Scholz-Podcast

Christian Lindner: „Scholz weiß Dinge, die Sie nicht wissen“

| Lesedauer: 4 Minuten

YT Christian Lindner: „Scholz weiß Dinge, die Sie nicht wissen“

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Berlin  In unserem Podcast "Das Scholz Update" stellt sich Finanzminister Lindner hinter Kanzler Scholz – und verrät, wie ihr Verhältnis ist.

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will demnächst als erste Finanzminister eines G7-Staates in die Ukraine fahren, um seinen dortigen Amtskollegen zu treffen. Das sagte Lindner im „Scholz-Update“, einem Podcast der Funke Mediengruppe, in dem es um Neuigkeiten aus und Einschätzungen über die Ampel-Regierung geht. Die bezeichnete Lindner „nach wie vor als Zweckbündnis“, mit Kanzler Olaf Scholz komme er aber gut zurecht.

„Scholz-Update“: Das sagt Linder über...

...die Ampel-Regierung:

„Ich wollte nicht mit Olaf Scholz als Kanzler regieren. Meine Präferenz wäre Jamaika gewesen, das ist an der Regierungsunfähigkeit und -unwilligkeit der CSU gescheitert. Von den Inhalten her ist der Unterschied zwischen der FDP einerseits und den Grünen/der SPD andererseits nicht geringer geworden. Wir haben in der Verantwortung für diesen Staat professionell zusammengefunden, wir haben ein Vertrauensverhältnis, wir haben uns vielleicht auch neu kennengelernt. Aber eine natürliche Partnerschaft war das nicht. Die Ampel ist unverändert ein Zweckbündnis.“

… sein Verhältnis zu Bundeskanzler Olaf Scholz:

„Wir haben immer ein persönliches, belastbares Vertrauensverhältnis gehabt. Heute würde ich sagen, dass ich auch persönlich mit Olaf Scholz gut zurechtkomme. Wir unterhalten uns über viele Dinge, die nicht nur im engeren Sinne dienstlich sind, und wir lachen auch zusammen mal.“

… die Frage, wie Olaf Scholz wirklich ist:

„Es gibt einen Olaf Scholz vor den Kameras und einen Olaf Scholz, wenn die Kameras aus sind. Das ist mir aber auch nicht ganz fremd.“

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… Reisen von deutschen Regierungsvertretern in die Ukraine:

„Wir sind jetzt in einer Situation, nachdem die Irritationen zwischen den Präsidenten Deutschland und der Ukraine geklärt worden sind, dass es Reisen von deutschen Regierungsvertretern in die Ukraine geben wird. Ich habe gestern noch mit meinem ukrainischen Finanzministerkollegen Sergej Martschenko getextet, und habe gesagt: „Sergej, wenn du es hilfreich findest, komme ich gern.“ Er schrieb zurück: „Lass uns einen Zeitpunkt finden, an dem es gut passt, du wärst der erste G7-Finanzminister, wir freuen uns.“ Lesen Sie auch: Einladung nach Kiew: Steinmeier telefoniert mit Selenskyj

… die Angst der Deutschen, vor einer (nuklearen) Eskalation des Ukraine-Kriegs:

„Der Bundeskanzler weiß Dinge, die Sie nicht wissen. Aber das, was alle wissen können, ist bedrohlich genug. Selbstverständlich gibt es ein nukleares Potenzial Russlands, und auch in der Vergangenheit gab es schon Drohgebärden. Deshalb stimmen wir uns eng ab mit unseren Verbündeten und insbesondere den USA. Die USA sind unsere Rückversicherung im Fall einer weiteren Eskalation, wir haben ja keine eigenen Nuklearwaffen. (…) Die Sorge um eine nukleare Eskalation muss man ernstnehmen. Russland ist nicht irgendeine unbedeutende Macht, es ist eine Nuklearmacht. Und eine Nuklearmacht besiegt man nicht eben so. Die USA wurden in Vietnam auch nicht besiegt, sie haben sich aus Vietnam zurückgezogen. Das Ziel ist: Putin darf in der Ukraine nicht gewinnen. Aber Russland zu besiegen ist kein realistisches Szenario, wenn man eine nukleare Eskalation ausschließt.“ Auch interessant: Russland probt Angriff: So ernst sind Putins Atomdrohungen

Dieser Artikel erschien zuerst auf www.waz.de.