Rope Skipping

Rope Skipper aus Roringen: Zu Edelmetall gesprungen

| Lesedauer: 5 Minuten
Die Rope Skipper des TV Roringen sammeln bei der Europameisterschaft in Bratislava jede Menge Edelmetall.

Die Rope Skipper des TV Roringen sammeln bei der Europameisterschaft in Bratislava jede Menge Edelmetall.

Foto: Verein / TV Roringen

Bratislava.  Die Rope Skipper des TV Roringen haben bei den Europameisterschaften in Bratislava etliche gute Platzierungen errungen – und auch Edelmetall.

Die Rope Skipper des TV Roringen traten kürzlich bei den Rope Skipping Europameisterschaften im slowakischen Bratislava an. Nach mehr als 2.000 Kilometern Autofahrt kehrten sie schließlich mit glücklichen Gesichtern und sehr guten Platzierungen in ihre südniedersächsische Heimat zurück.

Eine erste Trainingseinheit der TVR-Mannschaft am Sonntag in der Wettkampfhalle in Bratislava läutete eine äußerst sportliche Woche ein. Insgesamt gingen 522 Rope Skipper aus 14 Ländern an den Start. Am ersten EM-Tag ging Svenja Reinhardt als erste der vier Roringerinnen für die deutsche Delegation an den Start und sicherte sich im Individual Open Tournament Platz sechs in der Wertung der Freestyles mit dem Einzelseil. Direkt am Tag darauf durften das ganze Quartett sein Können zeigen. Mit reichlich Aufregung und gegen unfassbare Leistungen der anderen Nationen, ersprangen sich die Vier in den Schnelligkeitsdisziplinen die guten Plätze fünf und sieben.

Szenenapplaus für die Roringer

Diese sehr gute Platzierung spornte das Quartett an und mit Szenenapplaus bedacht sicherten sich Vivian Simon und Enja Kubitschke gemeinsam mit ihren Teamkolleginnen Annika und Svenja Reinhardt Platz eins und den Titel European Open Tournement Sieger 2022 im Single Rope Team Freestyle und den Vize-Titel im Double Dutch Pair Freestyle. Die Stimmung war unglaublich und die Roringerinnen ernteten besonders Lob für ihre Kürzusammenstellung sowie die Umsetzung und Präsentation. „Man hat gespürt und gesehen, mit welcher Freude die Mädels ihre Aufgabe umgesetzt haben“, so Trainerin Astrid Reinhardt.

Am Mittwoch war eine kleine Verschnaufpause für Springer und Kampfrichter, doch am Donnerstag standen die Roringerinnen wieder auf der Fläche in der Sportova Halla und stellten sich den anderen Nationen, nun bei den Qualifikationswettkämpfen für das Finale der Europameisterschaften 2022. Trainerin Astrid Reinhardt unterstütze nicht nur ihre Springerinnen, sondern hatte die ganze Woche über Einsätze als Kampfrichterin.

Aufregung führt zu Fehlern

Die Aufregung war vor dem ersten Start groß, was leider in der ersten Disziplin, dem Double Dutch Single Freestyle zu spüren war. Kleinere Fehler ließen Annika und Svenja Reinhardt sowie Viviane Simon auf Platz sieben rutschen und damit knapp das Finale verpassen – die Enttäuschung und der Ärger waren entsprechend.

Der straffe Zeitplan gab aber keinen Raum für negative Gedanken, es ging direkt weiter mit dem Single Rope Pair Freestyle. Annika und Svenja Reinhardt lieferten hier eine nahezu fehlerfreie Kür ab und zeigten einmal mehr ihre Freude am Sport, die auch das Publikum ansteckte. Das Ergebnis: Platz sechs und somit die Finalteilnahme. Doch das sollte nicht die einzige Qualifikation sein. Direkt danach qualifizierte sich das Duo im Wheel Freestyle mit Platz eins für das Finale der Europameisterschaft. Am Freitag ging der Wettkampf dann mit der Qualifikation im Einzel weiter. Hier ging Svenja Reinhardt im Triple Under an den Start und holte auch hier mit 154 Dreifachdurchschlägen am Stück einen Startplatz.

Aufgemacht mit Lichtshow und herausgeputzten Moderatoren standen sich jeweils die sechs besten pro Disziplin im Kampf um die EM-Titel gegenüber. Annika und Svenja Reinhardt gingen als erstes im Single Rope Freestyle an den Start und machten im Vergleich zum Vortag noch einen Platz gut. Platz fünf stand am Ende auf dem Konto der Roringerinnen.

Gold und Silber für Deutschland

Den ersten Platz der Vorrunde konnten die Roringerinnen im Wheel Freestyle leider nicht verteidigen. Mit einem winzigen Rückstand von 0,64 Punkten wurden sie Vize-Europameister. Doch die Trauer war nur kurz, denn der Titel blieb in der deutschen Delegation – Gold und Silber gingen an Schwarz-Rot-Gold.

Deutschland-Schlachtrufe ertönten das ein oder andere Mal in der Halle und Team Deutschland lieferte sich einen harten, aber fairen Kampf mit den anderen Nationen. Die Atmosphäre war wunderbar, alle feuerten sich gegenseitig an und jubelten über coole neue Tricks, egal welche Nationalität gerade auf dem Parkett stand.

Auch Svenja Reinhardt hatte Grund zum Jubeln. Eine Einzelmedaille holte sie sich zum Abschluss der Finals im Triple Under. Mit Tagesbestleistung sicherte sie sich Platz zwei und den Vize-Titel. Der Sieg ging an eine Springerin aus Ungarn, die mit ihren Wert der Vorrunde siegte. Dies ist nur in dieser Disziplin möglich.

Glücklich, müde und mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck ging es dann für die Roringerinnen wieder zurück auf die Autobahn.

Das ist Rope Skipping

Rope Skipping ist, wie die Übersetzung aus dem Englischen nahelegt, die Wettkampfform des Seilspringens. Dabei wird mit unterschiedlicher Geschwindigkeit passend zur Musik, alleine oder in einer Gruppe gesprungen. Je schneller die Musik gewählt wird, desto schneller muss auch gesprungen werden.

Unterschieden wird in verschiedenen Disziplinen und Seiltypen. Die gängigen Disziplinen sind Single Rope (das Einzel), Double Dutch (zwei gegenüberstehende Schwinger schlagen zwei Seile, in der Mitte sind ein oder mehrere Springer) sowie Wheel (hier bilden mehrere Springer eine Kette). Die Seile unterscheiden sich je nach Disziplin in Länge und Beschaffenheit – Hanf, Kunststoff oder Edelstahldraht sind möglich.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder