Braunschweig. Braunschweigs Sportdirektor lobt Trainer Scherning und Verteidiger Bicakcic - Vor Weihnachten kommen noch Fürth, Wiesbaden und Lautern.

Der Jahresendspurt läuft, noch drei Spiele stehen in der 2. Fußball-Bundesliga für Eintracht Braunschweig an. Fürth, Wiesbaden und Kaiserslautern warten auf das Team von Benjamin Kessel. Der Sportdirektor ist seit Peter Vollmanns Aus als Sport-Geschäftsführer der starke Mann beim Liga-Vorletzten. Der 36-Jährige fordert: „Wir wollen bis zur Winterpause den Anschluss herstellen und auf Tuchfühlung kommen.“

Hamburger SV - Eintracht Braunschweig 2:1

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    Das wird ein schwieriges Unterfangen. Die Eintracht weist fünf Punkte Rückstand auf Relegationsrang 16 auf, den der FC Schalke belegt. Um da überhaupt theoretisch heranrücken zu können, sind zwei Siege aus den letzten drei Partien des Jahres fast schon Pflicht. Kessel tut gut daran, in der Öffentlichkeit keine ausdrücklichen Punkteziele zu definieren, da die Fallhöhe nicht zu unterschätzen ist, sollten die zwei Siege nicht geholt werden. Intern dürfte es dahingehend klarere Ansagen geben.

    Die Gefühlslage im Inneren des Traditionsklubs ist seit einigen Wochen positiver als das Tabellenbild erahnen lässt. Vollmanns Freistellung nach wochenlangem Hickhack wirkte für alle Beteiligten erlösend, auch der Wechsel vom in sich gekehrten Jens Härtel zum vergleichsweise extrovertierteren und nahbaren Daniel Scherning hatte einen spürbaren Effekt. Nicht nur mit dem greifbaren dreifachen Punktgewinn gegen den VfL Osnabrück, sondern auch mit einer atmosphärischen Aufhellung.

    Benjamin Kessel lobt Eintracht-Trainer Daniel Scherning

    Kessel, der in seinen ersten Wochen als Hauptverantwortlicher zahlreiche Gespräche führte, hat ganz genau hingehört, was da aus dem Kreise der Spieler, aber auch der medizinischen Abteilung über Scherning berichtet wird. „Er kommt gut an - sowohl menschlich als auch inhaltlich“, lobt der Sportdirektor den neuen Trainer.

    Scherning fällt bisher offenbar mit guter Binnenkommunikation auf, aber auch in der Aufstellung lässt sich etwas ablesen: Klarheit. Der 40-Jährige überfrachtet seine Mannschaft nicht mit wechselnden Systemen oder immer personeller Rotation. Das 3-3-2-2-System hat sich erst einmal etabliert. Viele Startelfwechsel nahm Scherning vorm HSV-Spiel nicht vor, auch jetzt für die Partie gegen Greuther Fürth sind zahlreiche Neuerungen nicht zu erwarten. „Es ist wichtig, dass wir unseren Kern finden und die Abläufe festigen“, sagt Kessel.

    Auch Ermin Bicakcic erhält Lob von Eintracht Braunschweigs Sportdirektor

    Wichtiger Part auf dem Rasen ist in dem Zusammenhang Ermin Bicakcic. „Er ist mit seiner Erfahrung und seiner Präsenz enorm wichtig für uns und hält den Laden hinten zusammen“, sagt Kessel, der einst noch selbst mit dem Verteidiger zusammen bei der Eintracht kickte. Obwohl es zuletzt zweimal zwei Gegentore für seine Braunschweiger gab, spricht der Sportdirektor das Lob für die Verteidigung mit Überzeugung aus. Denn aus dem Spiel heraus waren die defensiven Abläufe zuletzt tatsächlich gefestigter. Gegen Osnabrück setzte es zwei Elfmetergegentore, in Hamburg einen Treffer nach einem Eckball sowie einen nach einem kapitalen Ballverlust im zentralen Mittelfeld. Das waren individuelle Patzer, keine systemischen. Auch das macht Kessel Mut. Bis zur Pause soll aus der gefühlten Verbesserung auch eine faktische her.