RKI: Aktuelle Reproduktionszahl und neue Fallzahlen

Berlin.  Wie entwickeln sich die Corona-Fallzahlen in Deutschland? Und wie lautet die aktuelle Reproduktionszahl des Robert-Koch-Institut (RKI)?

Coronavirus: Darum ist die Reproduktionszahl so wichtig

Beim Coronavirus ist oft von der Reproduktionsrate oder einem Reproduktionswert die Rede. Was ist das und was sagt es aus? Unser Video erklärt es.

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  • Laut Robert Koch-Institut haben sich in Deutschland seit Beginn der Pandemie 182.028 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, das sind 213 Personen mehr als am Vortag (Stand 2. Juni)
  • Insgesamt 8522 Menschen sind in Deutschland an den Folgen einer Coronavirus-Infektion verstorben, das sind 11 Tote mehr als am Vortag
  • Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 166.400 Menschen die Infektion überstanden
  • Wie hoch ist die Reproduktionszahl genau? Und wie hat sie sich im Vergleich zum Vortag verändert?

182.028 Menschen haben sich laut Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Beginn der Pandemie mit dem Coronavirus infiziert (Stand 2. Juni). 8522 Personen sind an dem Virus verstorben – 11 mehr als am Vortag. Die aktuelle Reproduktionszahl liegt bei 0,89.

RKI-Fallzahlen und Reproduktionszahl für Deutschland

Die sogenannte Reproduktionszahl, auch R-Wert genannt, ist ein wichtiges Instrument zur Einschätzung der Infektionsrate. Die Reproduktionszahl gibt an, wie viele Menschen ein Infizierter während seiner Erkrankung mit dem Erreger ansteckt.

Hintergrund: So wird die Reproduktionszahl berechnet.

Momentan liegt der R-Wert bei 0,89 (Stand 2. Juni). Damit ist die Reproduktionszahl niedriger als an den Tagen zuvor. Die Zahl ist über der kritischen Grenze – das Robert Koch-Institut hatte angegeben, dass der Wert idealerweise unter 1 liegen sollte, damit sich die Zahl der Neuinfektionen verringert.

Eine weitere Kennzahl des RKI ist der 7-Tage-R-Wert. Er vergleicht den 7-Tages-Mittelwert der Neuerkrankungen eines Tages mit dem 7-Tages-Mittelwert vier Tage zuvor. So soll das Infektionsgeschehen vor etwa einer bis etwas mehr als zwei Wochen abgebildet werden. Derzeit liegt der 7-Tage-R-Wert bei 0,89 (Stand 2. Juni).

Corona-Zahlen: Das sind die Unterschiede

Nach Angaben des RKI haben in Deutschland rund 166.400 Menschen die Infektion überstanden. Wie für andere Länder rechnen Experten aber auch in Deutschland mit einer hohen Dunkelziffer nicht erfasster Fälle.

Im Unterschied zum RKI meldet die amerikanische Johns-Hopkins-Universität (JHU) fortlaufend neue Fallzahlen: Demnach haben sich in der Bundesrepublik mittlerweile 183.594 Menschen mit dem Coronavirus infiziert. Die JHU zählt am 2. Juni zudem 8555 Corona-Tote in Deutschland – am Tag zuvor waren es 8546. Laut JHU lag die Zahl der Genesenen bei 165.632. Lesen Sie hier: RKI-Fallzahlen - Unterschiede zu den Corona-Daten der Johns-Hopkins-Universität.

Die Unterschiede zwischen der Datenlage des RKI und der JHU ergibt sich daraus, dass das deutsche Institut nur die elektronisch übermittelten Zahlen aus den Bundesländern berücksichtigt. Zudem aktualisiert die Behörde seine Aufstellung nur einmal täglich.

Coronavirus-Pandemie: RKI-Fallzahlen pro Bundesland

Die Uhrzeit, wann die Bundesländer neue Tagesstände übermitteln, variiert von Land zu Land. Unter Umständen gibt es dabei sogar an den verschiedenen Tagen Schwankungen. Lesen Sie hier: Alle aktuellen Nachrichten im Coronavirus-Newsticker.

Für die einzelnen Bundesländer übermittelte das RKI die folgenden Zahlen (nachgewiesene Infektionen, Stand 2. Juni):

  • Baden-Württemberg: 34.796*
  • Bayern: 47.029
  • Berlin: 6839
  • Brandenburg: 3274
  • Bremen: 1436*
  • Hamburg: 5089
  • Hessen: 10.060
  • Mecklenburg-Vorpommern: 761
  • Niedersachsen: 12.065
  • Nordrhein-Westfalen: 38.100
  • Rheinland-Pfalz: 6704
  • Saarland: 2730
  • Sachsen: 5309
  • Sachsen-Anhalt: 1707
  • Schleswig-Holstein: 3103
  • Thüringen: 3017

*Aus Baden-Württemberg und Bremen wurden gestern keine Daten an das RKI übermittelt.

Alle wichtigen Zahlen finden Sie in unserem Coronavirus-Monitor.

RKI-Chef wehrt sich gegen Kritik

Mit der zunehmenden medialen Präsenz des Robert Koch-Instituts häufte sich auch die Kritik an den Aussagen und Empfehlungen der RKI-Experten. RKI-Präsident Lothar Wieler betonte: „Bislang habe ich nichts erkannt, wo wir richtig große Fehler gemacht haben.“ Man wisse inzwischen mehr über das Coronavirus als noch vor vier Monaten und müsse „hier und dort“ Ansichten ändern.

Damit ging Wieler auch auf die Kritik ein, dass die Maskenpflicht recht spät eingeführt wurde und das Institut am Anfang der Pandemie noch dagegen war. „Die Bedeutung der Maske ist mit dem zunehmenden Wissen über diese Infektionskrankheit und über dieses Virus auch gewachsen“, erklärte Wieler. Lesen Sie hier: Lockerung der Corona-Maßnahmen in Deutschland – diese Regeln gelten in ihrem Bundesland.

RKI-Vizepräsident Lars Schaade hatte angekündigt, die Briefings nur noch anlassbezogen zu veranstalten. Per Verteiler und auf der RKI-Webseite würden weiterhin Informationen bereitgestellt. „Wir stehen natürlich auch weiter für Presseanfragen zur Verfügung“, hatte Schaade gesagt. Sollten die Fallzahlen wieder steigen, könne es auch wieder Briefings geben.

Hier finden Sie die wichtigsten Informationen zur Coronavirus-Krise:

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