Landtagswahl in Gifhorn

Ticker: Landtagswahl in Gifhorn – SPD gewinnt Direktmandate

| Lesedauer: 12 Minuten
Hoffen und jubeln in den Parteibüros und im Gifhorner Schloss – die SPD hatte allen Grund dazu.

Hoffen und jubeln in den Parteibüros und im Gifhorner Schloss – die SPD hatte allen Grund dazu.

Foto: Reiner Silberstein

Gifhorn.  Landtagswahl im Landkreis Gifhorn: Philipp Raulfs und Kirsikka Lansmann ziehen in den Landtag. Marzischewski-Drewes (AfD) bekommt 17,1 Prozent.

  • Sowohl der Wahlkreis Gifhorn-Nord/Wolfsburg als auch Gifhorn-Süd gehen an die SPD.
  • So haben die knapp 150.000 Wahlberechtigten im Landkreis Gifhorn abgestimmt.

Ein klares Ergebnis im Wahlkreis Gifhorn-Süd und ein Kopf-an-Kopf-Rennen im Wahlkreis Gifhorn-Nord: Der bisherige SPD-Landtagsabgeordnete Philipp Raulfs verteidigt sein Direktmandat mit 38,6 Prozent gegen die CDU-Kandidatin Kerstin Meyer, die auf 27,0 Prozent der Erststimmen kommt. Auf Platz drei landet der AfD-Kandidat Robert Preuß mit 14,3 Prozent.

Im Wahlkreis Gifhorn-Nord gewinnt die 35 Jahre alte Kirsikka Lansmann (SPD) aus Ehra-Lessien mit einem Vorsprung von rund 600 Stimmen gegen die Lena-Sophie Laue (CDU). Lansmann kommt auf 33,0 Prozent der Stimmen, Laue auf 31,6 Prozent. Der Gifhorner Arzt Stefan Marzischewski-Drewes (AfD) kommt auf 17,1 Prozent. Er kommt als Spitzenkandidat seiner Partei auf Platz 1 der Landesliste in den Landtag.

So lief der Wahltag im Landkreis Gifhorn

19.54 Uhr: Kreiswahlleiter Thomas Walter verkündet: Das Erststimmenergebnis in Gifhorn-Nord wird erst feststehen, wenn auch die Stadt Wolfsburg komplett ausgezählt ist. Bis dahin ließen sich die Daten aus dem Wolfsburger Bereich nicht automatisch addieren. Zurzeit sind das die ausschlaggebenden Stimmen für Kirsikka Lansmann (SPD).

19.15 Uhr: Halbzeit beim Auszählen. In beiden Gifhorner Wahlkreis sind etwa die Hälfte der Wahllokale ausgezählt. Bei den Zweitstimmen liegt im Wahlkreis Gifhorn-Süd die SPD vorn, die auf 33,57 Prozent kommt. Die CDU rangiert mit 25,21 Prozent dahinter, gefolgt von der AfD mit 16,69 Prozent und Bündnis90/Die Grünen mit 12,50 Prozent. Die FDP kommt auf 4,09 Prozent, die Linke auf 2,42 Prozent.

Im Wahlkreis Gifhorn-Nord liegt die SPD mit 31,55 Prozent vor, dahinter die CDU mit 29,44 Prozent, die AfD mit 19,78 Prozent, die Grünen mit 8,14 Prozent, die FDP mit 3,96 Prozent und die Linke mit 2,06 Prozent.

18.44 Uhr: Christian Schroeder von den Grünen sagt: „Bei den Erststimmen spielen wir keine Rolle.“ Im Gegensatz zu Anke Reinemann hätte er noch Chancen, über die Liste in den Landtag einzuziehen, aber das werde sich wohl auch erst in der Nacht entscheiden.

18.30 Uhr: Eutzen gehört zu den ersten Im Landkreis Gifhorn ausgezählten Wahlbezirken: Die CDU-Kandidatin Lena-Sophie Laue kommt auf 43,24 Prozent, Kirsikka Lansmann (SPD) auf 14,86 Prozent, Christian Schroeder (Grüne) auf 20,27 Prozent.

Auch aus Lüben liegen die Ergebnisse vor: Bei den Zweitstimmen kommt die CDU auf 62,96 Prozent, die SPD auf 14,81 Prozent, die FDP auf 16,67 Prozent und die AfD auf 5,56 Prozent.

