Pferdesport

Sieg für „Mutti“: Talent Jüngel triumphiert im Spring-Derby

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Marvin Jüngel konnte völlig überraschend das Spring-Derby in Hamburg gewinnen.

Marvin Jüngel konnte völlig überraschend das Spring-Derby in Hamburg gewinnen.

Foto: Axel Heimken/dpa

Nach dem letzten Sprung warf Marvin Jüngel seine Reitkappe vor lauter Jubel meterhoch in die Luft. Völlig überraschend gewann der erst 21-Jährige aus dem sächsischen Kamenz das 92. Spring-Derby in Hamburg.

Im Stechen des mit 153.000 Euro dotierten Klassikers blieb der Reiter aus dem sächsischen Kamenz auf Balou's Erbin ohne Strafpunkte und verwies vor 25.000 begeisterten Zuschauern die gleichaltrige Dänin Caroline Rehoff Pedersen auf Platz zwei. Die Debütantin kam auf Calvin mit einem Zeitfehler ins Ziel.

„Meine Mutti hat morgen tatsächlich Geburtstag. Ich glaube, das ist schon ein ganz gutes Geburtstagsgeschenk“, sagte Jüngel in der ARD. Am letzten Hindernis hatte er es noch einmal spannend gemacht, als es bedenklich wackelte. „Dass ich so viel Glück hatte, ist unfassbar.“

Er und Pedersen waren auf dem weltweit schwersten Parcours mit seinen 17 Hindernissen als einzige Starter ohne Fehler geblieben. Es waren die Nullrunden 160 und 161 in der 103-jährigen Geschichte des Traditionsturniers in Klein Flottbek. Als schnellster Reiter mit vier Strafpunkten wurde Benjamin Wulschner aus Groß Viegeln bei seinem letzten Derby-Start auf der schon 16-jährigen Bangkok Girl Dritter.

Pech hatte Vorjahressiegerin Cassandra Orschel auf Dacara. Die für Polen startende und in Hamburg geborene 30-Jährige musste aufgeben, nachdem ihre Stute den Aufsprung zum Wall verweigerte hatte.

Timpe siegt im Dressur-Derby

Am Vormittag hatte Andrea Timpe das 63. Dressur-Derby für sich entschieden. Die 37-Jährige aus Hattingen siegte im Finale mit Pferdewechsel. Dabei musste Timpe auch mit den Pferden ihrer Konkurrenten Mathilde Merethe Klaesson aus Norwegen und Felix Kneese aus Appen reiten. Zweite wurde WM-Reiterin Klaesson vor Kneese.

In diesem Jahr war das Teilnehmerfeld für das Dressur-Derby erheblich geschrumpft. Lediglich neun Paare hatten gemeldet. Im vergangenen Jahr waren 18 Starter dabei. Turnierchef Volker Wulff will an der Dressur und auch am Finale mit Pferdewechsel festhalten und fühlt sich durch den diesjährigen Verlauf bestätigt. „Ich bin begeistert, wie viele Menschen zur Dressur gekommen sind“, sagte er. „Den Pferdewechsel lassen wir uns nicht nehmen. Nächstes Jahr haben wir wieder mehr Konkurrenten.“

Zuschauerrekord im Derby-Park

Wie sich schon im Vorverkauf angedeutet hatte, gab es in diesem Jahr einen Zuschauerrekord für das Turnier. Nach Angaben von Wulff kamen von Mittwoch bis Sonntag 98.000 Zuschauer in den Derby-Park. Die bisherige Bestmarke lag bei etwa 93.000 Besucher. „Ich bin mega-zufrieden“, meinte Wulff. „Ich kann mir vorstellen, dass wir bald die 100.000 knacken.“

Erstmals seit 2008 fand das Turnier ohne die Global Champions Tour statt. Die Millionenserie hatte sich mehr Raum beim Turnier gewünscht. Wulff wollte den Derby-Charakter der Traditionsveranstaltung aber nicht verändern. Auch ohne die Global Champions Tour waren in der Spring-Konkurrenz zahlreiche Weltklasse-Reiter dabei. Dabei half der Umstand, dass an diesem Wochenende kein vergleichbares Turnier weltweit auf diesem Niveau stattfand.

Der Große Preis, der bislang zur Wertung der Global Champions Tour zählte, war wie in den Jahren zuvor mit 300.000 Euro dotiert. Den Sieg hatte sich am Samstag Gerrit Nieberg (Sendenhorst) auf Ben im Stechen gesichert.