Corona: Hamburg führt Maskenpflicht an Schulen ein

In Hamburger Schulen wird eine Maskenpflicht eingeführt. Andere Bundesländer prüfen den Schritt. Die Entwicklungen im Corona-Newsblog.

Diskussion um Corona-Großdemo in Berlin hält an - Forderung nach Strafen

Nach der Corona-Großdemonstration in Berlin mit Verstößen gegen die Hygiene-Auflagen wird weiter über die Konsequenzen diskutiert. Dabei wurden nach Forderungen nach Geldstrafen gegen Regelbrecher laut. Erneute Corona-Großdemos wurden in Frage gestellt.

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Die wichtigsten Nachrichten im Newsblog zur Corona-Krise:

  • Bei Corona-Tests an den Flughäfen in NRW werden rund 2,5 Prozent der Reiserückkehrer aus Risikogebieten positiv getestet
  • Debatte über Maskenpflicht in Schulen: In Hamburg müssen Schüler künftig einen Mund-Nasen-Schutz tragen – andere Bundesländer wollen ebenfalls eine Maskenpflicht einführen
  • Hurtigruten stoppt nach Corona-Ausbruch alle Expeditionskreuzfahrten
  • Nach den Verstößen gegen die Corona-Auflagen bei Demos in Berlin wird eine Debatte über die Versammlungsfreiheit geführt
  • Corona-Studie bestätigt: Menschen können ihre Haustiere mit dem Coronavirus anstecken
  • Großbritannien führt zwei neue Arten von Corona-Schnelltests ein
  • In Deutschland gibt es unseren Recherchen zufolge bislang mehr als 211.000 registrierte Corona-Infektionen und rund 9150 Todesfälle
  • Mehr als 18 Millionen Corona-Infektionen wurden weltweit registriert, über 689.000 Menschen starben an der Lungenerkrankung Covid-19 – davon allein mehr als 154.000 in den USA

Berlin. Die Sommerferien sind vorbei: Als erstes Bundesland startet an diesem Montag Mecklenburg-Vorpommern ins neue Schuljahr. Alle Schülerinnen und Schüler sollen wieder täglich zur Schule gehen – unter Einhaltung der Hygieneregeln. Hamburg und einige andere Bundesländer wollen zusätzlich eine Maskenpflicht an Schulen einführen.

Derweil hat sich nach den massenhaften verstoßen gegen die Corona-Auflagen bei den Demos in Berlin am vergangenen Wochenende eine Debatte über die Grenzen der Versammlungsfreiheit entfacht. Bundeswirtschaftsminister Altmaier forderte härtere Strafen für Verstöße gegen Corona-Regeln. Lesen Sie mehr dazu: Anti-Corona-Demo befeuert Debatte über Versammlungsrecht.

Corona-News-Ticker: R-Wert leicht gesunken, aber weiter bei über 1

Das Robert Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt eine deutliche Steigerung der Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland festgestellt. Nun meldeten die Gesundheitsämter 509 Infektionen. Der R-Wert liegt aktuell bei 1,11 und ist damit leicht gesunken.

Alle aktuellen RKI-Fallzahlen lesen Sie hier: RKI meldet neue Fallzahlen – Reproduktionszahl gesunken

Montag, 3. August 2020: Gesundheitsminister beraten über Fan-Rückkehr in Stadien

12.31 Uhr: Die Anti-Corona-Demo beschäftigt weiter die Politik. Nun kritisierte die Bundesregierung das Verhalten der Teilnehmer scharf. „Die Bilder, die wir da am Wochenende sehen mussten, sind inakzeptabel“, sagte die stellvertretende Regierungssprecherin Ulrike Demmer.

Es sei dabei nicht nur zu „gravierenden Verstößen gegen die Hygieneregeln“ gekommen, sondern es seien nach aktuellem Kenntnisstand auch „menschenverachtende Äußerungen“ gemacht und die Arbeit von Journalisten behindert worden, sagte Demmer.

Teilnehmer sollten sich zudem fragen, was es bedeute, Seite an Seite mit Menschen zu demonstrieren, die rechtem Gedankengut und Verschwörungstheorien anhingen.

Steve Alter, Sprecher des Bundesinnenministeriums, sagte: „Demonstrationen wie am vergangenen Wochenende beobachtet sind mit Blick auf den Infektionsschutz eine Gesundheitsgefahr für uns alle und in dieser Form nicht akzeptabel.“

12.10 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder wollen sich am 10 August mit einer möglichen Rückkehr der Fans in die deutschen Fußballstadien beschäftigen.

Bei einer Außerordentlichen Mitgliederversammlung der 36 Proficlubs am Dienstag soll es auch um das Konzept für die Teilzulassung der Fans in der 1. und 2. Bundesliga gehen. Nach den Vorstellungen der DFL soll es bis Ende Oktober ein Stehplatz- und Alkoholverbot und keine Gästefans in den Stadien bis Jahresende geben, wenn zur neuen Saison wieder Zuschauer in eingeschränkter Zahl zugelassen werden. Entsprechende Anträge des DFL-Präsidiums stehen bei der anstehenden Mitgliederversammlung zur Abstimmung.

11.47 Uhr: Nach dem Corona-Ausbruch auf ihrem Kreuzfahrtschiff „Roald Amundsen“ bietet die norwegische Reederei Hurtigruten vorerst keine Reisen mit ihren drei Expeditionsschiffen mehr an.

Zuvor waren 36 Besatzungsmitglieder sowie mittlerweile auch mehrere Passagiere des Schiffes positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Die Hurtigruten-Schiffe auf der sogenannten Postschifflinie zwischen Bergen und Kirkenes verkehren dagegen weiter.

