COP26

Wer finanziert eigentlich die Klimakonferenz in Glasgow?

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Großbritanniens Premier Boris Johnson, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär António Guterres bei der Klimakonferenz COP26

Großbritanniens Premier Boris Johnson, die geschäftsführende Bundeskanzlerin Angela Merkel und UN-Generalsekretär António Guterres bei der Klimakonferenz COP26

Foto: Christopher Furlong / AFP

Glasgow/Berlin  Die Kosten für COP26 werden wohl mehrere hundert Millionen Euro betragen. Wer die Finanzierung übernimmt und wo es trotzdem nicht reicht.

  • Derzeit findet die Klimakonferenz COP26 in Glasgow statt
  • Die Kosten für die Veranstaltung sorgen für Diskussionen
  • Wer COP26 finanziert und warum es trotzdem nicht reicht

Die Klimakonferenz COP26 in Glasgow ist in vollem Gange. Vertreterinnen und Vertreter aus über 100 Ländern sind angereist, Schätzungen zufolge ungefähr 25.000 bis 30.000 Delegierte. Die Kosten für das Großevent belaufen sich ersten Angaben nach auf mehrere hundert Millionen Euro.

Wie viel Geld genau in die Konferenz fließt, ist allerdings noch nicht öffentlich einsehbar. Die Zahlen sollen erst nach der Konferenz veröffentlicht werden. Aber wer trägt eigentlich die Kosten für COP26?

Dafür ist vorrangig Großbritannien zuständig. Als Gastgeber hat die Regierung allein etwa 100 Millionen Pfund für die Sicherheit der Veranstaltung veranschlagt und der schottischen Regierung zur Verfügung gestellt. Viel genauer werden die Zahlen allerdings noch nicht. Mit den Faktoren Corona und Brexit sei die finanzielle Planung unvorhersehbar, so Rosalyn Eales, Organisatorin der Veranstaltung.

Klimakonferenz: Preise schossen vor Beginn in die Höhe

Anreise und Unterbringung sowie sogenannte Pavillons, in denen Klimastrategien vorgestellt und diskutiert werden können, müssen von den Ländern, Delegierten, Organisationen und Firmen selbst finanziert werden. Doch die Kosten dafür sind im Vergleich zu vergangenen COP-Konferenzen in die Höhe geschossen, Berichten zufolge um bis zu 30 Prozent.

Es müsse bei den Pavillons mit Mietpreisen von mindestens 400 Pfund pro Quadratmeter gerechnet werden, dazu käme die technische Ausstattung, berichtet unter anderem die britische Zeitung Guardian. Demzufolge gehe zum Beispiel die Weltgesundheitsorganisation WHO davon aus, 200.000 Pfund für eine 62 Quadratmeter große Fläche zahlen zu müssen.

Preise für Hotelzimmer und Unterbringungen zum Beispiel bei Airbnb stiegen im Vorlauf auf die Konferenz ebenfalls rasant. Gerade für Delegierte und Vertreterinnen und Vertreter der Zivilgesellschaft, die aus Entwicklungs- und Schwellenländern kommen und weniger finanzielle Mitteln haben, stelle das ein Problem dar, so die Kritik.

Aktivistinnen und Aktivisten haben nun unter dem Namen „Baile Hoose" eine leer stehende ehemalige Wohnungslosenunterkunft besetzt, um einen Schlafplatz anzubieten für Delegierte, die kein Zimmer finden oder sich leisten konnten. Die Besetzung soll bis zum Ende der Konferenz andauern, so die Gruppe in einer Pressemeldung auf ihrer Facebookseite. Danach solle das Gebäude gereinigt und geräumt werden. Baile Hoose plant über die Unterbringung hinaus Workshops und Diskussionsrunden.

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Sponsoren sollen in diesem Jahr klimafreundlich sein

Wie jedes Jahr wird die COP auch in diesem Jahr von Sponsoren unterstützt. In den vergangenen Jahren waren das oft ausgerechnet Unternehmen aus der fossilen Industrie, zum Beispiel der Öl- und Gaskonzern BP.

Das soll in diesem Jahr anders sein: Die britische Regierung hat sich vorgenommen, nur mit Sponsoren zu kooperieren, die sich den Klimaschutzzielen verschrieben hätten. BP und Shell sind demnach nicht mehr unter den Sponsoren. Auf der Liste stehen nun unter anderem der Supermarktriese Sainsbury's und der Medienkonzern Sky. Auch der schwedische Einrichtungskonzern Ikea ist Partner von COP26.

Allerdings sind weiterhin Gasunternehmen wie National Grid und Scottish Power sowie Atomkraftwerksbetreiber Hitachi vertreten. Der Verein Lobby Control kritisierte diese Entscheidung.