Landtagswahl

SPD gewinnt alle drei Direktmandate in Braunschweig

| Lesedauer: 42 Minuten
Die SPD holt in Braunschweig zum dritten Mal in Folge alle drei Direktmandate: Julia Retzlaff (links) zieht neu in den Landtag ein, Annette Schütze kann in ihre zweite Legislaturperiode starten, Christoph Bratmann in seine dritte.  

Die SPD holt in Braunschweig zum dritten Mal in Folge alle drei Direktmandate: Julia Retzlaff (links) zieht neu in den Landtag ein, Annette Schütze kann in ihre zweite Legislaturperiode starten, Christoph Bratmann in seine dritte.  

Foto: SPD

Braunschweig.  Alle Wahllokale sind ausgezählt. Die CDU holt über die Liste mindestens einen Sitz im Landtag. Die Grünen bekommen voraussichtlich zwei Sitze.

Alle Wahllokale sind ausgezählt. Damit steht fest: Die SPD gewinnt zum dritten Mal in Folge die Direktmandate in den drei Wahlkreisen – Julia Retzlaff zieht neu in den Landtag ein, Annette Schütze und Christoph Bratmann können ihre Arbeit dort fortsetzen. Auch bei den Zweitstimmen führt die SPD deutlich vor Grünen und CDU.

Die Grünen können in Braunschweig den größten Stimmenzuwachs für sich verbuchen. Sophie Ramdor von der CDU kann mit Listenplatz 6 definitiv in den Landtag einziehen. Bei Oliver Schatta (CDU) ist es noch ungewiss. Die beiden Grünen Swantje Schendel und Andreas Hoffmann (Listenplätze 21 und 22) hingegen sind offensichtlich drin im Landtag.

00.10 Uhr: Das vorläufige amtliche Endergebnis in Niedersachsen:

  • SPD 33,4 Prozent
  • CDU 28,1 Prozent
  • Grüne 14,5 Prozent
  • FDP 4,7 Prozent
  • AfD 10,9 Prozent
  • Linke 2,7 Prozent
  • Sonstige 5,7 Prozent

22.45 Uhr: Nach der aktuellsten Hochrechnung scheitert die FDP landesweit an der Fünf-Prozent-Hürde. Wenn es dabei bleibt, endet für die Braunschweiger Abgeordnete Susanne Schütz die Zeit im Landtag.

22.40 Uhr: Carsten Müller, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands, ist am Wahlabend noch von Braunschweig zu den Parteikollegen in der Landeshauptstadt Hannover gefahren. Er sagte gegen 22 Uhr: „Mit Sophie Ramdor ist eine CDU-Kandidatin sicher im Landtag vertreten. Bei Oliver Schatta steht derzeit noch auf der Kante, ob er ebenfalls über die Liste einziehen wird – das hängt davon ab, wie groß der Landtag wird, und ob die FDP tatsächlich draußen bleibt.“

Mit den CDU-Kandidaten Ramdor, Schatta und Hackenberg sei Braunschweig sehr gut aufgestellt gewesen, so Müller: „Dennoch blieb ihnen der Erfolg bei den Erststimmen leider verwehrt. Ich hätte ihnen ein besseres Ergebnis gewünscht.“ Die 30-jährige Sophie Ramdor sei auf Listenplatz 6 gesetzt worden, „weil wir kluge politische Köpfe aufbauen und unterstützen“, so Müller. Ramdor ist seit 2013/14 in der Jungen Union/CDU aktiv und aktuell stellvertretende Landesvorsitzende der Jungen Union Niedersachsen. Seit vier Jahren ist sie im CDU-Kreisverband und seit 2021 Mitglied im Regionalverband Großraum Braunschweig sowie im Stadtbezirksrat Lehndorf-Watenbüttel vertreten.

22.30 Uhr: Die Zweitstimmenergebnisse in Braunschweig:

  • SPD 32,3 Prozent
  • CDU 21,0 Prozent
  • Grüne 23,0 Prozent
  • FDP 5,2 Prozent
  • AfD 8,0 Prozent
  • Linke 3,7 Prozent
  • Basis 1,2 Prozent
  • Freie Wähler 0,5 Prozent
  • Humanisten 0,3 Prozent
  • Die PARTEI 1,3 Prozent
  • Gesundheitsforschung 0,3 Prozent
  • Tierschutzpartei 1,5 Prozent
  • Piraten 0,6 Prozent
  • Volt 1,1 Prozent

22.20 Uhr: Riesenfreude bei den Grünen, die im Studio Ost an der Kastanienallee feiern. Andreas Hoffmann und Swantje Schendel haben es mit ihren Listenplätze 21 und 22 nach aktuellen Hochrechnungen in den Landtag geschafft. Hoffmann betont außerdem: „Wir sind zum wiederholten Mal zweitstärkste Kraft in Braunschweig. Und wir haben unser bestes Landtagswahlergebnis aller Zeiten in Niedersachsen!“ In Braunschweig haben die Grünen über die Zweitstimmen 23 Prozent der Stimmen erzielt und liegen damit noch vor der CDU.

22.10 Uhr: Für Christos Pantazis, Vorsitzender des SPD-Unterbezirks und Bundestagsabgeordneter, war das gute Ergebnis seiner Partei ein perfektes Geburtstagsgeschenk. Pantazis wurde am Sonntag 47. „Die Kandidaten und alle Helfer haben einen astreinen Wahlkampf geführt. Dabei war der nicht einfach: Krieg und Energiekrise, Inflation, Pleiten und Angriffe der Populisten haben ihn sehr erschwert.“ Außerdem hätten die Umfragen für die SPD zwischenzeitlich nicht rosig ausgesehen. Nun aber blieben das Land Niedersachsen und Braunschweig in guten Händen.

„Alle drei Direktkandidaten liegen in Prozenten noch vor unserer Partei“, so Pantazis. „Das ist der Beweis, dass wir die Richtigen ins Rennen geschickt haben.“Julia Retzlaff sei ausgewiesene Expertin in der Verkehrspolitik, Annette Schütze Fachfrau für Soziales und Wissenschaft und Bratmann ein ausgezeichneter Wirtschaftsfachmann.

