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Ukraine: Zivilisten flüchten in Bunker unter Chemiefabrik

| Lesedauer: 55 Minuten
Tschernobyl: "Es war beängstigend"

Tschernobyl: "Es war beängstigend"

Mitarbeiter der ukrainischen Atomruine Tschernobyl und Bewohner der angrenzenden Stadt Slawutytsch berichten von der russischen Besatzung.

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In Sjewjerodonezk verstecken sich nach ukrainischen und russischen Angaben Zivilisten in Bunkern unter einer Chemiefabrik. Der Blog.

  • Baerbock verspricht lange Unterstützung für freies Leben
  • Zivilisten flüchten in Bunker unter Chemiefabrik
  • Russland hält 20 Prozent des ukrainischen Territoriums besetzt
  • Nach ukrainischen Angaben ist die Stadt Sjewjerodonezk zu 80 Prozent in russischer Hand
  • Präsident Selenskyj erinnert an das Schicksal der Kinder im Krieg
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Berlin/Kiew/Moskau. Vor 100 Tagen hat der Ukraine-Krieg begonnen. Dabei spitzt sich vor allem die Lage in der Ostukraine zu. In der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk flüchteten Zivilisten sogar in Bunker unter einer Chemiefabrik, aus der zuletzt Rauch ausgetreten war. "Das sind Einheimische, die gebeten wurden, die Stadt zu verlassen, die sich aber geweigert haben", so Gouverneur Serhij Hajdaj gegenüber CNN. In der südukrainischen Hafenstadt Mariupol hatten ukrainische Soldaten und Zivilisten wochenlang unter Beschuss in Bunkern unter dem Stahlwerk Azovstal ausgeharrt.

Derweil hat Außenministerin Annalena Baerbock der Ukraine Solidarität zugesichert und Unterstützung auch mit weiteren Waffen zugesagt. "Wir werden der Ukraine weiter beistehen. So lange, bis es keine weiteren Butschas mehr gibt. Damit auch für die Menschen in der Ukraine das wieder normal ist, was für uns eine solche Selbstverständlichkeit ist: Ein Leben in Freiheit", schrieb sie in einem Gastbeitrag für "Bild".

News zur Ukraine-Krise von Freitag, 3. Juni: Ende des Newsblogs

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Ehemaliger Regierungschef Kassjanow aus Russland ausgereist

10.48 Uhr: Der ehemalige russische Regierungschef Michail Kassjanow hat das Land verlassen. "Er ist derzeit im Ausland, ich kenne weder seinen Aufenthaltsort noch das Datum seiner Rückkehr", sagte Konstantin Merslikin, ein Parteikollege Kassjanows, am Freitag der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Über den Grund der Ausreise machte Merslikin ebenfalls keine Angaben. Im Zuge des Krieges gegen die Ukraine hatte die russische Führung in den vergangenen Wochen ihr Vorgehen gegen Oppositionelle und Kritiker verschärft.

Kassjanow war während der ersten Amtsperiode von Präsident Wladimir Putin von 2000 bis 2004 Regierungschef in Russland. Kurz vor den Präsidentenwahlen 2004 wurde er entlassen, nachdem er zuvor die Verhaftung des Oligarchen und Yukos-Chefs Michail Chodorkowski kritisiert hatte.

Scholz empfängt ukrainischen Parlamentspräsidenten im Kanzleramt

10.20 Uhr: 100 Tage nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat Bundeskanzler Olaf Scholz am Freitag den ukrainischen Parlamentspräsidenten Ruslan Stefantschuk in Berlin empfangen. Stefantschuk kam in Militärkluft ins Kanzleramt, Scholz begrüßte ihn dort in Anzug und Krawatte. Am Donnerstag hatte der Parlamentspräsident zum Auftakt seines Deutschlandsbesuch die Lieferung deutscher Leopard- und Marder-Panzer in die Ukraine für den Kampf gegen die russischen Angreifer gefordert.

"Natürlich brauchen wir vor allem moderne Waffen. Wir können auch mit alten Waffen aus alten Beständen kämpfen und standhalten, aber die neueren Waffen sind effizienter“, sagte er nach einem Treffen mit Bundestagsabgeordneten laut offizieller Übersetzung. "Deshalb erwarten wir sowohl die Marder als auch die Leoparden." Stefantschuk begrüßte zwar, dass Scholz (SPD) am Mittwoch im Bundestag die Lieferung weiterer schwerer Waffen in die Ukraine angekündigt hat.