18.05 Uhr: Die ersten Prognosen zur Landtagswahl laufen im TV. Die Gifhorner SPD freut sich im eigenen Büro. Bei der CDU in der Gaststätte „Wiertz“ ist die Stimmung verhalten. Die Grünen freuen sich über die Steigerung auf 14 Prozent, haben aber insgeheim mehr erwartet. Nicole Wockenfuß: „16 mindestens!“

18 Uhr: In den 210 Wahllokalen der Wahlkreise Gifhorn-Süd und Gifhorn-Nord hat die Auszählung der Stimmen begonnen. Im Rittersaal des Gifhorner Schlosses öffnet das Informationszentrum der Kreisverwaltung. Dort laufen alle Einzelergebnisse aus den Wahlkreisen 5 Gifhorn-Nord/Wolfsburg und 6 Gifhorn-Süd zusammen. Kreiswahlleiter Thomas Walter und sein Team informiert über aktuelle Ergebnisse aus den Wahlkreisen. Mit ersten Zwischenergebnissen ist gegen 18.30 Uhr zu rechnen. Dann sind kleine Wahlbezirke wie Edesbüttel oder Rade zumeist ausgezählt. Kreiswahlleiter Thomas Walter: „Wir bitten alle Besucherinnen und Besucher darum einen medizinischen Mund-Nasen-Schutz zu tragen.“

Gifhorns Kreiswahlleiter Thomas Walter im Video zum Stand der Wahl
Gifhorns Kreiswahlleiter Thomas Walter im Video zum Stand der Wahl

15.15 Uhr: Laut Gifhorns Kreiswahlleiter Thomas Walter, und der Leiterin des Kreiswahlbüros, Sigrid Schumann, sind von den etwa 26.500 angeforderten Briefwahlunterlagen im Landkreis knapp 24.700 auch ausgefüllt wieder zurückgekommen. Das bedeute einen Briefwahlanteil von 17,5 Prozent. Das sei eine enorme Steigerung zu den vergangenen zwei Landtagswahlen (2017: 12 Prozent, 2013: 6 Prozent). Für die Gründe dafür kann Schumann nur spekulieren: „Vielleicht liegt es ein bisschen an Corona, vielleicht ist es auch ein Umdenken in der Bevölkerung.“ Seit 15.30 Uhr werden die Briefwahlunterlagen in den Räumen der IGS Gifhorn aufgeschlitzt und mit den Wahlbenachrichtigungen abgeglichen. Auseinandergefaltet und gezählt werden dürfen die Wahlzettel aber erst ab 18 Uhr. Aber auch an den insgesamt 210 Wahlurnen selbst sei die Beteiligung nach ersten Abschätzungen von Walter gut: „Da kommt uns das Wetter wohl auch zugute.“

12.36 Uhr: Kerstin Meyer, CDU-Kandidatin im Wahlkreis Gifhorn-Süd, kam mit dem Fahrrad zur Stimmabgabe im Dorfgemeinschaftshaus Wilsche. Erstmals ist das 2.000 Einwohner zählende Dorf in zwei Stimmbezirke aufgeteilt, um ein zeitnahes Auszählen zu gewährleisten. Bei der vergangenen Kommunalwahl habe das Auszählen bis in die Nacht gedauert, erläuterte Gifhorns Erste Stadträtin. Sie nutzte das schöne Herbstwetter für eine kleine Fahrradtour mit Ehemann Claus-Dieter Meyer, „voraussichtlich zum Tankumsee“.

10.13 Uhr: Die Wahlhelfer im Wahlbüro in Hillerse sagten, es sei schon ordentlich was los. Von den etwa 800 Wahlberechtigten im Ort seien schon mehr als 100 dort gewesen. Die Stimmung ist gut – vielleicht liegt es auch daran, dass für sie Kaffee und Berliner bereit stehen.

9. Oktober, 10 Uhr: SPD-Landtagsabgeordneter und -Kandidat für den Wahlbereich Gifhorn-Süd, Philipp Raulfs, gibt seinen Wahlzettel im Haus der Vereine in Hillerse ab.