22.00 Uhr:Annette Schütze, seit 2017 für die SPD im Landtag, hat es im Wahlkreis Braunschweig-Süd mit 38,1 Prozent zum zweiten Mal geschafft. Die Abgeordnete setzte sich gegen ihren CDU-Konkurrenten Oliver Schatta durch. „Ich freue mich, das beste Ergebnis aller Kandidaten in Braunschweig erzielt zu haben“, erklärte Annette Schütze am Wahlabend. Sie sei sehr zufrieden, auch wenn sie im Vergleich zur Wahl 2017 verloren habe. Der Wahlkampf der SPD in Braunschweig sei eine Teamleistung gewesen. „Wir haben auf die richtigen Themen gesetzt“, meinte sie. Bedenklich aber sei das Abschneiden der AfD. In der Weststadt habe die teilweise bis zu 20 Prozent erreicht. „Daran müssen wir arbeiten.“

Julia Retzlaff zieht für die SPD neu in den Landtag ein. Sie errang mit 33,1 Prozent der Stimmen auf Anhieb das Direktmandat im Wahlkreis 1 (Braunschweig-Nord), das 2017 noch Christos Pantazis errungen hatte. Er war 2021 in den Bundestag eingezogen. „Gemeinsam werden wir drei Landtagsabgeordneten die Interessen unserer Löwenstadt mit starker Stimme in Hannover vertreten. Wir wollen dafür sorgen, dass alle Menschen weiterhin in unserer Löwenstadt gut leben und arbeiten können“, versprach Julia Retzlaff am Wahlabend.

Sozialdemokrat Christoph Bratmann freut sich enorm, mit 32,9 Prozent der Stimmen zum dritten Mal direkt in den Landtag einziehen zu können. Er hat sich im Wahlkreis Braunschweig-West beim Direktmandat gegen Sophie Ramdor (CDU) durchsetzen können. „Zum dritten Mal das Direktmandat zu gewinnen ist eine große Ehre und natürlich auch eine große Verpflichtung für mich. Die nächsten Jahre werden kein Zuckerschlecken, das wird harte Arbeit. Aber wir nehmen die Herausforderung an“, betonte er. Bratmann freute sich – trotz der Stimmenverluste der SPD – über das gute Abschneiden seiner Partei in Niedersachsen. „Ministerpräsident Stephan Weil hat bewiesen, dass er ein guter Krisenmanager ist.“

21.40 Uhr: Auch Wahlkreis 1 (Nord) ist jetzt komplett ausgezählt.

Erststimmen:

  • Julia Retzlaff (SPD) 33,1 Prozent
  • Jan-Tobias Hackenberg (CDU) 21,9 Prozent
  • Swantje Schendel (Grüne) 26,6 Prozent
  • Susanne Schütz (FDP) 4,2 Prozent
  • Mirco Hanker (AfD) 5,6 Prozent
  • Kris Rauch (Linke) 3,2 Prozent
  • Klaus Sauerland (Basis) 1,5 Prozent
  • Tim Liebing (ÖDP) 0,5 Prozent
  • Felix Schaar (Humanisten) 0,4 Prozent
  • Dirk Nowak (Piraten) 1,0 Prozent
  • Kai Tegethoff (Volt) 1,3 Prozent
  • Andreas Wolter, Einzelbewerber 0,7 Prozent

Zweitstimmen:

  • SPD 30,6 Prozent
  • CDU 19,8 Prozent
  • Grüne 27,5 Prozent
  • FDP 5,5 Prozent
  • AfD 5,9 Prozent
  • Linke 3,7 Prozent
  • Basis 1,3 Prozent
  • Freie Wähler 0,5 Prozent
  • Humanisten 0,3 Prozent
  • Die PARTEI 1,3 Prozent
  • Gesundheitsforschung 0,2 Prozent
  • Tierschutzpartei 1,4 Prozent
  • Piraten 0,6 Prozent
  • Volt 1,4 Prozent

21.20 Uhr: Im Wahlkreis 3 (West) sind alle Stimmen ausgezählt. Christoph Bratmann von der SPD hat erneut das Direktmandat gewonnen mit 32,9 Prozent der Erststimmen. CDU-Kandidatin Sophie Ramdor kam lediglich auf 22,8 Prozent. „Über das Erststimmen-Ergebnis bin ich schon ein wenig enttäuscht. Dass Christoph Bratmann das Direktmandat holt, war zu erwarten. Dass die Grünen bei den Erststimmen so stark sind, hätte ich aber nicht gedacht“, sagt Ramdor am Abend. Grünen-Frau Louise Bohne kam auf 22,9 Prozent der Erststimmen.

Sophie Ramdor wird über den Listenplatz 6 dennoch in den Landtag einziehen. Was die Verluste der CDU auf Landesebene angeht, sagt sie: „Der Bundestrend spielt da extrem rein.“ Dass die AfD so viele Stimmen gewinnen konnte, zeige, dass es „viele frustrierte CDU-Wähler“ gebe. Ramdor: „Wir haben den Anspruch, die nächsten fünf Jahre gute Arbeit zu machen, damit sich der Trend wieder dreht.“

21.15 Uhr:Wahlkreis 2 (Süd) ist komplett ausgezählt.

Erststimmen:

  • Annette Schütze (SPD) 38,1 Prozent
  • Oliver Schatta (CDU) 27,2 Prozent
  • Andreas Hoffmann (Grüne) 13,9 Prozent
  • Tobias Jäcker (FDP) 4,1 Prozent
  • Gunnar Scherf (AfD) 10,8 Prozent
  • Tabea Asmus (Linke) 2,8 Prozent
  • Elisa Baaske (Die Basis) 1,6 Prozent
  • Maria Heß (ÖDP) 0,5 Prozent
  • Antonia-Melisande Hörster (Piraten) 1,0 Prozent

Zweitstimmen:

  • SPD 35,4 Prozent
  • CDU 24,9 Prozent
  • Grüne 15,2 Prozent
  • FDP 5,0 Prozent
  • AfD 11,2 Prozent
  • Linke 2,7 Prozent
  • Basis 1,2 Prozent
  • Freie Wähler 0,6 Prozent
  • Humanisten 0,2 Prozent
  • Die PARTEI 0,8 Prozent
  • Gesundheitsforschung 0,3 Prozent
  • Tierschutzpartei 1,5 Prozent
  • Piraten 0,5 Prozent
  • Volt 0,6 Prozent

21.05 Uhr: „Sehr enttäuscht“ zeigt sich am Abend Jan Hackenberg (CDU) von seinem persönlichen Abschneiden im Wahlkreis 1 (Nord): Gegen 21 Uhr liegt er bei 21,7 Prozent der Erststimmen, deutlich hinter SPD-Kandidatin Julia Retzlaff (33,8 Prozent) und auch hinter der Grünen-Kandidatin Swantje Schendel (26,1 Prozent).

