Lebensmittel

Warum Verbraucher keine Eier mit Gentechnik wollen

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Rewe, Aldi und Co.: So bleibt der Einkauf möglichst günstig

Rewe, Aldi und Co.: So bleibt der Einkauf möglichst günstig

Unter anderem durch den Ukraine-Krieg werden Lebensmittel in Deutschland aktuell immer teurer. Mit ein paar Tipps kann man trotzdem beim Einkaufen Geld sparen.

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Berlin.  Die Forscher sind kreativ: Hühner bringen nur noch weibliche Küken zur Welt, männliche sterben im Ei. Wollen das auch die Verbraucher?

Die Fortschritte der Gentechnik in der Lebensmittelproduktion sorgen für immer neue Kreationen, aber auch für deutliche Kritik. Um Legehennen beim Eierlegen noch produktiver zu machen, ist es Forschern gelungen, Hühner gentechnisch derart zu verändern, dass sie nur noch weibliche Küken zur Welt bringen. Männliche Nachkommen sollen durch ein tödliches Gen bereits im Ei der Hennen absterben. Die geschlüpften weiblichen Küken werden wiederum als Legehennen eingesetzt.

Mit diesen Tieren wäre das seit Jahresbeginn in Deutschland verbotene millionenfache Kükenschreddern hinfällig. Die EU-Kommission beschäftigt sich nun mit dem Fall, ob Eier von solchen gentechnisch veränderten Hühnern entsprechend auch so gekennzeichnet und gesondert zugelassen werden müssen – oder nicht. Nach einem internen Schreiben hält die EU-Kommission eine Gentechnikkennzeichnung nicht für nötig. Hintergrund: Bundestag stoppt massenhafte Tötung männlicher Küken

Gentechnik: Mehrheit der Verbraucher würde diese Eier nicht kaufen

Die Verbraucherinnen und Verbraucher sehen dies jedoch anders: 85 Prozent der Bundesbürger wünschen sich, dass Eier von gentechnisch veränderten Hühnern auch entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Die Mehrheit von 70 Prozent würde solche Eier nicht kaufen wollen. Dies hat eine repräsentative Civey-Umfrage im Auftrag des Verbandes Lebensmittel ohne Gentechnik (VLOG) ergeben, die unserer Redaktion vorliegt. Auch interessant: Aldi, Lidl & Co.: Diese Lebensmittel werden jetzt knapp

„Versteckte Gentechnik in den Eiern kommt nicht gut an“, sagt Alexander Hissting, VLOG-Geschäftsführer. „Die Menschen wollen wissen, wie ihre Lebensmittel hergestellt werden.“ Sollte dieses Verfahren zugelassen werden, müsste der Gentechnikeinsatz transparent auf den Endprodukten gekennzeichnet werden, fordert Hissting. „Wenn Legehennen und Eier direkt von einem gentechnisch veränderten Tier abstammen, sind selbstverständlich auch sie Gentechnikprodukte.“

In der Regel sind Lebensmittel in Deutschland gentechnikfrei. Erlaubt sind aber Zusätze wie Vitamine und Arzneimittel auf gentechnisch veränderter Basis im Futter. Tierische Produkte, die mit Gentechnikfutter erzeugt wurden, müssen in Europa nicht gekennzeichnet werden. In Bio-Eiern ist Gentechnik auch im Futter verboten. Wer Lebensmittel ohne Gentechnik essen möchte, sollte Produkte kaufen, die mit dem Siegel des Verbraucherministeriums „Ohne Gentechnik“ gekennzeichnet sind. Lesen Sie auch: Initiative – Verbraucher sollen über Qualität von Lebensmitteln bestimmen