ völlig oder eher zu.

Verbände rügen einige Corona-Regeln in Europa

15.48 Uhr: Greenpeace und der Bürgerrechtsverband Civil Liberties Union for Europe haben einige staatliche Beschränkungen von Freiheitsrechten während der Corona-Krise als unverhältnismäßig kritisiert. „Mehr als die Hälfte der EU-Regierungen haben das Recht auf friedliche Versammlungen nicht gewährleistet“, monierten die Verbände am Donnerstag gemeinsam. Zudem bemängelten sie einen erschwerten Zugang zu Informationen und Beschränkungen der freien Meinungsäußerung.

Mit Blick auf Deutschland führten die Organisationen an, dass das Bundesverfassungsgericht ein generelles Demonstrationsverbot gekippt hatte, ein solches also nicht rechtmäßig gewesen war. Auch Sanktionen bei Verstößen gegen Demonstrationsauflagen stießen auf Kritik. Die Verbände betonten zwar, dass befristete staatliche Beschränkungen notwendig sein könnten, um Leben zu retten und Risikogruppen zu schützen. „Aber viele Regierungen haben problematische Maßnahmen im Namen des Schutzes der Gesundheit verabschiedet.“

Regierungen mit autoritären Tendenzen in der Europäischen Union hätten bewusst versucht, die Notsituation auszunutzen, um individuelle Freiheiten und den demokratischen Prozess weiter auszuhöhlen. Als besonders drastische Beispiele nannten die Verbände Ungarn und Rumänien.

USA: Arbeitslosigkeit bleibt auf hohem Niveau

14.47 Uhr: In der anhaltenden Corona-Pandemie in den USA bleibt die Zahl der Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe auf hohem Niveau. In der Woche bis zum 19. September stellten 870.000 Menschen einen neuen Antrag auf Arbeitslosenhilfe, wie das Arbeitsministerium in Washington am Donnerstag mitteilte. Das war ein Plus von 4000 zur Vorwoche. Im August gab es zum Teil noch mehr als eine Million Neuanträge pro Woche.

Die Neuanträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts in der weltgrößten Volkswirtschaft wider. Vor der Corona-Pandemie hatte die Zahl selten über 100.000 pro Woche gelegen. Die Arbeitslosenquote sank zuletzt von historisch hohen 10,2 Prozent auf 8,4 Prozent für August.

Polen meldet neuen Höchstwert bei Corona-Neuinfektionen

14.02 Uhr: Deutschlands Nachbarland Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Donnerstag verzeichneten die Behörden 1136 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 183 Fällen in Kleinpolen im Süden des Landes, aber auch die Region um Warschau (149) und Pommern im Westen (143) waren stark betroffen. Der bisherige Rekordwert wurde am Samstag erfasst, er betrug 1002 Neuinfektionen.

EU-Kommission sorgt sich um Corona-Trend

13.54 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Infektionen in Europa ist nach Einschätzung der EU-Kommission „Besorgnis erregend“. Die Zahl der Covid-19-Erkrankungen steige seit August in ganz Europa stetig an, sagte EU-Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides am Donnerstag in Brüssel. „In einigen Mitgliedstaaten ist die Situation bereits schlimmer als im März“, sagte sie. In einem Teil der EU-Staaten seien die Kontrollmaßnahmen entweder unzureichend gewesen oder zu früh wieder aufgehoben worden.

Sorgen macht den Experten vor allem, dass das Infektionsgeschehen nicht mehr nur lokal begrenzt ist, sondern die Übertragungen in größeren Regionen stattfinden. Zudem seien inzwischen zu zwei Dritteln Menschen unter 50 Jahren betroffen, was die weitere Verbreitung des Virus beschleunige, sagte Andrea Ammon, Direktorin der EU-Gesundheitsbehörde ECDC. Sie betonte, die Zunahme der Infektionszahlen habe zwar auch mit verstärkten Testanstrengungen zu tun, könne aber nicht allein damit erklärt werden – denn seit August steige in der EU auch der Anteil der positiven Testergebnisse.

„Wir müssen uns auf das schlimmste Szenario vorbereiten“, sagte Kyriakides. Es handele sich um die letzte Chance, eine Wiederholung des Lockdown vom Frühjahr zu vermeiden – was einen „riesigen Schaden“ verursachen würde.

Schärfere Corona-Maßnahmen in England in Kraft getreten
Schärfere Corona-Maßnahmen in England in Kraft getreten

Corona-Ausbruch in Hamm: Mehr als 40 Kindern infiziert

12.12 Uhr: Vom Corona-Ausbruch in Hamm nach einer Hochzeitsfeier sind auch viele Schulkinder betroffen. „Wir haben mehr als 40 infizierte Kinder und Jugendliche an Schulen“, sagte ein Stadtsprecher am Donnerstag. Derzeit seien neun Schulen betroffen. Nur in einem Fall gebe es keine Verbindung mit der Hochzeit.

„Die Klassen der infizierten Kinder sind in Quarantäne gesetzt worden und werden auch verpflichtend getestet.“ Dies gelte auch für die Lehrer, die in den Klassen unterrichtet haben. Die betroffenen Klassen erhielten Unterricht auf Distanz. „Die anderen Klassen und Stufen an den Schulen können erstmal weiter zur Schule gehen“, sagte der Sprecher weiter.

Am Mittwoch hatte die Stadt die Zahl der aktuell Infizierten mit 179 angegeben. Bei mehr als 100 davon sieht die Stadt einen Zusammenhang mit der Hochzeit. Neun Infizierte würden im Krankenhaus behandelt, sagte der Sprecher. Unter den neun sei eine Patientin, die intensivmedizinisch behandelt werde. Auch bei ihr gebe es einen Zusammenhang mit der Hochzeit, so der Sprecher weiter.

Lufthansa will Kunden Schnelltests anbieten

11.56 Uhr: Mit verbindlichen Corona-Schnelltests unmittelbar vor dem Abflug will der Lufthansa-Konzern wieder mehr Flugreisen auf interkontinentalen Strecken ermöglichen. Zunächst geht es um ein Pilotprojekt auf einigen Verbindungen in die USA, das noch im Oktober starten soll, wie ein Sprecher in Frankfurt bestätigte. Man stehe mit mehreren Pharmaherstellern und Dienstleistern in Kontakt. Konkret wurden Roche und Abbott genannt.

In den nächsten Wochen sollten erste Chargen bestellt und den Kunden angeboten werden. Negative Testergebnisse sollten die Passagiere von den geltenden bilateralen Einreiseverboten befreien. Dazu bräuchte es auch die Zustimmung der beteiligten Regierungen. Der Präsident des Airlineverbands IATA Alexandre de Juniac hatte sich am Dienstag für eine Testpflicht auf sämtlichen Flügen ausgesprochen, wobei die Kosten von staatlicher Seite getragen werden sollten.

Neue Corona-Maßnahmen in England in Kraft getreten

11.36 Uhr: In England sind neue Beschränkungen in Kraft getreten. Unter anderem müssen alle Restaurants und Pubs spätestens um 22 Uhr schließen. In den gastronomischen Einrichtungen darf nur noch am Tisch bedient werden, Servicekräfte müssen Masken tragen.

Mit viermonatiger Verspätung veröffentlichte die britische Regierung zudem eine Corona-App. Sie soll per Bluetooth-Technologie die Nutzer informieren, wenn Menschen in ihrer Nähe später positiv auf das Coronavirus getestet werden. Ursprünglich sollte die Warn-App bereits im Mai veröffentlicht werden, sie verzögerte sich aber immer wieder. Die neue App gilt nur für England und Wales. Schottland und Nordirland hatten vor einigen Wochen eigene Apps vorgestellt.

Österreich will „Skivergnügen ohne Après-Ski“

11.03 Uhr: In Österreich wird es im kommenden Winter in den Skigebieten kein Après-Ski in seiner bisherigen Form geben. „Skivergnügen ja, aber ohne Après-Ski“, sagte Kanzler Sebastian Kurz. Ziel sei es, einen sicheren Wintertourismus zu ermöglichen. In Gondeln müsse zudem ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden und in Lokalen darf nur an Tischen gegessen und getrunken werden.

Berliner Forscher melden Entdeckung „hochwirksamer“ Antikörper gegen Corona

10.57 Uhr: Berliner Forscher haben nach eigenen Angaben „hochwirksame“ Antikörper gegen das Coronavirus entdeckt. Die Wissenschaftler der Charité und des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen verfolgen nun die Entwicklung einer sogenannten passiven Impfung, wie die Charité mitteilte. Dann könnten Antikörper verabreicht werden, um sofortigen Schutz zu bieten – präventiv oder sogar bei bereits Erkrankten.

Die Forscher isolierten fast 600 verschiedene Antikörper aus dem Blut von Menschen, die eine Corona-Erkrankung überstanden haben. Besonders wirksame Exemplare konnten dann künstlich nachgebildet werden. Den Angaben zufolge binden sie sich an das Virus und verhindern damit, dass es in Zellen eindringen und sich vermehren kann. In der Regel sei der Schutz durch eine passive Impfung weniger beständig als durch eine aktive. „Dafür ist die Wirkung einer passiven Impfung quasi sofort vorhanden, bei einer aktiven Impfung muss diese sich erst aufbauen“, hieß es.

