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Kaufen auf Pump: Wo es günstige Ratenkredite gibt

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Das macht die SCHUFA

Das macht die SCHUFA

Wer einen Kredit aufnimmt, oder eine Wohnung mietet, der wird um eine Bonitätsauskunft gebeten. Diese wird bei der SCHUFA eingeholt. Doch wer ist die SCHUFA und was macht sie? Alle Informationen dazu finden Sie hier ...

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Berlin.  Wer nicht flüssig ist, braucht für Anschaffungen oftmals einen Kredit. Ein Vergleich lohnt sich. Wo es noch günstige Kredite gibt.

Wer eine Waschmaschine, einen Fernseher oder eine Hi-Fi-Anlage per Ratenzahlung kaufen will, kann Glück haben. Manche großen Elektronikmärkte leihen ihren Kundinnen und Kunden aktuell noch Geld zu Konditionen für null Prozent. Doch diese Angebote sind begrenzt und werden in den nächsten Monaten voraussichtlich seltener.

Angesichts möglicherweise steigender Zinsen in Europa ziehen die Zinssätze für Kredite bereits an. So haben sich Ratenkredite seit Anfang April durchschnittlich um 12 Prozent erhöht. Dies hat eine Auswertung von mehr als 100.000 Ratenkreditangeboten durch das Vergleichsportal Verivox ergeben. Lag der Durchschnittszins zu Quartalsbeginn noch bei 5,08 Prozent, so sind es nunmehr schon 5,68 Prozent Zinsen.

Kaufen auf Raten: Vergleichen lohnt sich

Da viele Kunden beim Vergleich von Krediten häufig günstige Anbieter auswählen, liegt der mittlere Zinssatz, zu dem die Ratenkredite tatsächlich abgeschlossen wurden, nur bei 3,49 Prozent. Doch auch hier ist die Zinswende bereits spürbar. „Zu Quartalsbeginn schlossen Verivox-Kunden ihren Kredit im Mittel noch zu einem Zinssatz von 3,03 Prozent ab“, so Verivox. Damit hätten sich in diesem preisgünstigen Segment die Kredite sogar um 15 Prozent verteuert.

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„So viel Bewegung wie derzeit gab es bei den Ratenkreditzinsen schon lange nicht mehr“, sagt Oliver Maier, Geschäftsführer der Verivox Finanzvergleich. „Einige Banken haben ihre Zinsen in den letzten sechs Wochen gleich mehrfach nach oben angepasst.“ Zwar werben viele Banken mit einem niedrigen Einstiegszins. Diesen Zinssatz erhalten jedoch nur wenige Kreditnehmer mit einem Top-Gehalt und in einem sicheren Beschäftigungsverhältnis, berichtet Maier. Durchschnittskunden zahlten auch bei günstigen Banken heute deutlich mehr als noch zu Quartalsbeginn.

Kredite werden durch mögliche Leitzinserhöhung teurer

Die US-Notenbank Fed hat ihre Leitzinsen als Folge der steigenden Inflation seit Beginn der Corona-Pandemie bereits zweimal aufgestockt und damit eine Zinswende eingeleitet. Zuletzt stiegen die Zinsen um 0,5 Prozent auf eine Spanne von 0,75 bis 1 Prozent. Auch in der Europäischen Zentralbank (EZB) wird über eine Leitzinserhöhung in den Euro-Ländern diskutiert.

Bundesbankpräsident Joachim Nagel erwartet angesichts der hohen Inflation von 7,5 Prozent im April sogar gleich mehrere Leitzinserhöhungen noch in diesem Jahr. Der erste Zinsschritt könnte schon im Juli erfolgen – die erste Erhöhung nach gut sechs Jahren Nullzinspolitik.

Die möglichen Folgen für Privatleute: Konsum- und Immobilienkredite werden teurer, gleichzeitig erhalten Sparer aber auch wieder mehr Zinsen auf Tagesgeldkonten und Sparbüchern. „Der Markt preist die Zinswende aber schon ein“, sagt Oliver Maier. „Wer größere Anschaffungen plant, sollte sich also am besten möglichst bald um die Finanzierung kümmern.“

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Vergleichsportal rät: Zinsvergleich lohnt sich

Fast alle Banken bieten Kreditangebote, die vier bis sechs Wochen gültig seien, so Maier. In diesem Zeitraum könnten Kunden das Darlehen zu den angebotenen Konditionen aufnehmen, auch wenn die Bank weiter an der Zinsschraube drehe. Bei einigen Geldhäusern hätten Kunden sogar bis zu drei Monate Zeit, um ihren Kredit zum ursprünglich angebotenen Zinssatz abzuschließen. Maier rät jedoch zum Preisvergleich. „Wer für einen Kredit einfach in die nächste Bankfiliale der eigenen Hausbank geht, zahlt fast immer mehr Zinsen als nötig.“

Verbraucherzentralen raten Kreditnehmern, die Preise von möglichst vielen Kreditinstituten vor dem Abschluss zu vergleichen. Dabei dürften sich Verbraucher nicht von kleinen Monatsraten blenden lassen. Aussagekräftig sei allein der effektive Jahreszins.

Verbraucherzentralen mahnen vor Kreditaufnahme zur Vorsicht

Zudem sollte jeder Konsument genau prüfen, ob er sich einen Ratenkredit überhaupt leisten kann, um sich nicht finanziell zu übernehmen, sagt Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale in Nordrhein-Westfalen.

Manchmal sei es besser, erst für die Anschaffung zu sparen und den Kredit nur dann aufzunehmen, wenn man sicher sei, die Raten die gesamte Laufzeit über finanzieren zu können.

Welche Konditionen Verbraucher bei Ratenkrediten erhalten, hängt unter anderem vom Haushaltseinkommen, der Bonität und Laufzeit ab. Verivox nennt aktuelle Angebote (siehe Grafik), wo Kreditsummen über 10.000 und 20.000 Euro besonders günstig zu haben sind. Gerechnet wurde mit dem Zwei-Drittel-Zins. Das heißt: Zwei Drittel aller Kunden der Bank erhalten diesen oder einen günstigeren Zinssatz.

Dieser Artikel erschien zuerst auf waz.de