Als wir Hackenberg telefonisch erreichen, ist er bereits nicht mehr in der CDU-Zentrale am Gieselerwall, sondern bringt daheim die Kinder ins Bett. „Das hatte ich ihnen versprochen, jetzt, da der Wahlkampf vorbei ist“, erzählt er. Viel Kraft und Herzensblut habe er die letzten Wochen in den Wahlkampf investiert: „Ich habe sehr viele Gesprächsangebote gemacht, war viel an den Haustüren. Mir war bewusst, dass ein CDU-Kandidat es in einer Großstadt generell schwer hat – und offenbar ist das unabhängig davon, wie progressiv man auftritt.“

21.00 Uhr: Wahlkreis 3 (West) ist komplett ausgezählt.

Erststimmen:

  • Christoph Bratmann (SPD) 32,9 Prozent
  • Sophie Ramdor (CDU) 22,8 Prozent
  • Louise Bohne (Grüne) 22,9 Prozent
  • Susanne Huck (FDP) 3,8 Prozent
  • Rabea Shahini (AfD) 7,6 Prozent
  • Ursula Weisse-Roelle (Linke) 3,4 Prozent
  • Gert Heckmann (Basis) 1,4 Prozent
  • Iko Schneider (ÖDP) 0,3 Prozent
  • Johannes Specht (Die PARTEI) 2,5 Prozent
  • Susan Bühling (Volt) 1,7 Prozent
  • Peter Meyer (Einzelbewerber) 0,8 Prozent

Zweitstimmen:

  • SPD 31,8 Prozent
  • CDU 19,9 Prozent
  • Grüne 23,6 Prozent
  • FDP 5,0 Prozent
  • AfD 8,0 Prozent
  • Linke 4,2 Prozent
  • Basis 1,1 Prozent
  • Freie Wähler 0,5 Prozent
  • Humanisten 0,4 Prozent
  • Die PARTEI 1,7 Prozent
  • Gesundheitsforschung 0,3 Prozent
  • Tierschutzpartei 1,6 Prozent
  • Piraten 0,6 Prozent
  • Volt 1,3 Prozent

20.45 Uhr: Oliver Schatta (CDU) ist es nicht gelungen, im Wahlkreis Süd (inklusive Vechelde) das Direktmandat zu holen. Gegen 20.45 Uhr lag er bei 26,6 Prozent – deutlich hinter SPD-Frau Annette Schütze (38,5 Prozent). „Ich hätte mir insgesamt ein besseres Ergebnis gewünscht“, sagt er mit Blick auf die Hochrechnungen. Die Stimmung in der CDU-Zentrale am Gieselerwall sei nicht besonders gut: „Die Mitglieder, die so engagiert Wahlkampf geführt haben, sind schon enttäuscht.“ Ob Schatta über die Liste erneut in den Landtag einziehen wird, ist derzeit noch ungewiss. „Es könnte noch klappen. Das hängt unter anderem davon ab, ob die FDP in den Landtag kommt oder nicht. Schafft sie es nicht, gehen zwei bis drei Sitze mehr an die CDU. Auch hängt es davon ab, wie viele CDU-Direktmandate in anderen Wahlkreisen geholt werden.“

20.00 Uhr:Wahlkreis 1 (Nord), etwas mehr als ein Fünftel der Wahllokale ist ausgezählt: Bei den Erststimmen liegt Julia Retzlaff (SPD) mit 33,5 Prozent vorn. Danach folgt Swantje Schendel (Grüne) mit 27,3 Prozent. An dritter Stelle liegt Jan Hackenberg mit 18,9 Prozent. Bei den Zweitstimmen führt die SPD mit 30,2 Prozent. Die Grünen kommen auf 28,6 Prozent, und die CDU hat 17 Prozent.

Im Wahlkreis 2 (Süd) ist mehr als die Hälfte der Wahllokale ausgezählt: Annette Schütze (SPD) kommt danach auf 37,7 Prozent; Oliver Schatta (CDU) hat 26,1 Prozent und an dritter Stelle liegt zurzeit Gunnar Scherf (AfD) mit 13,3 Prozent. Bei den Zweitstimmen hat die SPD die Nase vorn mit 34,4 Prozent, mit Abstand folgt die CDU (24,1 Prozent), dann die Grünen mit 14,5 Prozent, knapp dahinter die AfD mit 13,7 Prozent.

Im Wahlkreis 3 (West) ist mehr als ein Drittel der Wahllokale ausgezählt: Christoph Bratmann liegt vorn mit 34,2 Prozent, es folgt Sophie Ramdor (CDU) mit 24,1 Prozent, dahinter Louise Bohne (Grüne) mit 20,1 Prozent und Rabea Shahini (AfD) mit 8,9 Prozent. Die Zweitstimmen: Die SPD führt mit 32,3 Prozent, an zweiter Stelle die Grünen mit 21,6 Prozent, knapp vor der CDU mit 20,6 Prozent, die AfD liegt hier zurzeit bei 9,6 Prozent.

19.45 Uhr: Im Wahlkreis 3 ist jetzt ein Viertel der Wahllokale ausgezählt: Spitzenreiter bleibt Christoph Bratmann (SPD) vor Sophie Ramdor (CDU).

19.40 Uhr: 66 von 284 Wahllokalen sind ausgezählt. Weiterhin gilt: Die SPD führt bei den Erststimmen und auch bei den Zweitstimmen.

19.25 Uhr: Nach Auszählung der ersten Wahllokale (30 von 284) zeichnet sich stadtweit ab, dass die SPD führt – sowohl bei den Erststimmen als auch bei den Zweitstimmen.

19.20 Uhr: Im Wahlkreis 2 sind jetzt rund 20 Prozent der Wahllokale ausgezählt: Annette Schütze (SPD) führt unverändert deutlich vor Oliver Schatta (CDU) und auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit Abstand an der Spitze, dahinter folgen CDU, Grüne und AfD.

19.15 Uhr: Die ersten zwei Lokale im Wahlkreis 3 (West): Spitzenreiter ist Christoph Bratmann (SPD) mit 35,5 Prozent, gefolgt von Sophie Ramdor (CDU) mit 29,2 Prozent und Louise Bohne (Grüne) mit 17 Prozent. Zweitstimmen: SPD liegt vorn mit 33,8 Prozent, CDU folgt mit 26,6 Prozent und die Grünen sind bei 16,8 Prozent.

19.10 Uhr: Im Wahlkreis 2 ist jetzt rund ein Zehntel der Wahllokale ausgezählt: Annette Schütze (SPD) führt weiterhin deutlich vor Oliver Schatta (CDU) und auch bei den Zweitstimmen liegt die SPD mit Abstand an der Spitze, dahinter CDU, Grüne und AfD.

