Berlin. Nach dem guten Start mit Julian Nagelsmann hat die DFB-Auswahl vor dem EM-Jahr enttäuscht. Der Verbandschef will keine Diskussionen über den Bundestrainer zulassen.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf will die Zukunft von Bundestrainer Julian Nagelsmann vor der Fußball-Europameisterschaft in Deutschland nicht thematisieren.

Erst nach der Heim-EM soll besprochen werden, ob und wie es mit dem erst im September verpflichteten Nagelsmann weitergeht. Das betonte Neuendorf in der neuesten Folge des Podcasts „Spielmacher - der EM-Talk mit Sebastian Hellmann und 360Media“, die am Donnerstag veröffentlicht wird.

Das Engagement sei erst einmal bis zum Sommer geplant, bis dahin werde der Fokus komplett auf die EM gelegt. „Wir halten das auch durch. Wir werden nicht in irgendeiner Form jetzt Debatten lostreten“, unterstrich Neuendorf. „Wir lassen uns auch von der Linie nicht abbringen, weil das sind alles Störgeräusche, die man jetzt nicht braucht. Die nächsten sechs Monate muss er volle Rückendeckung haben. Keine Nebenkriegsschauplätze“, fügte der 62 Jahre alte DFB-Chef hinzu.

Neuendorf spricht von Achterbahnfahrt

Unter der Regie von Nagelsmann war die DFB-Auswahl auf einer USA-Reise mit einem 3:1 gegen die Gastgeber und einem 2:2 gegen Mexiko in die Amtszeit des 36-Jährigen gestartet. Zuletzt gab es mit dem 2:3 gegen die Türkei und dem 0:2 in Österreich herbe Rückschläge und Kritik am früheren Leipziger und Bayern-Coach für seine taktischen Experimente.

Neuendorf sprach mit Blick auf die öffentlichen Reaktionen von einer Achterbahnfahrt. Die Amplituden würden extrem nach oben und nach unten ausschlagen. Nach zwei nicht so guten Spielen sei es direkt wieder zappenduster. Er wünsche sich manchmal, dass mehr Maß und Mitte behalten werde.

Es solle das Positive herausgearbeitet werden und das, was gestärkt werden müsse, anstatt sich selbst immer in Grund und Boden zu reden oder zu schreiben. Die nächsten Testspiele gibt es im März gegen Frankreich und die Niederlande, EM-Vorrundengegner sind im Juni Schottland, Ungarn und die Schweiz.