8. Oktober, 10.30 Uhr: Die Landtagswahl hat im Landkreis Gifhorn längst begonnen. Mehr als 20.000 Wahlberechtigte haben bereits Briefwahlunterlagen angefordert und ihre Stimme abgegeben. Die Stadt Gifhorn beispielsweise hat eigens im Cardenap ein Briefwahlbüro eingerichtet. Die Mitarbeiterinnen Darja Rerich und Mary-Jane Iltner kümmern sich um die Wählerinnen und Wähler und berichten von regem Zuspruch. Das bestätigt auch Kreiswahlleiter Thomas Walter. Der Erste Kreisrat ist für den reibungslosen Ablauf der Wahl im Landkreis Gifhorn verantwortlich. Er spricht von einem hohen Briefwahlaufkommen. Alle Wahlberechtigten haben bei der Landtagswahl zwei Stimmen: eine Erststimme für die Wahl eines Direktkandidaten im Wahlkreis und eine Zweitstimme für die Wahl einer Partei. Den im Wahlkreis zu vergebenden Sitz erhält die Bewerberin oder der Bewerber mit der höchsten erreichten Stimmenzahl.

Welche Wahlkreise gibt es in Gifhorn? Wie teilen sich diese auf?

149.698 Frauen und Männer sind aktuell im Landkreis wahlberechtigt. Wie auch bei den vergangenen Landtagswahlen ist der Landkreis zweigeteilt. Zum Wahlkreis 5, Gifhorn-Nord, gehören die Stadt Wittingen, die Gemeinde Sassenburg, die Samtgemeinden Boldecker Land, Brome, Hankensbüttel und Wesendorf. Hinzu kommen die Wolfsburger Stadtteile Brackstedt, Velstove, Vorsfelde, Warmenau und Wendschott. Im Wahlkreis 5 sind 71.618 Menschen wahlberechtigt, davon 13.863 aus den Wolfsburger Stadtteilen.

Zum Wahlkreis 6, Gifhorn-Süd gehört die Stadt Gifhorn sowie die Samtgemeinden Papenteich, Isenbüttel und Meinersen. Die Zahl der Wahlberechtigten beträgt 78.080.

In beiden Wahlkreis gibt es nach Angaben des Kreiswahlleiters 5455 Erstwählerinnen und Erstwähler, davon kommen 746 aus den Wolfsburger Stadtteilen.

Das sind die Direktkandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis 5,Gifhorn-Nord

  • Kirsikka Anna Lansmann (SPD)
  • Lena-Sophie Laue (CDU)
  • Christian Schroeder (GRÜNE)
  • Helge Gülzau (FDP)
  • Stefan Marzischewski-Drewes (AfD)
  • Nicoline Rohweder (DIE LINKE.)
  • Harald Finzer (dieBasis)

Mehr über die Kandidaten finden Sie hier!

Das sind die Direktkandidatinnen und -kandidaten im Wahlkreis 6,Gifhorn-Süd

  • Philipp Raulfs (SPD)
  • Kerstin Meyer (CDU)
  • Anke Reinemann (GRÜNE)
  • Nick Nalewaja (FDP)
  • Robert Preuß (AfD)
  • Andreas Mantzke (DIE LINKE.)
  • Florian Reinelt (dieBasis)
  • Jannik Unger (Volt)

Mehr über die Kandidaten finden Sie hier!

Wichtiges zu Wahltag und Briefwahl im Landkreis Gifhorn

Die Wahllokale sind am Sonntag von 8 bis 18 Uhr geöffnet. Insgesamt sind im Wahlkreis 210 Wahllokale eingerichtet, 194 im Landkreis Gifhorn und 16 in den Wolfsburger Stadtteilen. In jeden Wahllokal sind mindestens 5 Wahlhelferinnen und -helfer im Einsatz. Die Kreisverwaltung plant 8 je Wahlvorstand ein. Insgesamt sind es kreisweit rund 2200 Wahlhelfer. Sie bekommen für ihre ehrenamtliche Arbeit ein sogenanntes Erfrischungsgeld von 35 Euro. Allein für die Ermittlung des Briefwahlergebnisses sind beim Kreiswahlleiter 41 Briefwahlvorstände mit rund 330 ehrenamtlich tätigen Wahlhelfern gebildet worden.

