Von Hamburg nach Hammoor – auch weil das Eigentum lockte

Hambur g  Malte S. ist von Hamburg nach Hammoor gezogen. Entstanden ist eine fröhliche Hausgemeinschaft in einem energieeffizienten Gebäude.

Gutes Team: Architektin Mareike Harder und Bauherr Malte S. vor dem Klinkerbau in Hammoor.

Gutes Team: Architektin Mareike Harder und Bauherr Malte S. vor dem Klinkerbau in Hammoor.

Foto: Bethune

Im Nachhinein kann keiner verstehen, warum es überhaupt Hindernisse gab. Wo anfangs noch vom Ensembleschutz die Rede war und die zuständigen Behörden sich schwertaten, eine Baugenehmigung zu erteilen, ist jetzt Wohnen in seiner schönsten Form möglich: Entstanden ist eine Hausgemeinschaft in einem energieeffizienten Klinkerbau, bestehend aus einem bunten Mix von Alt und Jung, von Eigentümern und Mietern. Es ist auch ein schönes Beispiel dafür, dass es junge Menschen gibt, die selbst einem so schönen Stadtteil wie Harvestehude den Rücken kehren, um im heimatlichen Dorf zu leben.

Allerdings hat Malte S. mit dem Umzug von Hamburg in den kleinen Ort Hammoor (Kreis Stormarn) auch die Chance genutzt, vom Mieter zum Eigentümer zu werden. Denn seine Eltern, die in Sichtweite des Neubaus wohnen, haben ihm und seiner Schwester Meike das Grundstück überschrieben. Gemeinsam bewohnen die Geschwister jetzt zwei von insgesamt vier Einheiten des Neubaus.

Architektin ist zugleich Energieberaterin

Als ein Glücksfall erwies sich, dass sie mit der Umsetzung dieses Projektes die Architektin Mareike Harder beauftragten. Die 37-Jährige ist zugleich auch Energieberaterin. Für sie ist die Energieeffizienz eines Gebäudes eine wertsteigernde Investition in die Zukunft.

Also plante sie das Gebäude als gut gedämmtes KfW-55-Effizienzhaus mit Erdwärmepumpe und barrierefrei gestalteten Wohnungen. „Es macht einfach Sinn, so viel Energie wie möglich mit einem Gebäude einzusparen“, betont die Fachplanerin mit Büro in Reinfeld (Holstein). Zumal Bund und Land dies beträchtlich fördern.

Nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter

Malte S. nickt bestätigend: „Wir haben für jede Wohnung einen zinsgünstigen Kredit von 100.000 Euro erhalten“, sagt der 33-Jährige. Außerdem noch Boni in vierstelliger Höhe für das ein oder andere Detail. Dazu gehören zum Beispiel breite, rollstuhlgerechte Türen, so dass auch Menschen mit Behinderung die Wohnungen beziehen können. Trotzdem beträgt die Kaltmiete nicht mehr als zehn Euro pro Quadratmeter.

„Beide Wohnungen waren auch im Nu vergeben“, so Malte S. Dass er mit seiner Schwester und der Cousine seiner Freundin nun unter einem Dach wohnt, lässt erahnen, wie familiär es in dem Haus zugeht; unten im Hausflur stehen seit vergangenem Sommer stets gekühlte Getränke in einem großen Kühlschrank bereit.

Dass sich zu dieser kleinen Truppe eine ältere, unkonventionelle Dame aus Berlin gesellt hat, bringt auch den jungen Mann zum Schmunzeln. „Sie nutzt die Wohnung offenbar gern als Ausgangspunkt für ihre Reisen.“ Wer hätte das gedacht: Ein Dorf und ein Neubau wurden damit zum Angelpunkt von Großstädtern.

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