Einblick in Kultur der Beskiden

Herzberg  Eine Herzberger Delegation des Esperanto-Zentrums besuchte im Rahmen eines europäischen Grundvig-Projekts das östliche Nachbarland.

Die Gäste aus Herzberg zusammen mit Sternsingern aus Nowy Sacz.

Foto: Verein

Die Gäste aus Herzberg zusammen mit Sternsingern aus Nowy Sacz. Foto: Verein

Die Filiale für Kultur und Weiterbildung des Deutschen Esperanto-Bundes mit Sitz in Herzberg entsandte eine fünfköpfige Delegation im Rahmen eines europäischen Grundtvig-Projektes nach Nowy Sacz in den polnischen Beskiden, nicht weit von der slowakischen Grenze entfernt.

„Die Stimmung war einzigartig, was wohl kein Teilnehmer je wieder vergessen wird.“
Fazit der Seminarteilnehmer nach dem Besuch in Polen

Weitere Delegationen aus den Niederlanden und aus Ungarn sind ebenfalls aktiv an diesem Kulturprojekt beteiligt. Diese erste multilaterale Kulturbegegnung war für die Seminarteilnehmer besonders interessant.

Ehemalige Bevölkerungsgruppen des Sandezer Landes, wie Deutsche, Juden, Lemken, Ukrainer und andere Minderheiten bzw. verschiedene Religionsgruppen wurden im Detail vorgestellt. Zudem stand der Besuch mehrerer Museen der dortigen Region, etwa in Nowy Sacz (Neu-Sandez) und Stary Sandez (Alt-Sandez), auf dem Programm. Dabei wurde die Geschichte aus der jetzigen polnischen Sichtweise dargestellt. Die Kommunikation der beteiligten Projektpartner erfolgte in Esperanto.

Die Gastfreundschaft des polnischen Partnerverbands war ausgezeichnet, so konnten die Teilnehmer beispielsweise viele Kolendas (eine Mischung aus Sternsinger und Karneval) in vielen Privathäusern der Umgebung von Nowy Sacz erleben. Es wurde musiziert und aktiv mitgesungen. Viele Teilnehmer waren kostümiert, etwa als König aus dem Morgenland, als Mohr oder als Teufel. Weiterhin wurden reichlich Süßigkeiten, Gebäck und Getränke gereicht. In den Bergdörfern der Beskiden wird dieses katholische Brauchtum bis heute sehr gepflegt. „Die Stimmung war einzigartig, was wohl kein Teilnehmer je wieder vergessen wird“, so das Fazit der Seminarteilnehmer.

Vorträge zum Brauchtum

Mit Vorträgen und Bildvorführungen wurde das Brauchtum fachkundig erläutert. Es schlossen sich Fragerunden und Diskussionen an.

Ebenfalls wurden Sketche und Theaterstücke zu dieser Thematik von Laienspielgruppen für die Partner des europäischen Grundtvig-Projektes aufgeführt und Schulen mit Esperanto-Unterricht in Nowy Sacz besucht. Im Kulturhaus von Nowy Sacz wurde durch ausgezeichnete und prächtig kostümierte Tanzgruppen aus der Beskiden-Region, die Polonaise und die Mazurka den Projektteilnehmern und Gästen vorgeführt.

Interkulturelles Erlebnis

„Dieses interkulturelle Erlebnis mit historischen und religiösen Wurzeln werden die Projektteilnehmer nicht wieder vergessen“, sind auch die Vertreter der Herzberger Delegation nach dem Besuch in Polen überzeugt.

Zum nächsten Projektschritt treffen sich die Grundtvig-Partner Ende Mai in der friesischen Stadt Leuwaarden in den Niederlanden bei einem Kultur- und Musikfestival.

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