Ukraine-Krieg – Hintergründe und Erklärungen zum Konflikt

Bundestagspräsidentin: Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine

10.00 Uhr: Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) hat ihrem ukrainischen Amtskollegen Ruslan Stefantschuk weitere Unterstützung zugesichert. "Der Deutsche Bundestag steht fest an der Seite der Ukraine. Wir werden Ihr Land weiter humanitär und militärisch, finanziell und diplomatisch nach Kräften unterstützen", sagte Bas am Freitag an Stefantschuk gerichtet, der als Gast im Parlament war. Bas betonte, dass Stefantschuks erste Auslandsreise nach dem völkerrechtswidrigen Angriff Russlands ihn nach Deutschland führe. Bas: "Eine souveräne Ukraine gehört zu einem freiheitlich-demokratischen Europa. Ihr Land hat das Recht, selbstbestimmt über seinen Weg zu entscheiden - in Freiheit und Frieden."

Die Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), plädierte am Rande der Bundestagssitzung dafür, die Ukraine in einer gemeinsamen Aktion von Nato-Staaten mit Munition auszustatten. "Den Ukrainern geht die Munition aus. Es handelt sich um alte sowjetische Munition", sagte Strack-Zimmermann der Deutschen Presse-Agentur.

Selenskyj dankt für ausländische Waffenlieferungen

9.30 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat den USA und anderen Verbündeten für die jüngsten Zusagen zur Lieferung moderner Waffen gedankt. In seiner Videoansprache vom Donnerstag erwähnte er vor allem die Mehrfachraketenwerfer vom Typ Himars aus den USA. "Diese Waffen werden wirklich dazu beitragen, das Leben unseres Volkes zu retten und unser Land zu schützen", sagte Selenskyj in Kiew. Er dankte auch Schweden, das am Donnerstag unter anderem Schiffsabwehr-Raketen zusagte.

Eine Hilfe sei auch das neue sechste Sanktionspaket der EU gegen Russland mit einem weitgehenden Öl-Embargo. "Die Welt verzichtet endlich auf russisches Öl", sagte der ukrainische Präsident. Für die Ukraine ist am Freitag der 100. Tag des von Russland aufgezwungenen Krieges.

Ukraine gibt Verwaltungszentrum Sjewjerodonezk noch nicht verloren

9.00 Uhr: Das ukrainische Militär hält nach eigenen Angaben weiter Stellungen in der schwer umkämpften Großstadt Sjewjerodonezk, dem Verwaltungszentrum der Region Luhansk im Osten der Ukraine. "Im Zentrum von Sjewjerodonezk halten die Kämpfe an", teilte der ukrainische Generalstab in seinem Lagebericht am Freitag mit. Der Feind beschieße die ukrainischen Stellungen in der Stadt, in den Vororten Boriwsk und Ustyniwka sowie in der Zwillingsstadt Lyssytschansk, die mit Sjewjerodonezk einen Ballungsraum bildet.

Zudem berichtete der Generalstab von Luftangriffen auf die Ortschaft Myrna Dolyna und erfolglosen Erstürmungsversuchen der städtischen Siedlungen Metjolkine und Bilohoriwka in unmittelbarer Nähe von Sjewjerodonezk. Auch der Versuch, durch Angriffe im Raum Bachmut den Ballungsraum weiter westlich von den Versorgungslinien abzuschneiden, ist nach Angaben aus Kiew bislang gescheitert.

**Die Quelle dieser Nachricht ist eine der Konfliktparteien. Die Angaben konnten nicht unmittelbar unabhängig überprüft werden.**

Habeck erwartet große Auseinandersetzungen über Kosten des Kriegs

8.30 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck erwartet im Herbst und Winter große gesellschaftliche Auseinandersetzungen über die Folgekosten des russischen Kriegs gegen die Ukraine. "Wir werden einen dramatischen Anstieg der Heizkosten erleben", sagte er am Donnerstagabend in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner". "Ob da dann die politischen Maßnahmen ausreichen, um gesellschaftlichen Frieden und das Gefühl, dass es fair in diesem Land zugeht, durchzuhalten, das wird die entscheidende Frage des Herbstes und des Winters werden. Da bin ich noch nicht ganz sicher", erklärte er auf die Frage, ob Deutschland bei der Unterstützung der Ukraine und den Sanktionen gegen den Angreifer Russland die Puste ausgehen könnte.