Untersuchungen an Hamstern zeigten laut der Studie die Wirksamkeit. „Wurden die Antikörper nach einer Infektion verabreicht, entwickelten die Hamster allenfalls milde Krankheitssymptome“, erklärte der Koordinator des Forschungsprojekts, Jakob Kreye. Bei präventiver Gabe der Antikörper seien die Tiere gar nicht erst erkrankt. Neben der Behandlung von Erkrankten sei auch der vorsorgliche Schutz von Gesunden, die Kontakt zu Infizierten hatten, eine mögliche Anwendung.

Berlins Bürgermeister kündigt strengere Corona-Regeln in der Hauptstadt an

10.11 Uhr: Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat angesichts steigender Corona-Infektionszahlen erneute Einschränkungen in der Hauptstadt angekündigt. „Ich gehe davon aus, dass wir tatsächlich auch wieder Einschränkungen vornehmen müssen“, sagte Müller im ZDF-„Morgenmagazin“.

Er bezog sich dabei vor allem auf Feiern im öffentlichen Raum und erwägt auch Alkoholverbote. Das Infektionsgeschehen bei draußen feiernden jungen Erwachsenen ist demnach deutlich stärker als etwa in der Gastronomie. Der Regierende Bürgermeister zeigte sich nicht optimistisch, für den Rest des Jahres geplante Lockerungen umzusetzen. Gegebenenfalls könnte es demnach eher „wieder ein paar Rückschritte bei der Begegnungsmöglichkeit, was die Teilnehmerzahl anbelangt“, geben.

Gleichzeitig schloss Müller eine Maskenpflicht im öffentlichen Raum zunächst aus. Eine solche Regelung gilt ab Donnerstag an stark besuchten öffentlichen Plätzen in München, das als Corona-Hotspot gilt. „Das sehe ich für Berlin noch nicht“, sagte Müller. Im Bundesländervergleich ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Berlin mit 23,5 Fällen pro 100.000 Einwohner derzeit am höchsten. Der Berliner Senat will neue Maßnahmen in seiner Sitzung am kommenden Dienstag beschließen.

Donald Trump erwägt, strengere Impfstoff-Richtlinien zu blockieren

9.15 Uhr: US-Präsident Donald Trump erwägt, strengere Richtlinien der US-Gesundheitsbehörde FDA für die Notfall-Genehmigung eines Corona-Impfstoffes nicht zu genehmigen. „Wir schauen uns das an und das Weiße Haus muss dem zustimmen. Wir können es genehmigen oder auch nicht“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz.

Die „Washington Post“ hatte zuvor berichtet, die FDA wolle Leitlinien zur Stärkung der Transparenz und des öffentlichen Vertrauens veröffentlichen. Gesundheitsexperten hatten sich besorgt gezeigt, dass die US-Regierung in das Genehmigungsverfahren für einen Impfstoff eingreifen könnte, um dieses zu beschleunigen.

Trump hatte wiederholt gesagt, dass ein Impfstoff noch vor den Präsidentschaftswahlen am 3. November zur Verfügung stehen könnte. Er sehe keinen Grund, warum ein Impfstoff verzögert werden müsse, und sagte, ein solcher Vorschlag der FDA sei politisch motiviert. Er habe „enormes Vertrauen“ in die Impfstoffhersteller. Allerdings dürften nur wenige Unternehmen ihre Studienergebnisse bereits vor der Wahl vorliegen haben.

Lesen Sie auch: Donald Trump will friedliche Machtübergabe an Biden nicht garantieren

Walmart liefert Corona-Test mit Drohne

8.55 Uhr: Der US-amerikanische Einzelhandeskonzern Walmart hat ein Pilotprogramm zur Lieferung von Covid-19-Tests gestartet. Drohnen sollen die Tests direkt an Privathaushalte in einem Umkreis von einer Meile um das Geschäft in North Las Vegas liefern. So müssen die Kunden die Tests nicht persönlich in der Filiale kaufen.

Die Drohnen landen beispielsweise auf Einfahrten, Gehwegen oder Hinterhöfen der Menschen. Die Lieferung, die nur fünf Minuten dauern kann, ist kostenlos. Die Proben können dann über FedEx an ein Labor geschickt werden, das digital über das Ergebnis informiert. Das Pilotprogramm bietet einen Einblick, wie Drohnen in nicht allzu ferner Zukunft eingesetzt werden könnten, um eine schnellere und kontaktlose Lieferung zu ermöglichen.

Christian Drosten ordnet Satz zur Corona-Entwicklung ein

8.51 Uhr: Dieser Satz von Virologe Christian Drosten wurde gestern vielfach zitiert: „Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“ Gegenüber dem ZDF stellte Drosten nun jedoch klar, dass das Interview, aus dem dieser Satz stammt, schon vor mindestens sechs Wochen geführt und jetzt erst zum World Health Summit veröffentlicht wurde.

Es sei ein sehr grundsätzliches Interview gewesen, in der er aus der Perspektive des damaligen Zeitpunkts mitten im Sommer gesagt habe, dass das Virus durchaus noch einmal aufkommen werde.“ Hier geht es nicht darum zu warnen, vor der nächsten Woche oder so was, sondern es geht um eine weltweite Perspektive und weltweit geht es tatsächlich jetzt erst richtig los“, stellt Drosten klar.

Corona: NRW-Gesundheitsminister will Meldepflicht für private Feiern

8.44 Uhr: NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann hat sich in einem Interview mit dem WDR für eine strengere Reglementierung privater Feiern ausgesprochen. Vorbild für eine solche Reglementierung könnte die Stadt Hamm sein, wo Feste mit mehr als 25 Menschen bei der Stadt ab sofort gemeldet werden müssen. Feiern mit mehr als 50 Gästen sind in der westfälischen Stadt seit dem 22. September sogar genehmigungspflichtig.

Laumann kündigte eine Änderung in der Coronaschutzverordnung an. So müssten Feiern den städtischen Ordnungsämtern künftig zwei Wochen im Vorfeld angemeldet werden, gab Laumann einen Ausblick. Darüber hinaus müsse ein Verantwortlicher benannt und eine Gästeliste eingereicht werden. Dies sei eine Lehre aus der Groß-Hochzeit in Hamm, die sich nun zum „Superspreading“-Event auswächst.

Streit um Freigabe von Nationalspielern für Spiel in Ukraine

8.29 Uhr: Zwischen Bundestrainer Joachim Löw und den Clubs seiner Nationalspieler droht ein Konflikt um die Abstellung für die Länderspiele im Oktober. Die DFB-Auswahl soll am 10. Oktober in der Nations League in der Ukraine spielen, die als Risikogebiet gilt. „Wir arbeiten an Lösungen, behalten uns aber vor, die Spieler nicht abzustellen, sofern es keine Regel gibt, die es ermöglicht, sie anschließend sofort wieder einzusetzen“, zitierte der „Kicker“ Sebastian Kehl, den Lizenzspieler von Borussia Dortmund.

Der Weltverband FIFA hatte es den Vereinen zuletzt selbst überlassen, ob sie ihre Profis für Partien in Risikogebieten abstellen. Wenn diese Lösung auch für Oktober gilt, müssten die Clubs ihre deutschen Nationalspieler nicht für das Ukraine-Spiel freigeben. DFB-Direktor Oliver Bierhoff verwies auf das Hygienekonzept der Nationalmannschaft. Die Reise in die Ukraine werde nur 36 Stunden dauern. „Wir werden uns vor Ort weiter im geschützten Kreis bewegen“, versicherte Bierhoff.

Italien: Conte sieht keinen zweiten kompletten Lockdown

8.06 Uhr: Der italienische Ministerpräsident Giuseppe Conte rechnet nicht mit einem zweiten flächendeckenden Lockdown. „Heute ist die Situation in Italien sicherlich besser als in anderen europäischen Ländern, und wir sind besser vorbereitet auf ein mögliches Wiederaufleben der Ausbreitung des Virus - auch das Gesundheitssystem“, sagte Conte der Tageszeitung „La Stampa.“

„Derzeit schließe ich die Möglichkeit eines allgemeinen Lockdowns aus. Es könnte – falls nötig – gezielte Schließungen geben.“ Italien gehörte während der ersten Welle der Pandemie zu den am stärksten betroffenen Ländern weltweit. Die Regierung in Rom hatte darauf mit strengen Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen reagiert.

Michelle Obama über Corona-Zeit: „Kinder hatten uns irgendwann satt“

7.51 Uhr: Auch im Hause Obama war das Zusammenleben in Corona-Zeiten nicht immer entspannt. „Ich denke, unsere Kinder hatten uns irgendwann satt – was in Ordnung ist, weil wir sie auch satt hatten“, erzählte die frühere First Lady der USA, Michelle Obama, in einer Talkshow mit Conan O’Brien.

Ihre Ehe mit Ex-Präsident Barack Obama habe unter der Pandemie nicht gelitten: „Er hatte einfach keine Zeit, mir auf die Nerven zu gehen, weil er an seinem Buch arbeiten musste“, scherzte Obama. Ihr Ehemann will den ersten Band seiner Memoiren nach der diesjährigen US-Wahl veröffentlichen, wie der Verlag Penguin Random House mitteilte.

