San Francisco. Multimillionär Pilnick rät: Wer knapp bei Kasse ist, sollte Cornflakes und Co. zu Abend essen. Der Tipp macht ihn zum Internet-Gespött.

„Sollen sie doch Cornflakes essen.“ So kann man einen zweifelhaften Ratschlag von Kellogg‘s-CEO Gary Pilnick zusammenfassen. Pilnick, der selbst über ein millionenschweres jährliches Einkommen verfügen darf, wandte sich damit in einem CNBC-Interview an US-amerikanische Haushalte, die in Zeiten steigender Lebensmittelpreise immer mehr ihres Einkommens dafür aufwenden müssen, dass am Abend ein Essen auf dem Tisch steht.

Pilnick verwies in dem Interview darauf, dass „Zerealien schon immer relativ erschwinglich waren“. „Sie sind oft eine gute Wahl, wenn Konsumenten unter Druck stehen.“ Wer darüber nachdenke, wie viel Cornflakes und Müsli eine Familie kosten würden, verglichen mit dem, was sie sonst äßen, „dann kommt sie das wesentlich günstiger“.

Auf die Nachfrage des CNBC-Journalisten Carl Quintanilla, ob Pilnicks Bermerkung den Leuten nicht vielleicht im Halse stecken bleiben könnten, legte der noch einen obendrauf. „Zerealien zum Abendessen, das liegt derzeit schon ziemlich im Trend und wir gehen davon aus, dass das so lange so bleibt, wie die Verbraucher unter Druck sind.“

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Lebensmittelpreise steigen in den USA

Tatsächlich stehen die Verbraucher in den USA unter ziemlichem Druck: Laut US-Landwirtschaftsministerium sind die Preise im Supermarkt allein zwischen Dezember 2023 und Januar 2034 im Schnitt um 0,7 Prozent gestiegen, lagen um 1,2 Prozent über dem Schnitt vom Januar 2023. Für das laufende Jahr sagt die Behörde zudem eine Preissteigerung an der Supermarktkasse von durchschnittlich 2,9 Prozent voraus.

Damit liegen die Vereinigten Staaten zwar unter der Lebensmittelinflation in Deutschland, in der Bundesrepublik stiegen die Lebensmittelpreise zwischen Januar 2023 und Januar 2024 um 3,8 Prozent, die Preissteigerungen machen sich aber dennoch im Geldbeutel der US-amerikanischen Familien bemerkbar. Seit 30 Jahren müssen Menschen in den USA nicht mehr so viel Geld für Nahrungsmittel ausgeben, wie dieser Tage, berichtete unlängst das „Wall Street Journal“.

„Lieber die Reichen fressen“

Pilnick, der mit seinen Aussagen bei CNBC im Endeffekt vor allem einen Kellogg‘s-Werbeslogan wiedergab, die Firma wirbt sein 2022 mit einer „Cereal for Dinner“-Kampagne, bekam die Rechnung direkt serviert. Wie der „Guardian“ berichtet, tobten in den sozialen Netzwerken die Menschen, dieser „Depp“ verdiene vier Millionen Dollar im Jahr. „Glaubt ihr, der serviert seinen Kindern Cornflakes zum Abendessen?“ Der Tiktok-User bezog sich damit auf einen Bericht der US-Börsenaufsicht, der Pilnicks Gehalt mit insgesamt vier Millionen Dollar ausweist.

Andere beschwerten sich über eine „dystopische Höllenlandschaft“, die Pilnick da zeichne, frei nach dem Motto: „Gebt den Bauern Cornflakes zu Essen.“ Wieder andere schlugen vor: „Lieber die Reichen fressen“, oder verwiesen darauf, dass Kellogg‘s nun nicht gerade die günstigsten Zerealien am Markt anbiete. Vom hohen Zuckergehalt mal abgesehen.

Immerhin, einen Lichtblick gibt es: Die Wirtschaftspolitik der US-Regierung zeigt Wirkung. Unter Präsident Joe Biden stiegen die Reallöhne laut US-Finanzministerium um 1,7 Prozent zwischen 2019 und 2023. „Das bedeutet, dass ein durchschnittlicher Arbeiter mit einem Wochenlohn mehr einkaufen kann als dies noch 2019 der Fall war“, heißt es vom Ministerium. Und das trotz gestiegener Preise.