Braunschweig. Der Fußball-Zweitligist unterliegt beim Heimauftakt durch ein spätes Gegentor in der Nachspielzeit mit 0:1 – Kurucay sieht gelb-rot.

Sonniges Wetter, ziemlich genau 20.000 Zuschauer und große Vorfreude auf die bevorstehende Fußball-Zweitligasaison. Die Voraussetzungen für eine ansprechende Auftaktpartie waren gut, als Eintracht Braunschweig am Sonntag Holstein Kiel in der heimischen Arena empfing. Doch aus dem erhofften Sieg zum Start wurde nichts. Das neuformierte Team von Braunschweig-Coach Jens Härtel kassierte in der Nachspielzeit in Unterzahl den entscheidenden Gegentreffer zum enttäuschenden 0:1-Endstand. Nach einem Platzverweis für Abwehrmann Hasan Kurucay hatten die Blau-Gelben fast eine gesamte Spielhälfte in Unterzahl agiert.

Eintracht Braunschweig - Holstein Kiel 0:1

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    Eintracht war mit viel Schwung in Partie gekommen und schien die Gäste aus Kiel damit zu überraschen. Nach einem ersten Warnschuss von Neuzugang Johan Gomez aus halblinker Position, der allerdings weit über das Tor ging, jubelte der blau-gelbe Anhang kurz darauf zum ersten Mal: Einen Schuss von Kapitän Jannis Nikolaou hatte Fabio Kaufmann wenige Meter vor dem Tor angenommen und ins Netz befördert (3.). Weil Kaufmann aber im Abseits gestanden hatte, versagte Schiedsrichter Arne Aarnink dem Treffer die Anerkennung.

    Braunschweiger Anfangsoffensive dauert nur kurz

    Bald darauf ebbte die Anfangsoffensive der Hausherren aber schon ab, Kiel stand defensiv sattelfester und wurde selbst aktiver. Nach einem Foul von Hasan Kurucay prüfte Ba-Muaka Simakala Eintracht-Keeper Ron Thorben Hoffmann per Freistoß aus rund 20 Metern das erste Mal (23.). Viel mehr klare Abschlüsse produzierten aber auch die Gäste nicht. Brian Behrendt führte die Dreierkette als zentraler Spieler umsichtig, die Außenspieler Danilo Wiebe auf rechts und Keita Endo auf links rückten bei Angriffen der Kieler als zusätzliche Verstärkung in die Kette.

    Vorne kamen die Hausherren anschließend aber nur noch durch Stoßstürmer Anthony Ujah zu Einschussgelegenheiten. Nach einem Eckball von Niko Kijewski köpfte der Angreifer den Ball knapp am kurzen Pfosten vorbei (25.). Nur drei Minuten später konnte der 32-Jährige seinen Kopfball im Anschluss an eine Balleroberung und Kaufmann-Flanke nicht ausreichend platzieren. Kiels Schlussmann hatte keine Mühe. Mit weiteren Kopfballgelegenheiten für Kiels Benedikt Pichler und abermals Ujah auf Eintracht-Seite endete ein weitgehend ausgeglichener erster Durchgang mit überwiegend kämpferischen Elementen.

    Braunschweigs Kurucay muss früh vom Platz

    Nach dem Seitenwechsel kamen die Blau-Gelben unverändert aufs Feld zurück – obwohl Kurucay bereits verwarnt war und sich danach weitere Fouls geleistet hatte. Zunächst ließ der Verteidiger nach einem weiten Pass Kiels Shuto Machino ziehen, der Japaner zielte aus nur knapp über die Latte des Eintracht-Tors. Kurz darauf unterlief dem Abwehrmann dann aber der noch größere Lapsus: Um bei einer Offensivaktion vor Kiels Simakala an den Ball zu kommen, fuhr er die Grätsche aus und erwischte seinen Gegenspieler. Der Unparteiische hatte keine andere Wahl, als dem Braunschweiger Verteidiger die gelb-rote Karte zu zeigen (51.). Wenig später füllte Eintracht-Coach Jens Härtel den dezimierten Defensivverbund wieder auf, brachte Saulo Decarli für den offensiven Kaufmann.

    Nennenswerte Torgelegenheiten ergaben sich in der Folgezeit zunächst weder auf der einen noch auf der anderen Seite. Für die letzten 20 Minuten versuchte Härtel mit der Einwechslung von zwei Neuzugängen noch einmal Impulse zu setzen: Kaan Caliskaner ersetzte als hängende Spitze den insgesamt wenig auffälligen Gomez, Marvin Rittmüller kam für den auf links immer mehr abbauenden Endo. Doch das Spiel verlagerte sich immer mehr in die Hälfte der Hausherren. Kiel war dem Siegtor näher, ohne dass sich für die Gäste die ganz großen Chancen ergeben hätten.

    Schock für Eintracht in der Nachspielzeit

    Doch kurz nachdem der Unparteiische die Nachspielzeit von fünf Minuten angezeigt hatte, folgte der Schock: Kiels Holmbert Aron Fridjonsson köpfte aus Nahdistanz zum Siegtreffer für die Gäste ein. Zwar trieben die Eintracht-Anhänger ihr Team danach noch einmal lautstark nach vorne und forderten kurz darauf vergeblich Elfmeter, nachdem Decarli im Kieler Strafraum zu Boden gegangen war. Doch das alles änderte nichts daran, dass der Heimauftakt mit einer bitteren Niederlage endete.