Corona-Ausbruch bei Fleischverarbeiter im Kreis Steinfurt

6.40 Uhr: Mindestens 26 Beschäftigte eines mittelgroßen Betriebs der Fleischverarbeitung im nordrhein-westfälischen Kreis Steinfurt sind nach Angaben der Verwaltung positiv auf das Coronavirus getestet worden. „Das Ausmaß ist uns noch nicht bekannt, unsere Ermittler arbeiten mit Hochdruck“, sagte eine Sprecherin des Kreises auf dpa-Anfrage.

Betroffen ist die Allfrisch Geflügel-Produktions GmbH, ein Zerlegebetrieb für Geflügel in Emsdetten. Insgesamt arbeiten in dem Betrieb rund 300 Mitarbeiter, vor allem Leiharbeiter aus Osteuropa. Alle Mitarbeiter sowie ihre Angehörigen würden am Freitag getestet. Es gehe darum, Infektionsketten rasch zu unterbrechen.

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Karl Lauterbach hält zweiten Lockdown für sehr unwahrscheinlich

5.06 Uhr: Der SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach hält trotz steigender Corona-Zahlen in Deutschland einen Lockdown wie zu Beginn der Pandemie für unwahrscheinlich. „Die Wahrscheinlichkeit, noch einmal so einen Lockdown wie vor ein paar Monaten zu erleben, halte ich für gleich null“, sagte er dem Nachrichtenportal watson.de. Die Bevölkerung werde größtenteils freiwillig tun, was notwendig sei, um einen weiteren Lockdown zu vermeiden. „Da bin ich absolut sicher.“

Die breite Bevölkerung sei zu sehr alarmiert und sensibilisiert für das Thema, sagte Lauterbach. „Sie hat begriffen, wie gefährlich Covid-19 sein kann, welche Langzeitschäden nach der Krankheit drohen, und dementsprechend werden die Menschen bereit sein, zeitnah Maßnahmen zu ergreifen, um das Schlimmste zu verhindern.“

Positiver Coronatest bei Gouverneur von Missouri – erklärter Masken-Gegner

4.56 Uhr: Der Gouverneur des US-Staates Missouri, Mike Parson, ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies teilte das Büro des erklärten Gegners einer Maskenpflicht für Bürger mit. Demnach war zuvor bei Parsons Frau Teresa das Virus Sars-CoV-2 festgestellt worden. Bei ihr seien nur milde Symptome aufgetreten, etwa Husten und eine verstopfte Nase, ergänzte eine Sprecherin.

Ein erster Schnelltest bei Gouverneur Parson verlief positiv, er wartet nun noch auf die Ergebnisse eines Abstrichs. Ihm und seiner Ehefrau gehe es gut, erklärte Parson in einem auf seiner Facebook-Seite geposteten Video. „Keine Symptome irgendeiner Art.“ Doch müssten sie sich nun in Quarantäne begeben, ergänzte der Republikaner.

Corona: Nach Heiko Maas nun auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Quarantäne

2.30 Uhr: Nach Außenminister Heiko Maas hat sich auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Corona-Quarantäne begeben. „Heute Nachmittag erfuhr ich, dass ein beim Handelsministerrat in Berlin anwesender Mitarbeiter eines EU-Ministers positiv auf Corona getestet wurde“, teilte der CDU-Politiker am Abend auf Twitter mit.

„Ich habe mich vorsorglich in häusliche Quarantäne begeben. Ich wurde am Freitag negativ getestet, es geht mir sehr gut“, schrieb er weiter. Am Sonntag und Montag war Altmaier Gastgeber beim EU-Handelsministertreffen in Berlin und hatte dabei die strengen Corona-Auflagen für das Treffen hervorgehoben.

Amtsärzte sehen kaum Nutzen der Corona-Warn-App bei der Pandemie-Bekämpfung

1.00 Uhr: Deutschlands Amtsärzte schätzen die Wirksamkeit der Corona-Warn-App bei der nationalen Pandemie-Bekämpfung als äußerst gering ein. „Da die Daten der App nicht automatisch an die Gesundheitsämter weitergeleitet werden, ist dieses Instrument in seiner derzeitigen Form für uns keine große Unterstützung bei der schnellen Bekämpfung und Eindämmung von Corona-Ausbrüchen“, sagte die Vorsitzende des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, unserer Redaktion.

Teichert betonte, die App spiele „in der alltäglichen Arbeit der deutschen Gesundheitsämter so gut wie keine Rolle.“ Es komme „äußerst selten vor, dass sich ein App-Nutzer wegen eines entsprechenden Warnhinweises bei uns meldet“. Die Politik habe entschieden, „den Datenschutz über den Pandemieschutz zu stellen“. Dies müsse man so akzeptieren, sagte die Fachärztin für Öffentliches Gesundheitswesen. Lesen Sie hier: Die Corona-Warn-App – Erfolgsgeschichte oder Flop?

Mittwoch, 23. September: Bars und Restaurants in Marseille müssen wegen Corona schließen

22.42 Uhr: Frankreich schließt im Kampf gegen das Coronavirus Bars und Restaurants in Teilen des Landes. Für die südfranzösische Hafenmetropole Marseille und das Überseegebiet Guadeloupe sei die „maximale Alarmstufe“ ausgerufen worden, sagte Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran am Mittwoch. Dort müssten ab Samstag alle Bars und Restaurants komplett schließen. In der Hauptstadt Paris und weiteren Großstädten wie Lille oder Rennes müssten Bars ab Montag um 22.00 Uhr schließen.

Dort gelte nun eine „hohe Alarmstufe“, es gebe daher eine Obergrenze von zehn Personen bei Treffen in der Öffentlichkeit, erklärte Véran. Im stark betroffenen Marseille würden zudem alle öffentlich zugänglichen Einrichtungen geschlossen, sofern sie kein „strenges Gesundheitsprotokoll“ eingeführt hätten, sagte Véran. Theater und Kinos seien davon nicht betroffen. Ziel sei es, dass die Bars und Restaurants in der Hafenstadt nicht länger als zwei Wochen geschlossen sein müssten.

Regionen in elf EU-Ländern zu Corona-Risikogebieten erklärt

21.00 Uhr: Die Bundesregierung hat Regionen in elf Ländern der Europäischen Union wegen steigender Infektionszahlen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Darunter sind auch Gebiete in den Nachbarländern Dänemark, Tschechien, Frankreich, Österreich und den Niederlanden, wie aus der am Mittwochabend aktualisierten Liste des Robert-Koch-Instituts hervorgeht. Lesen Sie dazu: Diese Länder sind Corona-Risikogebiete

Google Maps mit neuen Kartendetails zu Covid-19-Fällen

18.57 Uhr: Google Maps führt eine neue Funktion ein, mit der Nutzer der App Regionen mit hohen Corona-Fallzahlen umfahren können. Ähnlich wie die Kartendetails zur Verkehrslage oder zu Fahrradrouten und öffentlichen Verkehrsmitteln sollen Nutzer eine in Google Maps dargestellte Übersicht zu Covid-19-Fallzahlen erhalten. Die Informationen werden auf Länderebene weltweit verfügbar sein.

Auch Daten auf Bundesstaat-, Provinz-, Bezirks- und Stadtebene werden angezeigt, sofern diese vorliegen. Die Funktion wird ab dieser Woche weltweit für Android und iOS eingeführt. Die Daten basieren laut Google auf Quellen wie Wikipedia, der New York Times und der Johns Hopkins University, die bereits ihre Informationen in der Google-Suche sichtbar machen. Die Datenbasis wird täglich in Google Maps aktualisiert.

Hunde sollen am Flughafen von Helsinki Coronavirus erschnüffeln

18.41 Uhr: Spürhunde sollen am internationalen Flughafen von Helsinki das Coronavirus erschnüffeln. Am Mittwoch nahmen vier Hunde verschiedener Rassen in der finnischen Hauptstadt ihre Arbeit auf. Sollte sich der viermonatige Test als erfolgreich erweisen, könnten auf kostengünstige Weise schnell infizierte Reisende ermittelt werden.„Es ist eine sehr vielversprechende Methode“, sagte eine Professorin für Kleintiermedizin an der Universität Helsinki, Anna Hielm-Björkman.

„Hunde sind sehr gut im Schnüffeln. Wenn es funktioniert, wird es eine gute (Coronavirus-)Testmethode an jeglichen anderen Orten sein.“ Die Spürhunde könnten etwa in Krankenhäusern, Häfen, in Seniorenheimen, bei Sportveranstaltungen und kulturellen Ereignissen zum Einsatz kommen, sagte sie.

Wissenschaftler liefern regionale Corona-Vorhersagen

15.25 Uhr: Wissenschaftler der Universität Osnabrück und des Forschungszentrums Jülich haben eine regionale Corona-Vorhersage entwickelt. Das Modell liefere tagesaktuelle Schätzungen für Neuinfektionen sowie eine Fünf-Tages-Prognose für jeden deutschen Landkreis, hieß es in einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch. Dazu würden Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) mit einem wahrscheinlichkeitsgewichteten Modell auf Höchstleistungsrechnern statistisch analysiert.

Das im Internet abrufbare Modell berechne nicht nur einen einzelnen wahrscheinlichen Verlauf, sondern berücksichtige viele mögliche Verläufe, erläuterte Prof. Gordon Pipa, Leiter der Arbeitsgruppe Neuroinformatik an der Uni Osnabrück.