11.40 Uhr: Die Grünen fordern von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und der Bahn weitere Schritte zur Durchsetzung der Maskenpflicht in Fernzügen. Während seiner Fahrten in Fernzügen habe er aber „kein einziges Mal“ wahrgenommen, „dass das Bahnpersonal Reisende ohne Maske auf ihr Fehlverhalten anspricht“, schrieb der bahnpolitische Sprecher der Grünen im Bundestag, Matthias Gastel, zu einem von ihm vorgelegten Fünf-Punkte-Plan, über den zuerst die „Süddeutsche Zeitung“ berichtete.

Gastel forderte eine „klare Zuständigkeit der Bundespolizei“, damit diese das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes im Fernverkehrszug kontrollieren und durchsetzen könne. „Bei notorischen Maskenverweigerern muss die Bundespolizei den Ausschluss von der weiteren Beförderung bereits im Zug feststellen und durchsetzen können“, schrieb er.

Zudem brauche es auf Bundesebene eine Rechtsgrundlage zur Verhängung von Bußgeldern durch die Bundespolizei, dafür müsse Scheuer sorgen.

Darüber hinaus forderte Gastel, das Reservierungssystem der Bahn so umzustellen, dass Sitzplätze möglichst auf Abstand zugeteilt würden. Einzelne Wagen könnten für Risikogruppen vorgehalten werden. Sparpreis-Tickets sollten nur für gering ausgelastete Züge angeboten werden, um nicht weitere Fahrgäste in absehbar volle Züge zu locken.

10.52 Uhr: In weiteren französischen Gemeinden gilt jetzt eine Maskenpflicht im Freien. In 69 zusätzlichen Gemeinden des Départements Mayenne müssen seit Montag die Schutzmasken auch auf der Straße getragen werden.

In der Küstenmetropole Nizza muss Medienberichten zufolge jetzt auf bei Touristen beliebten Plätzen eine Maske im Freien getragen werden. Bei Nichteinhaltung drohe ein Bußgeld von 35 Euro, berichtete France 3.

Die Präfektur von Lille hatte zuvor für die Stadt eine Maskenpflicht etwa in der Fußgängerzone angekündigt. Auch auf Parkplätzen an Einkaufszentren oder in Parks ist die Maske verpflichtend.

10.46 Uhr: Bei Corona-Tests von Reiserückkehrern aus Risikogebieten an den nordrhein-westfälischen Flughäfen werden rund 2,5 Prozent der Urlauber Corona-positiv getestet. Dies sei eine „relativ hohe“ Trefferquote, sagte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Deutschlandfunk. 40 bis 50 Prozent der Rückkehrer machten von dem kostenlosen Angebot Gebrauch.

Rückkehrer aus diesen Gebieten müssen nach der Corona-Einreiseverordnung seit Mitte Juli einen negativen Test vorweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist oder sich für 14 Tage in Quarantäne begeben.

Wenn Reisende einen Test verweigerten, sollten ihre Personalien an das örtliche Gesundheitsamt weitergegeben werden, sagte Laumann.

In NRW hatten kostenlose Testangebote für Reisende aus Risikoländern an den Flughäfen Düsseldorf, Köln/Bonn, Dortmund und Münster/Osnabrück vor gut einer Woche begonnen. Bei Rückkehrern mit dem Auto seien lückenlose Kontrollen nicht möglich, so Laumann.

9.19 Uhr: Kinder an Hamburgs weiterführenden Schulen müssen künftig Mund-Nasen-Schutz tragen. Eine entsprechende Pflicht außerhalb des Unterrichts soll mit Beginn des neuen Schuljahres am Donnerstag eingeführt werden, sagte Hamburgs Schulsenator Ties Rabe (SPD) im ARD-„Morgenmagazin“.

Die Regel gilt für alle – Schüler, Lehrer, Besucher – sobald sie das Schulgelände betreten, in den Pausen und bei sämtlichen Wegen auf dem Schulgelände. Erst wenn sich alle Schüler und Lehrer zum Unterricht auf ihre Plätze begeben hätten, dürften die Masken abgenommen werden.

Ausgenommen seien nur Grundschüler bis zehn Jahre, „denn die sind noch so klein, dass sie mit den Masken eigentlich nicht fachgerecht umgehen können“, so Rabe. Er kündigte zudem an, möglichst rasch auch wieder Sport-, Kunst- und Musikunterricht einzuführen.

Mehrere Bundesländer wie Berlin, Bayern und Baden-Württemberg haben bereits angekündigt, eine Maskenpflicht in Schulgebäuden einzuführen. Sie soll jedoch nicht im Unterricht gelten. In anderen Ländern wie Nordrhein-Westfalen ist von freiwilligen Maskengeboten die Rede, oder es liegt – wie in Hessen oder Sachsen – im Ermessen der Schulen.

Reisebüro-Verband will Corona-Testpflicht für Kreuzfahrtgäste

8.42 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat bekräftigt, dass die Corona-Testpflicht für Reiserückkehrer aus Risikogebieten im Laufe dieser Woche in Kraft treten soll. Einen genauen Termin nannte er im ARD-„Morgenmagazin“ aber noch nicht: „Wir haben erste Entwürfe“, sagte der CDU-Politiker.

Er betonte, bis dahin gelte für alle Einreisenden aus Risikogebieten die Pflicht zu zwei Wochen Quarantäne. Er verwies zudem darauf, dass sich seit Samstag alle Einreisenden innerhalb von 72 Stunden nach der Ankunft in Deutschland auch ohne Krankheitsanzeichen kostenlos testen lassen können.

Auf die Frage, warum solche Testmöglichkeiten für Reiserückkehrer nicht schon früher geschaffen wurden, verwies Spahn darauf, dass man erst einmal Testkapazitäten habe aufbauen müssen. Jens Spahn rechnet mit einer Zunahme der Tests, neben Reiserückkehrern auch etwa von Lehrern und Erziehern.

