Bühnenmalerin aus Berufung: Das sind die Vor- und Nachteile

Berlin  Christin Pinzer hat einen künstlerischen Beruf gewählt: Bühnenmalerin. Aus Liebe zum Theater, sagt sie. Mit allen Vor- und Nachteilen.

Christin Pinzer (32) ist Bühnenmalerin. Die Arbeit und das Theater faszinieren sie – das wiegt die eher schlechte Bezahlung für sie auf.

Christin Pinzer (32) ist Bühnenmalerin. Die Arbeit und das Theater faszinieren sie – das wiegt die eher schlechte Bezahlung für sie auf.

Foto: Maurizio Gambarini

Die Wände sind großflächig bebildert. Ein Porträt von Sophie Scholl. Eine Malerei von der Ruine des Palasts der Republik und, weiter hinten, Gerhard Richters berühmte „Betty“.

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Sie geben Wänden eine Steinoptik


„Wir Bühnenmaler legen als Letzte Hand an“, sagt Christin Pinzer (32). Sie geben Wänden ihre Steinoptik, verwandeln einen Sperrholzboden zu Marmor oder bringen ihre Bilder an.

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Gutes Auge, ruhige Hand, Kreativität


Für ihre großflächigen Arbeiten braucht Christin Pinzer eine ruhige Hand, ein gutes Auge, Kreativität und eine Arbeitszeit von mindestens zweieinhalb Tagen. Es kann aber auch mehrere Wochen dauern.

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Von Barock bis Fotorealismus


Pinzer beherrscht Barockmalerei ebenso gut wie Architekturmalerei oder Fotorealismus. Und sie muss Holz- und Steinstrukturen nachbilden können. „Alle diese Techniken lernen wir in der Ausbildung“, sagt sie.

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Alte Meister kopieren, Fotorealismus und Sägespäne


Wie man Holz und Stein naturalistisch nachmalt, das weiß sie schon seit dem ersten Lehrjahr. Im zweiten lernte sie, wie man alte Meister kopiert und auf große Formate überträgt.

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Mit Erasmus-Stipendium nach Island


Sie hängt sich rein, wenn sie etwas will. Während ihrer Ausbildung war sie mit einem Stipendium des EU-Programms Erasmus+ in Reykjavík an einem kleinen Theater. „Kleinere Theater sind viel enger mit den Produktionen verbunden, die an ihrem Haus stattfinden.“

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Das erste Mal alleinverantwortlich


Eine große Herausforderung: Sie musste eine raumgreifende Marmorimitation für Wände und Boden erstellen. „Die sollten aussehen wie Lammfleisch“, sagt sie. Hier half es, dass sie sich im dritten Ausbildungsjahr intensiv mit Techniken auseinandergesetzt hat.

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Geschichte an der HU studiert


Schon als Kind hat Christin Pinzer viel gemalt. Und noch während sie ihr Geschichtsstudium an der Humboldt-Universität abschloss, fing sie mit der Ausbildung an. Die Liebe zum Theater hatte sie durchs Jobben an verschiedenen Bühnen entdeckt.

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Der Beruf droht auszusterben


„Ich habe mich bewusst für den Beruf entschieden“, betont sie. „Obwohl ich weiß, dass er vom Aussterben bedroht ist und wohl wissend, dass man nicht reich wird.“

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Leidenschaft wiegt schlechte Bezahlung auf


Und die Bezahlung? Pinzer zuckt mit den Schultern. „Die Mindestgage liegt für ausgebildete Bühnenmaler bei 2000 Euro monatlich, alles andere ist Verhandlungssache.“

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