Ergebnisse aus dem ersten Wahllokal im Wahlkreis 1 (Nord): Julia Retzlaff (SPD) führt mit 33,2 Prozent, dahinter folgt Swantje Schendel mit 23,6 Prozent und an dritter Stelle liegt Jan Hackenberg mit 16,4 Prozent. Bei den Zweitstimmen führen die Grünen mit 28,1 Prozent, dahinter kommt die SPD mit 26,4 Prozent.

19.00 Uhr: Auch Julia Retzlaff von der SPD, die zum ersten Mal kandidiert, hat einige Fragen beantwortet. Die größte Herausforderung für Niedersachsen? Auch sie nennt hier die Bewältigung der Energiekrise. „Sie darf uns nicht in eine soziale oder wirtschaftliche Krise führen.“ Außerdem müsse es vor allem darum gehen, die Wirtschaft zu unterstützen, die kommenden wahrscheinlich zwei bis drei Jahre zu überstehen und als starker Sozialstaat die soziale Infrastruktur aufrechtzuerhalten und zu stärken.

Zweite Frage: Welches persönliche Wahlergebnis würde Sie a) extrem frustrieren b) extrem erfreuen?

a) „Ich wäre sehr enttäuscht, wenn die SPD nicht als stärkste Kraft in Niedersachsen aus der Wahl hervorgehen würde und wenn wir in Braunschweig nicht alle drei Direktmandate gewinnen würden. Ein großer Wermutstropfen und Anlass zur Sorge bei allen Wahlergebnissen wäre, wenn die AfD in ihrem Stimmergebnis gegenüber der letzten Landtagswahl zulegt“, so Retzlaff.

b) „Mein Ziel für diese Landtagswahl ist, dass wir mit der SPD eine deutliche Mehrheit vor der CDU erreichen und wir in der Stadt und im Bezirk Braunschweig alle Wahlkreise direkt gewinnen. Natürlich wäre ich dabei extrem erfreut, wenn ich den Wahlkreis 1 direkt gewinne und damit für unsere Löwenstadt in den Landtag einziehe, sodass auch ich künftig auf Landesebene dazu beitragen kann, dass Braunschweig mit starker Stimme vertreten wird.“

Dritte Frage: Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Zukunft sich an einem Tag komplett verändern könnte… weil man gewählt oder rausgewählt wird?

Retzlaff: „Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten einen ambitionierten Wahlkampf im großen Team der SPD und mit vielen weiteren Unterstützerinnen und Unterstützern geführt und sind mit vielen Menschen in Kontakt gekommen. Das hat mich umso mehr dazu motiviert, mich für die Interessen der Braunschweigerinnen und Braunschweiger im Landtag einzusetzen. Ich bin also sehr auf das Wahlergebnis gespannt. Auch wenn es für mich nicht mit dem Einzug in den Landtag klappen sollte, nehme ich die vergangenen Wochen und Monate in jedem Fall als wertvolle Erfahrung und Bereicherung mit.“

18.50 Uhr: Annette Schütze (SPD), Landtagsabgeordnete und Direktkandidatin, antwortete vor der Wahl auf die Frage, was die größte Herausforderung der nächsten Jahre für Niedersachsen ist. Ihre Antwort: die Energieversorgung. „Es bietet sich für uns die einmalige Chance, eine Vorreiterrolle zu spielen. Wenn wir die Windenergie ausbauen, die Nutzung der Wasserstofftechnologie vorantreiben und die LNG-Terminals sowohl für Flüssiggas als auch später Wasserstoff nutzbar sind, können wir das Energieland Nummer 1 in Deutschland werden“, so Schütze.

Zweite Frage: Welches persönliche Wahlergebnis würde Sie a) extrem frustrieren b) extrem erfreuen?

A) „Wenn ich mein Direktmandat und die SPD die Regierungsverantwortung verlieren würden“, sagt sie.

B) „Wenn ich mein Direktmandat behaupten und dabei mein gutes Wahlergebnis von 2017 noch toppen würde und wir außerdem eine rot-grüne Regierungsmehrheit bilden können.“

Dritte Frage: Wie fühlt es sich an, wenn die eigene Zukunft sich an einem Tag komplett verändern könnte… weil man gewählt oder rausgewählt wird?

Schütze: „Ich blicke zufrieden auf einen herausfordernden Wahlkampf, weil ich vor Ort eine ganz tolle Unterstützung der Mitglieder unserer Partei hatte. Es hat alles super funktioniert und wir haben von Anfang bis Ende alle an einem Strang gezogen. Ich hoffe, dass die Wählerinnen und Wähler wissen, wer ihre Interessen in Hannover am besten vertritt. Natürlich bin ich aufgeregt. Ich hoffe einfach, dass bei den WählerInnen angekommen ist, mit wie viel Herzblut ich fünf Jahre gearbeitet habe. Nach so vielen Wochen des Wahlkampfes bin ich jetzt einfach froh, dass ich heute Abend weiß, wie es für mich beruflich weiter geht.“

18.40 Uhr: Die ersten Schnellergebnisse treffen ein. Allerdings sind erst ganz wenige Wahllokale ausgezählt. Ein Beispiel aus Wahlkreis 2: Annette Schütze (SPD) führt nach jetzigem Stand mit 41 Prozent von Oliver Schatta (CDU) mit 23,3 Prozent. Zweitstimmen: SPD 36,1 Prozent; CDU 23,8 Prozent; Grüne 16,2 Prozent; AfD 13,6 Prozent; Linke 3,3 Prozent.

18.00 Uhr: Die Wahllokale sind geschlossen.

17.15 Uhr: Wie bewerten die Direktkandidaten der CDU in den drei Braunschweiger Wahlkreisen ihre Chancen auf einen Einzug in den Landtag? Oliver Schatta sitzt seit fünf Jahren im Landtag und kandidiert erneut im Wahlkreis Süd (inklusive Vechelde). Er sagt: „Vom Gefühl und dem, was man in den letzten Tagen so mitbekommen hat, denke ich, es müsste direkt klappen. Aber natürlich bewege ich mich in einer Blase. Es ist wie früher bei einer Mathearbeit: Man hat viel getan, aber ob es einem dann in der Prüfung alles einfällt oder nicht, weiß man erst, wenn es soweit ist.“ Sollte es mit einem Direktmandat nicht klappen, kann er hoffen, über Platz 27 der Liste einzuziehen: „Ich würde mich freuen, wenn es für mich im Landtag weitergehen würde. Es gibt so viele Themen, mit denen man sich dort beschäftigt: von der Luft- und Raumfahrt bis hin zum Jugendtheater. Das bedeutet viel Arbeit, weil man sich oft erst einarbeiten muss. Aber es ist sehr spannend, und man kann viel bewegen.“