7.47 Uhr: Der Reisebüro-Verband VUSR spricht sich für eine allgemeine Corona-Testpflicht auf Kreuzfahrtschiffen aus. „Es sollte für den Kreuzfahrtgast eine Testpflicht vor dem Antritt der Reise geben“, sagte Marija Linnhoff, Vorsitzende des Verbands unabhängiger selbstständiger Reisebüros, der „Rheinischen Post“.

Die Kosten sollten von den Gästen selbst getragen werden. „Wer sich eine Kreuzfahrt leisten kann, kann sich auch das leisten“, meinte Linnhoff. Sie plädierte auch für eine generelle Testpflicht für alle Urlaubsrückkehrer.

7.05 Uhr: Nach einem knapp dreitägigen Kurztrip mit strengen Hygiene-Auflagen ist das Kreuzfahrtschiff „Mein Schiff 2“ in Hamburg angekommen. Das Tui-Schiff, das coronabedingt nur 1500 statt 2900 Passagiere aufgenommen hatte, war ohne Landgang auf der Nordsee unterwegs.

An Bord galt ein strenges Hygiene-Konzept. Die Crewmitglieder sollten untereinander und zu den Gästen den Mindestabstand von 1,50 Metern einhalten oder Schutzmasken tragen. Die Buffetrestaurants sollten geöffnet sein – den Gästen wurden die Speisen aber angereicht. Bevor die Passagiere an Bord gingen, mussten sie einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen und ihre Körpertemperatur messen lassen.

Großbritannien führt Corona-Schnelltests ein

6.01 Uhr: Haustiere wie Hunde und Katzen können von Menschen mit dem Coronavirus infiziert werden. Diese Annahme von Wissenschaftlern hat jetzt eine Studie italienischer Forscher bestätigt. Sie untersuchten in Norditalien, vor allem in der Lombardei, 540 Hunde und 277 Katzen. Die Tiere lebten in Haushalten mit Corona-Patienten oder in besonders stark von Corona betroffenen Gebieten. 3,4 Prozent der Hunde und 3,9 Prozent der Katzen hatten Antikörper gegen das Virus gebildet.

Die Ergebnisse sind nach den Worten des Präsidenten des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald, Thomas Mettenleiter, nicht überraschend. „Sie bestätigen, was wir schon wissen“, äußerte er. „Wir gehen davon aus, dass im Regelfall die Übertragung des Virus vom Menschen auf das Tier erfolgt.“

Die Studie bestätige die bisherige Einschätzung des FLI, dass Hunde oder Katzen bisher keine Rolle bei der Verbreitung des Sars-CoV-2-Virus spielen. Ausschlaggebend sei die Übertragung von Mensch zu Mensch.

5.19 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 509 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland bei 1,11 (Vortag: 1,13).

5.02 Uhr: Als erstes Bundesland startet Mecklenburg-Vorpommern an diesem Montag ins neue Schuljahr. Alle 152.700 Schülerinnen und Schüler sollen wieder täglich zur Schule gehen. Von den 13.000 Lehrern im Land fallen rund 400 für den Unterricht vor der Klasse aus, weil ihr Corona-Risiko zu hoch ist. Deshalb soll ein Teil des Unterrichts weiterhin als Fernunterricht gegeben werden.

Das Bildungsministerium garantiert jedem Grundschüler vier Stunden am Tag. In den weiterführenden Schulen sind es fünf Stunden.

So soll das Infektionsrisiko verringert werden:

  • Die Schüler werden in feste Gruppen eingeteilt, die sich in der Schule nicht begegnen
  • Innerhalb der Gruppen sind die Abstandsregeln aufgehoben
  • Im Schulbus gilt die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes

Auch auf einigen Inseln in Schleswig-Holstein beginnt am Montag wieder die Schule. Hamburg folgt am Donnerstag. In der Woche darauf geht es in Berlin, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und im übrigen Schleswig-Holstein los.

3.03 Uhr: Zur Eindämmung des Coronavirus will Großbritannien zwei neue Arten von Schnelltests einführen. Ab der kommenden Woche werden Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren rund 5,8 Millionen DNA- und 450.000 Abstrichtests zur Verfügung gestellt.

Beide Tests sollen Covid-19 und andere vor allem im Winter wütende Viren wie Grippeviren nachweisen. Für die Durchführung der Tests soll kein geschultes medizinisches Fachpersonal erforderlich sein, was bedeute, dass sie auch in eher nicht-klinischen Umgebungen durchgeführt werden könnten.

In Großbritannien hat sich die Coronavirus-Lage weiter verschlechtert. Auffällig seien die Anstiege in Manchester, Tameside und Oldham, berichteten die „Manchester Evening News“.

Premier Boris Johnson hatte schon zuvor in ganz England weitere Lockerungsmaßnahmen für mindestens 14 Tage gestoppt. Im Norden wurden die Maßnahmen sogar verschärft: Dort dürfen sich Mitglieder verschiedener Haushalte nicht mehr in Innenräumen und Privatgärten treffen. Auch der gemeinsame Besuch von Pubs und Restaurants ist tabu.

Sonntag, 2. August 2020: Lauterbach fordert „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Corona-Regeln

22.46 Uhr: Der Ministerpräsident des Kosovo, Avdullah Hoti, hat sich nach eigenen Angaben mit dem Coronavirus angesteckt. Er habe keine Symptome außer einem sehr schwachen Husten, teilt Hoti auf seiner Facebook-Seite mit. Er werde sich nun für zwei Wochen zu Hause unter Quarantäne stellen.

