Wolfsburg. Am Wochenende feiert der Autobauer sich in seinem Stammwerk Wolfsburg selbst. Von Vorstand und Betriebsrat gibt es viel Lob.

VW lädt an diesem Wochenende zum Familienfest, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kamen schon am Samstag in Massen. Unterstützt von freundlichem Wetter schob sich schon am Vormittag eine Endloskarawane über das WolfsburgerWerksgelände. Passend zum Anlass gab es vom Vorstand aufmunternde Botschaften. Die wohl wichtigste formulierte VW-Markenchef Thomas Schäfer: „Wolfsburg ist das Herz von Volkswagen und wird es bleiben.“

In Zeiten wie diesen hat dieser eigentlich floskelhafte Satz besondere Bedeutung. Reißen doch Gerüchte und Spekulationen nicht ab, dass es eine schleichende Übernahme von VW durch Porsche gibt.

„Stuttgarter Schule“ ist in Wolfsburg zu spüren

Ihren Nährboden finden diese Mutmaßungen in der Tatsache, dass der im Sommer berufene Konzerchef Oliver Blume zugleich Vorstandsvorsitzender von Porsche ist. Tatsächlich ist seit Blumes Amtsantritt in Wolfsburg eine gewisse „Stuttgarter Schule” zu spüren, was Konsequenz und Effizienz betrifft.

Auf dem Familienfest zeigte sich Blume nahbar und entspannt. Immer wieder schüttelte er auf seinem Rundgang Hände, begrüßte Mitarbeiter und deren Familien und applaudierte, wenn Kinder an einem der vielen Stände zum Beispiel einen Ball mit dem Gabelstapler in den Korb beförderten.

VW-Familienfest in Wolfsburg: Lob für gute Organisation

Zuvor lobte er in seiner Begrüßung die Vielzahl der Stände und die gute Organisation der großen Party. Dem in der vergangenen Woche vorgestellten neuen Tiguan prophezeite er Erfolg. „Ich bin stolz darauf, was die Wolfsburger Mannschaft auf die Bühne gestellt hat. Das ist ein tolles Auto”, sagte er.

Mit Blick auf die künftigen Herausforderungen sei es wichtig, die richtige Belegschaft zu haben. „Und die haben wir in Wolfsburg.” Als zentrale Eigenschaften nannte Blume „Qualifikation, Motivation, Leidenschaft”. Abschließend rief er den Zuhörerinnen und Zuhörern zu: „Danke für den Einsatz, ich bin riesig stolz auf euch.”

Daniela Cavallo: Froh, dass VW Familienfest ausrichtet

Neben Blume stand unter anderem auch BetriebsratschefinDaniela Cavallo auf der Bühne. Sie sei „begeistert und froh”, dass VW die Idee der Arbeitnehmervertretung aufgegriffen und das Familienfest organisiert habe.

Nach unter anderem von Corona geprägten anspruchsvollen Jahren sei es wichtig und schön, zu einem Fest zusammenzukommen. Cavallo beschrieb, was den Gemeinschaftssinn bei VW kennzeichne: „Es gibt viele Kolleginnen und Kollegen, die seit Generationen hier arbeiten. Das macht die VW-Familie aus.”

VW-Markenchef Thomas Schäfer beim Vorstandstalk.
VW-Markenchef Thomas Schäfer beim Vorstandstalk. © Volkswagen | Matthias Leitzke

Im Hintergrund wird über Stellenabbau verhandelt

Ihre Botschaft: Die VW-Standorte hätten eine Zukunft - samt guter Arbeit. Auch diesem zighaft vorgetragenen Satz kommt derzeit eine besondere Bedeutung zu. Laufen doch im Hintergrund bereits Gespräche über eine Verkleinerung der Belegschaft. Eine Notwendigkeit aus dem vom Vorstand vorgegebenen Sparkurs.

Davon war auf dem Familienfest aber allenfalls etwas im Hintergrund zu spüren. Im Vordergrund stand stattdessen das Ziel, sich bei VW selbst zu feiern. VW-Markenchef Thomas Schäfer brachte es auf den Punkt: „Gerade in diesen Zeiten müssen wir zusammenkommen und zusammenhalten.”

Bis zum Samstagnachmiitag blieben die im Vorfeld befürchteten Störaktionen von Klima- und Verkehrswende-Aktivisten aus.