Pneumologie Göttingen

Lungenärzte aus Lenglern ziehen ins Krankenhaus Weende

| Lesedauer: 3 Minuten
Die letzten Patienten werden vom Krankenhaus Lenglern in das Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende gefahren.

Die letzten Patienten werden vom Krankenhaus Lenglern in das Ev. Krankenhaus Göttingen-Weende gefahren.

Foto: Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende

Göttingen.  Neuanfang unter einem Dach: Der Umzug des Standorts Lenglern des Evangelischen Krankenhauses nach Weende ist abgeschlossen. Das MVZ bleibt aber.

Der Umzug des Standorts Lenglern des Evangelischen Krankenhauses Weende (EKW) nach Göttingen ist abgeschlossen. Das Lenglerner Krankenhaus war zuletzt einer von drei Standorten des EKW.

Beheimatet war hier die Abteilung für Pneumologie, Beatmungsmedizin und Schlaflabor, die nun in Weende, An der Lutter 24, in Göttingen zu finden ist. Am 17. September 2022 verabschiedeten sich die Mitarbeitenden des Standorts von den Räumlichkeiten in Lenglern. Sie werden zukünftig das Team in Weende verstärken.

Am Samstag sind die letzten Patienten in das EKW in Weende gebracht worden. Am Standort Lenglern bleibt das Medizinische Versorgungszentrum (MVZ Lenglern) des Gesundheitsparks Südniedersachsen bestehen.

„Unsere Patientinnen und Patienten profitieren durch die Einhäusigkeit am Standort Weende von noch schnellerer Diagnostik. Die zuvor zwischen den Standorten notwendigen Transporte für Spezialdiagnostiken entfallen. Unsere Lungenfachärzte können nun auf kurzem Weg Spezialisten anderer Abteilungen hinzuziehen und so die Genesung unserer Patienten ganzheitlich unterstützen“, so der Medizinische Geschäftsführer des EKW, Prof. Dr. Michael Karaus.

Beginn als Tuberkulose-Heim

Mit dem Flüchtlingsstrom nach Ende des Zweiten Weltkrieges erlebte die Tuberkulose ihren zweiten Gipfel. Aus diesem Grund wurde in der Munitionsanlage der ehemaligen Deutschen Wehrmacht in Lenglern ein Tuberkuloseheim eingerichtet, das 1949 die ersten Kranken betreute. Schon bald zeigte sich die Notwendigkeit, Patientinnen und Patienten mit Lungentuberkulose weitergehend zu behandeln, sodass die Unterkünfte bis 1969 zu großen Bettenstationen umgebaut wurden.

Mit dem Rückgang der Tuberkulose wurde das Haus 1969 als Krankenhaus an der Lieth, benannt nach dem Höhenzug zwischen Bovenden und Lenglern, zum Fachkrankenhaus für Menschen mit Erkrankungen der Atmungsorgane. Nachdem es bis 1976 in gemeinsamer Trägerschaft von Deutschem Roten Kreuz und Landkreis Göttingen geführt wurde, übernahm dieser 1977 die alleinige Trägerschaft.

Ab 1978 startete der Umbau zu einem modernen Krankenhaus mit leistungsstarken Funktionseinheiten und komplett erneuerten Bettenstationen. Das Krankenhaus stellte seit 1984 den zentralen Pollenwarndienst für Südniedersachsen sicher. Ein Kooperationsvertrag mit der Georg-August-Universität Göttingen, der die Grundausbildung von Medizinstudenten in den klinischen Semestern in Lenglern möglich machte, wurde 1986 geschlossen.

Das Schlaflabor bestand seit 1989. 1994 richtete der Landkreis Göttingen zwei selbstständige Fachabteilungen ein: die Abteilung für Pneumologie und die Abteilung für Beatmungsmedizin/Schlaflabor.

1995 wurde das Krankenhaus Lenglern in die Trägerschaft des Evangelischen Krankenhauses Göttingen-Weende aufgenommen.

Neubau von Haus 3 für die Pneumologie

Am Krankenhaus-Standort Weende wurde in den vergangenen drei Jahren ein hochmoderner knapp 50 Millionen teurer Neubau errichtet: das neue Haus 3. In einen Teilbereich des siebenstöckigen Gebäudes ist nun die Abteilung Pneumologie, Beatmungsmedizin und das Schlaflabor eingezogen, rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in Weende eine neue berufliche Heimat gefunden.

Im zweiten und dritten Obergeschoss des Neubaus befinden sich die zwei großen Bettenstationen für die Pneumologie. Die Stationen haben 55 bzw. 64 Betten, die pneumologische Station 3.2 beinhaltet dabei das Schlaflabor mit sechs Plätzen und eine Isoliereinheit.

Auf der Station 3.3 wird unter anderem eine Covid-Einheit etabliert, die über Schleusen abtrennbar ist. Das Besondere: Alle Patienten-Badezimmer im Neubau sind mit einer Fußbodenheizung ausgestattet. Auch am Standort Weende gibt es ausreichend Erholungsmöglichkeiten vom Klinikalltag. So bietet der 7.000 Quadratmeter große Therapiegarten eine grüne Oase der Ruhe mitten in der Stadt.