Polizei schnappt mehr als 900 Raser innerhalb von nur vier Tagen

Bad Lauterberg  Die Polizei Bad Lauterberg organisierte ab Dienstag eine Geschwindigkeitsmesswoche. 23 Fahrer verlieren ihren Führerschein.

908 Geschwindigkeitsverstöße von Pkw-, Lkw- und Kradfahrern stellte die Polizei Bad Lauterberg während ihrer Geschwindigkeitsmesswoche vom 18. bis 21. April fest. 23 Fahrer müssen zeitweise ihren Führerschein für ein Fahrverbot abgeben, die höchste Geschwindigkeitsüberschreitung, die die Polizisten in dieser Zeit feststellten, betrug 64 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit.

Gezielt nahm dabei die Polizei Verkehrskontrollen im gesamten Zuständigkeitsbereich vor. „Besonderes Augenmerk galt dabei einer der Hauptunfallursachen, die überhöhte, nicht angepasste Geschwindigkeit“, erklärte Hauptkommissar Peter Osburg, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes des Polizeikommissariats Bad Lauterberg. Parallel wurden Lkw im Bereich Bad Lauterberg durch Mitarbeiter des Bundesamtes für Güterverkehr kontrolliert.

Unfallbelastete Strecke

Der Fahrer, der mit 144 statt 80 km/h auf der B 243 in Richtung Mackenrode unterwegs war, hat mit einem Fahrverbot von zwei Monaten, einem Bußgeld in Höhe von 440 Euro und zwei Punkten in Flensburg zu rechnen. Hinzu kamen fünf Verstöße gegen die Gurtpflicht, zwei Verstöße wegen der Nutzung eines Mobiltelefones am Steuer und 17 Verstöße im Schwerlastverkehr.

Gerade die B 27 zwischen Bad Lauterberg und Braunlage ist eine unfallbelastete Strecke, erklärte Osburg. In den vergangenen zwei Jahren kam es dort immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen, teilweise mit Verletzen oder gar getöteten Personen. Erst am 1. April ereignete sich ein schwerer Verkehrsunfall auf der B 243 in Höhe der Winkeltalbrücke (wir berichteten). Ein Verkehrsteilnehmer befuhr die Bundesstraße mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit und stand dazu noch unter Alkoholeinfluss. Infolgedessen fuhr er ungebremst auf einen vorausfahrenden Pkw auf. Drei Personen wurden verletzt, zwei davon schwer und ein Gesamtschaden von etwa 30 000 Euro waren die Folgen.

Auch auf der L 520, aus Richtung St. Andreasberg kommend, kam ein Motorradfahrer infolge nicht angepasster Geschwindigkeit, ausgangs einer leichten Rechtskurve, von der Fahrbahn ab und verletzte sich schwer. „Diese Unfälle zeigen, dass Kontrollen notwendig sind“, so Osburg.

„Ein Augenmerk legt die Polizei auf Kontrollen mit Anhalten. Wir wollen mit den Fahrern ins Gespräch kommen, auch über Ablenkung im Straßenverkehr durch Smartphones, Alkohol- und Drogenkonsum vor Fahrtantritt und damit eine gewisse Einsicht für die Gefahren wecken“, so Osburg weiter.

Zu schnell mit gefrorener Scheibe

Bei den Polizeikontrollen fiel besonders ein Pkw auf, der zu schnell unterwegs war und außerdem noch eine zugefrorene Windschutzscheibe hatte. Eine freie Sicht war nicht gegeben.

„Ein solches Verhalten ist unverantwortlich und wird konsequent geahndet“, so Polizeikommissarin Melina Joedicke, Präventionsbeauftragte des Polizeikommissariats Bad Lauterberg. „Eine direkte Ansprache mit dem entsprechenden Bußgeld kann helfen, die gewünschten Ziele zu erreichen, die Geschwindigkeit anzupassen, sich anzuschnallen und sich nicht ablenken zu lassen – also ohne Verletzungen gesund wieder nach Hause zur Familie zurückzukehren“, so Joedicke weiter.

Die Polizei Bad Lauterberg organisierte diese Kontrollen in Kooperation mit den Spezialisten für Verkehrsüberwachung der Verfügungseinheit der Inspektion Northeim/Osterode und dem Landkreis Göttingen.

„Verkehrsüberwachung ist eine Kernaufgabe der Polizei und die werden wir mit konsequenten Ahndungen wahrnehmen und auch mit mobilen Kontrollen in der kommenden Woche fortsetzen“, so Osburg abschließend.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder
Captcha