Hoti und seiner Regierung wird vorgeworfen, nicht genug im Kampf gegen das Virus zu unternehmen. Im Kosovo sind rund 9000 Menschen nachweislich infiziert, rund 250 Menschen starben. In den vergangenen zwei Tagen sind die Infektionszahlen steil angestiegen.

21.47 Uhr: SPD-Chefin Saskia Esken hat die Polizeistrategie bei den Protesten gegen die staatlichen Corona-Beschränkungen in Berlin am Samstag in Frage gestellt. „Die Demonstration hätte schon früher aufgelöst werden können“, sagte Esken der ARD-„Tagesschau“. Dies sei jedoch erst bei der Kundgebung geschehen, die sich an den Demonstrationszug angeschlossen hatte.

Bei der Kundgebung hätten sich noch mehr Menschen versammelt, sie hätten noch enger beieinander gestanden. „Dann war es allerspätestens Zeit, einzugreifen.“ An dem Demonstrationszug hatten sich am Samstagnachmittag nach Schätzungen der Polizei bis zu 17.000 Menschen beteiligt, rund 20.000 waren es danach bei der Kundgebung.

21.09 Uhr: Das für die Zulassung von Impfstoffen in Deutschland zuständige Paul-Ehrlich-Institut macht Hoffnung auf eine vergleichsweise schnelle Verfügbarkeit einer Corona-Impfung. „Die Zuversicht ist groß, denn wir haben gerade in den letzten Wochen erlebt, dass wir aus den ersten klinischen Prüfungen Ergebnisse erhalten haben, die zeigen, dass einige Impfstoffe tatsächlich eine spezifische Immunreaktion beim Menschen gegen Coronavirus 2 induzieren können“, sagte Präsident Klaus Cichutek am Sonntagabend im ZDF.

Weltweit gebe es 140 bis 150 Impfstoffprojekte in diesem Bereich. „Wir haben bereits 26 klinische Prüfungen laufen, und auch sechs dieser klinischen Prüfungen befinden sich bereits in einem Stadium, wo noch mal statistisch signifikant Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten am Menschen erhoben werden“, erklärte Cichutek. In sogenannten Phase-III-Studien wird überprüft, ob ein Impfstoff tatsächlich vor einer Infektion schützt.

20.08 Uhr: Mindestens 40 Passagiere und Besatzungsmitglieder des norwegischen Kreuzfahrtschiffes „MS Roald Amundsen“ sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das Virus sei bei 36 der 158 Crew-Mitglieder nachgewiesen worden, teilen die Gesundheitsbehörden mit. Vier von ihnen seien bereits am Freitag ins Krankenhaus eingeliefert worden, nachdem das Schiff im Hafen Tromsö festgemacht hatte.

Die Crew wurde unter Quarantäne gestellt. Die 178 Passagiere durften von Bord gehen, da zu dem Zeitpunkt keine Ansteckung bekannt war. Die Behörden versuchen, die Reisenden zu finden, die bei den beiden jüngsten Arktis-Reisen an Bord waren.

19.43 Uhr: Zwei Maskenverweigerer haben auf einem Flug von Amsterdam nach Ibiza randaliert und sind nach der Landung von spanischen Sicherheitskräften festgenommen worden. Die beiden Männer hätten sich auf dem Flug am Freitag geweigert, Masken zu tragen, und andere Passagiere verbal und körperlich angegriffen, sagte ein Sprecher der Fluglinie der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Lesen Sie hier: Maskenverweigerer randalieren auf KLM-Flug – Festnahme

Mamming: 43 Saisonarbeiter positiv in zweitem Betrieb

18.53 Uhr: CSU-Chef Markus Söder hat sich angesichts der steigenden Zahl an Neuinfektionen gegen weitere Lockerungen von Corona-Auflagen ausgesprochen. „Wir müssen damit rechnen, dass Corona mit voller Wucht wieder auf uns zukommt“, sagte der bayerische Ministerpräsident der „Bild am Sonntag“. „Wenn wir nicht aufpassen, kann bei uns wieder eine Situation wie im März entstehen.“ Gefragt sei absolute Wachsamkeit. „Das Virus bleibt eine Daueraufgabe, die uns permanent unter Stress setzt.“

Viele Menschen seien im Umgang mit dem Virus leider leichtsinniger geworden, so Söder weiter. „Dazu gehören auch die extremen Lockerer und Verschwörungstheoretiker, die alle Maßnahmen schnellstens aufheben wollten.“ Jeder, der das Coronavirus unterschätze, sei widerlegt worden. Die zweite Welle sei praktisch doch schon da: „Sie schleicht durch Deutschland.“ Es gelte daher, noch aufmerksamer zu sein und rasch und konsequent zu reagieren.

18.31 Uhr: Der Corona-Ausbruch im niederbayerischen Mamming weitet sich aus. In einem weiteren Betrieb haben sich 43 Saisonarbeiter mit dem Virus angesteckt. „Diese und auch deren Kontaktpersonen befinden sich in Quarantäne“, sagte Landrat Werner Bumeder (CSU) am Sonntag. Am Vortag hatten die Behörden noch von 27 Fällen gesprochen. Die Tests in weiteren Betrieben und bei Bürgern im Landkreis Dingolfing-Landau seien negativ gewesen. „Nach jetzigem Stand liegt also nur ein Infektionsherd in Mamming vor.“

Der jetzt betroffene Betrieb im 3340 Einwohner Ort Mamming stellt Gemüsekonserven und Sauerkraut her. Die Behörden gehen davon aus, dass sich die Corona-Infizierten bei Mitarbeitern des Gemüsehofes angesteckt haben, in dem es zuerst zu einem Ausbruch gekommen war. Dort wurde bei rund 230 Erntehelfern eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen. Nach dem Ausbruch hatte der Landkreis Reihentests in allen Betrieben mit Saisonarbeitskräften angeordnet. In den übrigen 24 Betrieben seien die Tests negativ ausgefallen, sagte Bumeder.