Habeck wies darauf hin, dass mit zunehmender Kriegsdauer hierzulande ein Gewöhnungseffekt einsetzen könnte. Andere Themen bis hin zur Fußball-Bundesliga könnten die Empörung über die russische Aggression und die Gräueltaten verdrängen. Lesen Sie dazu: "Illner": Warum die Waffenlieferungen geheim sein mussten

Aufruf zu Stopp der EKD-Beziehungen zur Führung der russisch-orthodoxen Kirche

8.00 Uhr: Theologen und Politiker haben die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) aufgefordert, die Beziehungen zur Führung der russisch-orthodoxen Kirche wegen der Parteinahme für den Angriffskrieg gegen die Ukraine auf Eis zu legen. Es solle "ein Moratorium für jeglichen bilateralen Dialog" auf Ebene der Kirchenleitungen ausgesprochen werden, heißt in einem offenen Brief, über den die Zeitung "Welt" (Freitagausgabe) berichtet.

Die Hierarchie der russisch-orthodoxen Kirche schaffe "mit ihrer Kriegslegitimation" und der Ablehnung unveräußerlicher Menschenrechte "eine geistige und geistliche Basis für eine autokratische Staatsmacht mit revisionistischen und diktatorischen Zügen", heißt es dem Bericht zufolge in dem Schreiben. Da der Angriffskrieg mit ihrem Segen geführt werde, sei die Moskauer Führungsspitze der russisch-orthodoxen Kirche "ein wesentlicher Teil der russischen Kriegsmaschinerie".

Milliardenschwere Energie-Zuschüsse für Firmen sollen bald kommen

7.30 Uhr: Ein milliardenschweres Hilfsprogramm der Bundesregierung mit Energiekosten-Zuschüssen für Firmen soll bald starten. Es befinde sich auf der Zielgeraden, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus Kreisen des Bundeswirtschaftsministeriums. Dafür eingeplant seien fünf Milliarden Euro an Mitteln. Ziel sei, dass die Antragstellung in den nächsten Wochen starte - die EU-Kommission muss das Programm noch beihilferechtlich genehmigen. Das Notifizierungsverfahren laufe. Die Bundesregierung will mit dem Kostenzuschuss für besonders betroffene Firmen den starken Anstieg von Erdgas- und Strompreisen temporär dämpfen.

Durch eine "strikte Bonusverzichtsregel" für die Geschäftsleitung solle sichergestellt werden, dass nur die Firmen ihre Kosten "vergemeinschaften", die sich in einer wirklichen Notlage befinden. Einen Verzicht auf Bonuszahlungen gab es ab bestimmten Voraussetzungen auch bei den Überbrückungshilfen in der Corona-Pandemie, wie auch beim Wirtschaftsstabilisierungsfonds.

Ukrainische Zivilisten flüchten sich in Bunker unter Chemiefabrik

6.27 Uhr: In der umkämpften Stadt Sjewjerodonezk in der Ostukraine verstecken sich nach übereinstimmenden ukrainischen und russischen Angaben Zivilisten in Bunkern unter einer Chemiefabrik. Die ukrainische Verwaltung des fast an Russland verlorenen Gebiets Luhansk sprach am Donnerstag von etwa 800 Menschen in der Fabrik Asot (Stickstoff). "Das sind Einheimische, die gebeten wurden, die Stadt zu verlassen, die sich aber geweigert haben. Auch Kinder sind dort, aber nicht sehr viele", sagte Gouverneur Serhij Hajdaj dem US-Sender CNN.

Trotz des Vorrückens russischer Truppen in der Stadt wird die Fabrik weiter von ukrainischen Soldaten verteidigt. Ein Sprecher der prorussischen Separatisten von Luhansk warf den ukrainischen Bewaffneten vor, die Zivilisten in das Werk gelockt zu haben und sie mit Gewalt am Verlassen zu hindern. Das meldete die Agentur Tass.

