Corona: So einfach macht man sich Mundschutz selbst

Berlin.  Das Tragen eines Mundschutzes ist derzeit unter anderem in Bussen und Bahnen Pflicht. Wie Sie Ihren Mundschutz selbst nähen können.

So nähen Sie sich selbst einen Mundschutz

Wegen der Coronakrise bekommt man kaum noch Mundschutz-Masken zu kaufen. Doch mit dieser Anleitung können Sie selbst einen nähen, mit dem Sie Ihre Umgebung schützen können.

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  • Ein Mundschutz oder eine Maske sind in Zeiten von Corona Pflicht. Aber wie kann ich mir einen Mund-Nasen-Schutz selbst machen?
  • Dafür brauchen Sie nicht unbedingt eine Nähmaschine; auch ohne Nähen fertigen Sie einen effektiven Mundschutz schnell an
  • Verschiedene Anleitungen und Informationen zum Thema „Mundschutz richtig waschen“ lesen Sie hier

In den meisten Geschäften sind handelsfertige Atemschutzmasken wegen der Coronavirus-Krise aber schon lange ausverkauft, im Internet werden Masken für immer höhere Preise angeboten und selbst Kliniken geht der Mundschutz aus. Um der Knappheit entgegenzuwirken, veröffentlichen immer mehr Menschen Anleitungen, wie die Schutzmasken selber hergestellt werden können. Lesen Sie hier: Diese Maskenpflicht-Regeln gelten jetzt in Deutschland.

Doch wer selbst zur Nähmaschine greift und das Produkt dann verkauft oder auch nur verschenkt, sollte vorsichtig sein: Die Stoffmasken dürfen nicht als Mundschutz oder Atemschutz angeboten werden. Bezeichnungen mit dem Zusatz „Schutz“ sind allein Medizinprodukten vorbehalten.

Mundschutz muss anders heißen – dann droht keine Abmahnung

Wer das nicht beachte, verstoße gegen die produktspezifischen Kennzeichnungspflichten nach dem Medizinproduktgesetz und gegen das Irreführungsverbot, warnt etwa die IT-Recht Kanzlei München. Demnach drohen Abmahnung sowie Straf- und Bußgeldverfahren.

Umgehen könne man das, indem man einfach auf das Wort „Schutz“ verzichte, also etwa Begriffe wie Mundbedeckung, Mund-und Nasen-Maske oder Behelfsmaske verwende. Außerdem wichtig: Darauf hinweisen, dass die Maske den Träger nicht komplett schützen kann.

Wer all das beachtet, ist auf der sicheren Seite – und wer Masken ohnehin nur für den Eigenbedarf näht, braucht sich gar keine Gedanken zu machen. Eine gute Idee ist das Schneidern allemal.

Alternative zum Mundschutz? So gut schützen Face Shields vor dem Coronavirus

Auch Lena Meyer-Landrut und Jan Böhmermann werben fürs Masketragen

Auch eine Gruppe von deutschen Promis setzt sich inzwischen – unter anderem mit einer Näh-Anleitung – für das Tragen von Schutzmasken ein. Unter anderem Lena Meyer-Landrut, Jan Böhmermann und Joko Winterscheidt machen auf das Thema mit dem Hashtag #maskeauf!“ aufmerksam.

Sie greifen in ihrer Kampagne eine Aussage des Virologen Christian Drosten auf. Deutschlands meistgefragter Experte in der Corona-Krise sagte, dass das Infektionsrisiko durch kollektives Tragen von Schutzmasken in der Öffentlichkeit verringert werden könne.

Auf der www.maskeauf.de sind unter anderem Infos über den Nutzen von Schutzmasken und eine Anleitung zu finden, mit der man sich selbst eine Atemschutzmaske basteln kann. „Weil die medizinischen Masken in die Medizin gehören, basteln wir sie uns selbst“, heißt es auf der Seite. „Damit schützen wir alle.“

Mundschutz ohne nähen: eine Anleitung zum Selbermachen

Für alle, die keine Experten im Nähen sind, gibt es mittlerweile viele Anleitungen im Internet, wie Sie selbst einen Mundschutz ohne nähen herstellen können. Sie brauchen:

  • ein Schnittmuster aus dem Internet,
  • ein Stück festen Stoff wie Jersey oder Sweat und
  • eine Schere.

