Trockenheit

Waldbrände in Brandenburg: Hoffen auf Regen am Montag

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Waldbrand in Brandenburg: 600 Betroffene verlassen ihre Häuser

Waldbrand in Brandenburg: 600 Betroffene verlassen ihre Häuser

Bundeswehr und Bundespolizei versuchen einen Waldbrand nahe der brandenburgischen Kleinstadt Treuenbrietzen unter Kontrolle zu bringen. Durch den Wind hatte sich der Brand trotz andauernder Löscheinsätze am Wochenende weiter ausgedehnt. Etwa 600 Bewohner mussten ihre Häuser verlassen. des opérations de l'armée de l'air

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Treuenbrietzen.  Brandenburgs Feuerwehren sind im Dauereinsatz: An zwei Orten brachen Waldbrände aus. Die Einsatzkräfte hoffen auf viel Regen am Montag.

  • In Brandenburg sind gleich an zwei Orten Waldbrände ausgebrochen
  • Bei Treuenbrietzen und Beelitz breiteten sich die Feuer auf riesigen Flächen aus
  • Die Rettungskräfte hoffen auf flächendeckenden Regen am Montag

Dunkle Schwaden über dem Wald, beißender Rauch in der Luft, ein dramatischer Kampf gegen die Flammen: Hunderte Menschen haben sich am Wochenende vor Waldbränden in Brandenburg in Sicherheit bringen müssen. Anwohner und Einsatzkräfte hoffen nun, dass Regen und Gewitter am Montag die akute Gefahr senken.

Nur rund 20 Kilometer voneinander entfernt brannten zwei große Waldflächen bei Treuenbrietzen und Beelitz (beide Landkreis Potsdam-Mittelmark). Die Rauchschwaden waren so dicht, dass der Brandgeruch laut Feuerwehr selbst in Dresden wahrzunehmen war, also gut 100 Kilometer weiter südlich.

Brandenburg: Waldbrände lagen nur rund 20 Kilometer auseinander

Bei Treuenbrietzen kämpften Feuerwehr und Bundeswehr schon seit Freitag am Boden und aus der Luft gegen ein Feuer, das sich durch wechselnde Winde ausbreitete. Über 600 Anwohner wurden evakuiert.

Am Sonntag dann eine neue Hiobsbotschaft: Bei Beelitz geriet ein weiterer Waldbrand außer Kontrolle. In beiden Fällen wurden Ortsteile evakuiert. Das Feuer hatte sich am Abend auf über 200 Hektar ausgedehnt, dieselbe Fläche wie in Treuenbrietzen. „Wir hoffen auf den erwarteten Regen“, erklärte der zuständige Bürgermeister Bernhard Knuth am Sonntagabend. Grundsätzlich sei der Brand aber unter Kontrolle.

Auch die Lage beim Waldbrand nahe Treuenbrietzen, das etwa 80 Kilometer südwestlich von Berlin und 40 Kilometer von Potsdam entfernt liegt, war nach Einschätzung des Landkreises vom späten Sonntagabend stabil. In der Nacht zu Montag seien 435 Einsatzkräfte vor Ort. Der angesagte Regen schürte auch hier Hoffnung.

Waldbrand in Beelitz und Treuenbrietzen: Nicht genug Regen in der Nacht

Tatsächlich fielen am frühen Montagmorgen die ersten Tropfen, brachten jedoch noch nicht den erhofften Effekt. Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) handelte es sich zunächst nur um vereinzelte Schauer und kleinere Gewitter, die nicht allzu viel Regen brachten. Erst im Laufe des Vormittags werde es flächendeckende Niederschläge geben, die für Entspannung sorgen dürften, sagte ein Sprecher.

Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel hatte am Sonntagabend bei Brandenburg aktuell im rbb erklärt, dass man "sowas" eher selten sehe. Binnen weniger Minuten habe sich eine kleine zu einer riesigen Rauchwolke entwickelt.

Waldbrände wüteten bereits 2018 bei Treuenbrietzen

Es ist nicht der erste größere Waldbrand in der Region. 2018 sorgte eine ähnliche Katastrophe bei Treuenbrietzen (Landkreis Potsdam-Mittelmark) bereits für Schlagzeilen. Die Löscharbeiten zogen sich über Tage – auch, weil von im Boden befindlichen Kampfmitteln eine Gefahr für die Einsatzkräfte ausging. Mehrere Dörfer mussten damals zeitweise evakuiert werden, rund 400 Hektar Wald wurden zerstört.

Nun ist ganz in der Nähe des damaligen Feuers erneut ein Waldbrand ausgebrochen. Auch Gebiete, auf denen es bereits 2018 gebrannt hatte, stehen seit Freitag immer wieder in Flammen.

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Waldbrand in Brandenburg: Kampfmittel im Boden erschweren Löscharbeiten

Erschwert wurden die Löscharbeiten am Freitag wie schon vor vier Jahren durch die alten Kampfmittel im Boden. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Munition aus dem Zweiten Weltkrieg. Es sei bereits zu Detonationen gekommen, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte im Landesbetrieb Forst Brandenburg, Raimund Engel, im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur.

Hitze und Trockenheit sorgen für Waldbrände in ganz Deutschland

Trocken ist es derzeit nicht nur in Brandenburg. In großen Teilen Deutschlands gilt die Waldbrand-Gefahrenstufe vier. In manchen Gebieten, vor allem in Ostdeutschland und im nördlichen Bayern und südlichen Hessen, sprach der Deutsche Wetterdienst am Samstag sogar von der höchsten Gefahrenstufe fünf. Wegen der heißen Temperaturen am Wochenende dürfte sich die Lage zunächst sogar noch verschlimmern.

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Noch angespannter als in Deutschland ist die Lage derzeit in Spanien, wo am Freitag mehr als 3000 Menschen wegen eines Waldbrands aus einem Freizeitpark in Sicherheit gebracht werden mussten. Insgesamt wurden auf der Iberischen Halbinsel in den vergangenen Wochen mehrere tausend Hektar Land durch Feuer vernichtet.

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(bml/nfz/mit dpa/AFP)