Buß- und Bettag: Warum die Sachsen für den Feiertag bezahlen

Berlin  Seit 1995 ist der Buß- und Bettag nur noch in Sachsen gesetzlicher Feiertag. Aber auch in anderen Bundesländern gelten Ausnahmeregeln.

Der Buß- und Bettag fällt immer auf den ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag – in diesem Jahr ist es der 18. November.

Der Buß- und Bettag fällt immer auf den ersten Mittwoch nach dem Volkstrauertag – in diesem Jahr ist es der 18. November.

Der Buß- und Bettag an diesem Mittwoch (18. November) ist für evangelische Christen ein Tag der Besinnung. Nicht in allen Bundesländern ist außerhalb der evangelischen Gemeinden viel davon zu merken.

Nur in Sachsen ist der Buß- und Bettag noch ein gesetzlicher. Dennoch gelten in vielen Regionen in Deutschland besondere Regeln.

Wir klären die wichtigsten Fragen zum Buß- und Bettag:

Worum geht es beim Buß- und Bettag?

Besinnung, Selbstkritik und Neuorientierung stehen in der evangelischen Kirche am Buß- und Bettag im Mittelpunkt. Der Tag geht auf den Brauch zurück, in Notzeiten einen Bußgottesdienst abzuhalten, in dem Gott um Vergebung gebeten wird.

Viele Gemeinden laden meist am frühen Abend zu Andachten ein, um auch Berufstätigen die Teilnahme zu ermöglichen.

Warum ist der Buß- und Bettag kein gesetzlicher Feiertag mehr?

1995 wurde der Buß- und Bettag in allen Bundesländern außer in Sachsen ersatzlos gestrichen, um die damals neu eingeführte Pflegeversicherung finanzieren zu können. Als Ausgleich zahlen sächsische Arbeitnehmer mehr in die Pflegeversicherung ein – 0,5 Prozent ihres Brutto-Gehalts.

Die evangelische Kirche bezeichnet die Abschaffung des Feiertags, der erstmals 1532 gefeiert wurde, bis heute als Fehlentscheidung.

Welche Sonderregelungen gelten am Buß- und Bettag?

Geschäfte: Nur in Sachsen bleiben die Läden zu. In allen anderen Bundesländern gibt es keine Einschränkungen der Ladenöffnungszeiten.

Tanzverbot: In diesen Ländern gilt der Buß- und Bettag als stiller Freitag.

  • Bayern
  • Baden-Württemberg
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt

Je nach Bundesland zu verschiedenen Zeiten bleiben Discos und ähnliche Betriebe daher zu.

Schule: In Bayern haben alle Schüler schulfrei, Lehrer allerdings müssen arbeiten. An vielen Schulen wird der Tag daher für Fortbildungen oder Seminartage genutzt. In Berlin besteht für evangelische Schulkinder keine Unterrichtspflicht.

Buß- und Bettag – diese Länder haben keinen Feiertag:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachsen
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen

Buß- und Bettag nur in Sachsen Feiertag – wann haben alle frei?

  • Neujahrstag: 1. Januar
  • Karfreitag: vor dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling
  • Ostermontag: nach dem ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond im Frühling
  • Maifeiertag/Tag der Arbeit: 1. Mai
  • Christi Himmelfahrt: der Donnerstag 39 Tage nach dem Ostersonntag
  • Pfingstmontag: 50 Tage nach dem Ostersonntag
  • Tag der Deutschen Einheit: 3. Oktober
  • 1. und 2. Weihnachtstag: 25. und 26. Dezember

(dpa/epd/ba)

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