„Dies ermöglicht die Berechnung sogenannter Vorhersagehorizonte als Maß für die Streuung der Wahrscheinlichkeiten.“ So sei eine Einschätzung der Situation einschließlich statistischer Unsicherheiten möglich.

Corona: Heiko Maas wegen Infektion von Personenschützer in Quarantäne

14.33 Uhr: Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich wegen der Corona-Infektion eines seiner Personenschützer in Quarantäne begeben. Ein erster Test auf eine Covid-19-Erkrankung sei am Mittwoch aber negativ gewesen, teilte das Auswärtige Amt mit.

Drosten warnt: Corona-Pandemie „wird jetzt erst richtig losgehen“

12.55 Uhr: Der Berliner Virologe Christian Drosten sieht Deutschland in der Corona-Pandemie noch nicht ausreichend für die kommende Zeit gewappnet. „Wir müssen, um die Situation in den kommenden Monaten zu beherrschen, Dinge ändern“, sagte er im Vorfeld der im Oktober anstehenden Gesundheitskonferenz World Health Summit in Berlin.

„Die Pandemie wird jetzt erst richtig losgehen. Auch bei uns.“ Pragmatische Entscheidungen seien nötig, sagte Drosten dem World Health Summit zufolge. „Es werden schon Festtagsreden auf den deutschen Erfolg gehalten, aber man macht sich nicht ganz klar, woher er kam.“ Er gehe schlichtweg darauf zurück, dass Deutschland ungefähr vier Wochen früher reagiert habe als andere Länder.

Regierung ruft zu intensiverer Nutzung der Corona-App auf

11.50 Uhr: Die Bundesregierung hat dazu aufgerufen, die Corona-Warn-App für Smartphones auch mit Blick auf den Herbst und Winter intensiver einzusetzen. „Bitte nutzen Sie dieses Werkzeug in der Pandemie“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Zwischenbilanz der Anwendung nach 100 Tagen.

Dazu gehöre, bei einem eigenen positiven Testergebnis auch seine Kontakte darüber zu informieren. Bisher passiere dies nur in etwa der Hälfte der Fälle. Insgesamt hätten fast 5000 Nutzer eigene Kontakte auf diese Weise gewarnt, erläuterte Spahn. Bei je zehn bis 20 Kontakten hätten so einige Zigtausend Menschen informiert werden können.

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) nannte die im Auftrag des Bundes entwickelte Anwendung eine „große Erfolgsgeschichte“. Mit rund 18 Millionen Downloads sei sie häufiger heruntergeladen worden als alle anderen Corona-Apps in Europa. Spahn betonte, die App sei „kein Allheilmittel“. Sie ergänze die Arbeit von Gesundheitsämtern und Gesundheitswesen, es komme zudem weiter auf Abstand, Hygieneregeln und Alltagsmasken an.

Rekord an Corona-Infektionen in Israel – Fast 7000 neue Fälle

11.36 Uhr: Wenige Tage nach Beginn eines zweiten landesweiten Lockdowns sind die Corona-Zahlen in Israel auf einen Rekordwert gestiegen. Das Gesundheitsministerium teilte am Mittwoch mit, am Vortag seien 6923 Fälle registriert worden. So viele Neuinfektionen an einem Tag wurden in dem Land bislang noch nicht verzeichnet - allerdings nahm zuletzt auch die Zahl der Tests zu. Vor vier Monaten, am 23. Mai, waren lediglich 5 Neuinfektionen verzeichnet worden.

Zum Vergleich: In Israel leben rund neun Millionen Menschen. Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner, dort wurden zuletzt 1769 Neuinfektionen binnen 24 Stunden ausgewiesen. Seit Freitag gilt in dem Mittelmeerstaat erneut ein Lockdown. Die Menschen müssen sich mit Schulschließungen und Einschränkungen der Bewegungsfreiheit arrangieren. Die Regierung will mit den zunächst für drei Wochen geltenden Restriktionen eine Überlastung des Gesundheitssystems verhindern.

Umfrage: Mehrheit für Maskenpflicht auch auf öffentlichen Plätzen

11.29 Uhr: Die Mehrheit der Menschen in Deutschland könnte sich einer Umfrage zufolge eine Maskenpflicht auch außerhalb von Geschäften und Gebäuden vorstellen. 61 Prozent gaben in einer Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov an, das verpflichtende Tragen einer Maske auch etwa auf öffentlichen Plätzen und in Innenstädten als „angemessen“ oder „eher angemessen“ zu empfinden. Ältere Menschen sprachen sich häufiger für eine solche Beschränkung aus als jüngere.

Coronavirus: Kabinett macht Weg für 20.000 neue Pflegehilfskräfte frei

11.11 Uhr: Die Bundesregierung will den Pflegesektor personell verstärken: Ab dem kommenden Jahr sollen 20.000 zusätzliche Pflege-Assistenzstellen eingerichtet werden. Dies sieht ein Gesetzentwurf von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, der heute vom Bundeskabinett gebilligt wurde. Der Minister verspricht sich davon auch eine größere Attraktivität der Arbeit im Pflegebereich.

Die zusätzlichen Pflegehilfskräfte werden aus Mitteln der Pflegeversicherung finanziert, erklärte der Minister. „In der Pflege zu arbeiten wird wieder attraktiver, wenn mehr Kolleginnen und Kollegen mit anpacken“, sagte Spahn. Mit dem Gesetz sollen zudem die gesetzlichen Krankenkassen mehr Geld bekommen, um die Kosten aus der Corona-Pandemie finanzieren zu können.

Dafür wird der Bundeszuschuss um fünf Milliarden Euro auf 19,5 Milliarden Euro aufgestockt. Außerdem werden aus den Finanzreserven der Krankenkassen einmalig acht Milliarden Euro in die Einnahmen des Gesundheitsfonds überführt. Trotz der Milliardenspritzen wird der durchschnittliche Zusatzbeitrag für die Kassen im kommenden Jahr voraussichtlich um 0,2 Punkte auf 1,3 Prozent steigen.

Leopoldina: Experten empfehlen einheitliche Regeln für Corona-Herbst

10.10 Uhr: Knapp eine Woche vor den nächsten Beratungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder hat die Nationale Akademie der Wissenschaften Leopoldina mit Blick auf den Corona-Herbst einheitlichere Regeln in Deutschland angemahnt.

„Um der Gefahr einer auch in Deutschland wieder schwerer zu kontrollierenden Entwicklung der Pandemie rechtzeitig zu begegnen, ist es dringend notwendig, dass sich die Verantwortlichen in Bund und Ländern rasch auf bundesweit verbindliche, wirksame und einheitliche Regeln für das Inkrafttreten von Vorsorgemaßnahmen einigen und diese konsequenter als bisher um- und durchsetzen“, heißt es in einer Stellungnahme der Akademie.

Die Wissenschaftler haben seit Beginn der Pandemie mehrfach in Stellungnahmen Politikempfehlungen abgegeben, die dann auch in die aktuellen Beratungen eingeflossen sind. Merkel und die Länderchefs wollen am kommenden Dienstag in einer Videokonferenz über das weitere Vorgehen sprechen. Hintergrund sind steigende Infektionszahlen in Europa und auch in Deutschland und Befürchtungen über eine Verschärfung der Lage im Herbst und Winter.

Berliner Amtsarzt würde jede Form von Party untersagen

9.25 Uhr: Der Amtsarzt Patrick Larscheid regt vor dem Hintergrund rasant steigender Neuinfektions-Zahlen in Berlin den Senat an, strenge Restriktionen in Erwägung zu ziehen. „Wir brauchen keine Aufklärungskampagnen“, sagt er der „Bild“-Zeitung. Jetzt müsse man radikal sein.

Berlin ist seit Montag bundesweit Spitzenreiter bei der Verbreitung des Corona-Virus mit einer sogenannten Inzidenz von fast 21 Infizierten pro 100 000 Einwohnern pro Woche. In Friedrichshain-Kreuzberg liegt die Inzidenz sogar bei 48,6, in Mitte bei 34,7. Die Zahlen der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen kletterte für ganz Berlin sogar auf 49,1 pro 100 000 Einwohner pro Woche.

„Junge Feiernde – das ist die Gruppe, die erreicht werden muss“, so Larscheid. „Die Leute wissen, sie können machen, was sie wollen, es wird nichts passieren.“ Sinnvoll seien neue Kontaktbeschränkungen. „Wenn der Senat es ernst meint, müsste er jede Form von Party oder Feier untersagen. Ja, das geht in Richtung Lockdown, aber eine Alternative ist nicht sichtbar“, so der Arzt.

Steigende Corona-Zahlen: Remscheid und Regensburg verschärfen die Maßnahmen

9.16 Uhr: Nach der zeitweisen Überschreitung des Corona-Signalwerts von 35 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner hat die Stadt Regensburg am Dienstag zusätzliche Maßnahmen zum Infektionsschutz angeordnet: Kein abendlicher Alkoholverkauf an der Tankstelle, Maskenpflicht an den weiterführenden Schulen, striktere Kontaktregeln und weniger Menschen bei Privatfeiern. Die Maßnahmen gelten ab heute.

Alle Regelungen gelten zunächst für eine Woche. „Die Stadt geht mit diesen Maßnahmen auf Nummer sicher“, sagt Oberbürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD). Sie vermutet, dass die gestiegene Zahl an Corona-Tests in den letzten Wochen auch dazu geführt hat, dass mehr Infektionen entdeckt wurden. Regensburg hatte den Signalwert von 35 am Montag knapp überschritten. Heute lag er mit 31,45 bereits wieder darunter.