Sophie Ramdor kandidiert im Wahlkreis West. Platz 6 auf der Landesliste sei „eine ziemlich sichere Bank“, sagt sie, dennoch habe sie sich in den letzten Wochen ordentlich ins Zeug gelegt: „Deshalb bin ich besonders gespannt auf das Erststimmen-Ergebnis. Ich war viel unterwegs, auch an den Haustüren. Die Leute haben es sehr positiv aufgenommen, dass eine junge Frau für die CDU antritt. Sie waren an meinen Bildungsthemen sehr interessiert. Das größte Thema für die meisten aber sind die Energiekrise und die Inflation. Viele empfinden die Verteilung von Hilfen ungerecht für die, die jeden Tag arbeiten gehen.“

Jan Hackenberg, CDU-Direktkandidat im Wahlkreis Nord, muss mit Listenplatz 68 darauf hoffen, das Direktmandat zu holen. Ob das klappt? Am Sonntagnachmittag wollte er sich dazu lieber nicht äußern: „Ich trete für eine mehr faktenbasierte Politik ein. Deshalb will ich nicht spekulieren, sondern lieber noch ein paar Stunden warten, bis belastbare Zahlen vorliegen.“ Grundsätzlich sagt er: „Für CDUler ist es in der Regel in einer Großstadt schwieriger. Wenn es klappt, freue ich mich – wenn nicht, ist es auch nicht schlimm, ich habe meine Lebensplanung nicht darauf ausgerichtet.“

17.00 Uhr: Die Landtagsabgeordnete und Kandidatin Susanne Schütz (FDP) geht fest davon aus, dass die FDP im Landtag bleibt und die Fünf-Prozent-Hürde schafft. In den Umfragen der vergangenen Wochen lag die Partei immer bei rund fünf Prozent. „Wir hatten einen Wahlkampf, der sich nicht so angefühlt hat, als müssten wir um die fünf Prozent kämpfen. Wir haben viele gute Gespräche geführt“, sagt sie am Sonntagnachmittag. Schütz steht auf Platz 8 der Landesliste. Ihr zufolge könnte sie den erneuten Einzug in den Landtag voraussichtlich dann schaffen, wenn ihre Partei landesweit um die 5,5 oder 5,6 Prozent der Zweitstimmen bekommt. Eine exakte Vorhersage ist nicht möglich, weil die Verteilung unter anderem auch von der Anzahl der Überhangmandate abhängt.

16.30 Uhr: Die Stadtverwaltung informiert über die Wahlbeteiligung nach achteinhalb Stunden. Im Wahllokal in der Grundschule Heinrichstraße (Östliches Ringgebiet) haben bislang 48,45 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Im Wahllokal in der Astrid-Lindgren-Schule (Schuntersiedlung) sind es 51,75 Prozent, in der Grundschule Heidberg 40,59 Prozent und in der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule (Westliches Ringgebiet) 35,77 Prozent.

Zur Landtagswahl 2017 lag die Wahlbeteiligung in Braunschweig bei 63,7 Prozent. Die Zahl der Briefwähler liegt dieses Mal bei rund 50.000.

16.00 Uhr: Noch zwei Stunden kann gewählt werden. Und wann gibt’s die ersten Ergebnisse? Bei einer Landtagswahl seien die Wahlvorstände mit dem Auszählen der Stimmen meist nach spätestens eineinhalb Stunden durch, sagt Michael Walther, stellvertretender Kreiswahlleiter. Jeder Wahlvorstand gebe dann das Ergebnis telefonisch an die Wahlleitung durch. Die Stadt wird keine Hochrechnungen bekanntgeben. Das vorläufige amtliche Endergebnis werde zwischen 21.20 und 22.30 Uhr erwartet, heißt es.

15.30 Uhr: Im Wahllokal im Gymnasium Martino-Katharineum befragt Infratest dimap für die ARD die Wähler.

15 Uhr: Kreiswahlleiter Christian Geiger ehrt im Wahllokal in der Grundschule Wenden Elisabeth Lieberknecht. Sie ist mit 89 Jahren die älteste Braunschweiger Wahlhelferin bei dieser Wahl. Wenig später bekommt auch Rolf Hermann (86) aus Veltenhof als ältester Wahlhelfer ein Geschenk.

14.00 Uhr: Ob es erneut für sechs Abgeordnete aus Braunschweig reichen wird, ist ungewiss. Das könnte unter anderem davon ab, ob die FDP es überhaupt wieder in den Landtag schafft. Grundsätzlich gilt: Für all jene Kandidaten, die über die Erststimme keines der drei Direktmandate in den drei Braunschweiger Wahlkreisen gewinnen, kommt es auf eine gute Platzierung auf der jeweiligen Landesliste der Parteien an. Je besser die Platzierung, umso größer die Chance auf einen Sitz im Landtag. Abhängig ist dies dann vom Zweitstimmen-Ergebnis, das die Partei landesweit erzielt.

Einen sehr aussichtsreichen Listenplatz hat zum Beispiel Sophie Ramdor (CDU), die erstmals antritt: Sie steht auf Position 6. Für sie ist damit der Einzug in den Landtag auch dann ziemlich sicher, wenn sie in ihrem Wahlkreis nicht die meisten Stimmen erhalten sollte. Auch Christoph Bratmann (SPD) muss sich mit Listenplatz 12 vermutlich keine Sorgen machen.

Ebenso könnte es vielleicht für Swantje Schendel und Andreas Hoffmann von den Grünen mit einem Sitz in Hannover klappen. Die beiden stehen auf der Landesliste auf den Plätzen 21 und 22. Hoffmann zufolge würde ein Zweitstimmen-Ergebnis von um die 15 Prozent für die Grünen voraussichtlich genügen. Die letzten Umfragen vor der Wahl sahen die Partei bei 16 bis 19 Prozent.

13.30 Uhr: Kleiner Rückblick: Zur Wahl 2017 (wie auch schon 2013) hatte die SPD alle drei Direktmandate in Braunschweig gewonnen: Annette Schütze, Christoph Bratmann und Christos Pantazis, der inzwischen allerdings in den Bundestag gewählt wurde. Weitere Landtagsmitglieder aus Braunschweig sind bislang Oliver Schatta (CDU), Susanne Schütz (FDP) und Stefan Wirtz (AfD). Sie konnten über die jeweilige Landesliste ihrer Partei einziehen.

