Harrys und Meghans Rückzug: Queen spricht Machtwort

Berlin.  Harry und Meghan wollen sich von royalen Pflichten zurückziehen. Die Queen lud zum Krisengespräch – und veröffentlichte ein Statement.

"Megxit": Queen unterstützt Harry und Meghan

Königin Elisabeth hat zum Krisengipfel der Royals auf Schloss Sandringham geladen. In einem ersten Statement erklärt sie, den Herzog und die Herzogin von Sussex zu unterstützen.

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  • Der angekündigte Rückzug von Meghan und Harry aus dem engsten Kreis der britischen Königsfamilie sorgt weiter für Gesprächsstoff
  • Denn beide haben zwar viele Verpflichtungen – kommen aber durch ihre Rolle in der Königsfamilie in den Genuss zahlreicher Privilegien – und das meist auf Kosten des Steuerzahlers
  • Deshalb wurde zuletzt darüber gestritten, welche ihnen davon nach ihrem Ausstieg weiterhin zur Verfügung stehen und welche nicht
  • Die beiden wollten finanziell unabhängig werden, nicht mehr auf öffentliche Gelder angewiesen sein
  • Jetzt soll es eine Übergangsphase geben
  • Die Queen schien, so wurde berichtet, nicht vom als „Megxit“ bezeichneten Rückzug begeistert zu sein – doch sie hielt sich bedeckt
  • Das hat sich jetzt geändert: Queen Elizabeth hat ein Machtwort gesprochen

Die Queen hat sich offiziell zum Rückzug von Harry und Meghan von ihren royalen Verpflichtungen geäußert. Offenbar steht den Briten ein eher softer „Megxit“ bevor – inklusive Übergangszeit. Das teilte die Queen selbst mit.

„Heute hatte meine Familie eine sehr konstruktive Diskussion über die Zukunft meines Enkels und seiner Familie“ heißt es in dem Statement, das unter anderem über den offiziellen Twitter-Account der Royals verbreitet wurde.

Harry und Meghan: Queen unterstützt „Megxit“

„Meine Familie und ich unterstützen Harry und Meghans Wunsch, als junge Familie ein neues Leben zu beginnen“, heißt es weiter. „Obwohl wir es vorgezogen hätten, dass sie Vollzeitbeschäftigte der königlichen Familie bleiben, respektieren und verstehen wir ihren Wunsch, als Familie ein unabhängigeres Leben zu führen und gleichzeitig ein geschätzter Teil meiner Familie zu bleiben.“

Die beiden wollten finanziell unabhängig werden, nicht mehr auf öffentliche Gelder angewiesen sein. „Es wurde daher vereinbart, dass es eine Übergangsphase geben wird, in der die Sussexer Zeit in Kanada und im Vereinigten Königreich verbringen werden.“

Es handele sich um komplexe Angelegenheiten, die „meine Familie lösen muss, und es gibt noch einiges zu tun“. In den kommenden Tagen sollten aber endgültige Entscheidungen getroffen werden.

Harry und Meghan – Statement nach Gerüchten über Zerwürfnis mit William

Vorangegangen waren böse Gerüchte, Harry liege mit William im Streit. Seit dem Tod von Prinzessin Diana bildeten sie eine besondere Einheit im royalen Zirkus – sollte damit Schluss sein? Würde sich William wirklich von seinem kleinen Bruder distanzieren, weil dieser mit seiner Frau den royalen Rückzug plant?

Die Gerüchte in britischen Medien sind ausufernd – und Harry und William haben davon offenbar die Nase voll. Noch bevor es auf dem Landsitz Sandringham zum königlichen Krisentreffen ob der Rückzugsankündigung kommt, veröffentlichten sie ein Statement.

