Wolfenbüttels Filmpalastbetreiber blicken in ungewisse Zukunft

Wolfenbüttel.  Im Dezember öffnet der Filmpalast in Wolfenbüttel nach dem Lockdown wieder seine Tore. Wie es dann weitergeht, ist jetzt aber noch nicht absehbar.

Geschäftsführer Chyar Hesko steht vor dem Filmpalast Wolfenbüttel.

Geschäftsführer Chyar Hesko steht vor dem Filmpalast Wolfenbüttel.

Foto: Frank Spyra

Es ist still geworden im Filmpalast Wolfenbüttel . Keine Filme flimmern, keine Popcorntüten rascheln. Chyar Hesko , der Geschäftsführer des kleinen Lichtspielhauses, steht im Foyer und erzählt, wie es gerade läuft: „Wir nutzen die Zeit, um mal richtig sauber zu machen und um kleinere Reparaturen durchzuführen.“ Er und sein Bruder Bengin haben das kleine Traditionshaus vor rund anderthalb Jahren übernommen. Den Filmpalast gibt es aber schon viel länger. Seit den 50er Jahren, so Hesko.

Viele Wolfenbütteler vermissen den Filmpalast

Doch das Virus macht auch vor den Traumwelten des Kinos nicht halt. Seit dem 2. November sind die Projektoren nun aus. Ein Staubsauger steht zwischen den Kinosesseln. Bereits vor dem aktuellen Lockdown durften die Brüder nur ein Drittel der vorhandenen Plätze besetzen. „Drei Plätze frei, zwei belegt, wieder drei frei“, beschreibt Hesko das Modell. Das erforderten die Abstandsregeln, die die Ausbreitung von Sars-Covid-2 eindämmen sollen.

Viele Wolfenbüttelerinnen und Wolfenbütteler vermissen ihren Filmpalast. „Ich würde wieder ins Kino gehen, wenn es wieder erlaubt ist“, sagt die 23-jährige Tatjana Tijio , „denn das macht Spaß.“ Das sieht auch Jerry Faegan so. Der 60-Jährige geht seit den 80er Jahren in den Filmpalast. „Hier werden auch deutsche Filme gezeigt, mit tollen Schauspielern, die man in den großen Kinos nicht sieht.“ „Der Filmpalast ist Oldschool, der Preis stimmt und die Mitarbeiter sind sehr freundlich“, findet Yvonne Fischer . Die 45-Jährige geht manchmal mit ein paar Freundinnen in das kleine Kino in der Langen Straße 5.

Viele Blockbuster erscheinen erst im kommenden Jahr

„Die Umsatzeinbußen betrugen vor der Corona-Schließung bereits 70 bis 80 Prozent“, schätzt Hesko. Übersteht er den Lockdown? „Ich muss ja“, antwortet er lakonisch, „ich liebe den Filmpalast.“ Und darum will er jeden Cent reinstecken, den er hat. Auch habe er verschiedene Hilfen von Bund und Ländern beantragt – auch an den Wolfenbütteler Solidarfonds wandte er sich. Sein Steuerberater hat ihm dabei geholfen, denn die Verfahren sind kompliziert.

Wie es nach dem Lockdown cineastisch weitergeht, ist allerdings unklar. Die Filmverleiher hielten ihre Kassenschlager zurück, weil sie erwarteten, dass das Geschäft nur schleppend wieder anlaufen werde, so Hesko. Er rechnet frühestens ab Januar mit einer Rückkehr zum regulären Betrieb. Wann die Blockbuster wiederkommen, ist offen. Der neue James Bond ist erst ab Ostern 2021 in den deutschen Kinos zu sehen.

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