9.00 Uhr: In Remscheid steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen weiter. Wie die Stadt mitteilte, liegt die Sieben-Tage-Inzidenz nun bei 52,05. Heute will der Krisenstab die bereits getroffenen Maßnahmen verschärfen. Bereits gestern hatte das Gremium einen umfangreichen Maßnahmenkatalog entschieden, der die weitere Ausbreitung der Infektionen in der Stadt verhindern soll.

Die Sieben-Tage-Inzidenz beschreibt die Zahl der Corona-Neuinfektionen innerhalb einer Woche pro 100.000 Einwohner. Wird in einer Stadt oder in einem Kreis die 50er-Grenze überschritten, sieht die Corona-Schutzverordnung in NRW „zwingend zusätzliche Schutzmaßnahmen“ vor.

Remscheid gehört zu den drei Städten in Nordrhein-Westfalen mit der höchsten Zahl der Corona-Neuinfektionen. Verursacher der stark steigenden Zahlen sind laut Stadt vor allem „reiserückkehrende Familienverbünde.“

Spanien meldet höchste Zahl an Todesfällen seit Mai

8.36 Uhr: Mehr als 10.000 neue Corona-Fälle meldete Spanien am Dienstag. Doch noch erschreckender: Die Zahl der Todesfälle lag mit 241 laut Worldometers so hoch wie seit dem 6. Mai nicht mehr. Bereits letzte Woche hatte es Anstiege zwischen 150 und 240 Toten gegeben, am Wochenende war die Zahl auf etwas mehr als 50 pro Tag zurückgegangen. Die aggregierte Kurve der Todesfälle in Spanien steigt nach einer langen Phase der Beinahe-Stagnation nun wieder klar sichtbar an.

Tschechien rechnet mit deutscher Reisewarnung für das ganze Land

8.15 Uhr: Die Regierung in Prag rechnet damit, dass Deutschland in Kürze ganz Tschechien zum Corona-Risikogebiet erklären dürfte. Angesichts des Anstiegs neuer Fälle müsse man davon ausgehen, dass diese Entscheidung bereits an diesem Mittwoch fallen könnte, sagte Tschechiens Außenminister Tomas Petricek nach Angaben der Agentur CTK. Die Zahl der Fälle sei, bezogen auf die Einwohnerzahl, in Tschechien „deutlich höher” als in Deutschland.

Petricek sprach nach eigenen Angaben am Rande von EU-Beratungen in Brüssel mit seinem deutschen Amtskollegen Heiko Maas über das Thema. „Für uns wird es vor allem wichtig sein, dass diese Entscheidung keine negativen Auswirkungen hat auf Grenzpendler, auf Menschen, die zum Studium oder zur Arbeit nach Deutschland fahren“, betonte der Sozialdemokrat. Nach Schätzungen sind mehr als 37.000 tschechische Grenzgänger in Deutschland beschäftigt, vor allem im Gesundheitswesen und in der Gastronomie.

Laut der EU-Behörde ECDC liegt die Anzahl der neuen Fälle in den vergangenen 14 Tagen, auf 100.000 Einwohner gerechnet, in Tschechien bei 207. In Deutschland liegt der Wert nur bei 26,3. Die Bundesregierung hatte vor kurzem bereits Prag und die angrenzende Mittelböhmische Region zum Risikogebiet erklärt und eine Reisewarnung ausgesprochen.

Mindestens tausend Polizisten positiv auf Corona getestet

6.01 Uhr: Seit Beginn der Pandemie sind in Deutschland mindestens tausend Polizistinnen und Polizisten mit dem Coronavirus infiziert. Das ergab eine Umfrage der „Rheinischen Post“ bei den Landesinnenministerien und der Bundespolizei. Die meisten Infektionen gab es danach in Bayern mit 274 und Baden-Württemberg mit 262 positiv getesteten Beamten. NRW wollte die Zahlen aus einsatztaktischen Gründen nicht kommunizieren.

Bei der Bundespolizei wurden 191 infizierte Polizistinnen und Polizisten registriert, davon allein 55, bei denen die Erkrankung einen dienstlichen Bezug aufwies. Die meisten anderen Dienststellen führen keine Statistiken über im Einsatz erfolgte Ansteckungen.

In Bayern und Hamburg betrauerten die Polizisten jeweils einen nach der Covid-19-Erkrankung gestorbenen Kollegen. Der Vizevorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Jörg Radek, kritisierte, dass es bei den Polizeibehörden „so gut wie keine Pandemiepläne“ gegeben habe. „Die Pandemie hat Defizite in der IT-Struktur offengelegt“, sagte Radek. Um im Innendienst für eine Entspannung der Lage durch mögliche Wechsel ins Homeoffice beizutragen, habe es an einer ausreichenden Zahl von Laptops gefehlt.

100 Tage Corona-Warn-App – SAP und Telekom ziehen positive Bilanz

5.31 Uhr: Die Macher der deutschen Corona-Warn-App, SAP und Deutsche Telekom, haben 100 Tage nach dem Start der Anwendung eine positive Bilanz gezogen. „Die App funktioniert und wir arbeiten weiter an Verbesserungen“, sagte Peter Lorenz, Chefentwickler bei der Telekom-Tochter T-Systems. Das sei auch der Grund, warum sich inzwischen mehrere Länder an dem Open-Source-Code des deutschen Projektes bedienen würden.

Die im internationalen Vergleich sehr hohen Download-Zahlen für die deutsche App wertete Lorenz als ein „Vertrauensbeweis der Bevölkerung“. Die Akzeptanz der App sage viel darüber aus, dass die Menschen in der Stimmung seien, solche Tools als einen Beitrag zur Pandemiebekämpfung zu nutzen. Sie wurde in den vergangenen 100 Tagen 18,2 Millionen Mal heruntergeladen. Da aber auch einige Anwender die App deinstalliert oder deaktiviert haben, gehen Experten von rund 15 Millionen aktiven Nutzern aus.

Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft fordert Maskenpflicht im Unterricht

5.02 Uhr: Im Kampf gegen eine Verbreitung des Coronavirus hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft eine generelle Maskenpflicht in Schulen gefordert. „Die meisten Lehrkräfte finden eine Maskenpflicht auch im Unterricht eher hilfreich. Diesen Schutz muss man ihnen bieten“, forderte die Vorsitzende Marlis Tepe in der „Passauer Neuen Presse.“ Pädagogisch sei dies zwar nicht sinnvoll, „aber es schützt Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern“.

Derzeit gibt es in den meisten Bundesländern eine Maskenpflicht in Schulgebäuden, nicht aber im Unterricht. Die Kultusministerkonferenz hatte Anfang September festgestellt, dass die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung von den Ländern in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen ausgesprochen und bei Bedarf in Absprache mit den zuständigen Gesundheitsbehörden auf den Unterricht ausgeweitet werden könne.

Tepe forderte weiter Gefährdungsbeurteilungen für jede Schule und ein bundesweit einheitliches Konzept für das Lüften der Unterrichtsräume. „Es gibt marode Schulen, in denen nicht einmal die Fenster geöffnet werden können. Da muss es Alternativlösungen geben“, sagte die GEW-Chefin der Zeitung.

Corona-Impfungen: Selbstversuche von Forschern müssen reguliert werden

4.32 Uhr: Schon mehrfach gab es in den letzten Wochen Fälle, in denen Forscher von ihnen entwickelte Corona-Impfstoffe an sich selbst testeten. Derlei Selbstversuche müssten dringend reguliert werden, fordern Wissenschaftler aus den USA und Dänemark. Diese Form der Forschung werfe viele rechtliche und ethnische Fragen auf, erläutern sie im Fachmagazin „Science“. Wenn diese nicht angegangen würden, könne das Vertrauen der Menschen in die Entwicklung sicherer Corona-Impfstoffe beeinträchtigt werden.

Mehrere Wissenschaftler in den USA haben eigenen Angaben zufolge bereits selbst zusammengemischte Corona-Impfstoffkandidaten am eigenen Körper ausprobiert. Unter anderem aus Russland und China gibt es ähnliche Berichte. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation wird derzeit weltweit in fast 200 Projekten nach geeigneten Impfstoffen zum Schutz vor Corona gesucht. Experten rechnen mit einer breiten Verfügbarkeit geeigneter Impfstoffe erst im kommenden Jahr.

Coronavirus – Zahl der Asylbewerber in der EU sinkt stark

4.16 Uhr: Die Zahl der Asylbewerber in der Europäischen Union ist in diesem Jahr stark zurückgegangen. In den ersten sechs Monaten 2020 beantragten 196.620 Menschen erstmals Asyl in einem der 27 EU-Staaten, das ist ein Rückgang um 34 Prozent im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019. Das geht aus der Auswertung neuer Zahlen des EU-Statistikamtes Eurostat hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Grund für den Rückgang ist offensichtlich die Corona-Krise, die Zahlen brachen erst mit Beginn des ersten Lockdown im März massiv ein.

