Braunschweig. Das Unternehmen aus Braunschweig profitiert von hohen Zuckerpreisen und verdreifacht im ersten Quartal fast seinen Gewinn.

Der Zuckerhersteller Nordzucker hat seinen Gewinn im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2023/2024 nahezu verdreifacht. Das operative Ergebnis von März bis Mai stieg von 38 Millionen Euro im Vorjahr auf 109 Millionen Euro, wie aus einer Mitteilung des Konzerns hervorgeht. Der Umsatz des Braunschweiger Unternehmens legte um 35 Prozent auf 643 Millionen Euro zu. Nordzucker ist nach Südzucker mit Sitz in Mannheim der größte deutsche Produzent von Zucker. Der Finanzvorstand Alexander Bott sieht Nordzucker „für das aktuelle Geschäftsjahr weiter auf Erfolgskurs“.

Der Hersteller erwartet für das gesamte Geschäftsjahr demnach ein „außerordentlich gutes“ Ergebnis. Nordzucker profitiert sowohl in Europa als auch in Australien von hohen Zuckerpreisen am Markt. Im April und Mai erreichte der weltweite Preis für Zucker zuletzt ein 11-Jahreshoch. Grund sind unter anderem geringere Ernten und ein dadurch verknapptes Angebot.

Nordzucker will in Zukunftsthemen investieren

In Australien ist Nordzucker am zweigrößten Zuckerhersteller des Kontinents, Mackay Sugar Linited, mehrheitlich beteiligt und vertreibt Rohrzucker, der aus Zuckerrohr gewonnen wird. Aus den Reststoffen des Zuckerrohrs erzeugt das Unternehmen zudem Strom, den es in Australien laut Mitteilung mit „guten Erlösen“ verkaufen konnte. Außerdem ist Nordzucker Produzent von Tierfutter wie Zuckerrübenschnitzel, Pellets und Melasse. Auch in diesem Bereich entwickelten sich die Märkte Unternehmensangaben zufolge „erfreulich“.

Tonnenweise werden Zuckerrüben aus der Region ins Nordzucker-Werk in Schladen im Landkreis Wolfenbüttel angeliefert und dort zu Zucker verarbeitet.   (Archiv)
Tonnenweise werden Zuckerrüben aus der Region ins Nordzucker-Werk in Schladen im Landkreis Wolfenbüttel angeliefert und dort zu Zucker verarbeitet. (Archiv) © Jörg Kleinert | Jörg Kleinert

„Die aktuell sehr gute Ertragslage bildet die Basis für die Vorbereitung auf die Anforderungen der Zukunft“, erklärte Bott. „Angesichts weiter volatiler Märkte und umfassender Anforderungen in Bezug auf die Nachhaltigkeit unserer Produkte, muss es unser Ziel sein, Nordzucker durch notwendige Investitionen und Innovationen für die Zukunft zu stärken“, sagte der Finanzchef weiter.

Das Unternehmen wolle weiter seine Kostenstruktur optimieren und mit Umsicht investieren. Unter anderem hatte Nordzucker bereits im Mai bei der Vorstellung der Jahresbilanz angekündigt, künftig in das Geschäft mit pflanzlichen Proteinen einsteigen zu wollen. Das Geschäft mit Fleischalternativen sei zukunftsträchtig, hieß es aus Braunschweig.