Für die SPD kandidieren Annette Schütze und Christoph Bratmann erneut, die dritte SPD-Kandidatin ist Julia Retzlaff. Auch Oliver Schatta geht für die CDU erneut ins Rennen, „begleitet“ von Sophie Ramdor und Jan Hackenberg in den anderen beiden Wahlkreisen. Susanne Schütz (FDP) kandidiert ebenfalls ein zweites Mal, muss aber angesichts der schlechten Umfragewerte für die FDP bangen. Stefan Wirtz (AfD) ist nicht erneut angetreten.

12.30 Uhr: Die Stadtverwaltung informiert über die Wahlbeteiligung nach viereinhalb Stunden. Im Wahllokal in der Grundschule Heinrichstraße (Östliches Ringgebiet) haben bislang 24,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Im Wahllokal in der Astrid-Lindgren-Schule (Schuntersiedlung) sind es 28,9 Prozent, in der Grundschule Heidberg 19,8 Prozent und in der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule (Westliches Ringgebiet) 16,8 Prozent.

12.20 Uhr: Die 73 Wahllokale in Braunschweig sind in Schulen und anderen Gebäuden untergebracht, diesmal aber nicht – pandemiebedingt – in Kindertagesstätten und Seniorenheimen. Pro Wahllokal gibt es einen Wahlvorstand aus acht Personen. Die Wahlvorstände bei den Briefwahlen sind sogar mit neun Helfern besetzt. Die Wahlkabinen (je zwei pro Wahllokal) und Wahlurnen wurden bereits in den vergangenen Tagen verteilt.

12.10 Uhr: Ein Blick auf die Umfragen der Meinungsforschungsinstitute Ende September und Anfang Oktober: Die SPD liegt demnach mit 31 bis 33 Prozent vor der CDU mit 27 bis 30 Prozent. Die Grünen kämen auf 16 bis 19 Prozent. Die FDP muss mit fünf Prozent um den Wiedereinzug in den Landtag zittern. Die AfD würde mit 9 bis 11 Prozent ihren Fraktionsstatus wiedererlangen, die Linke würde die Rückkehr in den Landtag mit 3 bis 4 Prozent knapp verpassen.

12.00 Uhr: Seit vier Stunden sind die Wahllokale geöffnet – bei bestem Oktoberwetter. Solch eine Landtagswahl ist ein organisatorisches Meisterwerk, bei dem jedes Rädchen ineinander greifen muss. Wenn auch nicht ganz so herausfordernd wie eine Kommunalwahl. Die Vorbereitungen begannen bereits im Dezember. „Ich bin heilfroh, im Computerzeitalter geboren zu sein“, meint Michael Walther lachend. Seit 15. Juli ist er Leiter des Referats Stadtentwicklung, Statistik, Vorhabenplanung, in dem das Wahlteam verortet ist. Die digitale Erfassung der Wahlergebnisse erleichtert einiges. Diesmal ist erstmals das Computerprogramm Vote-Manager im Einsatz. Es meckert, wenn eingegebene Daten nicht schlüssig sind.

Das „Kernteam Wahlen“ in der Stadtverwaltung besteht aus sechs Personen. In der heißen Phase wurden sie von sieben befristeten Zusatzkräften unterstützt. (Für das Kernteam hat Walther aus persönlichem Dank eigens Herz-Kekse backen lassen und sie mit einem Täfelchen Schokolade in Tütchen verpackt und verteilt.) Seit Anfang September sind zur Unterstützung auch 28 Auszubildende im Wahlamt eingesetzt.

11.30 Uhr: Kreiswahlleiter Christian Geiger besucht das Wahllokal in der Realschule Lebenlernen in der Weststadt. Die Wahlbeteiligung ist hier für gewöhnlich immer etwas niedriger als im stadtweiten Durchschnitt. Bislang haben rund 10 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben.

11.15 Uhr: Im Wahllokal in der Arbeitsagentur waren bislang 102 von 908 Wahlberechtigten. Die Einschätzung von Wahlvorstand Weyrich Bernd: „Sehr wenig.“ Kreiswahlleiter Christian Geiger begrüßt hier noch Neubürgerin Sarah Hübecker – sie ist im Januar von Berlin nach Braunschweig gezogen.

10.30 Uhr bis 11 Uhr: Fast 2300 ehrenamtliche Wahlhelferinnen und Wahlhelfer sind heute im Einsatz. Kreiswahlleiter Christian Geiger würdigt die beiden jüngsten unter ihnen: Anna Lenja Epp (18) ist heute im Wahllokal in der Begegnungsstätte des Caritas-Verbandes an der Böcklerstraße im Einsatz. Und Vincent Nietzold (18) engagiert sich im Wichernhaus im Kanzlerfeld. Beiden überreichte Geiger als Dankeschön das Merian-Sonderheft und das Playmobilset „Heinrich der Löwe“. Außerdem begrüßte er auch Neubürgerin Lena Gutthat (24) – sie lebt seit März in Braunschweig und studiert Biotechnologie.

10.00 Uhr: Die Stadt informiert über die Wahlbeteiligung nach zwei Stunden. Im Wahllokal in der Grundschule Heinrichstraße (Östliches Ringgebiet) haben bislang 7,15 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Im Wahllokal in der Astrid-Lindgren-Schule (Schuntersiedlung) sind es 8,29 Prozent, in der Grundschule Heidberg 6,69 Prozent und in der Hoffmann-von-Fallersleben-Schule (Westliches Ringgebiet) 6,23 Prozent.

8.00 Uhr: Die Wahllokale haben geöffnet. 187.000 Menschen in Braunschweig sind wahlberechtigt. Rund 50.000 haben sich im Vorfeld schon für die Briefwahl entschieden.

73 rote Koffer gingen bereits am Samstag an die Wahllokale

Auch Erich Mielke hatte einen roten Koffer. Heute ein legendäres Relikt aus autoritären DDR-Zeiten. Der Staatssicherheits-Chef bewahrte Akten darin auf, um die sich heute noch Mythen ranken. In Braunschweig sind an diesem Wahlsonntag 154 rote Koffer unterwegs. Im Dienste der Demokratie. Und alle verplombt. Ihr Inhalt aber ist kein Staatsgeheimnis.

Michael Walther, stellvertretender Kreiswahlleiter in Braunschweig, gewährt Einblick: „Jeder Koffer beinhaltet Büromaterial, Hinweisschilder für den Weg zu den Wahlurnen, Hygieneartikel gegen Corona-Infektionen – und die Mappe mit dem jeweiligen Wählerverzeichnis.“

Ach ja, und eine Tüte Bonbons als Nervennahrung. „Das ist Tradition in Braunschweig“, sagt Walther. Bei der letzten Wahl hatten sie gefehlt. Es gab Protest.