17.40 Uhr: Rund 18.000 Urlauberinnen und Urlauber haben sich bisher an den bayerischen Teststationen auf das Coronavirus testen lassen. „Viele Reiserückkehrer gehen verantwortungsvoll damit um, wenn sie aus dem Urlaub kommen“, sagte Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag laut einer Mitteilung.

Bereits seit vergangenem Wochenende können sich Reisende an den Flughäfen in München und Nürnberg kostenlos auf eine Infektion mit dem Virus Sars-CoV-2 testen lassen, seit Samstag nun auch am Flughafen Memmingen. Seit Donnerstag gibt es außerdem an der Grenze zu Österreich drei Teststationen auf Rastplätzen an den Autobahnen 3, 8 und 93 sowie an den Hauptbahnhöfen München und Nürnberg.

16.06 Uhr: Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus steigt in Hessen wieder schneller. Am Sonntag meldete das Sozialministerium in Wiesbaden einen Anstieg von landesweit 88 neuen Fällen binnen 24 Stunden. Das ist mehr als ein Drittel der bundesweit 240 neuen bestätigten Infektionen.

Damit haben sich inzwischen in ganz Hessen insgesamt 12.117 Menschen mit dem Virus angesteckt. Die Zahl der Todesfälle blieb bei unverändert bei 520. In zwei Regionen hat die Zahl der Neuinfektionen mittlerweile bereits eine kritische Warnstufe der Pandemie überschritten: in der Stadt Offenbach und im Rheingau-Taunus-Kreis.

Polizei löst Fetisch- und Swingerpartys in Hamburg auf

16.01 Uhr: Die Hamburger Polizei hat eine Fetisch-Party und eine Swinger-Party gesprengt. In beiden Fällen war massiv gegen die Corona-Regeln verstoßen worden, wie ein Sprecher sagte. So hätten im Keller einer Sexboutique auf der Reeperbahn etwa 65 teils in Lack und Leder gekleidete Menschen in der Nacht zum Sonntag gefeiert. Bei lautstarker Musik vom DJ und mit Lichtorgel und Nebelmaschine sei auch getanzt worden. Viel zu viele Menschen hätten sich auf zu engem Raum befunden. „Die Luft war stark verbraucht“, sagte der Sprecher.

Im Hamburger Bezirk Bergedorf sei über Facebook unter dem Motto „Your Pride Fuck is not cancelled“ offenkundig zu einer Sexparty aufgerufen worden. Sogar einen Shuttle-Service vom S-Bahnhof Tiefstack habe es gegeben. Als die Polizei einem Shuttlebus gefolgt sei, hätten die Beamten in einem leerstehenden und nach außen abgedunkelten Firmengebäude mehrere Dutzend teils leicht bekleidete Gäste angetroffen. Es habe sich um eine „sexuell offene Veranstaltung“ mit Séparées und ausliegenden Kondomen gehandelt. Außerdem sei getanzt worden. In beiden Fällen seien Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet worden.

13.26 Uhr: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen fordert der Städte- und Gemeindebund ein umfangreiches Testprogramm für die Schulen. Die Länder seien „gut beraten, zumindest stichprobenartig Lehrpersonal, aber auch Schülerinnen und Schüler, regelmäßig zu testen, um mögliches neues Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen und die Infektionsketten zu unterbrechen“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg unserer Redaktion.

Das sei zwar mühsam und vor allem für die Schulleitungen eine große Herausforderung, so Landsberg. Ein Verzicht auf den Präsenzunterricht nach den Sommerferien wäre aber keine sinnvolle Alternative. „Das verbietet sich insbesondere deshalb, weil die Pandemiesituation noch Monate andauern wird.“ Gerade in den Schulen müsse immer wieder darauf hingewiesen werden, dass „Abstand halten, Maskenpflicht so weit wie nötig und regelmäßige Handhygiene leider die einzigen Mittel sind, wie wir uns selbst, aber auch jeden anderen schützen können“.

13.06 Uhr: Nach der Massendemonstration gegen Corona-Vorschriften in Berlin hat der Vizevorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Thorsten Frei, ein härteres Vorgehen des Staates gegen Regelbrecher gefordert. Diese Demonstranten seien „eine Gefahr für unser Land“, sagte Frei unserer Redaktion.

Daher sollten die Ordnungsbehörden „stärker auf schlüssige und detaillierte Hygienekonzepte bei Demonstrationsgenehmigungen drängen“. Die Umsetzung müsse mit empfindlichen Geldbußen für die Organisatoren verbunden werden. „Und natürlich muss das dann im Zweifelsfall durch die Polizei konsequent durchgesetzt werden.“ Frei betonte: „Es muss das klare Zeichen gesetzt werden, dass sich der Rechtsstaat nicht auf der Nase herumtanzen lässt.“

Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach forderte „dreistellige Bußgelder“ bei Verstößen gegen Maskenpflicht und Abstandsgebot. Dafür solle eine bundeseinheitliche Regelung getroffen werden. „Man kann gegen die Pandemie-Regeln demonstrieren. Man muss sie aber während der Demonstration beachten“, so Lauterbach.

Aida muss Kreuzfahrt-Neustart nach Corona-Zwangspause verschieben

11.32 Uhr: Die Kreuzfahrtreederei Aida Cruises hat ihren Neustart nach der Corona-Zwangspause kurzfristig verschoben. Die geplanten Mini-Kreuzfahrten auf der Ostsee für die erste Augusthälfte wurden am Sonntag abgesagt. Entgegen den Erwartungen des Unternehmens stehe eine letzte formale Freigabe für den Start der Kurzreisen ab 5. August durch den Flaggenstaat Italien noch aus, teilte Aida an seinem Sitz in Rostock mit.

