Ständig neue Corona-Hotspots: Wie ist die Lage in Braunschweig?

Braunschweig.  In den zurückliegenden sieben Tagen hat das Gesundheitsamt insgesamt 40 Neuinfektionen gemeldet.

Am Braunschweiger Gesundheitsamt werden zurzeit sehr viele Tests gemacht.

Am Braunschweiger Gesundheitsamt werden zurzeit sehr viele Tests gemacht.

Foto: Britta Pedersen / dpa (Symbolfoto)

Täglich werden mehr Städte und Kreise in Deutschland zu Risikogebieten beziehungsweise Hotspots erklärt. Das ist bislang dann der Fall, wenn es innerhalb von sieben Tagen mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner gibt. Wie steht es in Braunschweig mit Blick auf diese Zahlen? Noch sind sie hier nicht so hoch, allerdings gibt es einen kontinuierlichen Anstieg.

Zwei Beispiele: In den zurückliegenden sieben Tagen hat das Gesundheitsamt insgesamt 40 Neuinfektionen gemeldet. Bei einer Einwohnerzahl von rund 250.000 entspricht das 16 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern. Schaut man sich zum Vergleich einen Sieben-Tage-Zeitraum vor vier Wochen an (10. bis 16. September), wird der Unterschied deutlich: Damals gab es insgesamt „nur“ 12 Neuinfektionen, was umgerechnet rund 5 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern sind.

Sieben Patienten sind in den Braunschweiger Krankenhäusern

Nimmt man 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner als Grenze für schärfere Beschränkungen, dann wären das für Braunschweig 125 Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen. Bei der nun diskutierten niedrigeren Grenze von 35 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner läge der Wert für Braunschweig bei rund 88 Neuinfektionen. Dies entspricht im Übrigen in etwa dem Wert, den sich die Stadt im Frühjahr ohnehin selbst gesetzt hatte, um frühzeitig reagieren zu können – und um eine Überlastung von Gesundheitsamt und Krankenhäusern zu verhindern.

Aktuell befinden sich sieben Patienten wegen einer Corona-Infektion in den Braunschweiger Krankenhäusern – darunter können auch Menschen aus der Region sein. Noch vor Kurzem mussten „nur“ zwei Patienten in einer Klinik behandelt werden.

Feuerwehrchef appelliert an die Braunschweiger

Braunschweigs Feuerwehrchef Torge Malchau erläuterte am Mittwoch in einer Videobotschaft auf der Facebook-Seite der Stadt, dass das Gesundheitsamt seine Kapazitäten hochfahre. „Es wird ein Schichtbetrieb geplant, der auch am Wochenende durchgezogen werden kann“, so Malchau.

Oberstes Ziel: Das Gesundheitsamt muss weiterhin in der Lage sein, bei jeder Neuinfektion die Kontaktpersonen zu ermitteln und unter Quarantäne zu stellen. Nur so könne man das Infektionsgeschehen weiterhin im Griff behalten. Auch die Gefahrenabwehrleitung, deren Arbeit über den Sommer etwas zurückgefahren werden konnte, soll wieder stärker tätig werden.

Malchau appelliert an die Braunschweiger: „Nur wenn wir uns an AHA-Regeln halten, haben wir die Chance, die zweite Welle, die nicht mehr nur vor der Tür steht, sondern in der wir uns bereits mittendrin befinden, vernünftig zu überstehen und die Pandemie weiter gut im Griff zu haben.“ Also: Abstand, Händehygiene, Alltagsmaske.

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