73 rote Koffer gingen bereits am Samstag an die Wahllokale, 81 wurden in die Briefwahlzentrale in der Heinrich-Büssing-Schule ausgeliefert. Allein dort zählen heute 729 ehrenamtliche Helfer die Stimmen aus. Rund 50.000 Briefwähler hatten von ihrem Recht gebraucht gemacht.

Insgesamt sind 2265 Freiwillige im Einsatz. Entlohnung für jede und jeden: 35 Euro für den ganzen Tag. Zudem waren 120 städtische Mitarbeiter im Dienst. Darunter auch jene, die die 35 Euro auszahlten. Alles in bar, alles in Scheinen. „Allein dieser Akt erfordert einige Logistik“, stellt Walther klar.

Was ist in den Braunschweiger Wahllokalen zu beachten?

Die Wahllokale öffnen am Sonntag von 8 bis 18 Uhr. Laut der Stadtverwaltung steht es allen Bürgern frei, einen Mund-Nasen-Schutz bei der Stimmabgabe zu tragen und einen eigenen Kugelschreiber mitzubringen – gefordert wird es nicht.

Die Ausschilderungen zu den Wahllokalen seien auf Grundlage der Erfahrungen bei den Wahlen 2021 optimiert worden, heißt es. Damals war es zu teils langen Warteschlagen gekommen. „Warteschlangen sind nicht immer vermeidbar, weil Zeiten mit hohem Aufkommen von Wählerinnen und Wählern zum Beispiel auch vom Wetter beeinflusst werden“, so die Stadt. „Durch die großzügigere Verteilung von mehreren Wahllokalen in einem Gebäude – soweit möglich – soll die Überschneidung von Warteschlangen vermieden werden.“

Bis wann müssen Briefwahlunterlagen abgegeben werden?

Wer Briefwahlunterlagen beantragt, aber nicht erhalten hat, kann am Samstag von 9 bis 12 Uhr noch in die Briefwahlzentrale in der Reichsstraße 3 kommen. Ein Problem mit der Zustellung gab es laut der Stadtverwaltung im Stadtbezirk Hondelage-Volkmarode, zu dem auch Dibbesdorf und Schapen gehören. In mindestens 300 Fällen hätten Betroffene keine Unterlagen bekommen, teilte die Stadt mit. Das Wahlamt habe daraufhin rund 700 Personen angeschrieben.

Grundsätzlich müssen die ausgefüllten Briefwahlunterlagen bis zum Wahlsonntag, 9. Oktober, um 18 Uhr im Wahlamt in der Reichsstraße 3 eingegangen sein. Nur dann werden die Stimmen gezählt. Der Briefkasten des Wahlamtes wird am Sonntag letztmalig um 18 Uhr geleert.

Unter Nachweis besonderer Umstände (plötzliche Erkrankung, Krankenhausaufenthalt etc.) kann ein Antrag auf Briefwahl noch bis Sonntag, 9. Oktober, 15 Uhr, im Wahlamt in der Reichsstraße 3 gestellt werden – gegebenenfalls über per Erklärung befugte Personen.

Unter www.braunschweig.de können am Wahlsonntag die eintreffenden Braunschweiger Wahlergebnisse ab 18 Uhr am Bildschirm verfolgt werden. Eine Veranstaltung im Rathaus gibt es nicht.

Wer Fragen zur Landtagswahl hat, kann sich ans Wahlamt wenden: und am Sonntag tagsüber unter der Nummer 0531/470-4114. Informationen gibt es außerdem auf www.braunschweig.de/meinewahl.

Wie viele Kandidaten treten zur Landtagswahl in Braunschweig an?

Was auffällt: Wie schon zur Kommunalwahl und zur Bundestagswahl im vergangenen Jahr ist die Zahl der Direktkandidaten auch jetzt deutlich gestiegen. Bei der letzten Landtagswahl 2017 waren es in den drei Braunschweiger Wahlkreisen insgesamt 20 Kandidaten, dieses Mal sind es 32. Ganz neu am Start sind zum Beispiel die Europapartei Volt und die Partei Die Basis.

Die Parteien CDU, SPD, GRÜNE, FDP, Die Linke, Die Basis und AfD treten in allen drei Wahlkreisen mit Direktkandidaten an. Die Parteien ÖDP, Die PARTEI, Die Humanisten Niedersachsen, Piraten, Volt und zwei Einzelbewerber treten in unterschiedlichen Wahlkreisen zur Wahl an.

Eine Besonderheit in diesem Wahlkampf: Die niedersächsische AfD gilt aus Sicht des Verfassungsschutzes als Verdachtsobjekt. Ehemalige „Flügel“-Angehörige seien mit ihrem Gedankengut und ihren Zielsetzungen in die Parteistrukturen eingesickert, heißt es. Darüber hinaus habe die AfD in Niedersachsen verschiedene Kontakte, Bezüge und Verbindungen zu rechtsextremistischen Organisationen und Protagonisten.

Welche Wahlkreise gibt es in Braunschweig?

Die Stadt wird zur Landtagswahl in drei Wahlkreise unterteilt, so dass jede Partei bis zu drei Kandidaten ins Rennen schicken kann. Alle Wahlkreise haben eine ähnliche Anzahl an Wahlberechtigten: In den Wahlkreisen 1 (Nord) und 2 (Süd/Vechelde) sind es jeweils rund 65.000, im Wahlkreis 3 (West) rund 71.000 Wahlberechtigte.

Wahlkreis 1 (Nord) umfasst Bienrode, Waggum, Bevenrode, Hondelage, Dibbesdorf, Schapen, Volkmarode, Querum, Gliesmarode, Riddagshausen, Östliches Ringgebiet, Innenstadt, Viewegs Garten und Bebelhof.

Wahlkreis 2 (Süd) erstreckt sich von Rautheim, Südstadt, Mascherode, Lindenberg, Heidberg, Melverode, Stöckheim, Leiferde, Rüningen, Geitelde, Stiddien, Broitzem und Timmerlah bis zur Weststadt. Außerdem gehört auch Vechelde im Landkreis Peine mit zu diesem Wahlkreis.

Wahlkreis 3 (West) umfasst Gartenstadt, Westliches Ringgebiet, Lamme, Lehndorf, Kanzlerfeld, Völkenrode, Watenbüttel, Veltenhof, Ölper, Schwarzer Berg, Siegfriedviertel, Rühme, Kralenriede, Schuntersiedlung, Wenden, Thune und Harxbüttel.

Welche Kandidaten treten im Wahlkreis 1 (Nord) an?

Im Wahlkreis 1 (Nord) gehen zwölf Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen.