Abgesagt wurden die Kurzreisen mit der Aidaperla ab/bis Hamburg vom 5. bis 8. August, vom 8. bis 12. August und vom 12. bis 15. August. Betroffen ist demnach auch die Kurz-Kreuzfahrt mit der Aidamar ab/bis Warnemünde vom 12. bis 16. August. Bei den geplanten Fahrten ab dem 16. August geht Aida davon aus, dass sie stattfinden können, wie ein Sprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte.

10.13 Uhr: Die ZDF-Journalistin Dunja Hayali musste ihre Dreharbeiten auf der Demonstration gegen Corona-Maßnahmen in Berlin abbrechen. Hayali und ihr Team waren zuvor mehrfach beschimpft worden, offenbar gab es zu große Sicherheitsbedenken.

In einem rund 37 Minuten langen Video, das Hayali auf Instagram postete, ist zu sehen, wie Demo-Teilnehmer ihr und ihrem Team am Samstag „Lügenpresse“ und „Schämt euch“ entgegenrufen. „Abbruch des Drehs, zu gefährlich“, erklärte die Journalistin am Ende. Hayali berichtet selbst von Beleidigungen und Bedrohungen, ohne konkrete Beispiele zu nennen. „Es ist eine gefährliche Melange, die sich hier auf der Straße zusammenfindet“, resümierte sie. Und ergänzte: „Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen als Presse.“

9.56 Uhr: Mehr als elf Millionen Deutsche können sich keinen Urlaub leisten. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamts hervor, die unserer Redaktion vorliegen. Danach geben 13,6 Prozent der 83 Millionen Bundesbürger an, ihre finanzielle Situation sei selbst für eine Woche Urlaub im Jahr zu schlecht. Besonders hoch ist der Anteil bei den Alleinerziehenden, von denen 30,1 Prozent nach eigener Auskunft auf eine Urlaubsreise verzichten müssen. Bei den Alleinlebenden sind es 21,8 Prozent.

Nach Auffassung von Linksfraktionschef Dietmar Bartsch zeigen die Zahlen „die soziale Spaltung“ des Landes und „ein gewaltiges Armutsproblem“. Bartsch sprach auch von einem familienpolitischen Versagen: „Wir geben jährlich Milliarden zum Beispiel für Rüstung aus, schaffen es aber nicht, Kinderarmut zu bekämpfen.“

Die Lage hat sich im Jahr 2018 allerdings leicht verbessert. 2017 hatten noch 25,2 Prozent der Deutschen angegeben, sie könnten sich keine Woche Urlaub leisten. Für 2019 liegen die Zahlen noch nicht vor.

Brandenburg will an Abstands- und Hygieneregeln festhalten

8.11 Uhr: Die Brandenburger werden im Kampf gegen das Coronavirus vorerst weiter auf Abstand und Hygiene sowie Masken beim Einkauf und im Nahverkehr achten müssen. Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) kündigte an, dass die Vorschriften über den 16. August hinaus verlängert werden sollen.

„Die AHA-Formel – Abstand halten, auf Hygiene achten und Alltagsmaske tragen, wo der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann – wird in Deutschland und Brandenburg auch weiter ein Thema sein“, sagte Nonnemacher der Deutschen Presse-Agentur. „Solange die Entwicklung weltweit so explosiv ist, müssen wir damit leben. Ich bin immer für vertretbare Lockerungen, wenn das Infektionsgeschehen dies zulässt. Aber wir können in dieser schwierigen Phase nicht sagen: Leute, das war’s.“

7.35 Uhr: Trotz erneut steigender Corona-Infektionszahlen in vielen Ländern sieht Tourismus-Staatssekretär Thomas Bareiß darin keinen Grund, auf Urlaub außerhalb von Deutschland zu verzichten. Schließlich hätten die Menschen nach den schwierigen Monaten ihren Urlaub verdient. „Unsere Freiheit und das Reisen sind wichtig und es spricht nichts dagegen, in die Sonne zu fahren, so lange man weiter verantwortungsvoll bleibt“, sagte der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung unserer Redaktion. „Ich traue das den Deutschen zu.“

Bareiß hält es für richtig, wenn sich Rückkehrer auf eine mögliche Corona-Infektion testen ließen. Urlaubsrückkehrern aus Risikogebieten drohe sonst eine 14-tägige Quarantäne. „Auch Menschen, die begründete Sorge haben, sich irgendwo angesteckt zu haben, sollten sich kostenlos testen lassen können“, forderte Bareiß.

7.25 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 240 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich somit mindestens 209.893 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Sonntagmorgen im Internet meldete (Datenstand 2. August, 0 Uhr).

Tags zuvor hatte die Zahl der täglich registrierten Neuinfektionen bei 955 gelegen. Die Zahlen der Neuinfektionen sind am Wochenende tendenziell niedriger als an Werktagen, weil nicht alle Gesundheitsämter ihre Werte übermitteln.

Polen meldet Rekordwert bei den Neuinfektionen

4.12 Uhr: Mindestens 36 Crew-Mitglieder eines in Norwegen vor Anker liegenden Passagierschiffs haben sich mit dem Coronavirus infiziert. Unter ihnen sei auch ein deutscher Staatsbürger, teilte die norwegische Reederei Hurtigruten mit. 33 andere Betroffene kämen aus den Philippinen, je einer aus Frankreich und aus Norwegen. Keiner von ihnen zeige Anzeichen einer Krankheit. Insgesamt sind derzeit noch 154 Crew-Mitglieder an Bord der „Roald Amundsen“.