Legen Sie den Stoff doppelt und schneiden Sie das Stoffmuster zurecht – denken Sie an die Löcher für Ohren. Schon können Sie Ihren Mundschutz ohne nähen tragen.

Mundschutz-Anleitung der Stadt Essen

Auch die Stadt Essen hat eine Nähanleitung veröffentlicht. Der Schutz soll besonders Pflegepersonal und pflegenden Angehörigen im Alltag helfen und die Verteilung von Tröpfchen in der Umgebung verhindern. Die achtseitige Anleitung solle dazu beitragen, „die Bevölkerung im Pandemiefall unabhängig von Lieferengpässen und von kostenintensiven Bevorratungen mit ausreichend Mund-Nase-Schutz zu versorgen“, heißt es in der Anleitung. Lesen Sie hier: Virologe fordert bei Anne Will Mundschutz und Atemmasken für alle.

Coronavirus: Baumwollstoff und Draht für den Mundschutz

Für den Mehrweg-Mund-Nasen-Schutz werden

  • kochfester Baumwollstoff und ein
  • Draht zum Fixieren im Nasenbereich

benötigt, heißt es in der Anleitung. Insgesamt besteht die Maske aus sechs Teilen: vier Stoffstreifen, einem Draht und einem großen Stofftuch.

Das Stofftuch, das über Mund und Nase gezogen wird, muss Atmung durchlässig sein und kann aus einer Stoffwindel, einem T-Shirt oder einem leichtem Baumwolltuch gefertigt werden.

Um die Maske herzustellen, werden außerdem

  • eine Nähmaschine,
  • ein Bügeleisen und
  • eine Schere

benötigt.

• Hintergrund: So gut schützen Atemmasken und Mundschutz vor dem Coronavirus

Stadt Essen lässt Mundschutze nähen

Auch die Stadt Essen selbst lässt sich solche Mundschutzmasken nähen. In der Näherei einer Werkstatt für behinderte Menschen in Essen werden derzeit täglich rund 100 solcher Masken für die Feuerwehr produziert, wie die Sprecherin der Gesellschaft für Soziale Dienstleistungen (GSE), Angela Köhler, am Montag sagte. Die Näherei fertigt ansonsten mit 18 Mitarbeitern unter anderem Baby-Schlafsäcke.

Lesen Sie auch: Wie Deutschland mit Engpässen bei Schutzmasken kämpft

Wie in der Anleitung betont, wird der Mundschutz komplett selbst gefertigt und ist damit nicht geprüft oder zertifiziert. Er soll als gute Alternative gelten, wenn keine anderen Schutzmasken mehr vorhanden sind. Die Nutzung sei jedoch komplett eigenverantwortlich. Diese Maskenpflicht-Regeln gelten für Kinder.

In Zeiten der Mundschutzpflicht: Masken selber nähen – hier gibt es kostenfreie Anleitungen:

Mittlerweile gibt es auch auf zahlreichen Näh-Blogs kostenfreie Anleitungen im Internet. Dort findet man nicht nur die Variante mit Falten, sondern auch eine halbrunde Variante. Wir haben eine kleine Sammlung zusammengestellt:

Mundschutz selber machen ohne Nähmaschine

Doch was tun, wenn man keine Nähmaschine besitzt? Auch hier hilft Virologe Drosten weiter. Auf Twitter empfiehlt er eine Anleitung vom Universitätsklinikum Hongkong-Shenzhen, mit der sich jeder eine Maske selbst basteln kann – ganz ohne nähen zu müssen.