In Deutschland beantragten den Daten zufolge zwischen Anfang Januar und Ende Juni 46.655 Menschen erstmals Asyl – ein Rückgang um 36 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Aus den Zahlen ergibt sich, dass Deutschland weiter das wichtigste Zielland für Asylbewerber in der Union ist, dahinter liegen Spanien und Frankreich – der deutsche Anteil aller Erstanträge in der EU liegt allerdings mit 23,7 Prozent deutlich niedriger als während der Flüchtlingskrise 2015/2016, als der Anteil über 30 Prozent betragen hatte.

Dienstag, 22. September: Virologe Christian Drosten erhält Bundesverdienstkreuz

Montag, 21. September: Bund und Länder wollen erneute Schulschließungen vermeiden

  • Bund und Länder wollen in der Corona-Krise vermeiden, dass erneut flächendeckend Schulen geschlossen werden. Lesen Sie hier: Vor dem Corona-Schulgipfel: SPD schlägt kostenlose Nachhilfe vor
  • Großbritannien hat die offizielle Covid-19-Alarmstufe angehoben. Die zweithöchste Stufe vier bedeutet, dass das Virus allgemein zirkuliert und die Übertragung hoch ist
  • Auf der griechischen Insel Lesbos sind nach Angaben der Regierung 243 Flüchtlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Lesen Sie dazu: Moria: 243 Migranten positiv auf das Coronavirus getestet
  • Italien verlangt künftig von Einreisenden aus Paris und mehreren anderen französischen Gebieten mit hohen Corona-Infektionsraten einen Virus-Test
  • Die Corona-Krise hat die Lufthansa hart getroffen. Trotz massiver Staatshilfen müssen Personal und Flotte noch mehr verkleinert werden. Alle Details lesen Sie hier.
  • Die Bundespolizei soll sich künftig um die sogenannten Aussteigekarten kümmern, um falsche Angaben von Einreisenden aus Corona-Risikogebieten zu verhindern
  • Die Stadt München hat zur Corona-Bekämpfung eine Maskenpflicht auf bestimmten öffentlichen Plätzen und Straßen der Innenstadt beschlossen
  • Inmitten steigender Corona-Infektionszahlen hat der tschechische Gesundheitsminister Adam Vojtech seinen Rücktritt erklärt. Er wolle neuen Raum für die Lösung der Krise eröffnen, sagte der 33-Jährige
  • „Geht Deutschland mit der richtigen Corona-Strategie in den Herbst?“, fragte Anne Will am Sonntagabend in ihrer ARD-Talkshow. Lesen Sie hier: „Anne Will“ – Virologe Hendrik Streeck fordert Corona-Strategiewechsel
  • Mit sogenannten Fieberambulanzen und besonderen Schutzvorkehrungen für Risikogruppen will Bundesgesundheitsminister Jens Spahn das Land für den befürchteten Anstieg der Corona-Infektionszahlen in der kühleren Jahreszeit wappnen.

Sonntag 20. September: Madrid sperrt Corona-Viertel ab – Demonstrationen gegen „Ghettos“

  • Tausende Menschen haben in Madrid gegen die coronabedingte Abriegelung von mehreren einkommensschwachen Gebieten der spanischen Hauptstadt protestiert. Bei Großkundgebungen wurden die Maßnahmen am Sonntag als ungerecht und diskriminierend zurückgewiesen. Sie sollen am Montag in Kraft treten.
  • Wenige Tausend Menschen haben sich in Düsseldorf an einer Kundgebung gegen die staatlichen Corona-Maßnahmen beteiligt. Begleitet wurden die Demonstranten von starker Polizeipräsenz. Auf der gegenüberliegenden Rhein-Seite versammelten sich zeitgleich Demonstranten der Initiative „Düsseldorf stellt sich quer“ zu einer Gegenveranstaltung.
  • Vor dem zweiten Corona-Schulgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel und den Bundesländern schlägt SPD-Chefin Saskia Esken vor, sozial benachteiligten Schülern kostenlose Nachhilfe zu ermöglichen. Dafür könnte der bestehende Bildungs- und Teilhabepaket genutzt werden.
  • Wer in England gegen die Corona-Regeln verstößt, muss mit hohen Geldstrafen rechnen. Wer etwa die Isolationspflicht nach einem positiven Corona-Test oder nach Aufforderung durch die Gesundheitsbehörden missachtet, muss künftig mit einer Geldstrafe von bis zu 10.000 Pfund (11.000 Euro) rechnen, wie die britische Regierung am Samstag mitteilte.
  • Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen hat Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt an die Solidarität der Deutschen appelliert. „Ein neuer Lockdown lässt sich vermeiden, wenn alle vorsichtig bleiben und die AHA-Regeln konsequent einhalten“, sagte sie unserer Redaktion.
  • Verkehrsminister Andreas Scheuer hat neue Corona-Hilfen für den Luftverkehr gefordert. ‚Ich werde schnellstens zu einem Luftverkehrsgipfel einladen, der sich mit den Folgen der Corona-Krise für die gesamte Luftverkehrswirtschaft beschäftigt’, sagte der CSU-Politiker unserer Redaktion. „Da werden wir helfen und retten müssen.“ Unser komplettes Interview mit dem Bundesverkehrsminister lesen Sie hier: Zugverkehr in Europa: Scheuer plant Hochgeschwindigkeitsnetz

Samstag, 19. September: Gesundheitsministerin Huml rügt den FC Bayern

  • Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml hat die Top-Funktionäre des FC Bayern für ihr Verhalten beim Auftaktspiel der Fußball-Bundesliga gerügt. Der CSU-Politikerin zufolge wäre es für die Münchner Führungsriege „klüger gewesen, wenn sie nicht so eng aufeinander gesessen wären – weil auch ausreichend Platz war“, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur.
  • Im Kampf gegen die steigenden Corona-Zahlen verhängen immer mehr Städte und Departements in Frankreich strengere Regeln. Ab Montag sind im Departement Indre-et-Loire in der Mitte des Landes Tanzabende, Aperitifs und Umtrunke verboten.
  • Nach Polen werden auch aus anderen Teilen beunruhigende Ost-Europas alarmierende Infektionszahlen vermeldet. In der Slowakei wurden am Samstag 290 neue Corona-Fälle gemeldet. Damit wurden in dem Land mit 5,4 Millionen Einwohnern bislang mehr als 6500 Ansteckungen nachgewiesen.
  • In Litauen stieg die Zahl der Corona-Infektionen am Samstag um 99 auf mehr als 3600 Fälle. Tschechien hatte am Freitag einen Rekord von 3130 Neuinfektionen gemeldet. Am Samstag waren es gut 2100 neue Fälle. Für all diese Länder sind das neue Rekordstände an Neuinfektionen.
  • Die Polizei erwartet morgen rund 10.000 Teilnehmer einer Corona-Demonstration. Veranstaltet wird der Protest gegen die Corona-Politik von einem regionalen Ableger der Initiative Querdenken. Die Organisatoren hoffen sogar auf 50.000 Demonstranten.
  • Das deutsche Gesundheitssystem ist derzeit trotz steigender Corona-Infektionszahlen noch nicht überlastet. Mit fast 2300 Neuinfektionen an einem Tag sei zwar der höchste Wert seit April erreicht worden, schrieb Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Samstag bei Twitter. Lesen Sie hier: Gerät Corona außer in Deutschland erneut außer Kontrolle?
  • Trotz der Corona-Pandemie treffen sich heute beim FDP-Parteitag mehr als 600 Delegierte – auch wegen einer Veränderung an der Parteispitze. Lesen Sie hier, welche Bedeutung das Treffen für die Partei hat: Parteitag in der Pandemie wird für Lindner Corona-Stresstest
  • Die US-Gesundheitsbehörde CDC hat ihre umstrittene Empfehlung zurückgenommen, Coronavirus-Tests bei Personen ohne Symptome zurückzufahren. In einer Aktualisierung der CDC-Richtlinien vom Freitag heißt es nun wieder, dass auch sie getestet werden sollen, wenn sie Kontakt mit Infizierten hatten.
  • Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Verteilung von Corona-Impfstoffen in Deutschland bis Ende Oktober regeln: Dazu sollen Ärzte, Ethikexperten und Sozialwissenschaftler Grundsätze erarbeiten, wie unsere Redaktion aus Regierungskreisen erfuhr.

