Rettungsschirm für Personennahverkehr kommt

Osterode.  Die ZVSN-Landkreise Göttingen, Northeim und Holzminden zeigen sich erfreut über die Maßnahme von Bund und Ländern.

Ein Bus ist zwischen Lonau und Herzberg unterwegs. Coronabedingt sanken die Fahrgastzahlen in Südniedersachsen auf bis zu zehn Prozent des üblichen Niveaus.

Ein Bus ist zwischen Lonau und Herzberg unterwegs. Coronabedingt sanken die Fahrgastzahlen in Südniedersachsen auf bis zu zehn Prozent des üblichen Niveaus.

Foto: Mark Härtl / HK-Archiv

In einem gemeinsamen Schreiben an Wirtschafts- und Verkehrsminister Dr. Bernd Althusmann (CDU) hatten im April die Landräte aus Göttingen, Northeim und Holzminden Handlungsbedarf hinsichtlich der finanziellen Leistungsfähigkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) angemeldet. Coronabedingt sanken die Fahrgastzahlen auf bis zu zehn Prozent des üblichen Niveaus. Durch die fehlenden Ticket-Einnahmen rechnet der Zweckverband Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (ZVSN) bis zum Jahresende mit Mindereinnahmen in Höhe von rund 3,2 Millionen Euro.

Bundesweit werden die Coronabedingten Verluste im Öffentlichen Personennahverkehr auf rund fünf Milliarden Euro geschätzt. Vor wenigen Tagen haben sich Bund und Länder nun auf einen „ÖPNV-Rettungsschirm“ verständigt.

Übernahme von 2,5 Milliarden Euro

Göttingens Landrat Bernhard Reuter erklärte: „Ich begrüße, dass Bund und Länder sich auf einen ÖPNV-Rettungsschirm geeinigt haben. Unsere gemeinsamen Anstrengungen zusammen mit vielen anderen betroffenen Aufgabenträgern des ÖPNV haben sich gelohnt“. Der Bund habe sich zur Übernahme von 2,5 Milliarden Euro einmalig bis Ende 2020 entschlossen, das Land Niedersachsen gibt seinen Anteil dazu, erklärt Reuter. „Das ist ein großartiger Erfolg.“

Auch Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zeigt sich erfreut über die finanzielle Unterstützung. „Ich freue mich, dass die von uns in unserem Schreiben thematisierten Wechselwirkungen von möglichen Insolvenzen bei Verkehrs- und Reiseunternehmen berücksichtigt wurden“. Der optionale Verlust von mittelständischen ÖPNV-Anbietern hätte auch den ZVSN in eine kurzfristig schwierige operative Situation führen können, wenn andere Unternehmen den Betrieb zu neuen finanziellen Konditionen übernehmen würden, so Klinkert-Kittel.

Der Landrat des Landkreises Holzminden, Michael Schünemann, ergänzt: „Nach der Sicherstellung einer ausreichenden finanziellen Basis für den Weiterbetrieb des ÖPNV geht es in einem nächsten Schritt auch darum, das Vertrauen unserer Fahrgäste zurückzugewinnen. Ich begrüße daher, dass der ZVSN zusammen mit anderen ÖPNV-Aufgabenträgern mit Marketing-Aktivitäten auf die zahlreichen hygienischen Maßnahmen zum Schutz der Fahrgäste und des Fahrpersonals hinweist.“

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