Braunschweig. Ron-Thorben Hoffmann meldete sich nach einem Formtief stark zurück. So blickt Eintracht Braunschweigs Torwart auf die Situation.

Die Szene in der 18. Minute konnte man durchaus als Fingerzeig verstehen. Bei der 1:2-Niederlage gegen den Hamburger SV meldete sich Ron-Thorben Hoffmann eindrucksvoll zurück. Eintracht Braunschweigs Torhüter hatte HSV-Stürmer Robert Glatzel in letzter Sekunde den Ball vom Fuß stibitzt. Am Hamburger Doppelschlag konnte er wenig später nichts ändern, vielmehr hielt er den abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten mit starken Paraden bis zum Schluss im Spiel.

Hoffmann befreite sich mit diesen 90 Minuten im Volksparkstadion aus einem persönlichen Tief. Von Beginn der Saison an war er in einer oft desaströs auftretenden Mannschaft einer der stabilsten Akteure. Doch zuletzt unterliefen dem immer noch erst 24-jährigen Schlussmann mehrere Fehler. „Die letzten zwei Spiele war es nicht so gut“, sagte der gebürtige Rostocker selbstkritisch. Er meinte die Szenen beim 3:2-Sieg gegen den VfL Osnabrück, als er den Elfmeter zum zwischenzeitlichen 1:1 ohne Not verschuldete und im Derby, als er den Hannoveraner Führungstreffer mit einer zu frühen Bewegung ermöglichte. „Da war ich nicht zufrieden“, verdeutlichte er.

Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Scherning nimmt Torwart Hoffmann zur Seite

Der neue Eintracht-Trainer Daniel Scherning hatte seinen Keeper deswegen zur Seite genommen und mit ihm über die Fehler gesprochen. „Aber Menschen machen Fehler. Gegen Hamburg hat er ein super Spiel gemacht, hat uns in einigen Momenten im Spiel gehalten und viel Ruhe ausgestrahlt. Das war eine deutliche Steigerung“, analysierte der 40-Jährige, der in Hoffmanns schwächster Phase zur Eintracht stieß.

Eigentlich war der 1,92-Meter-Mann als Nachfolger von Klub-Legende Jasmin Fejzic einer der Stabilisatoren. An der dürftigen Ausbeute konnte aber auch er nichts ändern. „Ich bin mit der Gesamtsituation auch nicht zufrieden, weil wir acht Punkte haben, aber mehr verdient hätten. Trotzdem bin ich im Gesamtton zufrieden mit meiner Leistung, aber das bringt auch nichts, wenn wir die Spiele nicht gewinnen“, erläuterte Hoffmann. „Ich versuche einfach, meinen Beitrag zu leisten, für die Mannschaft da zu sein und sie im Spiel zu halten.“

Ron-Thorben Hoffmann hält Eintracht Braunschweig im Spiel

Das tat er gegen Glatzel, aber auch gegen den eingewechselten Ransford Königsdörffer – kurz vor Schluss im Eins-gegen-Eins. „Mit ein bisschen mehr Glück stehst du hier mit einem Punkt und bist happy. Jetzt stehen wir ohne etwas da. Das ist bitter“, sagte Hoffmann. Er blieb in dieser Saison erst einmal ohne Gegentor. Am Samstag (13 Uhr) besteht im Heimspiel gegen Greuther Fürth die nächste Chance auf Punkte. Ein starker Torwart wäre eine gute Voraussetzung, um dem Klassenerhalt irgendwie näherzukommen. Nur in Liga 2 wäre der ehemalige U-Nationalspieler wohl in Braunschweig zu halten, doch selbst dann wird es schwer. Der Vertrag des Schlussmanns endet im Sommer.