Das Expeditionsschiff liege weiter im nordnorwegischen Tromsø vor Anker und werde isoliert, Passagiere befänden sich keine an Bord. Planmäßig hatte die „Roald Amundsen“ am Freitagnachmittag in Richtung Spitzbergen in See stechen sollen – die Reise wurde jedoch abgesagt, nachdem am Freitag die ersten Infektionen bei vier Besatzungsmitgliedern des Schiffes bekanntgeworden waren. Diese vier Personen kamen in ein Universitätskrankenhaus.

3.13 Uhr: Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin sind am Samstag 18 Polizeibeamte verletzt worden. Drei Polizisten mussten im Krankenhaus behandelt werden, wie die Polizei am frühen Sonntagmorgen über Twitter mitteilte.

Trotz steigender Infektionszahlen hatten Tausende Menschen gegen die staatlichen Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie protestiert. Nach Schätzungen der Polizei schlossen sich bis zu 17 000 Menschen einem Demonstrationszug an, rund 20.000 beteiligten sich anschließend an der Kundgebung. Weil dort viele Demonstranten weder die Abstandsregeln einhielten noch Masken trugen, begann die Polizei am frühen Abend, die Versammlung aufzulösen. Insgesamt waren laut Polizeiangaben 1100 Beamte im Einsatz.

2.02 Uhr: Auch im Nachbarland Polen steigt die Zahl der Corona-Neuinfektionen, das Land registrierte so viele neue Fälle wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Seit drei Tagen registriert das EU-Land täglich neue Rekordwerte. Die Regierung in Warschau erwägt deshalb schärfere Maßnahmen gegen eine weitere Ausbreitung des Virus.

Geprüft werde zum Beispiel erneut eine Quarantäne für Reisende aus einigen Ländern mit hohem Infektionsgeschehen. Im Land gilt eine Maskenpflicht in Bus und Bahn sowie in öffentlichen Gebäuden. In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 46.346 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1721 Menschen starben demnach mit dem Virus.

Samstag, 1. August 2020: Altmaier fordert härtere Strafen vor Verstöße gegen Corona-Regeln

  • Tausende Israelis haben an mehreren Orten des Landes gegen Korruption und das Krisenmanagement von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu in der Corona-Pandemie protestiert. Nach Angaben der Polizei nahmen an einer Demonstration in Jerusalem mehr als 7000 Menschen teil. Sie forderten den Rücktritt des Regierungschefs
  • 135 Bewohner einer Gemeinschaftsunterkunft in Nürnberg sind unter Quarantäne gestellt worden, weil einer der Bewohner positiv auf das Coronavirus getestet worden ist
  • Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Samstag verzeichneten die Behörden nach eigenen Angaben 658 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden
  • Bei der Auflösung der Kundgebung von Gegnern staatlicher Corona-Auflagen in Berlin hat die Polizei die Veranstaltungsbühne besetzt. Lesen Sie mehr: Demo gegen Corona-Maßnahmen: Polizei besetzt Bühne
  • Im Kampf gegen das Coronavirus will Russland im Herbst mit den ersten Impfungen beginnen. Dies sei für Oktober geplant, sagte Gesundheitsminister Michail Muraschko der Staatsagentur Tass zufolge. Zunächst sollten Ärzte und Lehrer geimpft werden, dann schrittweise der Rest der Bevölkerung
  • Angesichts steigender Corona-Zahlen verschärft Helgoland die Maskenpflicht. Am kommendem Montag müsse zunächst für zwei Wochen auf der Einkaufsstraße Lung Wai und auf der Promenade vom Hafen bis zum Dorfkern eine Mund-Nase-Bedeckung getragen werden
  • Mit einem Demonstrationszug haben Tausende Menschen in Berlin gegen die Corona-Maßnahmen protestiert. Die Polizei ging am Nachmittag von rund 15.000 Teilnehmern aus. Nach Polizeiangaben wurden dabei die Hygienevorgaben wie Abstand und Mund-Nasen-Schutz nicht eingehalten
  • Angesichts der Zunahme der Corona-Fälle erweitert Griechenland die Maskenpflicht. Wie der Zivilschutz mitteilte, müssen alle Menschen fortan in geschlossenen Räumen eine Maske tragen. Zudem sind Besuche in Krankenhäusern und Altersheimen nur im Ausnahmefällen erlaubt
  • Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier hat sich für härtere Strafen bei Verstößen gegen Corona-Regeln ausgesprochen. Ein Vorschlag Altmaiers: Man soll nur in Busse und Bahnen einsteigen dürfen, wenn man Schutzmaske trägt oder eine beim Einstieg erwirbt.
  • Die Gesundheitsämter in Deutschland haben nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 955 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet
  • Der brasilianische Präsident Jair Bolsonaro spielt auch nach seiner Coronavirus-Infektion die Gefahren der Pandemie weiter herunter. Es gebe nichts zu befürchten, sagte er vor Reportern. „Ich bedauere die Todesfälle. Aber Menschen sterben jeden Tag, an vielen Dingen. So ist das Leben“
  • Angesichts der rasanten steigende Zahl von Coronainfektionen in Deutschland haben führende Politiker und Ökonomen vor einem weiteren Lockdown gewarnt. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) sagte unserer Redaktion: „Einen zweiten Lockdown können wir uns nicht leisten. Das würde unsere Wirtschaft kaum verkraften und sich letztendlich auch negativ auf den Sozialstaat und seine Stabilität auswirken. Hilfsmaßnahmen wie im jetzigen finanziellen Rahmen ließen sich wohl nicht wiederholen“
  • Die Soforthilfe für in finanzielle Nöte geratene Studenten wird stark nachgefragt. Von den seit Juni zur Verfügung gestellten 100 Millionen Euro an Überbrückungshilfe sind laut Bundesbildungsministerium bereits über 28 Millionen Euro abgerufen worden

