Ein Musical-Traumpaar spielt in Braunschweig ein Ex-Paar

Braunschweig.  Markus Schneider und Sophia Gorgi haben Musical-Fans im Staatstheater schon mehrfach begeistert. Jetzt sind sie in „The Last Five Years“ zu sehen.

Die Musical-Profis Markus Schneider und Sophia Gorgi verkörpern im Kammermusical „The Last Five Years“ am Staatstheater ein Künstlerpaar, das sich auseinanderlebt.

Die Musical-Profis Markus Schneider und Sophia Gorgi verkörpern im Kammermusical „The Last Five Years“ am Staatstheater ein Künstlerpaar, das sich auseinanderlebt.

Foto: Andreas Berger

Die beiden Rollen im neuen Musical des Staatstheaters sind so richtig aus dem Leben gegriffen, dem Musicalleben, denn Sophia Gorgi und Markus Schneider spielen in „The Last Five Years“ einen Autor und – eine Musicaldarstellerin.

Wie sind Musicaldarsteller? Vor allem immer makellos schön und beweglich. Da sind die beiden in Braunschweig geradezu ein Traumpaar. Tja, viel Training müsse sein, schon wegen des Tanzens, sagt Schneider, der von „Hair” bis „Sweeny Todd” schon vielfach am Staatstheater zu sehen war. „In Köln probe ich zurzeit ein Stück, in dem ich bis zur Unterhose strippen muss, da gehe ich schon freiwillig noch ein paarmal öfter ins Fitnessstudio.” Sophia Gorgi hat mit sechs Ballettunterricht genommen, wäre vielleicht auch gern klassische Tänzerin geworden. „Aber ich habe auch immer gern gegessen, das ging nicht zusammen.”

Unsicherheit gehört zum Job

Darüber hinaus sind die beiden auch noch sehr herzlich. „Seit dem Lockdown im März sitze ich zu Hause in Kassel und übe Ukulele. Es wird sehr aufregend sein, endlich wieder vor Publikum zu spielen”, sagt Schneider. Und Sophia Gorgi ist sich des Privilegs bewusst, hier als Gastkünstlerin in einem Zweipersonenmusical auftreten zu können: „Wir stehen hier für alle Kolleginnen und Freunde, die jetzt quasi Berufsverbot haben. Im Herzen trage ich sie bei mir.”

Unsicherheit, das gehört eben auch zum Job des Musicaldarstellers. Auch im Stück sei das so, erzählt Gorgi. Während ihr Partner, der Autor, immer mehr Erfolg habe und von Party zu Party eile, gehe sie auf Tournee, statt am Broadway zu glänzen. „Mit dieser Unsicherheit muss man leben können, sonst ist der Beruf nichts für dich.” Sie selbst wisse natürlich schon auch gern, wie es im nächsten Jahr mit Engagements aussieht. „Aber wenn ich das für zehn Jahre im voraus wüsste, wäre das für mich der Horror.”

Zwei Jahre lang Aladdins Freundin Jasmine

Vor der Braunschweiger Aufführungsserie von „Chicago”, bei der sie die kesse Roxie spielte, war sie zwei Jahre fest bei Stage-Musicals in Hamburg als Aladdins Freundin Jasmine. Endlich mal keine Sorgen um den nächsten Vertrag, aber dafür jeden Tag dasselbe Stück. „Da gehört natürlich Routine dazu. Aber wir waren eine so tolle Truppe und verstanden uns alle so gut, dass wir jeden Abend mit einem Lächeln begannen”, sagt Gorgi – mit einem Lächeln, dass man es ihr sofort glaubt.

Aufgewachsen in Wien in einem sehr musikzugewandten Haus, lernte sie neben Ballett auch noch Geige, stand schon mit 15 als Liesel in „Sound of Music”, dem Musical über die Trapp-Familie, auf der Bühne der Wiener Volksoper. Singen, tanzen, Charakterrollen wie in „Chorus Line” oder „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs”, das ist die Mischung, die ihr am Musical gefällt.

„Man muss der Typ sein, den sich der Produzent vorgestellt hat“

Doch vor der Show steht die Audition. „Wir müssen hier zwar nicht schon morgens um fünf auf der Straße Schlange stehen wie in New York, aber am Ende zählt nicht nur die Leistung, man muss auch der Typ sein, den sich der Produzent vorgestellt hat. Damit muss man umgehen können und darf sich nicht jedesmal selbst in Frage stellen”, sagt Gorgi. Im Stück entwickeln sich die Lebensentwürfe der beiden Figuren auseinander. „Der Autor sagt: Ich kann ja nicht anfangen, auch unglücklich zu sein, damit es dir besser geht. Und damit sind wir bei Beziehungsfragen, die jeder von uns kennt”, resümiert Schneider. Auch die Musicalwelt ist nicht nur Glamour.

Für die Premiere am Samstag, 17. Oktober, 19.30 Uhr, im Kleinen Haus gibt es noch Restkarten. Die nächsten Vorstellungen sind ausverkauft. Weitere Termine folgen.

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