Umfang belasteter Fleischlieferung an Niedersachsen weiter unklar

Hannover.  In welchem Umfang möglicherweise keimbelastete Wurstwaren der Firma Wilke nach Niedersachsen geliefert worden sind, ist für die Behörden noch unklar.

Wie am Dienstag bekannt wurde, fanden Behörden in Niedersachsen bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden.

Wie am Dienstag bekannt wurde, fanden Behörden in Niedersachsen bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden.

Foto: Uwe Zucchi / dpa

In welchem Umfang möglicherweise keimbelastete Wurstwaren der hessischen Firma Wilke nach Niedersachsen geliefert worden sind, ist für die Behörden weiterhin unklar. Betroffen sei ganz Niedersachsen mit der gesamten Lebensmittelkette von Supermärkten über Kliniken, Kioske und Zwischenhändler, teilte das Landwirtschaftsministerium am Mittwoch in Hannover mit.

„Alle Waren von Wilke sollen zurückgeholt werden.“

Mit Hochdruck würden sämtliche der womöglich mit Listerien-Keimen belasteten Wurstwaren aus dem Handel, der Gastronomie und dem Zwischenhandel geholt und beseitigt, betonte die Vizepräsidentin des Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Barbara Woltmann. „Alle Waren von Wilke sollen zurückgeholt werden.“ Dazu müssten mit hohem Aufwand anhand von Lieferlisten die Zwischenhändler und Endabnehmer ausfindig gemacht, die von Wilke beliefert worden sind. „Die Zusammenarbeit mit den Landkreisen läuft sehr gut“, sagte sie.

Zwei Menschen gestorben

Wie am Dienstag bekannt wurde, fanden Behörden in Niedersachsen bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden. Zwei von ihnen sind gestorben - einer von ihnen starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war.

Agrarministerin fordert bundesweit einheitliche Lieferlisten

Nach dem Rückruf möglicherweise keimbelasteter Wurstwaren der Firma Wilke hat Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast (CDU) bundesweit einheitliche Lieferlisten gefordert. Die Ministerin regte am Mittwoch an, dass sich die Bundesländer gemeinsam mit der Lebensmittelindustrie auf einheitliche Vorgaben für das Erstellen von Lieferlisten einigen, teilte das Ministerium mit. Das erleichtere einen Rückruf in großem Umfang mit vielen Beteiligten – wie jetzt bei der Firma Wilke – verwaltungstechnisch enorm.

Wie die Vizepräsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Laves), Barbara Woltmann, am Mittwoch betonte, müssten mit hohem Aufwand anhand von Lieferlisten die Zwischenhändler und Endabnehmer ausfindig gemacht werden, die von dem hessischen Hersteller beliefert worden sind. „Alle Waren von Wilke sollen zurückgeholt werden.“ Mit Hochdruck würden sämtliche der womöglich mit Listerien-Keimen belasteten Wurstwaren aus dem Handel, der Gastronomie und dem Zwischenhandel geholt und beseitigt.

System bislang nicht einheitlich

Bislang sei das System der Rückverfolgbarkeit nicht einheitlich und Betriebe auch nicht per Rechtsvorschrift verpflichtet, Lieferlisten kurzfristig aushändigen zu können, sagte eine Ministeriumssprecherin. Aus diesem Grund könnten die Behörden weiterhin nicht sagen, in welchem Umfang belastete Wilke-Wurst nach Niedersachsen geliefert wurde. Bekannt ist indes, dass über 1000 Betriebe beliefert wurden, wobei die gesamte Lebensmittelkette von Supermärkten über Kliniken, Kioske und Zwischenhändler betroffen ist, so die Sprecherin.

Wie am Dienstag bekannt wurde, fanden Behörden in Niedersachsen bei drei Erkrankten einen Keimtyp, der genetisch eng mit den Listerien verwandt ist, die in den Waren der Firma Wilke nachgewiesen wurden. Zwei von ihnen sind gestorben - einer von ihnen starb an einer anderen Erkrankung, bei der zweiten Person habe nicht ermittelt werden können, ob die Listeriose-Erkrankung die Todesursache war. dpa

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