Die Hälfte der Schüler bleibt ab Mittwoch in Salzgitter daheim

Salzgitter.  Die Stadt ordnet für alle lokalen Schulen das sogenannte Szenario B an. Die Maßnahme gilt zunächst für zwei Wochen, so OB Klingebiel.

An Salzgitters Schulen gilt ab dem morgigen Mittwoch sämtlichst das sogenannte Szenario B – die Hälfte der Schüler bleibt also wechselweise daheim. Dies ordnete die Stadt nun an.

An Salzgitters Schulen gilt ab dem morgigen Mittwoch sämtlichst das sogenannte Szenario B – die Hälfte der Schüler bleibt also wechselweise daheim. Dies ordnete die Stadt nun an.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Vier Neuansteckungen mit Covid-19 hat Salzgitters Gesundheitsamt am Montag (Stand 16.15 Uhr) vermeldet. Damit sind in der Stadt aktuell 507 Personen infiziert , seit Ausbruch des Virus insgesamt 968. Die 7-Tage-Inzidenz , die zwischenzeitig der 200er-Marke nah war, liegt derzeit bei 177,05 .

Im Online-Lagebericht des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes (NLGA) wird dieser Wert derweil mit 253,1 angezeigt, am Wochenende waren es über 300. „Hier wurden uns ältere Fälle nachgemeldet und haben so erst jetzt den Weg in die Statistik gefunden“, erklärte NLGA-Sprecher Holger Scharlach gegenüber unserer Zeitung diese Abweichung.

Salzgitter: Stadt ordnet Szenario B für alle Schulen an

Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) verkündete unterdessen am Montag, dass die Stadt aufgrund der aktuellen Entwicklungen vom morgigen Mittwoch an für sämtliche Schulen per Allgemeinverfügung das sogenannte Szenario B anordnen werde. Hierbei wechselt sich für jeweils die Hälfte der Schülerschaft Präsenzunterricht mit Homeschooling ab. Die Maßnahme, die eng mit Gesundheitsdezernent Dirk Härdrich abgestimmt sei, werde für zunächst zwei Wochen greifen, so Klingebiel weiter – also bis einschließlich Dienstag, 1. Dezember.

„Mir ist selbstverständlich bewusst, was wir den Schülern sowie berufstätigen Eltern erneut abverlangen“, teilte der OB außerdem mit. Im Zuge der ersten Corona-Hochphase waren die Schulen geschlossen, 18 von ihnen auch jetzt bereits ins Szenario B übergegangen. Dieses trat bislang ein, wenn an einer Schule schon Quarantänemaßnahmen galten.

Stadtelternrat begrüßt Maßnahme – Gymnasialleiter vermissen Planungssicherheit

Nun also die Allgemeinverfügung. „Wir begrüßen diese umsichtige Maßnahme “, teilte der Vorsitzende Ingo Kavemann auf Nachfrage für den Stadtelternrat mit. Auch mit dem gewählten Zeitraum von zwei Wochen sei man einverstanden: „Das ist ein absehbares Zeitfenster, danach schauen wir weiter.“

Das sieht Anke Ilgner, Direktorin des Kranich-Gymnasiums in Lebenstedt, anders – und spricht damit laut eigener Auffassung „zumindest für meine Gymnasial-Kollegen in Salzgitter“. Die Schulleiterin wünsche sich mehr Kontinuität , was die Maßnahmen anbelange: „Vielleicht sollte man solch eine Verordnung bis Weihnachten laufen lassen, dann gäb es mehr Planungssicherheit.“ Zudem sei es unglücklich , dass der neuerliche Szenario-B-Zeitraum nun „mitten in der Woche“ starte und ende .

Szenario B an Salzgitters Schulen: „Müssen da jetzt gemeinsam durch“

Angesichts der Virusbekämpfung, so Ilgner, begrüße sie das Vorgehen der Stadt. „Mit halben Klassen können wir die Abstandsregeln weitaus besser einhalten und so etwas wie normalen Unterricht bieten.“ Hier stimmten auch ihre Schulleiter-Kollegen Aksana Tübcke (Hauptschule am Fredenberg) und Lutz Salvi (Emil-Langen-Realschule) im Gespräch mit unserer Zeitung zu. Die Situation sei für manche Eltern natürlich schwierig, „ aber da müssen wir jetzt gemeinsam durch .“

Stadtelternrats-Vorsitzender Ingo Kavemann betonte derweil noch, dass für einen reibungslosen Ablauf des Schulalltags auch der öffentliche Nahverkehr mitspielen müsse: „Die Schüler müssen ausreichend Busse vorfinden.“ Hier seien neben der KVG womöglich auch die Schulleitungen mit ihrem Engagement gefragt.

Covid-19-Infektionen: Neue Fälle in Pflegeheimen – Kita Goethestraße muss schließen

Wegen einer bestätigten Covid-19-Infektion musste währenddessen die Kita Goethestraße durch das städtische Gesundheitsamt geschlossen werden. Das betroffene Kind habe sich frei in den Räumen bewegt, so dass eine Eingrenzung der Kontaktpersonen nicht möglich war, teilte die Stadt mit.

Sechs Neuerkrankungen wurden zudem im Alten- und Pflegeheim „Am Fredenberg“ bekannt – fünf Bewohner sowie ein Mitarbeiter. Für das gesamte Haus gilt nun Quarantäne. Vier bestätigte Covid-19-Fälle gab es im Pflegezentrum Irenenstift – je zwei Bewohner und Bedienstete.

OB Klingebiel empfahl allen Alten- und Pflegeheimen in Salzgitter, Reihen-Pool-Testungen für die Belegschaft zu ermöglichen – diese biete die Stadt an.

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