„Obwohl es klaren Widerspruch gab, erschien heute in einer britischen Zeitung eine falsche Geschichte, in der über die Beziehung vom Herzog von Sussex und vom Herzog von Cambridge spekuliert wurde“, heißt es darin. „Für zwei Brüder, die sich so intensiv mit den Fragen psychischer Gesundheit beschäftigen, ist der Gebrauch von solch aufstachelnder Sprache anstößig und potenziell schädlich.“

Harry und Meghan lassen Bombe platzen
Harry und Meghan lassen Bombe platzen

Die „Times“ hatte zuvor unter Berufung auf einen ungenannten „Eingeweihten“ berichtet, Harry und Meghan fühlten sich durch die nach ihrer Auffassung „herrische Haltung des Herzogs von Cambridge“, William, beiseite gedrängt.

Die „Sunday Times“ berichtete am Sonntag, William habe gegenüber einem Freund gesagt, dass er und Harry nun keine Einheit („seperate entities“) mehr bilden würden. William habe seinen „Arm immer um meinen Bruder gelegt und das kann ich nun nicht mehr tun“, hieß es weiter in dem Bericht. harrys und meghans rückzug ist ein lukrativer egotrip

Der Rückzug von den offiziellen Verpflichtungen des Königshauses war am Montag Thema beim Krisengipfel. Teilnehmen sollten an dem Gespräch laut BBC die Queen, Thronfolger Prinz Charles (71), Prinz William und Harry. Meghan sollte sich möglicherweise telefonisch zuschalten, berichtete die BBC.

Kurz nach der Bekanntgabe des Rückzugs hatte sie das Land verlassen, war nach Kanada gereist. Wohl auch, um ihren acht Monate alten Sohn Archie wiederzusehen. Laut Medienberichten war Archie bei einer engen Freundin Meghans geblieben.

Es stellen sich nun viele Fragen. Es geht um Geld, Titel, Nutzungsrechte von Ländereien – eben um alles, was im Königshaus bisher streng geregelt, aber Familiensache war. Britische Medien sehen die Queen unter Druck – können sich Harry und Meghan nicht nach eigenem Gutdünken entfalten, könnten sie in die Offensive gehen, zum Beispiel ein TV-Interview geben.

Bei dem Vorhaben von Harry und Meghan geht es auch um die Sympathien des britischen Volkes – bei Twitter und in anderen sozialen Medien hatten sich die Anhänger schon vor dem königlichen Krisengipfel positioniert – im #teammeghan oder #teamqueen.

Trotz Rückzug: Harry und Meghan wollen Queen unterstützen

Vor gut einer Woche hatten Harry und Meghan mit einem einzigen Instagram-Post das Königshaus in eine der größten Krisen der vergangenen Jahrzehnte gestürzt – und mit ihm die gesamte Brexit-gebeutelte Nation. „Wir wollen als ranghohe Mitglieder der Königsfamilie zurücktreten und arbeiten, um finanziell unabhängig zu werden“, erklärte das Paar. Sie würden Queen Elizabeth II. (93), die Großmutter Harrys, aber weiterhin voll unterstützen.

Das Paar hatte zudem bekannt gegeben, dass es in Zukunft zur Hälfte in Nordamerika und Großbritannien leben wolle. Dieser Schritt ermögliche es ihnen, „unseren Sohn mit Wertschätzung für die royalen Traditionen großzuziehen, während wir gleichzeitig den nötigen Raum erhalten, um uns auf das nächste Kapitel zu konzentrieren, wie den Aufbau unserer neuen gemeinnützigen Stiftung“, heißt es weiter.

Harry und Meghan: Heftige Kritik an der Herzogin

Die Royal-Expertin und Buchautorin Penny Junor nannte das Vorhaben des Paares in den britischen Medien „außergewöhnlich und nicht durchdacht“. Der frühere BBC-Royals-Korrespondent Peter Hunt sagte dem Fernsehsender Channel 4, Versuche der Royals, mit einer Karriere abseits der Verpflichtungen im Königshaus ihr eigenes Geld zu verdienen, hätten „immer mit Tränen geendet“. Bislang wurden die Ausgaben von Harry und Meghan weitgehend aus dem privaten Einkommen von Prinz Charles gedeckt.

