Unternehmen bietet 500 Euro für Mieter in Wolfsburg

Wolfsburg.  Die Anzeichen für eine Entspannung auf dem Wolfsburger Wohnungsmarkt mehren sich.

Die Hellwinkel-Terrassen sind neben den Steimker Gärten momentan das größte Wolfsburger Baugebiet. In beiden zusammen sollen 2000 Wohneinheiten entstehen.

Die Hellwinkel-Terrassen sind neben den Steimker Gärten momentan das größte Wolfsburger Baugebiet. In beiden zusammen sollen 2000 Wohneinheiten entstehen.

Foto: Giesecke (Archiv)

Wohnungsanbieter rufen in Wolfsburg nicht mehr die Mieten auf, die sie noch vor wenigen Jahren verlangten, im Internet findet sich ein breites Angebot an Wohnungen, und eine Immobiliengesellschaft bietet nun sogar 500 Euro Prämie für jeden, der ihr einen Mieter für die Steimker Gärten vermittelt.

Bewohner des Steimker Bergs fanden in ihren Briefkästen Flyer, auf denen das Unternehmen für seine 46 bis 140 Quadratmeter großen Mietwohnungen mit Echtholzparkett und Fußbodenheizung, großen Fensterfronten, modernen Bädern, Fahrstuhl und Tiefgarage warb und täglich außer sonntags Besichtigungstermine anbot. Unter dem Motto „Wir suchen Mieter“ ruft es im Internet dazu auf, online oder telefonisch Kontakt aufzunehmen, Namen und Kontaktdaten eines potenziellen Mieters zu nennen und bei Abschluss eines Vertrags die Prämie einzustreichen. Im Frühjahr sollen die ersten Mieter einziehen können.

Kaltmieten ab 10,85 Euro pro Quadratmeter

In den vergangenen Jahren galt der Markt als so angespannt, dass man meinen müsste, die Menschen rennen den Vermietern die Türen ein, um eine Neubauwohnung in Wolfsburg zu ergattern. Doch das Unternehmen aus den Steimker Gärten gibt online für sein eines Ensemble einen Vermietungsstand von 53 Prozent an, den zweiten beziffert es mit 29 Prozent. Dabei werden die Wohnungen seit mindestens einem Jahr beworben, auch mit riesigen Werbetafeln an der Nordsteimker Straße. Läuft die Vermietung weniger gut als erwartet? Eine Anfrage unserer Zeitung blieb bislang unbeantwortet.

Womöglich sind die Wohnungen vielen Wolfsburgern zu teuer. Wer 2018 einen Vertrag mit Volkswagen Immobilien, der Neuland oder der Allertal unterschrieb, die zusammen 60 Prozent der Wolfsburger Mietwohnungen besitzen, zahlt im Schnitt 6,80 Euro pro Quadratmeter. Bei dem Unternehmen aus den Steimker Gärten geht es bei 10,85 Euro los, die kleinste und günstigste Zwei-Zimmer-Wohnung soll monatlich 754 Euro Euro kalt kosten.

Wohnungssuchende haben wieder eine Auswahl

Immer wieder haben Leser und Kommentatoren auf Facebook kritisiert, dass aus ihrer Sicht zu viele teure Wohnungen gebaut werden und zu wenige für Menschen, die keine Volkswagengehälter haben. Oberbürgermeister Klaus Mohrs dagegen hat von Anfang an auf Umzugsketten gesetzt, in denen Mieter in schönere und besser ausgestattete Wohnungen ziehen und ihre einfacheren Wohnungen frei machen.

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Sein Credo, dass die neuen Wohngebiete nicht nur „zeitgemäßen Wohnraum“ für „die Arbeitskräfte und Bewohner von morgen“ bieten (Mohrs 2017), sondern auch die Mieten im Bestand stabilisieren werden, scheint sich zu erfüllen. Obwohl Neuland und VWI in ihren Neubauten wie private Vermieter teils happige Mieten aufrufen und aufgrund der hohen Baupreise wohl auch aufrufen müssen, steigen ihre Durchschnittsmieten nur langsam. Und auch die seit 2012 von 6 Euro in unbekannte Höhen geschossenen Mieten der Privaten beruhigen sich.

Laut Zahlen der N-Bank sanken sie von einem Höchststand von 9,50 Euro im Jahr 2015 bis 2018 auf 8,80 Euro. Ausgewertet wurden die Preise von 999 Wohnungen, die 2018 auf großen Immobilienportalen angeboten wurden. Wer in Wolfsburg eine Wohnung sucht, hat anders als vor wenigen Jahren heute wieder eine Auswahl, die sowohl bezahlbare als auch ausgesprochen hübsche Wohnungen einschließt. 138 Angebote waren am Donnerstag auf dem Portal Immobilienscout zu finden. Knapp die Hälfte der Wohnungen kostete weniger als 800 Euro kalt, etwa ein Viertel weniger als 600 Euro.

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