Kita-Kind stirbt in Viersen: Mehr Details in Pressekonferenz

Viersen.  Pressekonferenz heute: Die Ermittler äußern sich zum Stand der Ermittlungen zum Tod einer Dreijährigen in einer Kita in Viersen.

Kita-Mord in Viersen: Ermittler mit neuen Erkenntnissen

Bei den Ermittlungen gegen eine wegen Mordes an einem dreijährigen Kita-Kind verdächtigen Erzieherin in Viersen sind die Behörden auf weitere Vorfälle in früheren Kindergärten der 25-Jährigen gestoßen.

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  • Im möglichen Mordfall an einer Dreijährigen in einer Kita in Viersen haben sich die Ermittler heute in einer Pressekonferenz geäußert
  • In der PK informierten sie über den aktuellen Stand der Ermittlungen
  • Hintergrund: Eine 25 Jahre alte Erzieherin soll das Mädchen in ihrer Kindertagesstätte getötet haben
  • Berichte, nach denen die Frau schon früher in Kindergärten auffällig wurde, wurden von zunächst Behörden dementiert – nun wurde aber offenbar doch ein ähnlicher Vorfall bekannt

In einer Kita in Viersen (NRW) soll ein dreijähriges Mädchen von einer Erzieherin getötet worden sein. Die 25-Jährige sei festgenommen worden und befinde sich wegen Mordverdachts in Untersuchungshaft.

Am Donnerstag teilten die Ermittler in einer Pressekonferenz zum Stand der Ermittlungen mit, dass sie auf einen weiteren Vorfall in einem früheren Kindergarten der Verdächtigen gestoßen sind. Das sagte Leiter der Mordkommission, Guido Roßkamp, am Donnerstag in Mönchengladbach. Zuvor hatte es bereits ähnliche Medienberichte gegeben, die zunächst aber von Behörden und einer weiteren früheren Kita der Verdächtigen dementiert worden waren.

Behörden dementierten zunächst frühere Verdachtsfälle

Zunächst war unter anderem von „Bild.de“ berichtet worden, dass die Verdächtige bereits wegen früherer Vorfälle in Kindergärten im Fokus der Ermittler gestanden habe. Dies dementierte die Polizei Mönchengladbach zunächst.

„Weder der Polizei noch der Staatsanwaltschaft lagen vor der hier in Rede stehenden Tat diesbezügliche Hinweise vor“, heißt es in einer Polizeimeldung dazu. „Derartige Falschbehauptungen und weitergehende Spekulationen sind dem Erfolg der Ermittlungen nicht dienlich und vergrößern das Leid der Angehörigen und Betroffenen.“

An ihrer früheren Arbeitsstelle in Kempen habe es keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Der Jahresvertrag der Frau sei am 31. Juli 2019 wie geplant ausgelaufen, sagte Stadtsprecher Christoph Dellmans am Dienstag. Entsprechend habe es auch keine internen Untersuchungen gegeben. „Wenn etwas in einer Kita bei uns passiert, haben wir ein vorgeschriebenes Notfall-Prozedere. Die Eltern, das Jugendamt und gegebenenfalls auch die Unfallkasse werden informiert“, sagte der Sprecher.

Mord an Kita-Kind in Viersen: Polizei geht von Tod durch Fremdeinwirkung aus

Am 21. April hatte es in der städtischen Kita in Viersen einen Notarzteinsatz gegeben, weil das Mädchen nicht mehr geatmet hatte. Am 4. Mai sei das Kind im Krankenhaus gestorben, heißt es in der Polizeimeldung weiter. Das Krankenhaus hatte bereits vorher die Polizei alarmiert, da den Ärzten der Fall verdächtig vorkam.

Nach der Obduktion war laut Polizei endgültig klar, „dass das Mädchen durch Fremdeinwirkung zu Tode gekommen ist“. Wie genau das Kind starb, wurde zunächst nicht öffentlich gemacht. Hierzu sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach: „Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, machen wir derzeit keine weiteren Angaben.“

Erzieherin arbeitet nicht mehr in Kita in Viersen

Am Dienstag war die 25-Jährige als Tatverdächtige festgenommen und einen Tag später dem Haftrichter vorgeführt worden. Sie sitzt nun wegen Mordverdacht in Untersuchungshaft. Inzwischen ist die Frau offiziell nicht mehr in der Kita beschäftigt. Wie die Stadt Viersen bekannt gab, hatte die Erzieherin Mitte April gekündigt. Der 22. April sei ihr letzter Arbeitstag gewesen.

Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft schloss aus, dass ein Zusammenhang mit einer Brandstiftung in einer Kita in Viersen besteht. Weitere Details und Hintergründe des Geschehens nannten die Ermittler am Wochenende aus taktischen Gründen nicht. „Um die weiteren Ermittlungen nicht zu gefährden, machen wir derzeit keine weiteren Angaben“, sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Mönchengladbach.

So haben die Ermittler bislang die Todesursache nicht öffentlich gemacht und äußern sich auch nicht zum genauen Tatvorwurf. Auch zur Tatverdächtigen machten die Behörden keine weiteren Angaben. Näheres soll erst bei einer Pressekonferenz zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gemacht werden.

Gerüchte kursieren in Viersen – Stadt appelliert an die Bürger

Indessen haben die Stadtoberen von Viersen die Bevölkerung aufgerufen, sich nicht an der Verbreitung von Gerüchten zu beteiligen.

„Wir verstehen, dass der schreckliche Verdacht viele Menschen bewegt. Der Umstand, dass aufgrund der laufenden Ermittlungen mehr Fragen bestehen als Antworten mitgeteilt sind, trägt sicher zur Unsicherheit bei“, ist seit Samstag auf der Facebook-Seite des Rathauses zu lesen. Auch auf Vorverurteilungen sei zu verzichten.

Bürgermeisterin spricht von Entsetzen

Viersens Bürgermeisterin Sabine Annemüller drückte der Mutter des toten Kindes persönlich ihr Beileid aus. In einer offiziellen Stellungnahme schrieb Annemüller: „Das Entsetzen über den Verdacht, dass ein solches Geschehen sich in einer Kindertagesstätte ereignet haben könnte, hinterlässt uns sprachlos.“

Die Bestürzung in der Gemeinde ist groß, wie ein Pressesprecher der Stadt bestätigte. Vor der Kita seien Kerzen und Kuscheltiere abgelegt worden.

(dpa/jha/jas/raer)

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