Freitag, 18. September: Trump kündigt Impfstoff für alle Amerikaner im April an

  • US-Präsident Donald Trump hat verkündet, dass das Land bis April kommenden Jahres genug Corona-Impfstoffe für alle Amerikaner haben werde. Es ist ein ambitioniertes Ziel, da bisher noch kein Impfstoff zugelassen wurde. Experten von Trumps Regierung hatten bisher gesagt, dass es eher bis zur Jahresmitte 2021 dauern werde, bis jeder eine Impfung bekommen könne.
  • In Amsterdam, Rotterdam und weiteren großen Städten der Niederlande werden die Schutzvorkehrungen gegen das Coronavirus verschärft. In insgesamt sechs besonders betroffenen Regionen dürfen Gaststätten künftig ab Mitternacht keine Gäste mehr einlassen und müssen um 1 Uhr schließen, wie die Regierung am Freitag in Den Haag mitteilte. Die Maßnahmen treten demnach am Sonntagabend in Kraft. Feiern mit mehr als 50 Personen sind ab dann verboten. Das gilt auch für Feste im Freien. Die Behörden in Amsterdam verfügten zusätzlich, dass die Parks nachts geschlossen werden, um illegale Partys zu verhindern.
  • In Madrid werden erneut drastische Einschränkungen der Bewegungsfreiheit zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus verhängt. Wie die Regierungschefin der spanischen Hauptstadtregion, Isabel Díaz Ayuso, am Freitag ankündigte, dürfen die Bewohner einer Reihe von Vierteln diese nur noch verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, zum Arzt oder wenn sie Kinder zur Schule bringen. Etwa 850.000 Madrilenen sind betroffen – rund 13 Prozent der 6,6 Millionen Einwohner der Stadt.
  • Im Kampf gegen die Corona-Krise will Finanzminister Olaf Scholz im Bundeshaushalt 2021 rund 96 Milliarden Euro neue Schulden aufnehmen. Der Krise solle nicht hinterhergespart werden.
  • Die 7-Tage-Inzidenz für München beträgt 50,7. Sie entspricht der Anzahl der für die letzten sieben Tage neu gemeldeten Fälle pro 100.000 Einwohner und wird werktäglich vom Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bayernweit ermittelt. Für Donnerstag (Stand 23.59 Uhr) meldete die bayrische Landeshauptstadt 141 neue Corona-Fälle.
  • Hessen hebt die coronabedingten allgemeinen Besuchsbeschränkungen für Alten- und Pflegeheime auf. Es werde keine verbindlichen Vorgaben des Landes zur Dauer und Anzahl der Besuche mehr geben, teilten Staatskanzlei und Sozialministerium am Freitag in Wiesbaden mit. Maßgeblich seien nun die jeweiligen Schutzkonzepte und Hygienepläne der Einrichtungen.
  • Der Landkreis Cloppenburg hat den 7-Tages-Grenzwert bei Corona-Neuinfektionen überschritten. Am Freitag wurden 61,5 neue Infektionen auf 100.000 Einwohner in der vergangenen Woche gemeldet, teilte das Sozialministerium in Hannover mit. Ab einem Wert von mehr als 50 müssen verstärkte Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Innerhalb eines Tages hat Tschechien mehr Corona-Neuinfektionen verzeichnet als das viel größere Deutschland. Am Donnerstag wurde mit 3130 neuen Fällen erstmals die 3000er-Marke überschritten, wie am Freitag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging.
  • Die Corona-Krise bleibt eins der Top-Themen im Präsidentschaftswahlkampf in den USA. Nachdem erneut eine Ex-Regierungsmitarbeiterin den Präsidenten Donald Trump beschuldigte, die Pandemie wider besseren Wissens kleingeredet zu haben, hat Präsidentschaftskandidat Joe Biden mit deutlichen Worten reagiert. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Wegen Corona-Lügen: Biden ruft Trump zum Rücktritt auf
  • Die Punkband Die Ärzte verschiebt coronabedingt ihre ausverkaufte Tour um ein Jahr. Sie soll Ende 2021 nachgeholt werden. „Leider können aufgrund behördlicher Auflagen im Zusammenhang mit Covid-19 die Konzerte der „In The Ä Tonight Tour“ in 2020 nicht stattfinden“, teilte die Berliner Band am Freitag unter Hinweis auf den Veranstalter mit. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Die Ärzte: „In The Ä Tonight“-Tour auf 2021 verschoben
  • Die russische Operndiva Anna Netrebko befindet sich nach zwei Auftritten zur Wiedereröffnung des Moskauer Bolschoi-Theaters mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus. „Sie helfen mir. Alles wird gut“, schrieb die 48-jährige Sopranistin im Online-Dienst Instagram. Sie befinde sich bereits seit fünf Tagen mit einer Covid-19-Lungenentzündung im Krankenhaus. „Ich werde mich bald erholen“, hieß es weiter. Ihr Manager sagte der „New York Times“, es gehe ihr bereits besser.
  • Die israelische Regierung will mit einem zweiten landesweiten Lockdown eine weitere Ausbreitung des Coronavirus verhindern. Von Freitagnachmittag an müssen sich die Menschen in dem Mittelmeerstaat für mindestens drei Wochen erneut mit starken Einschränkungen arrangieren. Während des erneuten Lockdowns sollen nun Schulen und Kindergärten geschlossen bleiben. Auch Hotels, Einkaufszentren sowie Freizeitstätten und Strände müssen schließen. Restaurants dürfen nur noch außer Haus verkaufen. Lebensmitteleinkäufe und Arztbesuche sind aber weiterhin erlaubt. Die Menschen dürfen sich aber nur noch in Ausnahmefällen weiter als 500 Meter von ihrem Zuhause entfernen. Ein parlamentarischer Ausschuss teilte allerdings am Donnerstag nach Medienberichten mit, die Entfernung könnte auf einen Kilometer ausgeweitet werden.

Donnerstag, 17. September: Wehrbeauftragte Högl in Corona-Quarantäne

  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den Anstieg der Corona-Infektionen in Europa als „alarmierend“ bezeichnet. Im Nordosten Englands gelten ab Freitag strikte Ausgehregeln, in Österreich werden private Treffen wieder stark eingeschränkt. Frankreich verschärft die Corona-Maßnahmen in Lyon und Nizza. In Europa – wozu die WHO 53 Länder inklusive Russland zählt – wurden bisher fast fünf Millionen Corona-Fälle registriert. Mehr als 227.000 Menschen starben an den Folgen der Viruserkrankung. Täglich werden der WHO zufolge derzeit zwischen 40.000 und 50.000 neue Ansteckungen festgestellt.
  • In Zusammenhang mit der Corona-Pandemie sind für das deutsche Gesundheitssystem zusätzliche Kosten von mindestens zwei Milliarden Euro entstanden. Das geht laut einem Bericht der Düsseldorfer „Wirtschaftswoche“ aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion hervor. Getragen würden diese Kosten allein von den gesetzlichen Krankenkassen, private Krankenversicherungen blieben außen vor, hieß es dazu weiter.
  • Die Wehrbeauftragte des Bundestages, Eva Högl, hat sich vorsorglich in Quarantäne begeben. Dies sei eine Vorsichtsmaßnahme, nachdem sie bei einem Truppenbesuch Kontakt zu einer infizierten Soldatin gehabt habe, bestätigte ihr Büro der Nachrichtenagentur dpa. Ein Testergebnis liegt noch nicht vor.
  • Im Kampf gegen die zweite Corona-Welle hat die österreichische Regierung die Sozialkontakte nochmals drastisch eingeschränkt. Bei privaten Feiern und Veranstaltungen in geschlossenen Räumen sind ab kommenden Montag nur noch zehn Teilnehmer erlaubt, wie Bundeskanzler Sebastian Kurz am Donnerstag mitteilte. In Restaurants müssen auch Gäste künftig eine Schutzmaske tragen. Lediglich wenn sie an ihrem Tisch sitzen, dürfen sie diese abnehmen. Auch auf Märkten und Messen soll ab Montag eine allgemeine Maskenpflicht gelten – auch, wenn diese im Freien stattfinden.
  • Das Tragen einer Brille kann womöglich das Risiko senken, sich mit dem Coronavirus anzustecken. Diese Schlussfolgerung legt eine Beobachtungsstudie aus China nahe, die jetzt im Fachjournal „Jama Ophthalmology“ veröffentlicht worden ist. Mehr dazu: Warum Brillen das Infektionsrisiko für Corona senken könnten
  • Der finanzielle Unterschied zum Altersruhegeld zwischen Rentnern und Pensionären ist groß. Die Corona-Krise könnte die Kluft noch weiter vertiefen. Lesen Sie hier: Vielen Rentnern droht wegen Corona eine Nullrunde
  • Mehr als 30 Corona-Fälle stehen möglicherweise im Zusammenhang mit einer Hochzeit nach einer Panne im Krankenhaus Vilshofen. „Aus der Hochzeitsgesellschaft direkt haben sich bisher rund 25 Infektionsfälle bestätigt“, teilte ein Sprecher des Landratsamts Passau mit. Zudem seien acht Personen positiv getestet worden, die im Kontakt mit Hochzeitsgästen gestanden hätten. Zwei Personen sind in stationärer Behandlung. Zuvor hatte es eine Testpanne im Krankenhaus Vilshofen gegeben, bei der zwei Personen mit Symptomen zunächst nicht getestet und isoliert wurden, wie das Krankenhaus bestätigte.
  • So ein Spielstand kommt selten vor: Aus Angst vor einer Corona-Infektion haben Fußballer der 3. Kreisklasse im niedersächsischen Uelzen absichtlich ein Spiel verloren – und zwar haushoch: 0:37 hieß es am Ende. mehr zum Spiel lesen Sie

