Gastronomen in Salzgitter leiden unter erneutem Corona-Lockdown

Salzgitter.  Für viele ist die aktuelle Lage eine „Katastrophe“ – auch mit den Finanzhilfen des Bundes geht’s nicht voran. Immerhin auf Stammkunden ist Verlass.

„Unsere Ideen haben bislang leider wenig gebracht“: Tran Ngoc Hung (links), Chef des Asia-Restaurants „Wokman“ in Lebenstedt, und Mitarbeiter Shane Lasinski blicken schwierigen Zeiten entgegen.

„Unsere Ideen haben bislang leider wenig gebracht“: Tran Ngoc Hung (links), Chef des Asia-Restaurants „Wokman“ in Lebenstedt, und Mitarbeiter Shane Lasinski blicken schwierigen Zeiten entgegen.

Foto: Michael Kothe

Für Salzgitters Gastronomen heißt es seit dem 2. November erneut: Tore zu . Im Zuge der Niedersächsischen Landesverordnung müssen Restaurants, Bistros und Co. wegen der aktuellen Corona-Situation in Salzgitter auf ihr Kerngeschäft verzichten – unabhängig davon, wie intensiv zuvor in entsprechende Hygienekonzepte investiert worden ist.

Als „Katastrophe“ bezeichnet etwa Tran Ngoc Hung, Chef des Asia-Restaurants „Wokman“ in der Lebenstedter City, die Lage. Er und sein Team haben sich für den wiederholten (Teil-)Lockdown einiges einfallen lassen , bieten etwa Kunden, die ihr bestelltes Essen vor Ort abholen, zehn Prozent Rabatt. Ab einem Gesamtpreis von 40 Euro wird – im Umkreis von fünf Kilometern – zudem ein Lieferservice angeboten.

Gastronomen in Salzgitter können November-Finanzhilfen des Bundes noch nicht beantragen

„Die Ideen haben bislang leider wenig gebracht“, muss Hung nun einräumen. Man habe dieser Tage nur wenig Kundschaft, der Umsatz sei entsprechend eingebrochen . Ein Silberstreif am dunklen Gastro-Horizont könnte die vom Bund angekündigte Finanzhilfe von bis zu 75 Prozent der Einnahmen aus November 2019 sein. „Darum kümmert sich unser Steuerberater, wir müssen abwarten“, sagt Hung.

Wann diese Gelder ausgezahlt beziehungsweise überhaupt beantragt werden können, steht derweil auf einem ganz anderen Blatt. „Derzeit erfolgt die nötige Programmierung des Antragsformulars durch den IT-Dienstleister“, ist auf der Homepage des zuständigen Bundesfinanzministeriums zu lesen. Abschläge, heißt es dort weiter, sollen „noch im November“ ausgezahlt werden.

Solidaritätsaktionen in Salzgitter – Gastronomie versucht es auch mit speziellen Angeboten

Besser sichtbar ist unterdessen die Solidarität in der Stadt. Die Werbegemeinschaft Salzgitter-Bad hat etwa den Slogan „Miteinander für Salzgitter-Bad“ ins Leben gerufen, eine Gruppe um den Ersten Bürgermeister Stefan Klein (SPD) bringt derzeit „Wir unterstützen Salzgitter“-Armbänder unter die Leute. Von den Einnahmen sollen Gutscheine gekauft und verlost werden, die dann vor Ort auch bei Restaurants eingelöst werden können. Zudem leisten Lauffreunde über die von unserer Zeitung initiierte Aktion „LaufKundschaft“ finanzielle Hilfe – pro absolviertem Kilometer unterstützen Sponsoren die lokale Gastronomie mit einem Euro.

Mehr als 40 Salzgitteraner Restaurants und Bistros sind zudem im Online-Portal der örtlichen Wirtschaftsförderungsgesellschaft WIS erfasst und informieren dort über ihre Angebote. „Feinkost“, „diverse Spezialitäten“ und wechselnde warme Gerichte möchte zum Beispiel „Bennos feine Kost“ aus Salzgitter-Bad unter die Leute bringen. „Auf unsere Stammkunden können wir uns zum Glück nach wie vor verlassen", erzählt Inhaber Benno Spuling. Der Gesamtumsatz , seufzt er, sei seit Anfang November jedoch um „rund 80 Prozent“ im Vergleich zu normaleren Zeiten gesunken : „Ich weiß noch nicht wirklich, wie es weitergehen soll.“

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Einen „Verlust an sozialem Miteinander“ beklagt nunmehr Otto Michelmann vom Schützenhaus in Gebhardshagen , seitdem bei ihm keine Wandergruppen mehr einkehren dürfen und zudem sämtliche vor Ort geplanten Firmen- und Weihnachtsfeiern storniert werden mussten. Gerade Zweiteres bereitet auch dem Restaurant Fortuna in Thiede große Sorgen: „Wir leben von Veranstaltungen, das bricht jetzt alles weg“, heißt es von dort. Der Umsatz liege mittlerweile bei „weniger als fünf Prozent“ des Notwendigen.

Vereinzelt gibt es aber auch positive Stimmen . „Die Lage ist eigentlich okay, unsere Angebote werden gut angenommen“, lässt etwa ein Mitarbeiter des Restaurants „Bei Maria“ (Salzgitter-Bad) wissen. Man biete derzeit, wie schon während des ersten Lockdowns, einen Bringdienst an – „und wir haben die tägliche Ladenöffnung von 16 auf 11 Uhr vorgezogen“.

SRB-Chef: Keine größeren Probleme mit „To-Go-Müll“ in Salzgitters Innenstädten

Probleme mit Verpackungsmüll gebe es in Salzgitters Innenstadtbereichen derweil nicht, sagt Dietrich Leptien, Leiter des städtischen Regiebetriebs SRB, im Gespräch mit unserer Zeitung. „Die Menge ist seit Anfang November nicht signifikant gestiegen “ – der Abfall durch Außer-Haus-Verkauf falle draußen nicht besonders ins Gewicht, da die Leute zum einen eher daheim essen würden und die Verpackungen außerdem „gut falt- und zerlegbar“ seien.

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