Eltern erschlagen und eingemauert – Urteil gegen junges Paar

Nürnberg  Sie sollen seine Eltern ermordet und die Leichen eingemauert haben: Im Doppelmordprozess gegen ein junges Paar soll das Urteil fallen.

Der 26-jährige Angeklagte (Mitte rechts) und dessen ebenfalls angeklagte 23-jährige Ehefrau (Mitte links) im Sitzungssaal im Landgericht Nürnberg-Fürth.

Der 26-jährige Angeklagte (Mitte rechts) und dessen ebenfalls angeklagte 23-jährige Ehefrau (Mitte links) im Sitzungssaal im Landgericht Nürnberg-Fürth.

Foto: Daniel Karmann / dpa

Sie sollen seine Eltern erschlagen und die Leichen eingemauert haben: Wegen Doppelmordes stehen ein 26-jähriger Informatiker und seine 23-jährige Frau müssen vor dem Landgericht Nürnberg-Fürth. Am Donnerstag werden die Urteile erwartet.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft hatte das Paar zunächst versucht, die Eltern des Mannes zu vergiften – mit Pflanzensamen vom Rizinusbaum und einer Überdosis einer Partydroge. Als dieser Mordversuch scheiterte, soll der Sohn Mitte Dezember 2017 seine Mutter erschlagen haben, als die 66-Jährige im Bett lag. Dafür soll er einen Zimmermannshammer benutzt haben. Mit dem gleichen Werkzeug soll er auch seinen 70-jährigen Vater getötet haben.

Wochen nach der Tat Getötete als vermisst gemeldet

Ende Dezember meldete das Paar die Eltern bei der Polizei als vermisst. Einen Tag später heirateten die beiden. Bei den Ermittlungen zum Verschwinden der Eltern fanden Beamte die Leichen eingemauert in einem Nebenraum der Garage auf dem Grundstück der Eltern in Schnaittach bei Nürnberg.

Die Staatsanwaltschaft hat für die Angeklagten lebenslange Freiheitsstrafen gefordert. Für den 26-Jährigen soll zusätzlich die besondere Schwere der Schuld festgestellt und Sicherungsverwahrung angeordnet werden. Die Verteidigung verlangte dagegen, das Paar von der Mordanklage freizusprechen. Allenfalls komme für den Angeklagten eine befristete Freiheitsstrafe wegen Totschlags in Betracht.

Frau soll Taten mitgeplant und vertuscht haben

Der Staatsanwalt ist überzeugt, dass die beiden Angeklagten die Tötung der Eltern gemeinschaftlich planten, auch wenn die Frau nicht unmittelbar an der Ausführung der Taten beteiligt gewesen sei. Sie habe ihren Mann jedoch nicht nur zu den Taten angestiftet, sondern diese maßgeblich gesteuert, vorbereitet und danach mit dem Angeklagten gemeinsam daran gearbeitet, die Morde zu vertuschen. Das Ehepaar stand seit Februar vor Gericht.

Die Mutter des Angeklagten soll gegen die Hochzeit des jungen Paares und den Einzug der Schwiegertochter gewesen sein. (dpa/moi)

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