Freitag, 31. Juli 2020: Mallorca-Urlauber nach Corona-Infektion in Quarantäne

  • Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsehof im niederbayerischen Mamming hat sich die Zahl der infizierten Erntehelfer auf 232 erhöht. Das Landratsamt leitete am Freitagabend nach eigenen Angaben „umgehend eine Trennung der nun positiv getesteten Saisonarbeitskräfte von den negativ Getesteten in die Wege“.
  • Nachdem das Auswärtige Amt einige Gebiete Spaniens zu Risikogebieten erklärt hat, fragen sich viele Deutsche, was nun mit ihren gebuchten Flügen nach Barcelona & Co. geschieht. Der Verbraucherzentrale Bundesverband macht gegenüber unserer Redaktion deutlich, dass kein rechtlicher Anspruch auf eine Rückerstattung besteht – egal, ob es eine Reisewarnung gibt oder nicht. Dennoch können Betroffene zumindest einen Teil des Ticketpreises wiederbekommen.
  • Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat aus seiner eigenen Corona-Infektion offensichtlich nichts gelernt. Bei einem Besucht in Bagé im Süden Brasiliens trug er zwar eine Maske, schüttelte aber Hände, wie das Portal „G1“ am Freitag berichtete. Daraufhin hätten sich Menschenansammlungen gebildet. Bolsonaro zeigte bei dem Auftritt demnach das umstrittene Malariamittel Hydroxychloroquin, das er zur Covid-19-Behandlung propagiert. Bolsonaro hatte vor mehr als drei Wochen bekanntgegeben, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Mehrere Tests fielen positiv aus, am Samstag twitterte er dann, ein neuer Test bei ihm sei negativ ausgefallen.
  • Donald Trump hat in Bezug auf die Verschiebung der US-Wahlen eine Rolle rückwärts gemacht. „Ich will keine Verschiebung“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz im weißen Haus. Nur einen Tag zuvor hatte Trump einen gänzlich anders lautenden Beitrag auf dem Kurznachrichtendienst Twitter abgesetzt. Auch wenn Trump jetzt nichts mehr von einer Verschiebung der Wahl wissen will, erneuerte er auf der Pressekonferenz ausführlich seine Befürchtungen zum Wahlbetrug.
  • Die Corona-Apps verschiedener europäischer Staaten sollen vernetzt werden. Die EU-Kommission soll den entsprechenden Auftrag bald den deutschen Unternehmen SAP und Telekom erteilen. Diese hatten bereits die deutsche Corona-Warn-App entwickelt – bei der zuletzt bekannt wurde, dass sie mehrere Wochen bei manchen Android- und iPhone-Benutzern nicht richtig funktioniert hatte.
  • Wegen der stark steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Spanien warnt das Auswärtige Amt nun vor touristischen Reisen in drei Regionen des beliebtesten Urlaubslands der Deutschen. Betroffen von der formellen Reisewarnung sind nach einer Mitteilung des Auswärtigen Amts vom Freitag Katalonien mit der Touristenmetropole Barcelona und den Stränden der Costa Brava sowie die westlich davon im Landesinneren liegenden Regionen Aragón und Navarra, nicht aber Mallorca und auch nicht die Kanaren.
  • Nach einer Hochzeitsfeier sind im Kreis Kleve mehr als 50 Gäste positiv auf das Coronavirus getestet worden. Das teilte die Kreisverwaltung am Freitag mit. Bei der Veranstaltung habe es sich um eine Feier im benachbarten Kreis Wesel gehandelt, sagte eine Sprecherin. Bis auf wenige Ausnahmen seien allerdings alle Gäste im Ort Geldern im Kreis Kleve beheimatet. „Das Gesundheitsamt nimmt direkt Kontakt mit den positiv getesteten Personen auf, um weitere Informationen zu erhalten“, sagte Landrat Wolfgang Spreen. Die Kontaktpersonenermittlung laufe.
  • Mit ihrem Programm „Ausbildungsplätze sichern“ will die Bundesregierung Unternehmen Anreize bieten, Azubis zu halten oder gar neue Ausbildungsstellen zu schaffen. Ab kommender Woche können kleine und mittlere Betriebe daher die sogenannte Azubi-Prämie beantragen. Dafür stellt die Bundesregierung insgesamt 500 Millionen Euro bereit.
  • Erstmals seit der Wiedereröffnung der Balearen-Inseln mit Mallorca für den internationalen Tourismus sind Urlauber nach Behördenangaben positiv auf das Coronavirus getestet und in Quarantäne geschickt worden. Über die Herkunft oder die Nationalität der Betroffenen teilte die regionale Gesundheitsbehörde am Freitag auf Anfrage zunächst nichts weiter mit. Die Zeitung „Diario de Mallorca“ schrieb, es handele sich insgesamt um zehn Urlauber mit nur leichten oder gar keinen Krankheitssymptomen. Bereits zuvor hatte eine Familie aus Cottbus offenbar das Coronavirus mit nach Hause gebracht. Lesen Sie hier: Corona: Familie muss nach Mallorca-Urlaub in Quarantäne Wegen illegaler Partys hat die Regierung der Balearen vergangene Woche die Lokale am Ballermann und auch im bei Briten beliebten Vergnügungsareal Punta Ballena in Magaluf geschlossen. Lesen Sie dazu: Partys am Strand von Magaluf sorgen für Ärger auf Mallorca

Corona-News: Bisherige Meldungen im alten Live-Ticker

Wir starten unseren neuen News-Ticker. Alle bisherigen Nachrichten finden Sie in unserem bisherigen Corona-News-Ticker.

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