SPD: Julia Retzlaff, Bereichsleiterin BSVG (Marketing, Vertrieb, Kundenservice)
CDU: Jan Hackenberg, Unternehmensjurist
Grüne: Swantje Schendel, Lehrerin
FDP: Susanne Schütz, Konrektorin a.D., Dipl.-Ing. Architektin, aktuell Landtagsabgeordnete
AfD: Mirco Hanker, Dipl.-Kaufmann
Linke: Kris Rauch, Wasserbauer
Die Basis: Klaus Sauerland, Handwerksmeister
ÖDP: Tim Liebing, Student
Humanisten: Felix Schaar, Auszubildender
Piraten: Dirk Nowak, Bilanzbuchhalter
Volt: Kai Tegethoff, Bauingenieur, Fraktionsgeschäftsführer
Einzelkandidat: Andreas Wolter, Ingenieur

Was die Kandidaten im Wahlkreis 1 für Braunschweig im Landtag bewirken wollen, erfahren Sie hier.

Welche Kandidaten treten im Wahlkreis 2 (Süd) an?

Im Wahlkreis 2 (Süd) gehen neun Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen.

SPD: Annette Schütze, Projektleiterin, aktuell Landtagsabgeordnete
CDU: Oliver Schatta, selbstständiger Kraftfahrzeug-Technikermeister, Landtagsabgeordneter
Grüne: Andreas Hoffmann, Historiker, aktuell im Bereich Klimaschutz bei der Stadt Braunschweig tätig
FDP: Tobias Jäcker, Geschäftsführer IT-Beratungsfirma
AfD: Gunnar Scherf, Systemanalytiker
Linke: Tabea Asmus, Studentin und Sozialarbeiterin
Die Basis: Elisa Baaske, IT-Administratorin
ÖDP: Maria Heß, Lehrerin
Piraten: Antonia Hörster, Bürohilfe

Wofür die Kandidaten im Braunschweiger Wahlkreis 2 stehen, können Sie hier nachlesen.

Welche Kandidaten treten im Wahlkreis 3 (West) an?

Im Wahlkreis 3 (West) gehen elf Kandidatinnen und Kandidaten ins Rennen.

SPD: Christoph Bratmann, Drucker, Diplom-Pädagoge, Berufsschullehrer, aktuell Landtagsabgeordneter
CDU: Sophie Ramdor, Lehrerin
Grüne: Louise Bohne, Sozialarbeiterin, aktuell Geschäftsführerin der Braunschweiger Grünen
FDP: Susanne Huck, Volljuristin, Kreisgeschäftsführerin der FDP
AfD: Rabea Shahini, Fremdsprachenkorrespondentin
Linke: Ursula Weisser-Roelle, Kaufm. Sachbearbeiterin, Rentnerin, Vorsitzende des Kreisverbands der Linken
Die Basis: Gert Ralf Heckmann, Dipl.-Wirtschaftsingenieur
ÖDP: Iko Schneider, Bankkaufmann
Die Partei: Johannes Specht, Fachinformatiker
Volt: Susan Bühling, Maschinenbauingenieurin
Einzelkandidat:
Peter Meyer, Dipl.-Ingenieur Elektrotechnik

Was die Kandidaten des Wahlkreises 3 im Landtag anpacken wollen, erfahren Sie hier.

Welche Themen spielen bei der Landtagswahl eine Rolle?

Die Landespolitik ist für viele verschiedene Themen zuständig, zum Beispiel für die Krankenhaus-Finanzierung und die Lehrerversorgung an den Schulen, für die Förderung des ÖPNV und der erneuerbaren Energien, um Kitas und Ganztagsausbau, um Landwirtschaft und vieles mehr. Einige Beispiele:

Was wollen die Parteien in Niedersachsen?

Die Parteien setzen in vielen Bereichen unterschiedliche Schwerpunkte. Ein Überblick:

Wie viele Stimmen habe ich zur Landtagswahl?

Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen. Die Direktkandidaten werden nach dem Mehrheitswahlrecht über die Erststimme gewählt. Es gewinnt Diejenige oder Derjenige mit den meisten Stimmen im Wahlkreis (relative Mehrheit). Landesweit gibt es 87 Wahlkreise. Somit werden über die Erststimmen 87 der insgesamt 135 Landtagsabgeordneten gewählt.

Die übrigen 48 Mandate werden nach dem Verhältniswahlrecht über die Landeslisten der Parteien vergeben. Hier kommt die Zweitstimme ins Spiel: Mit der Zweitstimme wird eine Partei gewählt. Der Anteil an Zweitstimmen entscheidet darüber, wie viele Sitze einer Partei im Landtag insgesamt zustehen (wenn sie mindestens fünf Prozent aller Zweitstimmen bekommen hat). Von dieser Gesamtzahl an Sitzen für eine Partei werden jene Sitze abgezogen, die sie bereits als Direktmandate gewonnen hat.

Die verbleibenden Sitze gehen – beim Listenplatz 1 beginnend – an die Bewerber auf der Landesliste, die kein Direktmandat gewonnen haben. Je weiter oben auf der Liste ein Kandidat steht, desto besser sind seine Chancen, über die Landesliste ins Parlament zu kommen. Erhält eine Partei mehr Direktmandate, als ihr nach der Zweitstimmenzahl zustehen würden, kann sie diese behalten. Auf diese Weise entstehenden Überhangmandate.

Erst- und Zweitstimme müssen nicht zwingend derselben Partei gegeben werden.

Wer hat die Landtagswahl 2017 in Braunschweig gewonnen?

Zur Wahl 2017 (wie auch schon 2013) hatte die SPD alle drei Direktmandate gewonnen: Annette Schütze, Christoph Bratmann und Christos Pantazis, der inzwischen allerdings in den Bundestag gewählt wurde. Weitere Landtagsmitglieder aus Braunschweig sind zurzeit Oliver Schatta (CDU), Susanne Schütz (FDP) und Stefan Wirtz (AfD). Sie konnten über die jeweilige Landesliste ihrer Partei einziehen.

Bei den Zweitstimmen hatte sich die SPD in Braunschweig 2017 auf 37,6 Prozent gesteigert und war damit als stärkste Kraft aus der Landtagswahl hervorgegangen. Die Braunschweiger CDU war bei leichten Verlusten auf einen Zweitstimmenanteil von 26,3 Prozent gekommen. Die Grünen sackten damals um fast 7 Prozent ab und landeten bei 11,9 Prozent. Die FDP erhielt 7,9 Prozent der Wählerstimmen und die Linkspartei 6,7 Prozent. Die AfD war damals erstmals zur Landtagswahl angetreten und hatte 6 Prozent erzielt.