Berlin. Der freie Fall der Signa-Gruppe von Immobilieninvestor René Benko dauert an: Nun soll auch die Luxus-Kaufhauskette KaDeWe pleite sein.

Die zum Signa-Konzern gehörende Luxus-Kaufhauskette KaDeWe steht offenbar kurz vor der Insolvenz. Das berichtet das Wirtschaftsmagazin „Capital“ unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Insolvenzantrag soll Anfang der kommenden Woche gestellt werden, hieß es. Anfragen ließ das Unternehmen bislang unbeantwortet.

Eröffnet werde das Insolvenzverfahren in Berlin, berichtet das Magazin weiter. Dort macht die KaDeWe-Gruppe den größten Teil ihres Geschäfts – vor allem mit seinem gleichnamigen Kaufhaus an der Tauentzienstraße im Ortsteil Schöneberg. Offizieller Firmensitz ist Essen. Die Gruppe unterhält außerdem das Alsterhaus in Hamburg und das Oberpollinger in München.

Auch das Alsterhaus in Hamburg wird von der KaDeWe-Gruppe geführt.
Auch das Alsterhaus in Hamburg wird von der KaDeWe-Gruppe geführt. © FUNKE Foto Services | Roland Magunia

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KaDeWe-Gruppe vor der Insolvenz – Thailändischer Konzern könnte einspringen

Der weit verzweigte Immobilien- und Handelskonzern Signa des österreichischen Immobilieninvestors René Benko war im vergangenen Jahr in finanzielle Schieflage geraten – und mit ihm gleich mehrere Tochtergesellschaften. Als Ursache gelten steigende Zinsen, Baukosten und Energiepreise. Der zur Gruppe gehörende Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof hatte bereits Anfang Januar einen Insolvenzantrag gestellt.

Die Signa Holding GmbH wurde von René Benko gegründet.
Die Signa Holding GmbH wurde von René Benko gegründet. © Marcel Kusch/dpa | Unbekannt

Signa hält 49,9 Prozent der Anteile an der KaDeWe-Gruppe. 50,1 Prozent gehören seit 2015 zum thailändischen Konzern Central Group. Laut Michael Peterseim, Chef der KaDeWe-Gruppe, machte das Unternehmen zuletzt einen Umsatz von etwa 800 Millionen Euro. Die Central Group gilt als möglicher Käufer für die deutschen Luxuskaufhäuser.

Das KaDeWe („Kaufhaus des Westens“), im Jahr 1907 von Adolf Jahndorf am Wittenbergplatz gegründet, gehört mit 60.000 Quadratmetern zu den größten Warenhäusern Europas. Die Verkaufsfläche verteilt sich dabei auf sieben oberirdische und eine unterirdische Etage. Im vergangenen Jahr zählte es nach eigenen Angaben etwa zehn Millionen Besucherinnen und Besucher. 2500 Menschen arbeiten im KaDeWe, eine Million verschiedene Produkte werden angeboten.

(bee)