Braunschweig. Brian Behrendt ist in Braunschweig außen vor. Dabei will der Verteidiger nach unseren Informationen sogar ligaunabhängig verlängern.

Brian Behrendt ist ein Verlierer des Trainerwechsels bei Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig. Das ist nach nunmehr drei Partien ohne seine Beteiligung offensichtlich. Doch auch unter Daniel Schernings Vorgänger Jens Härtel begann der Stern des Abwehrspielers mit der Zeit zu sinken. Zu Saisonbeginn stand Behrendt in sechs von sieben Spielen in der Startelf der Eintracht. In den vier Partien bis zu Härtels Freistellung erhielt er zwar noch einen Kaderplatz, zum Einsatz kam der gebürtige Bremervörder aber nicht mehr.

Erst Interimscoach Marc Pfitzner warf ihn wieder hinein. Nach 90 durchwachsenen Minuten beim 1:4 gegen Fortuna Düsseldorf wurde Behrendt aber beim Derby in Hannover (0:2) Opfer einer größeren Rotation. Seither ist dem Innenverteidiger ein Tribünenplatz vorbehalten. Nicht alle Fans der Eintracht können das nachvollziehen.

Eintracht Braunschweig: Verteidiger-Trio hat zu Recht die Nase vorn

Doch Scherning hat sich vorerst festgelegt. Rückkehrer Ermin Bicakcic,Saulo Decarli und der finnische Nationalspieler Robert Ivanov haben das Vertrauen. Nach Decarlis Kopfverletzung in Hamburg rückte Hasan Kurucay in die Mannschaft. Das Ansehen des Türken beim eigenen Anhang hat angesichts seiner unüberlegten Instagram-Beiträge zum Nahost-Konflikt gelitten. Er dürfte ein Spieler sein, der in der Wintertransferperiode in mehreren internationalen Ligen einen Markt hat. Womöglich stellt die Eintracht ihn deshalb mit ein paar Einsätzen vor der Spielpause ins Schaufenster.

„Es ist eine Entscheidung für die Anderen. Ich habe sechs Innenverteidiger und kann nicht alle mit in den Kader nehmen. Einen trifft es. Aktuell sehe ich die anderen vor Brian. Dementsprechend die Entscheidung.“
Daniel Scherning, Eintracht-Trainer, zu seiner Personal-Auswahl.

Begehrlichkeiten für den 32-Jährigen Behrendt dürfte es dagegen kaum geben. Nach unseren Informationen soll er sogar bereit sein, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig zu verlängern – egal in welcher Liga die Blau-Gelben in der nächsten Saison spielen. Momentan werden ihm für die Positionen in der Dreierkette aber sogar die defensiven Mittelfeldspieler Danilo Wiebe und Sebastian Griesbeck als Alternativen von der Bank vorgezogen.

Scherning erklärte am Rande der 0:1-Niederlage gegen die Spielvereinigung Greuther Fürth: „Es ist eine Entscheidung für die Anderen. Ich habe sechs Innenverteidiger und kann nicht alle mit in den Kader nehmen. Einen trifft es. Aktuell sehe ich die anderen vor Brian. Dementsprechend die Entscheidung.“

Unter Michael Schiele bei Eintracht Braunschweig gesetzt, aber nicht geliebt

Behrendt kennt eine solche Situation. Als Michael Schiele im Sommer 2021 beim damaligen Drittligisten übernahm, war der erfahrene Abwehrmann nach einer dürftigen Vorbereitung zunächst außen vor. Michael Schultz und der damals abwanderungswillige Jannis Nikolaou verteidigten seinerzeit in der Viererkette.

In den Monaten zuvor hatte sich Behrendt, der in der Winterpause der Saison 2020/21 aus Bielefeld nach Braunschweig gewechselt war, zum Abwehrchef gemausert. Er verletzte sich jedoch bei einem Remis gegen Paderborn, ausgerechnet mit Scherning als Co-Trainer des SCP. Das war für die Eintracht ein herber Rückschlag auf der Mission Klassenerhalt, die letztlich misslang.

Unter Schiele gelang die Rückkehr in Liga 2. Behrendt war in den zwei Saisons ein Fixpunkt und stets ein wichtiger Kommunikator auf dem Feld. Er ist seit mehreren Jahren Teil des Mannschaftsrates, gleichwohl war er nie ein Lieblingsspieler des damaligen Trainers.

Scherning ist erst seit kurzem Eintracht-Trainer. Zum Bruch zwischen ihm und dem Abwehrspieler ist es nicht gekommen, aber derzeit setzt er einfach nicht auf ihn. Die ersten Eindrücke des Trainers waren entscheidend. Die Tür für Reservisten ist aber nicht zu. „Die, die jetzt hintendran sind, geben Gas und müssen Druck auf die Jungs ausüben, die aktuell vielleicht einen Schritt vorne sind“, sagte Scherning vergangene Woche. Das gilt für Behrendt ebenso wie für die zuletzt kaum berücksichtigten Niko Kijewski, Rayan Philippe, Jan-Hendrik Marx und Youssef Amyn.

Mit der Situation wird Routinier Behrendt sicher nicht zufrieden sein, doch vermutlich kann er sich nur selbst daraus befreien.