Was Sie dafür brauchen:

  • Küchenrolle
  • Einweg-Taschentuch
  • Gummibänder
  • Locher
  • breites Klebeband
  • Draht

Und so geht es:

  • Waschen Sie sich zunächst die Hände
  • Legen Sie zwei Blätter Küchenrolle übereinander
  • Platzieren Sie darauf das Papiertaschentuch
  • Schneiden Sie den Stapel in der Mitte durch – jede Hälfte wird eine Maske
  • Kleben Sie einen Streifen Klebeband über die Kanten, um die Seitenränder zu stabilisieren
  • Lochen Sie beide Seiten am verstärkten Klebebandrand
  • Nun ziehen Sie je ein Gummiband durch die vier Löcher und befestigen es
  • Um die Maske ihrer Nase anpassen zu können, befestigen Sie noch ein Stück Draht mit einem weiteren Klebestreifen am oberen Ende der Maske

Mundschutz und Masken aus Staubsaugerbeuteln eine gute Idee?

Von selbstgebauten Masken aus Staubsaugerbeuteln wird abgeraten. Auch die Drogeriemarktkette dm warnt vor den Staubsaugerbeutel-Masken.

Schutzmaske waschen – so geht es:

Der Mundschutz ist genäht, wurde getragen – und dann? Wie reinige ich meine selbst genähte Schutzmaske am besten?

In der Waschmaschine: Masken sollten regelmäßig bei 60 Grad mit einem Vollwaschmittel gewaschen werden. Doch wer nicht jedes Mal die Maschine anschmeißen möchte, kann es auch einfacher haben und die Maske per Hand waschen.

Handwäsche: Auch hier gilt, das Wasser sollte richtig heiß sein. Wer dann (verständlicherweise) nicht mit seinen Händen ins Wasser will, für den hat die Verbraucherzentrale NRW einen Tipp. Sie rät dazu, Alltagsmasken mit einem Stab zu drehen und drücken. Sobald das Wasser etwas ausgekühlt ist, dann richtig mit der Hand kneten und wringen.

Bügeln: Wenn es schnell gehen soll, kann man seine Schutzmaske auch einfach bei hohen Temperaturen bügeln. Dazu raten Virologen.

Mehr Tipps zu Schutzmasken für Brillenträger

Die Maske sitzt, die Brille auch - beides gleichzeitig scheint sich aber bei vielen Menschen nicht zu vertragen. Die Brillengläser beschlagen.

Hinter der getrübten Sicht verbirgt sich ein einfaches physikalisches Phänomen: Warme Atemluft entweicht durch die Atemmaske dicht an den Brillengläsern. Die Feuchtigkeit in der Luft kondensiert an den kälteren Gläsern. Die Kondenstropfen brechen schließlich das Licht und sorgen für die eingeschränkte Sicht.

Brillenträger können mit ein paar einfachen Kniffen das Problem aber etwas abmildern. „Die Maske sollte so eng wie möglich anliegen - insbesondere der obere Teil direkt unter der Brille“, erklärt Timm Koedel, Apotheker aus Potsdam. So ströme weniger Atemluft an die Gläser.

Gläser mit milder Seife einreiben

Sein Rat: „Bei selbst gemachten Masken kann man beispielsweise einen biegbaren Metallbügel einnähen, der den Stoff enger an die Haut presst.“ Ein weiterer einfacher Trick ist, die Brille auf den Mund- und Nasenschutz zu setzen, so dass der Stoff unterhalb des Brillengestells liegt. Dann ströme die warme Atemluft mit etwas mehr Abstand an den Gläsern vorbei.

Ein Hausmittel für die Brillengläser, das nach Ansicht Koedels ebenfalls hilft, ist milde Flüssigseife ohne Alkohol. Diese sollte in geringer Menge mit einem feinen Tuch auf den Gläsern verteilt werden. Nach kurzer Einwirkzeit werden die Gläser nicht abgespült, sondern nur trockenpoliert. Durch den dünnen Seifenfilm kann sich das Wasser in der Atemluft nicht mehr auf dem Glas absetzen.

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(fmg)

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