Baerbock sagt Ukraine lange Unterstützung für Leben in Freiheit zu

6.22 Uhr: 100 Tage nach Kriegsbeginn hat Außenministerin Annalena Baerbock der Ukraine Solidarität zugesichert und Unterstützung auch mit weiteren Waffen zugesagt. In einem Gastbeitrag für "Bild" (Freitag) schrieb die Grünen-Politikerin: "Wir werden der Ukraine weiter beistehen. So lange, bis es keine weiteren Butschas mehr gibt. Damit auch für die Menschen in der Ukraine das wieder normal ist, was für uns eine solche Selbstverständlichkeit ist: Ein Leben in Freiheit." Baerbock schrieb, zur Unterstützung zählten auch weitere Waffenlieferungen: "Putin setzt auf Ausdauer - und auf Erschöpfung bei uns". Jedem Dorf drohe das Schicksal von Butscha. "Deswegen müssen wir gerade jetzt der Ukraine weiter beistehen. Auch mit Waffen, weil Putin mit Worten nicht zu stoppen ist."

Baerbock sicherte den Partnerstaaten zu, Deutschland werde weiter handeln. "Auch wenn das schwierig ist. Aber wir werden unsere gemeinsame Sicherheit nie wieder aussitzen, sondern anpacken. Gemeinsam mit unseren Partnern in EU und Nato stellen wir unsere Verteidigung neu auf", schrieb Baerbock. Dabei sei klar: "Frieden gibt es nicht umsonst. Aber jeder Cent unserer Ausgaben ist eine Investition in Sicherheit und Freiheit, in die Freiheit Europas." Solange die Ukraine nicht sicher sei, sei auch Europa nicht sicher.

News zur Ukraine-Krise von Donnerstag, 2. Juni – Tschad erklärt "Nahrungsmittelnotstand“" infolge von Ukraine-Krieg

22.48 Uhr: Der Tschad hat wegen der steigenden Preise für Lebensmittel infolge des Ukraine-Kriegs den Notstand ausgerufen. "Mit diesem Erlass wird Nahrungsmittelnotstand ausgerufen", erklärte der Vorsitzende der in dem afrikanischen Land regierenden Militärjunta, Mahamat Idriss Déby Itno,am Donnerstag. Er verwies auf die "ständige Verschlechterung der Nahrungsmittel- und Ernährungslage" und warnte vor "wachsender Gefahr für die Bevölkerung", wenn keine humanitäre Hilfe geleistet werde.

Umfrage: Mehrheit hält Tankrabatt für zu geringe Entlastung

22.00 Uhr: Mehr als drei Viertel der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland glauben nicht, dass der sogenannte Tankrabatt ausreichend Entlastung bringt. 90 Prozent der Deutschen gehen zudem davon aus, dass Mineralölkonzerne die gesenkte Spritsteuer ausnutzen und ihre Preise erhöhen. Zu diesen beiden Ergebnissen kommt eine repräsentative Umfrage des Online-Umfrageinstituts Civey, die unsere Redaktion in Auftrag gegeben hat. Lesen Sie hier die ganze Meldung:

Kritik an Sondervermögen für die Bundeswehr

21.45 Uhr: Vor dem Hintergrund des Sondervermögens in Höhe von 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Extra-Gelder, um Schulen zu modernisieren.

Der Bildungssektor sei "jahrzehntelang unterfinanziert" worden, sagt VBE-Präsident Udo Beckmann unserer Redaktion: "Eine gleichartige finanzielle Unterstützung von 100 Milliarden Euro, verwaltet durch eine Verantwortungsgemeinschaft aus Bund, Ländern und Kommunen, wie sie mit dem Kooperationsgebot im Koalitionsvertrag verankert ist, würde daher auch im Schulbereich dringend notwendige Investitionen ermöglichen." Der Investitionsstau an Schulen umfasse gut 45 Milliarden Euro, so Beckmann weiter.

Öl-Embargo: Linken-Fraktionschef Bartsch fordert nach "Schutzschirm" für die ostdeutschen Länder

21.23 Uhr: Vor dem Hintergrund des kommenden Öl-Embargos der EU gegen Russland fordert Dietmar Bartsch, Fraktionschef der Linken im Bundestag, einen „Schutzschirm“ für die ostdeutschen Bundesländer. „Die Ampel, insbesondere Habeck, unterschätzt die dramatischen Folgen für den Osten“, sagte Bartsch unserer Redaktion.