Stichwort Briefwahl: Die Kreisverwaltung rät Wählern, die am Sonntag verhindert sind und ihre Unterlagen noch nicht beantragt haben, wenn möglich in ihren Rathäusern zu wählen. Auf die Postlaufzeiten haben die Gebietseinheiten keinen Einfluss und letztlich tragen die Briefwählerinnen und Briefwähler das Risiko, dass der Wahlbrief auch wirklich bis zum Sonntag 18 Uhr beim Kreiswahlleiter (Schlossplatz 1, 38518 Gifhorn) eintrifft. Bis zu diesem Zeitpunkt können Briefwahlunterlagen auch persönlich direkt beim Kreiswahlleiter, Schlossplatz 1 (Schloss), 38518 Gifhorn, abgegeben bzw. in den Hausbriefkasten eingeworfen werden.

Neben der Anforderung der Briefwahlunterlagen ist die persönliche Abholung sowie die Durchführung der Briefwahl vor Ort in den Rathäusern der Gebietseinheiten zu den jeweiligen Öffnungszeiten möglich. Dieses Angebot besteht bis Freitag, 7. Oktober, um 13 Uhr. Die Unterlagen können dort schriftlich, per E-Mail oder auch online beantragt werden. Detaillierte Informationen dazu gibt es auch den Wahlbenachrichtigungen, die alle Wahlberechtigten erhalten haben.

Bereits rund zwei Wochen vor der Landtagswahl waren im Landtagswahlkreis 5 insgesamt 9.205 Briefwahlanträge und im Landtagswahlkreis 6 insgesamt 10.082 Briefwahlanträge eingegangen, berichtet der Kreiswahlleiter. Die Tendenz sei steigend.

So fiel das Ergebnis der Landtagswahl 2017 in Gifhorn aus

Bei den Landtagswahlen 2017 lag die SPD vor der CDU – sowohl bei den Erstimmen als auch bei den Zweitstimmen. Im Wahlkreis Gifhorn-Süd setzte sich der Hillerser Bürgermeister Philipp Raulfs (SPD) gegen den Müdener Bürgermeister Horst Schiesgeries (CDU) durch. Raulfs kam auf 20.652 Stimmen (41,29 Prozent), Schiesgeries auf 18.228 Stimmen (36,44 Prozent). Das drittbeste Ergebnis errang Imke Byl mit 3.758 Stimmen (7,51 Prozent). Byl zog über die Landesliste der Partei in den niedersächsischen Landtag. Sie kündigte im Januar an, nicht noch einmal bei der Landtagswahl zu kandidieren. Der Gifhorner Stefan Marzischewski-Drewes (AfD) kam auf 3.642 Stimmen (7,28 Prozent). Er steht bei der kommenden Landtagswahl auf Platz 1 der AfD-Landesliste.

Bei den Zweitstimmen lag im Wahlkreis Gifhorn-Süd die SPD vorn, die auf 38,7 Prozent kam. Die CDU rangierte mit 32,9 Prozent dahinter, gefolgt von Bündnis90/Die Grünen mit 8,1 Prozent, der AfD mit 7,3 Prozent, der FDP mit 6,8 Prozent und der Linken mit 3,8 Prozent.

Im Wahlkreis Gifhorn-Nord ging das Mandat mit einem Vorsprung von rund 1000 Stimmen an Tobias Heilmann (SPD) aus Ummern, der auf 17.306 (39,99 Prozent) kam. Kerstin Keil (CDU) aus Parsau musste sich mit 16.373 Stimmen (37,83 Prozent) geschlagen geben. Heilmann legte seinen Sitz im Landtag im Oktober 2021 nieder, weil er mit klarer Mehrheit zum Landrat gewählt worden war. Dieses Amt nimmt er seit 1. November vergangenen Jahres wahr. In den Landtag nachgerückt für Heilmann ist Barbara Beenen aus dem Wahlkreis Elbe.

Bei den Zweitstimmen gewann im Wahlkreis Gifhorn-Nord die SPD mit 40,3 Prozent der Stimmen, die CDU kam auf 34,5 Prozent, die AfD auf 7,3 Prozent, die FDP auf 6,3 Prozent, Bündnis 90/Die Grünen auf 5,9 Prozent, die Linke auf 3,5 Prozent.