Mittwoch, 16. September: RKI weist Wien als Risikogebiet aus

  • Die Bundesregierung hat auch Budapest am Mittwochabend zu Corona-Risikogebieten erklärt. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilte, sind von der Einstufung als Risikogebiet auch weitere Regionen unter anderem in den Niederlanden, Kroatien, Frankreich und der Schweiz betroffen.
  • Das Robert Koch-Institut (RKI) hat Wien auf die Liste der Corona-Risikogebiete gesetzt. Zentrales Kriterium für die Einstufung als Risikogebiet ist, in welchen Staaten oder Regionen es in den vergangenen sieben Tagen mehr als 50 Neuinfizierte pro 100.000 Einwohner gegeben hat. I
  • Wer sich mit dem Coronavirus infiziert hat, muss in – Quarantäne? Oder Isolierung? Wer ordnet das eigentlich an und wie lange dauert das? Eine Übersicht über die Begrifflichkeiten und die Quarantäne-Regeln, finden Sie hier: Wie lange dauert die Corona-Quarantäne?
  • Stammt das Coronavirus womöglich doch nicht von einem Tiermarkt im chinesischen Wuhan – sondern aus einem Militärlabor? Das glaubt die chinesische Virologin Li-Meng Yan und hat in einer Arbeit angebliche Beweise vorgelegt. Ob diese belastbar sind, lesen sie hier.
  • In der österreichischen Hauptstadt Wien steigen die Corona-Zahlen weiter an, die deutsche Bundesregierung ist laut Medienberichten alarmiert. Wie „Der Standard“ schreibt, erwäge Deutschland Wien zum Risikogebiet zu erklären und eine Reisewarnung für die Stadt auszusprechen.
  • Statt einem Mundschutz hat sich in Manchester ein Mann im Bus eine Schlange ums Gesicht gewickelt – eine lebendige. Mehr über die kuriose Geschichte lesen Sie hier.
  • US-Schauspieler Neil Patrick Harris (47), sein Ehemann David Burtka (45) und die gemeinsamen 9-jährigen Zwillinge Gideon und Harper kämpfen Ende März mit einer Coronavirus-Infektion. Lesen Sie hier: „How I Met Your Mother“: Das machen die Schauspieler heute
  • Zwei Tage vor Beginn eines Lockdowns in Israel hat die Zahl der Corona-Neuinfektionen eine Rekordmarke erreicht. Das Gesundheitsministerium teilte mit, am Vortag seien 5523 neue Fälle registriert worden.
  • Darauf machen Forscher des Max-Planck-Instituts für Infektionsbiologie aufmerksam. Welche Impfungen jetzt schützen sollen und warum sich die Corona-Übertragungen ab Oktober mehr als verdoppeln könnten, lesen Sie hier.
  • Indien hat mehr als fünf Millionen bekannte Corona-Infektionen erfasst. In absoluten Zahlen gerechnet steigen die bekannten Neuinfektionen in der südasiatischen Nation seit Wochen schneller als in jedem anderen Land. In den vergangenen 24 Stunden kamen mehr als 90.000 neue Fälle dazu.
  • Babyboom, gestiegene Nachfrage nach Schwangerschaftstests, Rückgang der Frühgeburten im Frühjahr: Verliefen Schwangerschaften während der Corona-Pandemie unproblematischer? Lässt sich sagen, welche Auswirkungen der Lockdown auf Geburten und Schwangerschaften in Deutschland hat?
  • Die Ständige Impfkommission (Stiko) beim Robert Koch-Institut rechnet damit, dass es in Deutschland in Zukunft mehrere unterschiedliche Impfstoffe gegen das neue Coronavirus geben wird.

Dienstag, 15. September: Drosten weißt Kritik an Corona-Maßnahmen zurück.

Montag, 14. September: Vereinigte Arabische Emirate geben grünes Licht für Notfall-Impfstoff

Sonntag, 13. September: Israels Regierung beschließt landesweiten Lockdown

  • Die Corona-Lage in Deutschland hat sich zuletzt stabilisiert – Virologe Streeck plädiert dafür, nicht nur auf die Ansteckungszahlen zu achten. Lesen Sie dazu: Pandemie – Virologe Streeck fordert einen Strategiewechsel
  • Israels Regierung hat angesichts steigender Neuinfektionen mit dem Coronavirus die Verhängung eines zweiten landesweiten Lockdowns beschlossen. Das Kabinett stimmte am Sonntagabend gegen den Widerstand einiger Minister für neue drastische Ausgangsbeschränkungen.
  • Nach einem heftigen Corona-Ausbruch in Garmisch-Partenkirchen fordert Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) Konsequenzen für die mutmaßliche Verursacherin.
  • Der Bonner Virologe Hendrik Streeck hatte in einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ gefordert, in der Corona-Debatte nicht nur auf die Infektionszahlen zu schauen, sondern auch die nicht stark wachsenden Todeszahlen in den Blick zu nehmen.
  • Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD) greift diese Forderung auf dem Kurznachrichtendienst Twitter auf. Er teile nicht die Annahme, dass es bei leichten Fällen bleiben wird. „SarsCov-2 ist nicht harmloser geworden, dafür gibt es eine Evidenz.“
  • Die Zahl der Neuinfektionen auf Mallorca wurde pro 100.000 Einwohner für die vergangenen sieben Tage aufgrund der Übertragungsfehler mit deutlich unter 50 angegeben, obwohl sie tatsächlich wesentlich höher lag.
  • Bei der Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen in München sind mehrere Menschen festgenommen worden.
  • Die meisten am Frankfurter Flughafen positiv auf das Coronavirus getesteten Reiserückkehrer sind aus dem Kosovo eingereist.
  • Trotz der Pannen bei den Corona-Tests in Bayern halten die meisten Bürger den CSU-Vorsitzenden Markus Söder für die beste Option für das Kanzleramt. 31 Prozent trauen Söder den Posten zu, wie eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar für die „Bild am Sonntag“ ergab.

Samstag, 12. September: Corona-Demos in München und Hannover

Freitag, 11. September: Garmisch-Partenkirchen verschärft die Corona-Maßnahmen

  • Über 80 Mitglieder einer kurdischen Jugendbewegung haben in einem Zug von Lüneburg Richtung Hamburg erst eine Zugbegleiterin heftig angepöbelt und danach die hinzugerufene Bundespolizei attackiert. Die Aktivisten waren am Donnerstag ohne Mund-Nasenschutz und gültige Fahrscheine unterwegs.
  • Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder.
  • Durch die Corona-Krise hat sich die Lage am Ausbildungsmarkt nach Angaben von Bundesbildungsministerin Anja Karliczek weiter verschlechtert.
  • Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, Andreas Westerfellhaus, hat vor einer weiteren Isolation der Menschen in Alten- und Pflegeheimen gewarnt.
  • Eine Mehrheit der Deutschen ist laut einer Umfrage dafür, dass der Bundestag bei der Corona-Bekämpfung wieder die volle Entscheidungshoheit zurückerhält. Knapp 58 Prozent der Befragten vertraten in einer repräsentativen Erhebung die Auffassung, dass die im März zugebilligten Sonderrechte der Bundesregierung im Kampf gegen die Pandemie enden sollen.
  • Nutzer der Corona-Warn-App des Bundes bekommen auf iPhone-Modellen mit der neusten Betriebssystem-Version iOS 13.7 unter Umständen ein höheres Risiko angezeigt, als sie tatsächlich hatten. Darauf haben die Entwickler der App in einem Blogeintrag hingewiesen.
  • US-Präsident Donald Trump hat dementiert, die Amerikaner über die Gefahr durch das Coronavirus belogen zu haben. „Ich habe nicht gelogen“, sagte Trump im Weißen Haus auf eine entsprechende Frage eines Reporters. In Interviews des Investigativjournalisten Bob Woodward hatte Trump gesagt, er habe die Gefahr durch das Virus heruntergespielt.
  • Deutschland wird nach einer Prognose der EU-Kommission ein Gewinner des neuen Verteilungssystems für die Milliardenbeträge aus dem europäischen Corona-Konjunkturprogramm sein. Nach den der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Zahlen könnte die Bundesrepublik rund 22,7 Milliarden der insgesamt 312,5 Milliarden Euro erhalten.

Donnerstag, 10. September: Trump gibt in Interview Lügen über Corona zu

  • Die Ärzte in Madrid wollen wegen der durch die Corona-Pandemie verursachten Überlastung streiken. Die größte Mediziner-Gewerkschaft der Region um die spanische Hauptstadt hat zu einem „unbefristeten und kompletten“ Streik ab dem 28. September aufgerufen.
  • Die Gesundheitsbehörden in Frankreich haben mehr als 8500 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden bestätigt. Das ist gut viermal so viel wie in Deutschland. Die französische Regierung will deshalb am Freitag über eine Verschärfung der Corona-Maßnahmen beraten.
  • Das Robert Koch Institut (RKI) hat für Würzburg einen Wert von 52,4 bei der Sieben-Tage-Inzidenz vermeldet. Doch die Stadt wollte die Zahl gegenüber dem Bayrischen Rundfunk (BR) nicht bestätigen. Zudem wies eine Sprecherin des Gesundheitsamtes Würzburg auf eine bayernweite Panne bei der Übertragung der Daten an das RKI hin.
  • Die Stadt München hat eine für Samstag angekündigte Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen mit 5000 angemeldeten Teilnehmern auf dem Odeonsplatz untersagt. Stattdessen dürfe sie unter strikten Auflagen und mit weniger Teilnehmern auf der Theresienwiese stattfinden.
  • Schon früh soll der US-Präsident Donald Trump über die Gefährlichkeit des Coronavirus gewusst haben. Dennoch soll er die Öffentlichkeit bewusst angelogen haben. Lesen Sie hier: Trump soll Corona-Gefahr ganz bewusst heruntergespielt haben
  • In Österreich wurden am Donnerstag 664 Neuinfektionen registriert. Das ist der stärkste Anstieg innerhalb eines Tages seit März.

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