Das Ölembargo werde die ostdeutschen Länder härter treffen als die westdeutschen. „Zentraler Bestandteil des Schutzschirms muss ein nationaler Krisenplan sein, wie die Versorgung in Ostdeutschland sichergestellt wird“, sagte der Linken-Politiker.

Ukrainischer Parlamentspräsident: "Waffen aus Deutschland müssen zügig geliefert werden"

21.04 Uhr: Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk hat mehr Tempo bei den Waffenlieferungen aus Deutschland gefordert. "Jetzt geht es auch darum, dass die Entscheidungen schnell umgesetzt werden. Die Waffen müssen zügig geliefert werden", sagte Stefantschuk unserer Redaktion.

Er begrüßte gleichzeitig die jüngste Ankündigung von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD), Waffen wie das Luftabwehrsystem Iris-T in die Ukraine zu schicken: "Für uns ist es sehr wichtig, dass das Eis gebrochen ist und die Ukraine die Chance hat, die neuesten und modernsten Waffen aus Deutschland zu bekommen." Mit jedem Tag des Krieges würden fast 100 Ukrainerinnen und Ukrainer getötet und 500 verletzt.

Vor seinem Treffen mit dem Kanzler sagte Stefantschuk: "Ich möchte Bundeskanzler Olaf Scholz nach Kiew einladen, um eine Rede vor dem ukrainischen Parlament zu halten." Von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erhofft er sich Hilfe für den angestrebten EU-Beitritt seines Landes.

Nato-Generalsekretär erwartet langen "Abnutzungskrieg" in der Ukraine

20.18 Uhr: Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat die westlichen Staaten dazu aufgerufen, sich auf einen langen "Abnutzungskrieg" in der Ukraine einzustellen. "Was wir sehen, ist, dass dieser Krieg mittlerweile zu einem Abnutzungskrieg geworden ist", sagte der Norweger am Donnerstag nach einem Treffen mit US-Präsident Joe Biden in Washington. "Darauf müssen wir uns auf lange Sicht einstellen."

Der Krieg "könnte morgen enden, wenn Russland seine Aggression beendet", hatte Stoltenberg am Mittwoch bei einer Pressekonferenz zusammen mit US-Außenminister Antony Blinken gesagt. Aber "wir sehen derzeit keine Anzeichen in diese Richtung". Die Kämpfe in der Ukraine dürften noch "viele Monate" anhalten, sagte Blinken.

Ukrainischer Parlamentspräsident fordert Kampfpanzer

19.13 Uhr: Der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk hat bei seinem Besuch in Berlin die Lieferung deutscher Leopard- und Marder-Panzer gefordert. „Natürlich brauchen wir vor allem moderne Waffen", sagte er am Donnerstag nach einem Treffen mit Abgeordneten. „Deshalb erwarten wir sowohl die Marder als auch die Leoparden.“

Das Rüstungsunternehmen Rheinmetall hat die Lieferung von Marder-Schützenpanzern und den deutlich größeren und schlagkräftigeren Leopard-Kampfpanzern in die Ukraine angeboten. Sie sollen nach den bisherigen Plänen der Bundesregierung für einen Ringtausch eingesetzt werden. Länder wie Tschechien und Griechenland sollen sie als Ausgleich für die Lieferung alter Panzer sowjetischer Bauart in die Ukraine erhalten.

Schweden liefert Schiffs- und Panzerabwehrraketen

18.31 Uhr: Schweden hat weitere Hilfen für die Ukraine im Wert von einer Milliarde schwedischer Kronen (95 Millionen Euro) angekündigt. Dabei handele es sich sowohl um Finanzhilfen als auch um militärische Ausrüstung wie Schiffs- und Panzerabwehrraketen, teilten am Donnerstag das Verteidigungs- und das Finanzministerium mit.

„Wir sehen nun eine neue Phase der russischen Invasion, in der (Russland) im Osten und Südosten der Ukraine an Stärke gewinnt“, sagte Verteidigungsminister Peter Hultqvist. Deshalb habe Kiew um Hilfe „in mehreren Bereichen“ gebeten. Stockholm will unter anderem das Schiffsabwehrraketensystem Robot 17 sowie 5000 Panzerabwehrraketen, Sturmgewehre und Munition liefern.