Blaulicht Göttingen

Feuerwehr in Göttingen im Einsatz: Hochgiftiges Brom tritt aus

Zwei Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen drangen in das betroffene Labor vor.

Zwei Feuerwehrleute in Chemikalienschutzanzügen drangen in das betroffene Labor vor.

Foto: Stefan Rampfel / HK

Göttingen.  Zu einem Gefahrstoff-Einsatz musste die Göttinger Berufsfeuerwehr am Mittwochabend in den Universitäts-Bereich ausrücken.

Die Feuerwehr Göttingen ist am Mittwochabend zu einem Gefahrstoffeinsatz im Nordbereich der Universität ausgerückt. Die Rettungskräfte wurden gegen 17.40 Uhr alarmiert.

Im Geowissenschaftlichen Zentrum in der Goldschmidtstraße sei es zu einem Gasaustritt gekommen, hieß es in der ersten Meldung. Daraufhin wurde der Gefahrstoffzug der Berufsfeuerwehr in Gang gesetzt.

Wie sich herausstellte, ist es in einem Labor zu einem Austritt von Brom aus einer Vakuumpumpe gekommen, die im Rahmen eines Versuches in Betrieb war. Laut Alexander Granget von der Berufsfeuerwehr kommt als Ursache ein technischer Defekt an der Pumpe in Betracht.

Brom kann schwere Verätzungen verursachen

„Problematisch bei diesem Einsatz ist, dass sich gesundheitsschädliche Dämpfe bilden können“, so Granget. Brom ist bei Raumtemperatur flüssig und verursacht schwere Verätzungen, wenn es auf die Haut kommt oder eingeatmet wird. Es wird in Forschung, Medizin und Batterien eingesetzt.

Zwei Feuerwehrleute sind in Chemikalienschutzanzügen in den betroffenen Bereich vorgegangen, um das ausgetretene Brom mit Chemikalienbinder zu neutralisieren und die Pumpe sicher zu verpacken und ins Freie zu bringen.

Feuerwehr-Einsatz in Göttingen

Nach rund einer Stunde war der Einsatz beendet, die beiden Kräfte wurden dekontaminiert, also mögliche gefährliche Verunreinigungen von den Anzügen abgespült. Das Labor wurde belüftet. Verletzt wurde glücklicherweise niemand.

Vorsorglich war ein Rettungswagen vor Ort. Auch der Notfallmanager der Universität war im Einsatz. Da der Einsatz längere Zeit dauerte, wurden die Freiwilligen Feuerwehren Weende und Geismar sowie die Nebenberufliche Werkfeuerwehr der Universität in Bereitschaft versetzt.