Digitalisierung

Cyberattacke legt System der Wolfsburger Neuland lahm

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Die Wolfsburger Wohnungsgesellschaft Neuland vermietet fast 12.000 Wohnungen. Seit der Kaseya-Cyberattacke Anfang Juli ist ihr Kundenservice-System nicht mehr erreichbar.

Die Wolfsburger Wohnungsgesellschaft Neuland vermietet fast 12.000 Wohnungen. Seit der Kaseya-Cyberattacke Anfang Juli ist ihr Kundenservice-System nicht mehr erreichbar.

Foto: Joachim Mottl / Regios24 (Archivbild)

Wolfsburg.  Die Folgen des Hackerangriffs auf den IT-Dienstleister Kaseya reichen bis nach Wolfsburg. Die Wohnungsgesellschaft Neuland ist betroffen.

Eine der größten Cyberattacken der vergangenen Jahre hat Auswirkungen auf die Wolfsburger Wohnungsgesellschaft Neuland. Der Hacker-Angriff auf das IT-Unternehmen Kaseya in den USA führte Anfang Juli beim Hamburger IT-Dienstleister der Neuland zu einem Serverausfall. Seitdem ist das Kunden-Serviceprogramm der Neuland lahmgelegt.

Die Neuland hatte in den vergangenen Jahren ihren gesamten Mieterservice digitalisiert, um Anliegen der fast 12.000 Mieter möglichst beim ersten Anruf bearbeiten zu können. Die Servicemitarbeiter können über das Programm Kalender von Handwerkern einsehen, direkt Reparaturtermine vergeben, Wohnungsabnahmen terminieren oder für die Haltung von Haustieren notwendige Bescheinigungen ausstellen.

„Das fehlt uns jetzt natürlich unglaublich“, sagt Neuland-Geschäftsführer Hans-Dieter Brand. „Da merkt man, wie abhängig man von dem System ist.“

Personal im Neuland-Servicecenter wurde verstärkt

Die Mitarbeiter in Wolfsburg-Westhagen versuchen, die Anliegen telefonisch oder per E-Mail abzuarbeiten. „Wir tun unser Möglichstes, es so glimpflich wie möglich ablaufen zu lassen“, versichert Brand. Unter anderem wurde das Personal im Servicecenter verstärkt. Trotzdem holpert es. Zum Beispiel sind ältere Aufträge und die dazugehörigen Sachstände nicht einsehbar.

Das sorgt für Unmut bei einigen Mietern. „Die Kollegen sind ganz schön geknickt, weil sie sich einiges anhören müssen“, sagt Brand. Er bittet um Verständnis: „Dies ist eine nicht vorhersehbare Situation, und wir verstehen, dass unsere Kunden unzufrieden sind. Wir geben unser Bestmögliches“, so Brand. Er bittet, von nicht dringenden Anfragen abzusehen.

Folgen des Kaseya-Hackerangriffs: Neuland-Programm läuft frühestens Montag wieder

Der Sprecher der Geschäftsführung betont, dass die Neuland-Server nicht angegriffen wurden. Kunden- und Mieterdaten seien sicher. Auch können sich Mietinteressenten nach wie vor bei der Neuland registrieren. Auch das läuft über ein anderes System.

Die sich stauenden Aufträge und Anfragen können dagegen erst abgearbeitet werden, wenn der Server in Hamburg wieder funktioniert. Wann die Neuland zum Normalbetrieb zurückkehren kann, ist ungewiss. „Die Zusage, die wir jetzt haben, ist, dass es am Montag wieder läuft“, sagt Brand. Nachdem die Systeme wieder hochgefahren sind, werde es aber bestimmt eine Woche dauern, alte Aufträge abzuarbeiten. Termine für Reparaturaufträge sollen dann nach Dringlichkeit vergeben werden.

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