Der frühere Pressesprecher der Queen, Dickie Arbiter, sagte dem Fernsehsender Sky News, das Vorgehen des Paares sei „eine Abfolge, Dinge auf ihre eigene Weise zu tun – was der falsche Weg ist“.

Harry und Meghan: „Komplizierte Fragen“ zu lösen

Das britische Königshaus hatte nach Bekanntwerden zunächst zurückhaltend auf den Wunsch von Prinz Harry und seiner Frau Meghan nach einem weitgehenden Rückzug von ihren königlichen Pflichten reagiert.

„Wir verstehen ihren Wunsch, einen anderen Weg einzuschlagen“, erklärte eine Sprecherin von Königin Elizabeth II. am Mittwochabend direkt nach der Bekanntmachung durch das Paar. Es handele sich jedoch um „komplizierte Fragen, deren Regelung Zeit braucht“.

Harry (35) und Meghan (38) hatten im Vorfeld offenbar nicht alle Royals über ihren Plan unterrichtet.

Einen vergleichbaren Fall hatte es das letzte Mal 1936 gegeben, als König Eduard VIII. sich in eine zwei Mal geschiedene Frau verliebte – Wallis Simpson. Aufgrund der Beziehung musste er abdanken. Wallis wurde zur Frau, „die den Briten den König stahl“. Als die Beziehung zu Meghan Markle und Prinz Harry 2016 bekannt wurde , verwiesen schon Medien wie der „Telegraph“ auf die Ähnlichkeiten zu Wallis Simpson.

Harry und Meghan haben turbulentes Jahr hinter sich

Prinz Harry, der 35 Jahre alte Herzog von Sussex und seine 38-jährige Frau haben ein turbulentes Jahr hinter sich. In einem Interview sprachen sie 2019 über die Schattenseiten eines Lebens in der Öffentlichkeit. Die britische Boulevardpresse hatte die US-Schauspielerin zunächst begeistert in der britischen Königsfamilie willkommen geheißen. Später wurde die Berichterstattung zunehmend kritisch. Manche vermuten, dass Harrys und Meghans Rückzug durch Rassismus ausgelöst worden ist: Eine Autorin beschreibt, wie sie darauf kommt.

Die Weihnachtsfeiertage verbrachten Harry und Meghan in Kanada, statt mit den anderen Mitgliedern des britischen Königshauses zu feiern. In Kanada hatte Meghan mehrere Jahre lang als Schauspielerin für die US-Serie „Suits“ gearbeitet. Der Herzog und die US-Schauspielerin hatten im Mai 2018 in Windsor geheiratet. Ein Jahr später kam ihr erstes Kind, Sohn Archie, zur Welt.

Besonders übel wurde dem Paar genommen, dass es bei der Taufe von Archie auf Privatsphäre beharrt hatte. Vor der mehrwöchigen Auszeit von den royalen Verpflichtungen wirkten Harry und Meghan angeschlagen. In einem Fernsehinterview während einer Afrika-Reise hatte Harry eingeräumt, dass er sich mit seinem Bruder William (37) auseinandergelebt habe. „Wir sind derzeit sicherlich auf unterschiedlichen Pfaden.“ Zugleich betonte er, er werde immer für William da sein – und umgekehrt.

Harry und Meghan sorgen für Ärger

In den vergangenen Monaten war immer wieder über die Zukunft Harrys und Meghans im Königshaus spekuliert worden. So hatte Prinz William im Juni bekanntgegeben, dass sein Bruder und dessen Ehefrau in Zukunft nicht mehr Teil der Royal Foundation sein werden. Die Stiftung ist eine Institution, die die verschiedenen Charity-Projekte der Prinzen und ihrer Gattinnen unter einem Dach vereinen sollte. Auch das Verhältnis zwischen Herzogin Kate und Herzogin Meghan soll sich stark verschlechtert haben.

Interessant wird nun zu sehen sei, wie unabhängig Harry und Meghan werden und wie sie eigenes Geld verdienen wollen. (ses/mbr/afp)

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